Apple Kritik auch emotional begründet

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Manitou, 6. Januar 2004.

  1. Manitou

    Manitou New Member

    Hi Folks,

    vermehrt stelle ich fest, dass sich in Threads immer mehr unmutig über die Firma Apple geäußert wird.

    Ich will hier gar keine Pro und Contra Diskussion führen, nicht These und Antithese gegeneinander ausspielen.

    Deutlich finde ich persönlich nur, dass die Kritik wächst, während die Produkte immer besser werden.


    Meines Erachtens sollte man, um objektiv zu bleiben, folgende mögliche Gründe für den steigenden Unmut nicht ausser Acht lassen:

    1. Auf die Frage an einen Cosmopolit, wo er sich denn zu Hause fühle, antwortete dieser: "Dort, wo mich die Bürokratie am meisten ärgert." Von aussen betrachtet, sehen viele Länder besser aus als das eigene.

    2. Erwartungen. Wenn eine Plattform Erwartungen, die an sie gestellt werden, nicht oder anders erfüllt, dann steht diese Plattform im Endeffekt schlechter da als eine Plattform, an die keine Erwartungen gestellt werden.

    3. Da die Apple Gemeinde emotional viel mehr mit "ihren Rechnern" verbandelt ist, als jegliche User-Gruppe anderer Plattformen, werden zwangsläufig mehr Erwartungen gestellt. Welche User-Gruppe personifiziert derart einen "schnöden Computer"? Wir bauen ja geradezu eine Beziehung zu unseren Macs auf (okay, viele Win User haben eine Hass-Beziehung zu ihren Kisten, aber ich werde unsachlich...). Warum ist macixus' Beitrag "Mac vs. Dose" so gut angekommen?


    Hiermit will ich nicht alles gutheißen, was Apple macht, sondern nur zu etwas mehr Objektivität aufrufen. Achja und nochwas: Windows ist doch auch die totale dreckige Scheisse, oder?!
     
  2. Macowski

    Macowski New Member

    Das würde ich so hart nicht ausdrücken, schließlich müssen Schweine ja auch von irgendetwas leben....
     
  3. Manitou

    Manitou New Member

    Jaja, Recht hast Du.
    Allerdings ernähren sich selbst Schweine nicht von Scheisse.
     
  4. ughugh

    ughugh New Member

    >>Deutlich finde ich persönlich nur, dass die Kritik wächst, während die Produkte immer besser werden.
    <<

    Tut es das?

    Im Grunde werden nur Hypes massiver angepeitscht.

    "Besser" werden die Produkte nur in ihren technischen Spezifikationen - die Nutzungsfähigkeit hat jehnseits von OSX merklich gelitten, weil Apple in den letzten Jahren pö á pö Dinge, die tatsächlich innovativ waren schlicht abgeschafft hat.

    Ich erinnere da nur immer wieder gerne an den Einschaltknopf an der Tastatur, das aufwickelbare Stromkabel für die Notebooks oder plötzlich wieder verschwindene Video-In-Konnektierungen (die witzigerweise zu einem Zeitpunkt verschwanden, als sich die Rechenleistung tatsächlich endlich so weit gesteigert hatte, daß sie sich auch rentiert hätten)

    Gleichzeitig wurden viele Entwicklungen schlicht verschlafen - Scrollrad an der Maus (mehrere Tasten sind da ja eher Geschmacksfrage), Frontanschlüsse für Firewire und USB (zu denen sich Apple erst mit dem G5 genötigt fühlte) ect. p.p.

    Des Weiteren schlichte Designfehler, die sich nun schon seit Jahren halten: Hier sei nur einmal exemplarisch der immer noch Links liegende USB-Anschluss an Notebooks genannt (während die Stromzufuhr recht liegt), der bei Anschluss z.B. einer externen Maus zu Kabelorgien führt. Spätestens mit Einführung des zweiten USB-Anschlusses hätte man dieses Problem beheben können. Als Alternative biete ich da seit neuestem auch gerne die nicht auswechselbare Batteri des Musik-Tamagotchis an oder die fehlende plane Auflage so der ibooks, wenn man zu, stationären Einsatz die Batterie rausnimmt. Wobei das Batterie-Design sowieso irgendwie Apples Krux zu sein scheint.

    Hinzu kommen in den letzten Jahren zunehmend billige Verarbeitung vieler Komponenten die mit ein bißchen Design kaschiert werden. Unausgegorene Software, die dann mit wilden Patchorgien mühsam zusammengeflickt wird und Apples schlicht Mutwilligkeit, seinen Kunden nicht alles zu geben, was sowieso schon da ist (Unterstützung von SplittingScreen bei ibooks, Unterstützung von gerade mal 1024*768er Auflösung auf externen Monitoren, obwohl die Graka willig und Fähig ist, mehr zu liefern ect. p.p.)

    Emotional? Nein, Apple war für mich - und andere - nie eine emotionale Angelegenheit. Und Steve hat offensichtlich dieses Bonus aus der kreativen Schaffensphase von Apple bei vielen anderen schlicht aufgebraucht - deswegen wird Apple jehnseits der .pjler auch nicht mehr anders wahr genommen, als jede andere Firma auch - und dementsprechend kritisiert, wenn sie (für viel Geld, wie man dazu sagen muß) Mist baut. Natürlich sind die Erwartungen an Apple höher - sonst kann man sich ne PC-Kiste hinstellen und gut is´- aber genau die Opjektivität die Du forderst, ist es, die zunehmende Kreise unter den Maccianern erfasst - und das ist Apple schlicht nicht gewöhnt*.

    *Wobei ich persönlich der Meinung bin, daß wir ein wirklich tolles Jahr hinter uns haben - G4chips in den ibooks, G5, Panther ... da gibts für mich wenig zu meckern.
     
  5. Macci

    Macci ausgewandert.

    schade, dass du so böse bist und die Sachen hinter dem * im zarten Silber versteckst, ansonsten hast du alle Zustimmung von mir ...
     
  6. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Man sollte schon zwischen objektiver Kritik (siehe ugh) und dem merkwürdigen Rumgejammere in anderen Brettern (name wird nicht genannt-da wg. permanenz bekannt) unterscheiden.

    Kritik an Fehlern od. Mängeln kann und soll zu Lösungen führen.
    Das alltägliche wiederholen der Phrasen aus der "Früherwarallesbesserfraktion" , halte ich dagegen für destruktiv.
     
  7. Tambo

    Tambo New Member

    *unterschreib*

    Zähle mich zu denjenigen usern, die den mac als Arbeitsgerät brauchen; wenn jemand das lang genug macht, kann er sicher sachliche Kritik einbringen. Auch ughugh's post unterschreib.
     
  8. p.i.t.

    p.i.t. Ural-Silber

    Ich werd auch mal versuchen, meinen Brei dazuzugeben.

    In der Regel kommen die emotionalen, unkritischen und meist leider auch destruktiven Äusserungen von den Usern, die bislang *nur* mit Macs gearbeitet haben. Die User, die beide Welten (oder alle drei, mit Linux) kennen, argumentieren meist differenzierter, weil sie Vergleiche ziehen und somit sehr wohl wissen, warum etwas gut oder nicht so gut ist. "Gut" als Wertung ist sowieso schwammig, es geht ja darum, ob es im Vergleich zu was anderem besser oder schlechter ist. Und um diesen Vergleich ziehen zu können, muss man das andere auch kennen.

    Darum kommen mir diverse Bemerkungen wie "ich muss so- und soviele Updates runterladen, Mann ist Apple schlecht, und OS X ist so Scheisse geworden" o.ä.immer recht schräg rein.

    Apple macht seine Sache sehr gut. Wenn man bedenkt, in welcher kleinen Nische die hocken und wie wenig Resourcen sie im Vergleich zu Bill haben, und immer noch an vordester Front mitkämpfen, mit neuen Ideen, coolen Produkten, moderner Software, dann kann ich nur staunen. Andere Firmen wären im Markt, bei dieser Dominanz des Hauptkonkurrenten, schon längst von der Bildfläche verschwunden.

    Ich hab grossen Respekt vor dieser Firma, und selbst wenn ich nicht alles immer nur perfekt finde und mich ab und zu auch ärgere, so ist Apple für mich nach wie vor die Firma, die ich den anderen vorziehen werde.
     
  9. Manitou

    Manitou New Member

    Eigentlich wollte ich mit meinem Posting gar keinen Vergleich ziehen oder die Dinge bewerten, die möglicherweise Ärger oder Freude auslösen.

    Mein Anliegen war es einzig und allein, herauszustellen, dass man als Apple User emotionaler und infolgedessen möglicherweise schneller stärker enttäuscht ist, weil es einen irgendwie mehr trifft.

    Das ist alles.

    Unabhängig davon meine ich wirklich, dass dieser außerordentlichen Firma oft unrecht getan wird. Witzigerweise mehr und mehr aus eigenen Reihen und nicht aus den Reihen der Windoof-Fraktion, die doch teilweise relativ ehrfürchtig gucken...

    Lasst Euch die Zeit nicht lang werden.
     
  10. Amigoivo

    Amigoivo 1 QUADianer

    Hi Manitou,

    ich bin auch zufrieden wie sich das Jahr entwickelt hat. :)

    @Macowski,

    "... ich so hart nicht ausdrücken,..."
    du sagst es :D

    Auf das der Stuhl geschmeidig bleibe,

    in diesem Sinne,

    MfG Amigoivo
     
  11. Thine

    Thine mit Eisenschwein

    Sei gegrüßt, Nachbar Amigoivo!

    Da ich diese Woche am Agitieren bin und so ... :D Kommst Du auch zum Forentreffen? Vielleicht auch MIT der Eisenbahn, hm :klimper: ... gaaaaanz billichbillich & nettnettnett.
     
  12. xl

    xl Pixelschubser

    Da geb ich Dir auch absolut recht, wenn ich mich an einen PC setze, ist meine Erwartungshaltung immer schon so niedrig, daß ich jedesmal positiv überrascht bin wie gut manche Sachen mittlerweile funktionieren.

    Am Mac nehme ich sowas als vollkommen selbstverständlich hin. Wenn dann aber was nicht funktioniert, oder (wie von ughugh oben beschrieben) irgendwelche liebgewonnen Features plötzlich aus unverständlichen Gründen weggelassen oder verschlimmbessert werden, bin ich natürlich erstmal enttäuscht. Richtig sauer werde ich dann gerne, wenn mir auf eine Beschwerde im Forum hin, gleich das übliche: "dann kauf dir doch ne DOse" hin geknallt wird, denn wechseln will ich ja nicht, ich will ja "nur" nen Mac der macht was ich will...

    Auf diese Weise hatte sich bei mir, im Jahr vor der Einführung des G5, soviel Frust angesammelt, daß ich mir schon sicher war, auf Win2k umsteigen zu müssen. Ohne eine starke - auch emotionale - Bindung zu Apple hätte ich das wohl nicht so lange hinausgezögert, den rein wirtschaftlich betrachtet, sprach damals eigentlich fast alles für die PC Lösung. In anderen Fällen, zB bei einer Entscheidung zwischen Win und Linux hätte ich da nicht so lange gezaudert, da schau ich einfach nur wie schnell und stabil meine Software auf der jeweiligen Platform läuft und gut ists - emotional berührt mich das wenig (ich bin auch kein extremer Microsoft Hasser und Windows ist im Zweifelsfall eigentlich eher anwenderfreundlicher als Linux).

    Aber so bin ich eben beim Mac geblieben und werde auch weiterhin meckern, wenn mich OSX oder irgendeine Hardware Komponente auf die eine oder andere Art nerven, weil in meinen Augen ein Apple halt einfach zu funktionieren hat.
     

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