Amerikaner sind nachtragend - und Schweizer Behörden nützliche Idioten !

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 27. September 2009.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    http://www.n-tv.de/leute/Polanski-in-Auslieferungshaft-article522026.html


    "Der Regisseur Roman Polanski ist am Samstag bei der Einreise in die Schweiz festgenommen worden. Das bestätigten die Polizei und eine Vertreterin des Filmfestivals Zürich, zu dem Polanski erwartet wurde. Grund für die Festnahme sei der seit 1978 bestehende Haftbefehl der US-Behörden gegen den 76-jährigen Regisseur. Der Oscar-Preisträger ("Der Pianist") soll 1977 in den USA eine Minderjährige vergewaltigt haben. Nach Angaben eines Sprechers des Justizministeriums wurde Polanski auf Antrag der USA in Auslieferungshaft genommen."

    :augenring
     
  2. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Das verstehe ich jetzt nicht. Gibt es in den USA keine Verjährung? Das Polanski zur Last gelegte Verbrechen liegt immerhin schon 31 Jahre zurück. Bei uns in der BRD verjähren Kapitalverbrechen mit einer Höchststrafe von 15 Jahren (Mord) bereits nach 20 Jahren.

    MACaerer
     
  3. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Hallo? Da geht es um unschuldige Kinder! Mööp! Mööp! Alaaam! Süße kleine unschuldige Kinder! Das verjährt niemals! Und eigentlich braucht so was auch gar keine Verhandlung. Schuldig bei Verdacht!
     
  4. maximilian

    maximilian Active Member

    Eigentlich egal, worum es dabei geht. Da hat einer möglicherweise eine Straftat verübt und sich der Untersuchung und Verfolgung durch Flucht entzogen. Offensichtlich verjährt diese Art von Straftat nicht. Ausserdem besteht mit der Schweiz offenbar ein Auslieferungsabkommen für derartige Straftaten. Und ob einer ein "berühmter Filmregisseur" oder Hinz und Kunz wie ich und Du ist, darf überhaupt keine Rolle spielen. Gar keine. Es gibt EIN Gesetz. Und das gilt für alle.
     
  5. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Eben nicht.
     
  6. gunja

    gunja New Member

    Da würde ich Dir zustimmen.

    Nur: Polanski war wohl schon oft in der Schweiz und auch sonst in vielen, vielen Ländern greifbar.

    Das blinde Gesetz hätte also längst zugreifen müssen.

    Wenn es plötzlich jetzt - nach so langer Zeit - aufwacht, dann hört sich das doch sehr nach Gefälligkeit an, also eben nicht nach Gleichheit vor dem Gesetz, sondern nach einem interessengebundenen Gesetz, das Willkür hervorbringt. Früher drückte man die Augen zu wegen Künstler, jetzt macht man sie plötzlich auf, um eine Staatsmacht zu hofieren.

    Selber bin ich in der Sache zwiegespalten und war froh, dass damals Polanski einerseits zur Rechenschaft gezogen wurde, andererseits entkommen konnte.

    Ich denke, dass es inzwischen ein Fall für Gnade und Erbarmen sein müsste. Das Opfer ist längst gut verheiratet und hat Kinder und "verziehen". Insofern ist der Schaden nicht voll eingetreten. Unterm Strich hat Polanski gewissermaßen auch gebüßt durch ein eingeschränktes Leben. Auch der grässliche Mord an seiner Frau schien irgendwie schicksalhaft. Eine Art Wiedergutmachung an andere Opfer in irgendeiner Form fände ich aber doch angemessen.

    Künstlertum als Freibrief für Vergewaltigung? Die anderen sind eben Spießer? Nein, das ist auch nicht das richtige.
     
  7. maximilian

    maximilian Active Member

    Moin!

    Wahrscheinlich gibt es auch Frauen, die dem Mörder ihres Mannes verziehen haben (vielleicht weil sie inzwischen einen schöneren und reicheren Mann gefunden haben?). Vielleicht gibt es sogar KZ-Insassen, die ihren Peinigern verziehen haben. Aus genau solchen Gründen werden Straftaten nicht von den Opfern, sondern vom Staat verfolgt.

    Natürlich finde ich es nicht gut, dass die Sache erst jetzt und unter merkwürdigen Umständen durchgezogen wird. Aber immer noch besser spät, als nie. Zu einem Rechtsstaat gehört für mich auch, dass sämtliche anhängigen Strafverfahren abgewickelt werden. Es geht nicht drum, den Mann brennen zu sehen, aber er soll ein Verfahren bekommen wie jeder andere auch.
    Denn das schlimmste daran finde ich Nebensätze so wie diesen von McDil (sonst ein Rächer der Enterbten und immer auf der Seite der Schwachen und Einheit und Gleichheit fordernd): „... und schon gar nicht einen bedeutenden Künstler ...”. Als ob es OK wäre, solche Laufen zu lassen und dafür täglich dutzende von unbedeutenden Unkünstlern auszuliefern (werden sie nämlich).

    Grüße, Maximilian
     
  8. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Wer gibt dir eigentlich das Recht das Opfer auf derart menschenverachtende Art und Weise zu verhöhnen? :kotz:

    MACaerer
     
  9. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Och manno, kennst Du McDil nicht? Fast jeder macht hier mal einen sarkastischen Spruch. Das war absolut keine Verhöhnung der Opfer sondern Zynismus über das Regime, welches so etwas duldet, vorantreibt.

    Ich bin im Fall Polanski etwas zwiegespalten. Wäre das ein unbekannter Mensch, würde ihn sicher niemand bemitleiden. Aber eine 13-Jährige mittels Drogen gefügig zu machen, das ist schon Hardcore. Auch wenn er selbst damals wie ein 13-Jähriger aussah.
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Was genau ist daran eigentlich verhöhnend? Ist in meinen Augen nur eine Feststellung von Tatsachen.
     
  11. gunja

    gunja New Member

    Hallo, McDill, was ist los? Ich hab den Satz schon so verstanden, wie du ihn gemeint hast auch ohne Deine Erläuterung und fand ihn in dem Zusammenhang trotzdem sehr daneben.
    Die scheinbar "flapsige" Bemerkung davor fand ich noch ärger.

    Ich hoffe, mein Text war nicht missverständlich.

    Vielleicht ist es für Polanski eine Chance, sich dem Makel zu stellen?

    Den Polanski habe ich vor dieser Sache sehr geschätzt, aber danach war ich irgendwie - ich weiß es selber nicht genau - als ob ich mich geschämt hätte vielleicht. Es war einfach ein Makel.
    Und dann ist man selber erleichtert, wenn das Opfer anscheinend wenigstens verzeihen konnte.

    Vorblende zu #16:
    Wie es in den USA aussieht, das ist eine ganz andere Geschichte.
    Es geht hier um die Schweizer Justiz, die mal einen Künstlerbonus verteilt und jetzt wegen momentaner Interessen anscheinend der USA ein Geschenk macht. Sie verfehlt ein wesentliches Kriterium der Justiz, die sollte nämlich verlässlich sein und nicht je nach Interessenlage urteilen. Ja, das ist etwas utopisch.

    Ich denke dass die Rechnung nicht aufgehen wird.
    Die Schweiz setzt ihr Renommee aufs Spiel.
    Die USA wird sich nicht dankbar zeigen.

    Es ist das Gegenteil einer win-win Situation. Alle Beteiligten verlieren, auch man selber.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2009
  12. vulkanos

    vulkanos New Member

    In puncto Sex sind die USA immer noch ihrer puritanischen Vergangenheit behaftet. Ich kann mich noch erinnern, wie irgendein verklemmter republikanischer Senator den damaligen Präsidenten Bill Clinton in den 90er Jahren geradezu verbissen aus dem Amt klagen wollte, weil er mit Monica Lewinsky ein Techtelmechtel hatte. FKK gilt in dem "land of the free and the brave" als anstössig. In einigen Bundesstaaten sind sogar die Größen der Bikinitangahöschen vorgeschrieben. What a laugh!

    Der Gipfel der Heuchelei ist, wenn fromme aufrechte Protestanten Swingerclubs betreiben. Nach außen wird sich sittsam gegeben, aber hinter verschlossenen Türen gibt es keine Hemmungen mehr.

    Ich habe 5,5 Jahre in den USA gelebt: Das Land ist zu einem Polizeistaat geworden, wo ehemalige Straftäter im Internet mit Bild und sonstigen persönlichen Daten an den Pranger gestellt werden. Wenn es ganz schlimm kommt, müssen sogenannte "sexual offenders" als Folge von Gerichtsentschlüssen sogar unter Brücken schlafen. Warum? Sie müssen nämlich, z.B. in Florida, einen Mindestabstand zu ihrem Opfer von ca. 800 m einhalten. Und wenn ihre feste Bleibe nun innerhalb dieses verbotenen Aktionsradius liegt, dann sind sie gezwungen, woanders eine Unterkunft finden - und das noch mit elektronischen Fussfesseln, mit denen ihr momentaner Aufenthaltsort genau kontrolliert wird. Aber so etwas sichert dort Politikern Wählerstimmen. Law 'n Order -Yesssss SIR!!!!

    Machen wir uns nichts vor. Die einzige Freiheit, die jemals unangefochten in den USA galt, war und ist die, hemmungslos Geld zu scheffeln und das auch reinen Gewissens mit der Bibel zu begründen. Dann kam erst "right of free speech" - für das so mancher in diesem waffenstarrenden Land sein Leben lassen musste.

    Manchmal weiß ich nicht, was schlimmer ist: das Volk oder die Regierung - gilt nicht nur für die USA.

    vulkanos

    PS: Daran wird selbst Barack Hussein Obama nichts ändern können.
     
  13. wilzim

    wilzim MacWilly

    Ich denke, das die Amis ihn gerne wiederhaben wollen. Nicht wegen der Vergewaltigung, sondern weil es einer gewagt hat, abzuhauen, bevor er verurteilt werden konnte. Jetzt können sie wieder sagen: uns entkommt keiner!:D
    Aber wir Deutschen sind auch nicht besser - Wir holen selbst alte Naziverbrecher wieder her, obwohl sich die Sache sowieso bald biologisch erledigt hätte.:confused:
     
  14. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Wenn das so ist bzw. gemeint war, nehme ich meine Zurechtweisung gerne zurück. :nicken:

    MACaerer
     
  15. Hop Singh

    Hop Singh New Member

    Verstehe nicht, dass man das missverstehen konnte.
     
  16. Hop Singh

    Hop Singh New Member

    Nö, die Delikte kann man ja wohl nicht vergleichen.
     
  17. maximilian

    maximilian Active Member

  18. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Das Geld wurde aus dem gleichen Fonds genommen, aus dem die Jungs des Michael-Jackson-Freundeskreises entschädigt wurden.

    :teufel:
     
  19. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Man könnte aber auch auf den Gedanken kommen, dass die ganze Geschichte in Richtung der zu erwartenden Entschädigung inszeniert wurde. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

    MACaerer
     
  20. pewe2000

    pewe2000 New Member

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