apples musik store (NZZ)

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von joerch, 2. Mai 2003.

  1. joerch

    joerch New Member

    Klasse...
    aber jetzt mal im ernst, so viel furore gibt es selten in den medien - und ganz nebenbei - besteht die hoffnung das die labels sich wieder um qualitativ "hochwertige" musik kümmern - und nicht diese klonmusik


    Apple eröffnet ein virtuelles Schallplattengeschäft

    Apple hat am Montag verbesserte iPod-Musikwiedergabegeräte vorgestellt. Sie sind dünner geworden und können dank einer 30-GByte-Festplatte bis zu 7500 Songs speichern. Apple kümmert sich neuerdings auch um den Verkauf von Musik: Macintosh- Anwender in den USA können via Internet aus einer Bibliothek von 200 000 Songs einzelne Musiktitel für 99 Cents kaufen und auf den iPod oder auf CD kopieren.



    S. B. Das Internet ist eine Jukebox, die jeden Musikwunsch erfüllt. Mit Heerscharen von Anwälten versuchten die grossen Schallplattenfirmen diese Musik zum Verstummen zu bringen - vergeblich. Nachdem die Musiktauschbörse Napster auf richterliches Geheiss hatte geschlossen werden müssen, entstanden ein halbes Dutzend neue Angebote ähnlicher Art.

    In der juristischen Auseinandersetzung mit diesen neuen Tauschbörsen mussten die Schallplattenfirmen am Freitag vergangener Woche einen schweren Rückschlag hinnehmen: Ein Richter in Los Angeles wies die Klage der Motion Picture Association of America (MPAA) und der Recording Industry Association of America (RIAA) gegen die Tauschbörsen Grokster und Streamcast Networks Morpheus ab. So wie auch ein Videorecorder oder Fotokopierer Urheberrechtsverletzungen fördern könnte, so liessen sich auch Grokster und Morpheus für illegale Zwecke nutzen. Die denkbaren legalen Anwendungen seien aber in beiden Fällen überwiegend. Die Unterhaltungsindustrie will gegen dieses Urteil Berufung einlegen. Es gibt zudem Anzeichen, dass sie in Zukunft weniger gegen die Betreiber von Tauschbörsen, sondern gegen einzelne Benutzer solcher Dienste vorgehen möchten.

    Rechte von 200 000 Songs gesichert

    «Die Kunden möchten nicht wie Kriminelle behandelt werden», sagte Steve Jobs am Montag. Der Chef von Apple präsentierte den iTunes Music Store, ein virtuelles Schallplattengeschäft im Internet. Wenn man Musikliebhaber nicht wie Kriminelle behandelt, sondern auf ihre Wünsche eingeht, dann bezahlen sie bereitwillig für Musik, gibt sich Jobs überzeugt. Es ist ihm gelungen, die Rechte für den Wiederverkauf von mehr als 200 000 Songs zu erwerben. Diese Songs stammen von BMG, EMI, Sony Music Entertainment, Universal und Warner und können einzeln für 99 Cents gekauft werden.

    Das Einkaufen, Verwalten, Kopieren und Abspielen der Musik geschieht über die Software iTunes 4.0, die mit jedem neuen Macintosh-Rechner mitgeliefert wird und für Mac-OS X kostenlos nachgerüstet werden kann. Die Songs werden nicht mehr im MP3-Format gespeichert, sondern in einem Advanced Audio Coding (AAC) genannten Verfahren aufbereitet. AAC wurde vom Fraunhofer-Institut als Nachfolger von MP3 entwickelt. Es soll bei gleicher Dateigrösse eine bessere Klangqualität bieten. Zu den Neuerungen von Version 4.0 von iTunes gehört, dass es den Zugriff auch auf Musiksammlungen erlaubt, die auf anderen Rechnern lagern.

    Eingeschränkte Nutzung

    Ein Song, den man sich für 99 Cents gekauft hat, gehört einem nicht ganz, man kann damit nicht machen, was man will, aber doch mehr als bisher bei legalen Internet-Musiktauschbörsen üblich: Man kann den Song beliebig oft auf bis zu drei verschiedenen Computern abspielen, man kann ihn beliebig oft auf den eigenen iPod-Player oder auf eine CD brennen. Eine Liste von Songs darf als Ganzes aber nur zehnmal auf CD kopiert werden. Das Schallplattengeschäft von Apple öffnet seine Türen nur Leuten, die in den USA wohnen; aus juristischen Gründen müssen Nichtamerikaner ausgeschlossen werden.

    Die iPods, die Musikwiedergabegeräte von Apple, sind dünner geworden, leichter und leistungsfähiger. Das teuerste Modell mit 30 GByte- Festplatte speichert bis zu 7500 Songs. Wie bisher lassen sich die Geräte nicht nur für das Abspielen von Musik, sondern auch als mobiler Datenspeicher oder als elektronische Agenda für den Transport von Adressen und Terminen benutzen. Es können so auch beliebige Texte herumgetragen und unterwegs konsultiert werden. Der iPod kostet mit 30-GByte-Festplatte 799 Franken, das 10-GByte-Modell gibt es für 499, die 15-GByte- Variante für 649 Franken.

    Wer zuletzt lacht

    Das Internet ist eine himmlische Jukebox, die nicht nur Musik verteilt, sondern auch die Flüche der Musiker und das Lachen der Mitmusiker. Dieser Tage erscheint von Madonna die neue CD «American Life». Im Internet tauchten einzelne Songs dieses Werks schon vor Wochen auf. Um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen und um die Benutzer der Tauschbörsen in die Irre zu führen, liess Madonna MP3-Dateien verbreiten, die gleich heissen wie ihre Songs, aber keine Musik, sondern nur Beschimpfungen und Flüche enthalten. Doch auch dieses Material fand seine Fans, es wird nun in Dutzenden von Remixes zu neuen Songs verarbeitet.
    http://www.nzz.ch/2003/05/02/em/page-article8TQ72.html
     

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