Aquarium

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 21. März 2010.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    Wer von euch hat(te) ein Aquarium daheim ? :confused:

    Meine bessere Hälfte möchte eines. Ich bin eher ablehnend wegen der Pflege von Fisch und Aquarium. :rolleyes:

    Petri Dank schon mal für Erfahrungsberichte. :)
     
  2. McDil

    McDil Gast

    Ist wie mit Allem. Wenn's ansehnlich bleiben soll braucht es regelmäßige Pflege. Ich hatte mal Guppis – da war ich vielleicht 12 oder so – und ich fand es ziemlich viel Arbeit. Irgendwann wurde das Aquarium undicht: Guppidämmerung!
     
  3. Convenant

    Convenant Haarfestiger

  4. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Sag Deiner Frau, dass Fische eher unkommunikativ sind.

    :xmas:
     
  5. McDil

    McDil Gast

    Das kann man so nicht sagen.

    [​IMG]
     
  6. batrat

    batrat Wolpertinger

    Ich dachte da eher an ein kleines Aquarium. :rolleyes:
     
  7. maximilian

    maximilian Active Member

    Nabend!

    Klein oder groß macht eigentlich keinen Unterschied. Die Wassertemperatur und die „Art” des Wassers (Süß-/Salz-Brackwasser) sind für den Aufwand maßgebend, den Ihr mit dem Aquarium haben werdet.

    Früher, als ich noch daheim gewohnt habe, hatten meine Eltern ein Aquarium für tropische Süßwasserfische, also mit warmem Wasser, etwa 30 Grad. Vier oder fünhfundert Liter groß. Das war schon ein ziemlicher Aufwand, vielleicht zwei oder drei Stunden Arbeit pro Woche. Scheiben von Algen befreien (wobei es dafür „Putzerfische” (der Begriff ist falsch, echte Putzerfische sind Seewasserfische) gibt, die den Algenbelag von den Scheiben fressen), Filter säubern oder wechseln, Bodenbelag absaugen, Wasser teilweise erneuern, usw.. Das ganze braucht eine ziemliche Techik (Umwälzpmpe, Filter, geregelte Heizung, Thermometer, am besten mit Alarm bei Unter- oder Überschreitung der richtigen Temperatur, Beleuchtung mit Timer und speziellem Licht für die Wasserpflanzen, Luftsprudler für die Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff, Absauggerät für den Bodensatz). Die wichtigsten Sachen braucht man dabei unbedingt doppelt, denn wenn am Samstagabend die Umwälzpumpe oder die Heizung verreckt, sind die Fische hin, bis Montagfrüh die Läden wieder auf sind. Dazu braucht man natürlich Freunde oder Nachbarn, die genausestens eingewiesen sind, und die das ganze Zeugs am Laufen halten, wenn man mal nicht daheim ist.

    Füttern muss man natürlich auch, wobei es dafür heute Futterautomaten gibt, bei denen einmal füllen pro Woche reicht. Und eine tägliche Funktionskontrolle natürlich auch, denn wenn die Fütterung nur für kurze Zeit aussetzt, fressen sich die lieben Fischlein gegenseitig. Dann war noch einige Chemie nötig, um den Ph-Wert des Wassers im richtigen Bereich zu halten. Dazu musste man zuerst eine Wasserprobe analysieren und danach dosiert Chemikalien zufügen (das habe ich gerne gemacht, Chemie fand ich in meiner Jugend cool). Manchmal wurden Fische krank, meistens waren es Pilzerkrankungen an den Flossen. Die mussten dann eingefangen werden und kamen ein paar Wochen in ein kleines Quarantäneaquarium (natürlich auch mit kompletter technischer Ausstattung, sonst hätten sie da ja nicht leben können), wo sie mit Arzneimitteln behandelt wurden. Bis sie entweder gesund oder ganz tot waren.

    Mal hatten wir so Buntbarsche (hemichromis bimaculatus - das weiss ich nach über dreissig Jahren noch, ohne deswegen googlen zu müssen :) ), die sich vermehrt haben wie die Karnickel. Da war über Nacht das Aquarium voll davon und wir haben die dann dutzendweise in die Zoohandlung zurückgetragen und gegen andere Fische getauscht, aber die hatten keine Chance. Hemichromis Bimaculatus war irgendwie eine dominante Spezies und das Aquarium wurde damit ziemlich langweilig. Lauter gleiche Fische.

    Wir haben die dann so langsam aussterben lassen und aus dem Aquarium ein Terrarium für Wasserschildkröten gemacht. Solche, die man als Babies in Italien auf dem Markt kauft, wenn sie ungefähr so groß sind, wie ein Zwei-Euro-Stück, früher hat man "Fünfmarkstück" gesagt. Über die Jahre wurden die dann so groß wie normale Landschildkröten und haben zu dritt (erst waren es vier, aber eine ist mal im Garten abgehauen, als sie dort Landgang hatten) jede Woche ungefär ein Huhn vertilgt. Die wurden fast dreissig Jahre alt, haben aber nicht besonders viel Arbeit gemacht, verglichen mit den Fischen. Und waren auch irgendwie sympathischer. Sie hatten Namen und man hat sie sofort wiedererkannt. Irgendwie waren es auch Persönlichkeiten. Meine hiess Iltschi, nach dem Pferd von Winnetou. Schon als Kind haben mich Pferde eigentlich mehr interssiert, als andere Tiere. Später dann, immer wenn ich in den Ferien heimkam, musste ich denen irgendwelche Vitamin- und Mineralienspritzen geben, das wollte sonst niemand machen, nichtmal der Tierarzt oder meine Tierarztschwester (die war auf große Nutztiere spezialisiert, aber die sind heute nichts mehr wert, weswegen man lieber den Metzger als den Tierazt holt. Deshalb macht meine Schwester jetzt eine ganz andere Arbeit, aber das nur am Rande. Sie war es auch, die mich nach Jahren der Nutztierverarzterei zur vegetarischen Lebensweise bekehrte). Also habe ich den Schildkröten ihre Spritzen verabreicht. Daran sind sie zum Glück nicht gestorben, aber irgendwann an Altersschwäche. Obwohl Schildkröten in freier Natur ja sehr alt werden. In Gefangenschaft aber leider nicht, vor allem dann nicht, wenn man ihnen ihren Winterschlaf vorenthält, der aber für einen Amateuerschildkötenhalter nur sehr schwierig in überlebbarer Form einzurichten ist. Entweder es ist zu kalt, dann erfrieren sie, oder es ist zu warm, dann wachen sie zu früh auf und verhungern. Also enthält man ihnen lieber ihren Winterschlaf vor und sie werden eben nur dreissig. Ist auch so verdammt viel Zeit, wenn man nur einen halben Quadratmeter Welt dafür hat.

    Wenn man das ganze ins Unermessliche steigern will, muss man sich ein Seewasseraquarium einrichten, am besten für tropische Meeresfische. Das sind zwar die schönsten und interessantesten von allen, aber man muss wohl für jede Stunde Fische bewundern eine Stunde Arbeit investieren. Hab ich mir sagen lassen. Vom Geld gar nicht zu reden. Schon die Fische sind sehr teuer. So ein Clownfisch ("Findet Nemo") soll ungefähr hundert Euro kosten, richtig seltene Exoten das zehnfache. Es ist ziemlich einfach, tote exotische Fische nach Europa zu schaffen, bei lebenden hat das eben seinen Preis. (Es gibt aber auch sehr teure Kaltwasser-Zierfische, ich sach nur Koi-Karpfen, aber für die braucht man kein Aquarium, sondern einen Teich. Und das ist dann nochmal was ganz anderes.) Hab ich aber keine eigenen Efahrungen damit, möchte ich auch nicht machen.

    Jedenfalls kommt mir kein Aquarium ins Haus.

    Grüße, Maximilian
     
  8. McDil

    McDil Gast

    *zusammenfass*
     
  9. Hop Singh

    Hop Singh New Member

    Schön zu lesen, was maximilian da schreibt. Die Erfahrungen habe ich auch gemacht.
    Meine Fische starben alle nach einem Umzug. Die Schildkröten habe ich verschenkt.

    Kauf dir einen Bildschirmschoner mit Fischen, das beruhigt auch, oder guck Flipper oder Cousteau.
     
  10. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Das hier ist weniger nervenaufreibend als ein echtes Auarium. ;)

    MACaerer
     

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