auf die barrikaden

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von quick, 30. Mai 2003.

  1. quick

    quick New Member

  2. quick

    quick New Member

  3. caMi

    caMi New Member

    Es handelt sich um eine Intellektuellen-Initiative; Hilfe, Gott stehe uns bei ;-) !
    Europa war ja, betrachtet man die letzten 2000 Jahre, schon immer beispielhaft wenn es darum ging den Frieden zu erhalten :) :) :) . Bis die Amerikaner gekommen sind, kriegerisches Pack, wäre heute alles so schön geordnet in Europa unter Stalins oder Hitlers Erben.

    Außerdem ist es sowieso zu spät, Kriege selbstgemacht :) :

    http://www.spiggl.de/blitzkrieg_fortgeschrittene?t=spiggl/story
     
  4. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich bin auf die Kommentare weiterer Intellektueller hier aus dem Forum gespannt, die den genannten Herren, allen voran Habermaß, das Wasser reichen können.
     
  5. caMi

    caMi New Member

    Habermaß ?
    Kenne ich nicht, ich kenne aber Habermas !
     
  6. quick

    quick New Member

  7. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Auf so einen Kommentar bin ich auch gespannt!

    Bis sich da ein Intellektueller (vielleicht sogar ein Philosoph und Kuenstler) äussert, biete ich erst mal meine 5 Cent dazu...

    maiden, der Mann heißt Habermas. Die Habermaß ist eine Getränkemaß an Gerstensaft, das Herr Haber, wohnhaft in Dingharting daselbst, abends nach dem Heumachen zu sich nimmt.

    Wie auch immer: wie bei caMi haben auch bei mir alle Alarmglocken schrill geläutet, als ich von einer "europäischen Intellektuellen-Initiative" lesen musste...Jedenfalls genügt der Name Habermas wie immer, mich schon jetzt hoch auf die Barrikaden zu jagen.

    Textprobe dieses gewaltigen Geistes und seines Geschwurbsels:

    "Eine verstehende Soziologie, die Sprache zum Subjekt der Lebensform und der Überlieferung hypostasiert, bindet sich an die idealistische Vorausetzung, daß das sprachlich artikulierte Bewußtsein das materielle Sein der Lebenspraxis bestimmt. Aber der objektive Zusammenhang sozialen Handelns geht nicht in der Dimension intersubjektiv vermeinten und symbolisch überlieferten Sinnes auf. Die sprachliche Infrastruktur der Gesellschaft ist Moment eines Zusammenhangs, der sich auch, wie immer symbolisch vermittelt, durch Realitätszwänge konstituiert: durch den Zwang der äußeren Natur, der in die Verfahren technischer Verfügung eingeht, und durch den Zwang der inneren Natur, der sich in den Repressionen gesellschaftlicher Gewaltverhältnisse spiegelt. Beide Kategorien von Zwang sind nicht nur Gegenstand von Interpretationen; hinter dem Rücken der Sprache wirken sie auch auf die grammatischen Regeln selber, nach denen wir die Welt interpretieren. Der objektive Zusammenhang, aus dem soziale Handlungen allein begriffen werden können, konstituiert sich aus Sprache, Arbeit und Herrschaft zumal. An Systemen der Arbeit wie der Herrschaft relativiert sich das Überlieferungsgeschehen, das nur einer verselbständigten Hermeneutik als die absolute Macht entgegen tritt."

    http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/hermeneutik/habermga.htm

    Jetzt frage ich mich nur, wer den Text, den der Spiegel schon mal auszugsweise vorab veröffentlicht, geschrieben hat: er oder Jacques Derrida?

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,251037,00.html

    Die zitierten Auszüge machen allerdings nicht so recht neugierig auf den Rest. Ob da der Kauf der FAZ mit dem ganzen Text wirklich lohnt? Und ist das nicht die völlig falsche Plattform für Habermas?

    Gegen zwei seiner und Derridas Aussagen habe ich ja noch nicht mal was:

    (1) "Europa muß sein Gewicht auf internationaler Ebene und im Rahmen der UN in die Waagschale werfen, um den hegemonialen Unilateralismus der Vereinigten Staaten auszubalancieren. Auf Weltwirtschaftsgipfeln und in den Institutionen der Welthandelsorganisation, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds sollte es seinen Einfluß bei der Gestaltung des Designs einer künftigen Weltinnenpolitik zur Geltung bringen."

    (2) "Warum sollte sich Europa...nicht auch der weiteren Herausforderung stellen, eine kosmopolitische Ordnung auf der Basis des Völkerrechts gegen konkurrierende Entwürfe zu verteidigen und voranzubringen?"

    Es fehlt halt wie so oft bei den "europäischen Großintellektuellen" die Auskunft, WIE das geht, WER das mit WEM auf die Reihe kriegt.

    Aber das kennen wir ja. Manche sagen auch auf derartige Fragen einfach nur "Das ist mir zu dumm."
     
  8. Duc916

    Duc916 New Member

    Du machst denselben Fehler, den auch die Politik momentan macht.
    Es ist einfach der falsche Weg ständig nur nach konkreten Lösungen zu fragen.
    Sicherlich brauchen wir die, aber um brauchbare Lösungen zu entwickeln, braucht es nun mal zuerst ein Konzept, das die Richtung aufzeigt.
    Konkretes Beispiel:
    die deutsche Gesundheitspolitik
    Momentan wird dort an allen Stellschrauben gedreht, die man finden kann.
    Es finden also konkrete Aktionen statt, wie du es forderst und vielleicht (vielleicht auch nicht) begrüßen wirst.
    Nur leider hat sich, bevor dieser Aktionismus begonnen wurde, keiner die Mühe gemacht sich zu überlegen, wo die Reise am Ende hingehen soll.
    Es fehlt einfach ein Konzept.
    Die Entwicklung dieser Konzepte (oder um es etwas pathetischer zu sagen Theorien) kann durchaus eine Aufgabe für die "europäischen Großintellektuellen" sein. Ob die Vermittlung derselben auch ihre Aufgabe ist bin ich mir nicht so sicher, aber wie auch immer. Im selben Schritt auch konkrete Handlungsanweisungen zu fordern ist aber kontraproduktiv.
    Es ist wie in der Mathematik.
    Erst wird die Theorie entwickelt und dann der konkrete Lösungsweg, niemals umgekehrt.
    Deshalb ist deine hier im regelmäßigen Abständen gestellte Frage nach konkreten Antworten auf die unkonkrete Frage "wie soll es denn weitergehen in der Welt" auch nur schlecht zu beantworten.
    Entweder mußt du also deine Frage konkretisieren, oder aber dich mit Theorien oder Konzepten zufrieden geben.
    Überleg dir also was dir lieber ist.
     
  9. pewe2000

    pewe2000 New Member

    @macixus

    Nicht ganz fair ist es, Texte aus dem universitären (wenn es dieses Wort überhaupt gibt) Alltag zu zitieren, um Habermas ein wenig zu diskreditieren. Dieser Text war sicher an oder für ein Fachpublikum gerichtet oder gedacht.
    Die Plattform des Veröffentlichten – FAZ, nicht gerade als liberales Flaggschiff bekannt – hat mich auch ein wenig beunruhigt. Aber ich kann nicht sofort auf den Mann einschlagen, weil ich auch der Meinung bin, daß wir dem Größenwahnsinn der JETZIGEN amerikanischen Administration etwas entgegen stellen müssen. Mit wir meine ich die Europäer. Daß Speerspitzen von Bewegungen manchmal dazu neigen überspitzt zu formulieren, ist zu vernachlässigen.
    Viel mehr beunruhigt mich, daß sich innerhalb Europas so schnell Pudelstaaten bereit fanden, der mich erschreckenden Bush-Regierung kritiklos zu folgen. Egal übrigens, welch ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung dieser Länder so gar nicht auf der Seite ihrer Regierenden sind.
    Leider habe ich schon fast einen Liter Wein getrunken und von daher Probleme meine Gedanken zu ordnen.
    Ich bin aber wie Duc916 der Auffassung, daß durchaus Fragen aufgestellt werden dürfen (und müssen), ohne zwingend deren Beantwortung schon in petto zu haben.
     
  10. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Zudem muss es weiterhin möglich bleiben, etwas in Frage zu stellen OHNE gleich mit einem Patentrezept zur Beseitigung allen Übels hinterhergaloppieren zu müssen!
     
  11. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Danke, Convi!
     
  12. batsch

    batsch New Member

    Naja, haben zwei Hühner (Habermas & Derrida, hat mich erstaunt zu lesen, daß die beiden noch leben) halt auch mal ein Korn gefunden...
     
  13. pewe2000

    pewe2000 New Member

    halt auch mal ein Korn gefunden...


    ...meinst Du nicht eher getrunken? ;)
     
  14. batsch

    batsch New Member

    ....sagt mir lieber mal in welcher FAZ Ausgabe ich den Text finde, sonst muß ich wieder auf Gremlizas konkret Verriß warten.....
     
  15. pewe2000

    pewe2000 New Member

    In der heutigen Ausgabe!
     
  16. batsch

    batsch New Member

    Hm hm hm, dann könnte ich mich ja noch in's Cafe schleppen. Ist das so'n Habermas Text wie mann's (sic, SCNR) kennt, oder sagt er ausnahmsweise mal was?
     
  17. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ich habe auch nur die Short Story im Spiegel gelesen, ist aber eher ein für alle verständlicher Artikel oder Aufruf oder was?
     
  18. batsch

    batsch New Member

    Würde mich bei H&D überraschen.

    ....allgemeinverständlich wurde die Theorie von de Gaulle & Napoleon (upps) formuliert.
     
  19. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    *räusper*

    Mag sein, dass ich ein bisschen genuschelt habe. Aber so "konkret", wie du meinst, habe ich es gar nicht gemeint (kann auch nicht die Aufgabe von Leuten sein, die nicht in der Regierung sind).

    Will sagen: wenn ich frage WER, WIE und mit WEM, so ist diese Frage nicht als konkreter "Timetable" oder als "To Do List" zu verstehen, sondern ich verlange tatsächlich, dass sich auch Intellektuelle in die Niederungen des "Machbaren" begeben.

    Habermas und Derrida sollten schon sagen, wer hier mit "Europa" und seiner "Avantgarde" gemeint ist und nicht auf der "Metaebene" kleben bleiben. Auf dieser lässt sich immer trefflich stinken...

    Genau was du forderst - ein Konzept - verlange ich auch: wo sind wir und wo wollen wir hin. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Und vielleicht kannst du dich dunkel erinnern: mein "missglückter" Thread "Wann greift Europa die USA an?" war genau die Art Provokation, die diesen Fragen und diesem "Konzept" nachgehen wollte.

    Mitgemacht hat da batsch. Nicht mitgemacht haben da Duc und maiden, weil es ihnen "zu dumm" war...

    Das soll kein Vorwurf werden oder sein. Dieser Thread war nichts anderes als der (misslungene) Versuch, ein paar "Konturen" aufzuzeigen. Die entsprechenden Fragen habe ich damals gestellt, eine Antwort darauf ist (mit Ausnahme batsch) unterblieben.

    @ pewe: ich meine, dass die von dir so genannten "Pudelstaaten" durchaus aus ihrer jeweiligen Sicht/Interessenlage gute Gründe dafür hatten, nicht als fünftes Rad auf einer Achse zu rotieren, die schon jetzt mehr als eiert.
     
  20. batsch

    batsch New Member

    Tja, macixus, mußt deine Fragen halt einfacher forumlieren, vielleicht fällt dann den beiden zuerst Angesprochenen auch etwas dazu ein.

    Ansonsten müsste sich jetzt aber erst mal einer erbaremen, und den Text aus der FAZ hier zu OCRAen.....
     

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