Adresshandel

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von edwin, 21. August 2008.

  1. edwin

    edwin New Member

    Zitat: "Mit einer drastischen Stellungnahme ist der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV), der Callcenter-Betreiber und deren Auftraggeber vertritt, an die Öffentlichkeit gegangen. Ein strafbarer Vorfall dürfe nicht zum "Regelfall erklärt werden". Am Handel mit Adressen sei nichts Fragwürdiges, so DDV-Vizepräsident Tapp. Die Rufe nach Verboten würden der Situation nicht gerecht."

    Eigentlich müssten die reellen Besitzer der jeweiligen Adressen am Verkauf ihrer eigenen Daten beteiligt werden. Das wäre wenigstens fair.
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Hast du eine Payback-Karte?
     
  3. edwin

    edwin New Member

    Ob man Eine hat oder auch nicht. Trotzdem sollte man an den Verkauf seiner Daten mit profitieren dürfen.
     
  4. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Da könnten wir jetzt wieder eine philosophisch angehauchte Grundsatzdiskussion draus machen. An der sich dann ohnehin kaum jemand beteiligen wird, daher ist sie der Mühe wohl nicht wert.

    Eine Adresse ist etwas immaterielles, nämlich nur die erfassten Daten eines (Wohn-)Ortes. Insofern ist der Erfasser dieser Daten auch ihr Besitzer und damit sehr wohl am Gewinn aus dem Handel damit beteiligt. Du dachtest wahrscheinlich aber daran, daß die Bewohner des jeweiligen Ortes ebenfalls beteiligt werden sollten. Erstens werden sie das sowieso (weil sie aufgrund des Handels mit der Adresse ihres Wohnortes mit ganz tollen Angeboten eingedeckt werden :p) und zweitens fragt sich, was sie denn geleistet haben, um dafür eine Bezahlung zu erhalten? Eben.

    Grüße, Maximilian
     
  5. edwin

    edwin New Member

    Ich will keine Werbung für mein immaterielles Gut, ich will nicht um mein Hab und Gut bestohlen werden sondern ich will Bares.
     
  6. friedrich

    friedrich New Member

    Wie unidealistisch.
     
  7. edwin

    edwin New Member

    Nee, ganz dem neoliberalen und kapitalen Ideal folgend. :teufel:

    Es wäre in sich konsequent.
     
  8. Justinian

    Justinian New Member

    Ich verstehe die Aufregung derzeit nicht. Ist irgendetwas passiert, wovor nicht schon seit vielen Jahren gewarnt wurde? Nur weil die Massenmedien und Politiker endlich ein Thema für das Sommerloch haben muss man nicht nervös werden... ;)

    Ich denke Grundsatzdiskussionen sind wichtig, haben ja bei uns im Forum auch eine Menge davon. :cool:

    Hier muss man meiner Ansicht aber differenzieren. Was wird denn verkauft, die Adresse oder auch die Kontoverbindung? Ersteres empfinde ich persönlich nicht so furchtbar dramatisch, wenngleich ärgerlich, wenn ständig etwas geschickt wird, was direkt in den Wertstoffkreislauf eingegliedert wird.
    Ich selbst stehe nicht im Telefonbuch und versuche meine Adresse so selten wie möglich anzugeben - ganz verhindern kann man es nicht. Erstaunlicherweise scheinen Postfachadressen nicht ganz so beliebt zu sein, will sagen: ein wirklich lästiges Werbemüllproblem gibt es in meinem Briefkasten nicht.

    Problematisch wird es, wenn verschiedene Daten zusammengeführt werden. Aber hier muss der Verbraucher, der Nutzer selbst überlegen. Wenn ich die ganzen Freunde-Communities mir so ansehe... hey, da lassen sich massig Identitäten klauen, so unbedacht tragen User ihre Daten ein. Soll ich deswegen nervös werden?

    Ärgerlich wird es wenn auf Konten zugegriffen wird. Sicherlich ist das Geld zurückholen beim Bankeinzug kein großer Aufwand. Ich kann mir derzeit nur schwer erklären, wie unbedarft Kontoinhaber sind, dass sich dieses Geschäft lohnt!
    Die Rückforderung des Geldes soll ja gut klappen und ist für den rechtswidrig Abbuchenden nicht kostenfrei, oder irre ich mich da? Hier sollten doch schon genug Kosten auflaufen. Wenn nun jeder noch Strafanzeige stellen würde und sich die Anträge bei der StA sammeln würden, dann würde ich nicht befürchten, dass das Verfahren eingestellt wird.

    Ich vermute, dieses System hat nur Sinn, weil eben der durchschnittliche Verbraucher/User... viel zu unbedarft ist und brav die Daten veröffentlich und seine Konten nicht kontrolliert.

    @edwin:
    Nun, in der Theorie ist Deine Adresse ja "nur" ein immaterieller Wert, die Erfassung, Sortierung usw. ist der Wertzuwachs, der verkauft wird. Daran bist Du ja i.d.R. nicht beteiligt.
    Nichtsdestotrotz bin ich Deiner Meinung, dass man durchaus nicht dulden sollte, wenn mit fremden "Werten" Geld verdient wird. Umfrageanrufe, die mich früher mal getroffen haben, haben sich scheinbar erledigt nachdem ich meinen Stundenlohn verkündet habe für meine Meinung... :D
     
  9. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Meiner Ansicht nach ist der Begriff »Adressen« eine bewusste Irreführung dieser Datensatzhändler. Da geht es ja nicht um einen Namen und eine Straße in einer Stadt, da geht es ja um Detailinformationen über uns. Und der Handel damit ist eine Sauerei! Aber so ein lustiger Euphemismus vermag das ja prima zu kaschieren. Denkt ja jeder, dass die Adresse einfach im Telefonbuch zu finden ist. Was genau da an Informationen von uns über den Tisch geht, damit rückt von den Adresshändlern« keiner raus.
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Je mehr Daten über den Einzelnen, desto höher natürlich der Preis. Die werbenden Firmen vermeiden damit erhebliche Streuverluste.
     
  11. edwin

    edwin New Member

    Mich würde es auch sehr interessieren, welche Informationen oder Daten sie wie zusammengestellt haben und welche sie überhaupt so haben. Und welche Informationen wohin geliefert wurden. (Was ist jetzt richtig? Informationen gleich Daten?)

    Das viele Konsumenten mit ihren Informationen zu leichtsinnig umgehen, ist leider so. Wird so manchem erst bewusst, wenn das Kind im Brunnen...
    Aber bei manchen Angelegenheiten ist man sich nicht bewusst, bzw. bekannt, wer welche Informationen wie zusammenträgt. Und so manche Bekanntgabe mancher seiner Informationen lassen sich auch nicht vermeiden. Und dann?

    Der Link hat nichts mit dem Thema "Adresshandel" zu tun. Zeigt aber, wie wir Informationen liefern - des öfteren unfreiwillig.
     
  12. edwin

    edwin New Member

    Wenn ich mir über den ersten Satz bei wikipedia über Eigentum Gedanken mache, dann bin ich der Meinung, dass es meine persönliche "Sache" ist und nicht einfach verkauft werden kann - zumal meine persönliche Zustimmung fehlt: "Eigentum ist die Verfügungsgewalt über eine Sache auf rechtlicher Grundlage. Dabei kann es sich wie beim geistigen Eigentum auch um immaterielle vermögenswerte Sachen handeln. Vom Besitz unterscheidet sich das Eigentum dadurch, dass es einen Rechtstitel voraussetzt; so kann beispielsweise ein gestohlener Gegenstand zwar im Besitz des Diebes sein, er ist aber nicht sein Eigentum."

    Noch so ein klasse Tipp. :) Und kein Callcenter ruft an. :cry:
     
  13. Snorrt

    Snorrt New Member

    Wenn einem das auf den Senkel geht, dann bittet man bei jedem Katalog, bei jedem Brief, bei jedem Anruf um eine schriftliche Auflistung der gespeicherten Daten, die anschließende Löschung und die schriftliche Bestätigung der Löschung. Und dann gibbet ja noch die Robbinson-Liste.

    Aber warum die Werbung eindampfen? Gut wäre es doch, wenn eine Stadt sich zusammentun, die Adressen komplett in jedem Werbeverteiler eintragen, die dann anrollende Flut in einem Wärmeheizkraftwerk als Verfeuerungsmaterial nützen und die Stadt damit heizen würde ... :teufel: (Ich glaube die Masse an Werbemitteln könnte wirklich ausreichen :crazy:)
     
  14. edwin

    edwin New Member

    Es ist keine Kundenkarte oder einen Telefonbucheintrag notwendig, um die eigenen Daten ohne sein Einverständnis verkauft zu sehen.

    Daten aus kommunalen Melderegistern im Umlauf

    Daraus Zitat:

    Bei einfachen Anfragen dürfen Meldebehörden laut Weichert Informationen zu Vor- und Nachnamen, Doktorgrad und Anschrift herausgeben: "Für eigene Zwecke muss dafür kein Grund angegeben werden." Wer ein berechtigtes Interesse nachweise, könne dazu folgende Daten bei Meldebehörden abfragen: Tag des Einzugs bzw. Auszugs, Geburtsort und -datum, Sterbeort und -datum, gesetzliche Vertreter, Staatsangehörigkeit und den Familienstand der betreffenden Person.

    Laut dem Datenschutzbeauftragten Weichert ist es für die Mitarbeiter häufig schwierig zu unterscheiden, ob es sich um eine legale Einzelabfrage für den individuellen Gebrauch oder eine systematische Abfrage zur illegalen Zweitverwertung handelt.
     
  15. edwin

    edwin New Member

    Aus tagesschau.de:
    Die Bundesregierung will mit schärferen Gesetzen gegen die Weitergabe von sensiblen persönlichen Daten vorgehen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kündigte nach einem Spitzentreffen an, dass die Bürger künftig in die Weitergabe ihrer Daten ausdrücklich einwilligen müssten.

    Hoffentlich wird es nicht verwässert!
    Hoffentlich steht dies genauso im tatsächlichen Gesetz geschrieben.
    Und dann muss noch der Datendiebstahl unterbunden werden können.
     
  16. edwin

    edwin New Member

    Die Verwässerung ist in Arbeit. Wie zu erwarten war. Es ändert sich doch nichts. Meine Hoffnung, sie...
    Wirtschaft will nicht mehr Datenschutz
     

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