An welchen Hochschulen wird wie und mit was evaluiert?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von christiane, 14. September 2004.

  1. christiane

    christiane Active Member

    Ich war letzte Woche auf einer Schulung in Nordhausen (ja, andere fahren nach Berlin oder Wien) und uns wurde ein System zur Evaluation (oder heißt es Evaluierung?) vorgestellt.

    Die Firma war Electric Paper und das Programm Evasys. Die Formulare werden mit Teleform erstellt und dann über einen umständlichen Weg in die MySQL-Datenbank integriert. Es gibt Online oder Pencil-Paper Befragungen. Die mit dem Stift ausgefüllten werden über einen Highspeedscanner (80 Seiten pro Minute duplex) eingelesen und über dieses Programmbundle Evasys ausgewertet.

    Das alles klang mehr oder weniger schwierig, die Übung wird es wohl bringen. Meine Frage jetzt: Welche Hochschule tut dies schon (die FSU Jena macht das schon seit 1997) und wie sind die Erfahrungen? Von unserer Hochschulleitung bekomme ich so gut wie keine Information, da bis jetzt Urlaubszeit war. Electric Paper sagt, dass mindestens 50 Hochschulen dieses Programm benutzen, wo sind die?

    Bin gespannt auf die Antworten
    Christiane
     
  2. christiane

    christiane Active Member

    Nur mal so: evaluieren heißt bewerten. :cool:

    Keiner da, der da was weiß? Professoren müssen doch bewertet werden. Es gibt doch bestimmt auch Studenten hier, die schon mal einen Fragebogen ausgefüllt haben. Na?:D
     
  3. macNick

    macNick Rückkehrer

    Ok, Beispiel Uni Frankfurt, FB 16 (Humanmedizin):

    Ein seit seiner Einführung stetig schrumpfender Bogen wird am Ende der jeweiligen Veranstaltung ausgegeben (manchmal schon am Anfang, Begründung: »Am Ende kommt ja sowieso keiner mehr«. Dort sind Merkmale wie Veranstaltungsinhalt, Verknüpfung zu Nachbardisziplinen und Pünktlichkeit etc. im Schulnotensystem (6 gibt es komischerweise nicht) zu bewerten.
    Hinten ist Platz für ausführliche Kommentare.

    Die Lehrkraft hat während der Evaluation den Raum zu verlassen und nimmt die Bögen in einem (idealerweise) verschlossenen Umschlag entgegen (klappt fast nie).

    Rückfragen bei Folgesemestern ergeben, dass die Evaluation grundsätzlich zu keinen Änderungen führt, auch in solchen Fächer nicht, die immer wieder katastrophal bewertet werden.

    Wenn die Fachschaft Lust hat, werden die Ergebnisse (auszugsweise) veröffentlicht.

    Fazit: Man hat nicht den Eindruck, dass die Lehrevaluation irgendwelchen Konsequenzen hat.
     
  4. SC50

    SC50 New Member

    Ich versteh nicht so ganz was du wissen willst?

    Möchtest du wissen was wir von der Bewertung von Professoren halten?
    Dazu kann ich dir leider recht wenig sagen, denn als ich studiert habe wurde da garnichts bewertet, und schongar keine Professoren.

    Oder möchtest du wissen ob die Technik funktioniert?
    Dazu kann ich sagen, diese Technik ist so simpel, da kann man kaum was falsch machen.
    Man nehme die Software von Teleform, erstelle einen Beleg nach Wahl (Notfalls kann man ihn auch vorher erstellen), lese diesen mit einem Belegleser ein, konvertiere die Daten und schreibe sie in eine Datenbank (obwohl man bei MySQL nicht wirklich von einer Datenbank sprechen kann ;) ). Danach braucht es nur noch eine Auswertungs Software nach Wahl. Das ist nicht wirklich kompliziert.
    Außer man nutzt einen Kaiser Belegleser, dann hat man zumindest ständig Ärger mit der Hardware.
    (Obwohl man das in einer Präsentation nicht so ausdrückt, denn die Software soll ja ein paar hunderttausend Euro kosten, da darf es dann schonmal etwas kompliziert klingen ;) )
     
  5. christiane

    christiane Active Member

    Wissen wollte ich genau das: Hat jemand Erfahrung mit diesem System, wo liegen die Stolpersteine etc.
    Bei uns in Thüringen wird es jetzt wohl eingefügt, das Land hat jedenfalls 8 Lizenzen gekauft. Die Leute von Electric Paper sagen, dass alles toll klappt und ich möchte jetzt aus der Praxis wissen, ob das wirklch der Fall ist.

    Bei der Schulung sah das Programm Teleform auch sehr einfach aus. Wir werden sehen, ob das so klappt, wie die sich das so vorstellen. Ist dieses Evasys wirklich so gut, wie Electric Paper verspricht?
     
  6. christiane

    christiane Active Member

    Das befürchte ich nämllich auch. Vom Gesetz her kann es keinen Zwang geben. Es müsste die leistungsorientierte Bezahlung durchgesetzt werden. Wenn die Studenten sehen, dass sich nach 3 Semestern immer noch nichts tut, dann verlieren die doch die Lust am Fragebogenausfüllen.

    Aber da bei uns erst mal die Inhalte gefunden werden müssen, wird es sich wohl noch etwas hinziehen, bis das hier tatsächlich eingeführt wird.

    Übrigens, wie macht ihr das mit der Lagerung der ausgefüllten Fragebogen? In Ilmenau bekommt der Professor die Bögen zurück. Das finde ich nicht so besonders toll, denn durch die freien Feldern, wo der Student selber was eintragen kann, kann der Professor erkennen, wer ihn schlecht bewertet hat und dann Konseqenzen ziehen. Also alles nicht so einfach.
     
  7. twotothree

    twotothree New Member

    sowieso wärs gut die Studenten durch eine 6 stellige Tarnziffer zu anonymisieren.

    Nein, im Ernst - aus meiner Erfahrung geht das allen Beteiligten eh am Arsch vorbei - den Studenten wie den Lehrenden.
     
  8. Florian

    Florian New Member

    Wir haben während meines Studiums (90-94, FHW Berlin) als Studies zu Beginn eines jeden Semesters ein Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (KommVor) herausgegeben.

    Dazu haben die Kommilitonen am Ende eines Semesters zu den besuchten Lehrveranstaltungen Fragebögen ausgefüllt und wir haben diese ausgewertet und rechtzeitig zum Beginn des nächsten Semesters als Heft herausgegeben.

    Die Wirkung war jedesmal enorm und das Heft sicher eine der meistgelesenen Publikationen in den ersten Semesterwochen (zumal auch frei formulierte Kommentare möglich und erwünscht waren und diese auch gedruckt wurden).

    Lange Rede, kurzer Sinn: Evaluation ist nur sinnvoll, wenn sie nicht von den zu Evaluierenden durchgeführt wird!

    Gruß,
    Florian
     
  9. macNick

    macNick Rückkehrer

    Wo die Dinger landen, weiß kein Mensch. Eine Rückverfolgung ist in diesem konkreten Fall aber trotzdem nahezu unmöglich, da nur in ein oder zwei Veranstaltungen des gesamten Studiums die Abgabe handschriftlicher Elaborate erforderlich ist, die man zudem bald zurückbekommt. Sonst werden bei den Medizinern traditionell Kreuzchen gemacht…
     
  10. SC50

    SC50 New Member

    Der größte Stolperstein bei dieser Technik ist der, der die Bögen ausfüllt.
    Wenn alle penibel genau die Felder ankreuzen oder schwärzen, dann ist alles ok.
    Wenn aber ein großer Teil das nicht macht, kann das unter Umständen Probleme geben, außer man verwirft die Blätter automatisch als ungültig.

    Ps: nie auf eine OCR setzen, besser den Studis kleine Kästchen anbieten, die sie anmalen dürfen ;)
     
  11. applez

    applez New Member

    also wir kriegen einen netten, getippten bogen, wo man oben ganz brav den namen hinzuschreiben hat, den das sekretariat dann abtrennt. das ganze geht dann in nem umschlag an den dozenten zurück.

    böse sachenschreiben auf eigene gefahr, denn bei maximal 15 leuten pro semester ist das ganz easy mit dem schriftvergleich
    *ggg* (www.fhsh.de)

     
  12. christiane

    christiane Active Member

    Das ist eine gute Idee. Da kann der Student von Anfang an sehen, welcher Professor gut ist und welcher eben nicht. Vielleicht werde ich das mal unserem StudierendenKonvent sagen. Die sind da immer sehr aktiv. Und es kratzt wohl an jeder Professorenehre, wenn schlechte Bewertungen veröffentlicht werden.
     

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