Al Kaida und die Wahlen in Spanien...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von MacBelwinds, 18. März 2004.

  1. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Man kann ja zum Irak-Krieg stehen wie man will, aber wie es aussieht, werden wir in Zukunft unsere Parteien danach wählen *dürfen* bzw. müssen, wie hoch sie bei Al Kaida im Kurs stehen, wenn wir keinen Terror bei uns wünschen... (Und wer wünscht den schon?)

    Gemeldet bei ZDF heute online!

    Man kann nur hoffen, dass die neue spanische Regierung keinen Zweifel daran lässt, dass auch sie entschlossen gegen Terroristen vorgehen werden.
     
  2. neumi

    neumi New Member

    zumindest sollten wir unsere regierungen danach wählen, ob sie sich an geltendes völkerrecht halten.
     
  3. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member


    Beim Abgleich von Avatar und Posting kommt mir da ein schlimmer Verdacht ... *bndanruf* :cool:

    Im Ernst: Vergleichbare Anschläge in D-Land halte ich für unwahrscheinlich. Dies hauptsächlich aus drei Gründen:

    1. Die deutsche Außenpolitik ist nicht zu vergleichen mit dem Auftreten der USA u. a. in der großen, weiten Welt. Da sind wir (wohl auch mangels Macht) bisher stets freundlicher und zurückhaltender aufgetreten. Der Hass auf Deutschland hält sich folglich in Grenzen, so er denn existiert.

    2. Wir sind hier (leider) ein Ruhe- und Rückzugsraum islamistischer Terroristen. Anschläge in Deutschland würden diesen durch den einsetzenden Fahndungsdruck unattraktiv machen. Darum hält man sich hier zurück.

    3. Deutschland gehört nicht zum "Bündnis der Willigen" im Irak.

    Ist aber alles nur ein schwacher Trost, wenn bei den Nachbarn weiter gebombt wird. Hat aber auch etwas mit dem St. Florians-Prinzip zu tun.
     
  4. RaMa

    RaMa New Member

    ja. so kann es werden.
    auch eine art der weltherrschaft.
    schleichende machtübernahme.
    was sagen die völkerrechtler dazu? hurra.
     
  5. RaMa

    RaMa New Member

    1. deutschland hat eine außenpolitik? wo?
    2. scheinbar scheitert auch die innen- u. sicherheitspolitik.
    3. aber zum bündniss der unfähigen. ösiland hat auch schon ein ansuchen um aufnahme gestellt.
     
  6. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    1. Siehst du, so still und friedvoll ist D-Lands A-Poltik, dass ihr nur leises Poltern nicht mal in die Ö-Berge vordringt. ;)

    2. Einen zu allem bereiten, gut getarnten und ausgebildeten Terroristen hält KEIN Sicherheitskonzept der Welt auf. Guck mal z. B., wie lang die US-High-Tech-Armee und die Dienste von mehr als 50 Staaten den Herrn Osama im Wüstenstaub schon erfolglos suchen. Und da weiß man sogar, wen man sucht. Bei den vielen "Schläfern" hat man weder Bild noch Name. Finde die mal ... :rolleyes:

    3. Wie, die Ösis suchen schon wieder "Anschluss"? :cool:
     
  7. maiden

    maiden Lever duat us slav

    eine erfolgreiche Außenpolitik macht nicht durch spektakuläre Aktionen auf sich aufmerksam, sondern wirkt im Stillen.

    Und wer den Terrorismus bekämpfen will, muß die Ursachen bekämpfen, die den Nährboden für den Terrorismus bilden.

    Wer nur die Terroristen bekämpft doktert nur an den Symptomen herum.
    Leider ist es aber so, daß es nicht nur auf Seiten der Terroristen Interessierte gibt, die diese Ursachen nicht beseitigt sehen wollen, sondern es auf beiden Seiten Extremisten gibt. Die einen brauchen den Terrorismus weil sie gut davon leben. Die anderen brauchen den Terrorismus, weil sie dadurch ihre Macht festigen und mit der Angst der Menschen spielen können. Mit der Angst vor dem terrorismus lassen sich Gestze beschließen die sonst keine Chance hätte. Es lassen sich Kriege führen, für die es keine Rechfertigung gibt. Und es lassen sich Gelder locker machen, die sonst den sozial Schwachen zukommen könnten. Es lassen sich Waffengeschäfte mit Regierungen machen, die sonst nicht zustande kämen. Und schließlich kann man ein Land politisch und Gesellschaftlich in Richtungen zwingen, für die man sonst keine Gefolgschaft fände.
     
  8. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Wie sagte es der Bundestagspräsident in seiner Ansprache zum Anschlag sinngemäß: "Wir müssen begreifen, was da passiert ist."

    Allzu viele sind es bislang nicht, die den "9.3." Europas begriffen haben...

    Zum einen bestimmt eine fanatisch verblendete Verbrecherbande von islamistischen Terroristen ab jetzt den Ausgang auch künftiger Wahlen (in Spanien unter Zuhilfenahme einer schrecklich dümmlichen Informationspolitik der abgewählten Aznar-Regierung), zum anderen "hoffen" wir Deutschen immer noch, das weitere Anschläge Großbritannien und Polen treffen mögen, aber doch nicht uns.

    Wie gut, dass die Terroristen nicht wissen, wie "aktiv" wir Deutschen in Afghanistan waren und sind. So können wir darüber hinaus weiterhin daran glauben, dass sich die Spanier ja bloß aus dem Irak hätten heraushalten müssen, um nicht Opfer einer "Strafaktion" zu werden.

    Wir sollten also tatsächlich damit anfangen zu begreifen, dass der Al-Kaida-Terror auf den Sieg über die westliche Zivilisation abzielt. Er will weltweit das Kalifat errichten, ein Islam-Imperium basierend auf gnadenlos-fundementalistischer Interpretation eines selbst interpretierten Koran. Spanien war "nur" der Anfang.

    Und furchtbarer als alle Opfer ist es m.E., dass die Terroristen mit ihrer Vorgehensweise erfolgreich sein könnten...
     
  9. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    *unterschreib*
     
  10. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Für ein weltweites Kalifat und Islam-Imperium braucht`s aber wesentlich mehr als einige hundert fanatische Attentäter. Da brauchts politische und militärische Führer, große und gut ausgerüstete Armeen sowie Millionen begeisterter Heiliger Krieger. Die islamischen Völker aber verurteilen in ihrer überwiegenden Mehrheit den unter Missbrauch des Islam begangenen Terror von Al-Kaida u. a.

    An einen solchen "Kampf der Kulturen" glaube ich nicht. Unheilsprophetie halte ich für wenig hilfreich, eher den von maiden vorgeschlagenen Weg einer sinnvollen außenpolitischen Prophylaxe, um bereits das Entstehen von Terrorismus bei seinen Ursachen zu verhindern.
     
  11. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Die "Millionen von Mitstreitern" kriegst du leicht, wenn Millionen Angst haben und sich anpassen.

    Die "Prophylaxe" ist nett gedacht, scheitert aber an der praktischen Durchführung, solange jeder daran denkt, dass sein eigener Arsch wichtiger ist als der des anderen.
     
  12. AndroGrün

    AndroGrün New Member

    Bravo Macixus, seh ich genauso. Die Terroristen wollen kein friedliches nebeneinander, deshalb nutzt es auch nicht den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass wir verschont bleiben. Wir werden es nämlich nicht. Wenn es den Terroristen in den Kram passt werden sie nicht zögern auch Anschläge in der BRD zu verüben.

    Nur wenn alle freiheitlichen, demokratischen Länder eine gemeinsame Front - unabhängig von der politischen Richtung - bilden und gemeinsam mit den Betroffenen versuchen die offensichtlich bestehenden Ursachen zu beseitigen, werden die Terroristen sehen, dass sie außer dem Hass der Bevölkerungen auf den Terror nichts erzeugen.

    Ich kann mir auch deutsch-türkische-muslimische Lichterketten gegen den Terror vorstellen. Dies ist mir wohler als so manche Argumentation in der Richtung: wir gewähren den Terroristen Unterschlupf, deshalb werden die Familienväter, Mütter und Kinder in anderen Ländern abgeschlachtet (siehe Bilder Spanien, Irak) und nicht bei uns.
     
  13. RaMa

    RaMa New Member

    ist also genauso wie im marketing. mehr ist weniger?

    ein aufzählung aus der gegenwart ist kein vorschlat wie es besser gemacht werden soll?
    zulassen das sich der ausgerufene dschihad sich ungehindert ausbreitet, die welt verschlingt und „gereinigt” wieder ausspuckt?
    versuchen diesen mit gutem zureden aufzuhalten? halt schreien? stop schild hinhalten?

    was ist gefährlicher wirtschaftlicher oder religiöser fanatismus?
    10 gegen 10000?
    welcher läßt sich leichter bekämpfen?

    ra.ma.
     
  14. maiden

    maiden Lever duat us slav

    das Blöde ist nur, daß sich mit Terroranschlägen niemand von der Erhabenheit und Überlegenheit eines "Kalifat" , eines "Islam-Imperiums" basierend auf gnadenlos-fundementalistischer Interpretation eines selbst interpretierten Koran" überzeugen läßt. Und selbst die dümmsten der Terroristen sind nicht so dumm, daß sie nicht wüßten, daß ihr terror hier Widerstand erzeugen wird.
    Und die Lösung ist gewiß nicht ein Krieg gegen den Terror, wie ihn die Dummköpfe gerne hätten, weil sie glauben man könne Überzeugungen damit ändern.

    Man muß die Ursachen bekämpfen, den Nährboden austrockenen. Und das schafft man mit Sicherheit nicht indem man Bomber schickt, die in Afghanistan oder anderswo tausende Menschen vernichten, oder indem man mit Bulldozern ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich macht und eine Mauer baut, die die Menschen von ihrem eigenen Grund und Boden abschneidet.

    Wer vom Terrorismus redet, muß nach den Ursachen fragen und dann kommt er ganz schnell in Regionen dieser Erde, wo die Menschen überhaupt nicht glücklich über ihre Lebensumstände sind und wo wir nur allzu gerne unseren Blick abwenden, weil wir uns sonst mit unseren eigenen Fehlern beschäftigen müßten.
     
  15. RPep

    RPep New Member

    Hmm, die Idee nicht an den Symptomen, sondern den Ursachen zu arbeiten finde ich sehr symphatisch. Leider haben wir es hier mit Extremisten zu tun, d.h. meines Erachtens kann man es dann nur falsch machen:

    Bringen wir den (minimalen) Wohlstand durch (enorm gesteigerte) Entwicklungshilfe in arme Länder heißt es: Der Westen drückt seine Lebensweise den Armen auf.

    Lassen wir sie in Ruhe: Der Westen hilft nicht, er ist böse und nur weil die Armen den falschen Glauben haben.

    Ist alles nicht so einfach, einerseits der "gütige", friedliebende und nette Westen zu sein, andererseits genug Härte zu zeigen, damit keiner auf die Idee kommt, eben diese Nettigkeit auszunutzen.

    Daher mein Resumee:

    Wir sollten uns dran gewöhnen mit dem Terror zu leben, ihn bekämpfen auf beiden Fronten, durch Härte einerseits, durch Hilfe andererseits. Und vor allem: Unser Leben *nicht* vom Terror bestimmen lassen, denn das bedeutet er hat mehr Macht über unser Leben als wir selber.

    So long,
    Ralf

    P.S.: Terroranschläge wird es auch in D geben, da bin ich mir sicher, wir mögen nicht Prio 1 sein, aber auch D steht für die Werte, gegen die die Terroristen kämpfen.

    P.P.S.: Die Theorie Terror habe nur etwas mit Lebensumständen zu tun, gilt nicht. Was ist mit der RAF, was mit der ETA, der IRA??? GEht es den Menschen in der EU so schlecht? Werden in Irland Leute wegen Ihres Glaubens (protestantisch bzw. katholisch) unterdrückt? Ist es nicht vielmehr so, daß diese Leute eben WEIL sie den anderen nicht überzeugen können, zum Terror greifen, um damit durch Furcht ihre Ziele durchzusetzen? Wollen die Terroristen Lebensumstände VERBESSERN?? Beispiel: Taliban?? Nein, sie wollen ihre fanatischen Ideen und Machtphantasien ausüben, mit dem feigesten Mittel, das es gibt: Unschuldige, unbewaffnete Menschen zu metzeln, seien es Kinder, Frauen, egal. Das ändern wir nicht durch Brunnenbauprojekte und Städtepartnerschaften, sorry.
     
  16. 2112

    2112 Raucher

    Kopfschüttel
     
  17. RaMa

    RaMa New Member

    hatten die spanier nicht daselbe gedacht?
     
  18. maiden

    maiden Lever duat us slav

    vermutlich hatten das viele nicht gedacht, denn schließlich war ihnen spätestens von dem Zeitpunkt an, wo ihr naiver Herr Aznar sich den Lügen der Bush-Krieger anbiederte, klar, daß sie mit im Boot sitzen.

    Aber wir sollten uns nicht all zu viele Gedanken machen, denn wie wir soeben aus Washington erfahren ist "die Welt nach dem Sturz von Staatschef Saddam Hussein ein sichererer Ort geworden."
     
  19. RPep

    RPep New Member

    Na, da würde ich mal sagen: God bless America! Da bin ich aber jetzt beruhigt.

    Grüße
    Ralf
     
  20. akiem

    akiem New Member

    in deutschland ist ein "grosser" terroranschlag wahrscheinlicher als in jedem anderen land.

    deutschland ist das rückzugsland nr.1
    die schläfer können in ruhe arbeiten und planen
    în deutschland ist der fahndungsdruck nicht so hoch
    deutschland hat die humansten strafgesetze
    deutschland hat die bequemsten strafvollzugsanstalten

    terroristen werden diese bequemlichkeiten nicht honerieren,
    sondern gnadenlos ausnutzen.
     

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