Boris-Festwochen

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von sevenm, 10. November 2003.

  1. sevenm

    sevenm New Member

    Seine Tage im TV

    Von Gretchen Oelmann
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    Jetzt gibt's die Boris-Autobiografie mit dem poetischen Titel "Augenblick, verweile doch". Was will er uns mitteilen, unser Tennis-, Frauen- und Medienheld? Dass er Goethe-Fan - insbesondere von "Faust " - ist? Sollen wir das Ernst nehmen oder müssen wir uns denken, dass sein Verlag ihm dazu geraten hat? Können wir uns vorstellen, wie unser Bobbele zu Hause auf der Couch lümmelt und sich gepflegt den "Faust" zu Gemüte führt? Viele Fragen werden in seinem Buch wohl beantwortet, diese jedoch nicht.
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    Boris, Faust und Gretel ...
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    Versuchen wir es doch selbst einmal: Faust als Identifikationsfigur für Boris Becker. Er selbst ist natürlich Faust, der ganz offensichtlich von einem großen Wissensdurst geplagt wird : Im Zentrum der Tragödie steht er, und leidet unter der Beschränktheit seiner menschlichen Natur. Getrieben von Unruhe und einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung versucht er daher, auf verschiedenen Wegen seine Menschlichkeit zu überwinden und allumfassende Erkenntnis bzw. Verständnis zu erlangen. Auf diesem seinem langen Weg erkennt er, dass er sich weder mit Geistern noch mit Göttern messen kann, jedoch mit anderen Keulen- bzw.Tennisschläger-schwingenden Männern. Das bringt ihn weit, bis in sein "grünes Wohnzimmer" Wimbledon, bis an die Spitze der Weltbestenliste, bis in die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt, doch es reicht ihm nicht.
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    So ging's zur Sache
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    Mal abgesehen davon, dass Boris Becker für eine lange Zeit glücklich mit seiner Frau Barbara und den beiden Söhnen lebte (einer äußerst "unfaust'schen" Periode) kehrt er doch wieder in diese Welt der Unzufriedenheit zurück, und zwar, als er den Tenniszirkus verlässt. Diese Phase findet ihren Höhepunkt sicher in der "Besenkammer-Affaire", den er mit Angela Ermakova hat und dem ein Kind entspringt. "Fünf Minuten Smalltalk und schon ging' s in der nächstmöglichen Ecke zur Sache." So steht es bei Becker geschrieben.
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    Seelenreiz und andere Reize
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    Dazu fällt einem dann nur das "Gretchen"ein, obwohl Miss Ermakova wahrscheinlich nicht deren von Goethe beschriebenen "Seelenreiz" besitzt: "Gesättigt entflieht er und lässt sie, die der Geburt eines Kindes entgegensteht, in Verzweiflung zurück." Damit hat unser Neuzeit-Faust Boris zwei Gretchens am Hals, denn Barbara ist zeitgleich schwanger von ihm und hatte, während er sich in der Besenkammer zu schaffen machte, arge Bauchkrämpfe. Zum Glück ist Miss Ermakova doch schlauer als Gretchen und holt aus Boris raus, was zu holen ist (also finanziell) und bringt ihr Kind nicht um, wie Gretchen. Boris kehrt auch immer mal wieder zu ihr zurück nach London, um die kleine Anna, so heißt die Lendenfrucht, zu besuchen und um sie eines Tages lieben zu lernen, denn so eine Beziehung wie zu seinen Söhnen (vor allem zu Noah, dem älteren) wird er wohl nicht aufbauen können. Wenigstens sieht das arme Kind dem Boris so ähnlich, dass andere Väter niemals in Frage kämen. Und außerdem kann sie dann ja in Daddy's Buch nachlesen, wie alles so kommen konnte.
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    Sex auf dem Sofa
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    Für seine Kinder hat er das Buch hauptsächlich geschrieben, betont er: Dort erfahren sie dann, wenn sie lesen können, relativ detailliert, wie gerne Papa Sex mit seiner schönen Frau Barbara auf dem Sofa gehabt hätte (wenn die blöden Verwandten nicht immer darauf gehockt hätten), wie er diese schöne Frau dann verlassen hat, wie sie ihn angefleht hat, es nicht zu tun, wie berechnend und eiskalt ("tja ...") sie sich in Florida von ihm hat scheiden lassen und wie die anderen Mädels in sein Leben getreten sind. Für Söhne sicher eine traumhafte Gebrauchsanweisung ...
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    Bitte nicht nachahmen
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    Schade nur, dass sie auch nachlesen können, wie lebensmüde ihr Papa mal war und dass er seine Frau gebeten hatte, ihn umzubringen. Welch Bürde ein Kind namens Noah tragen muss, weil er die Rettung für seinen lebensmüden Vater war. Alles Dinge, die man z.B. als Jugendlicher nicht unbedingt wissen will und sollte. Fast wie bei Faust: Faust saß ja des Nachts grübelnd in seinem engen, mit gelehrtem Kram vollgestopften Studierzimmer. Sein unendlicher Wissensdurst hatte ihn der Geisterwelt näher gebracht und dort wünschte er nun den Tod herbei.
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    Der Teufel
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    Doch er besinnt sich eines Besseren, geht mal eben vor die Tür spazieren und kehrt mit einem schicken, schwarzen Pudel zurück, der sich zu ihm gesellte, der jedoch der Teufel ist. Das Tier verwandelt sich - es ist: Mephistopheles. Starbesetzung hierfür wäre übrigens Ion Tiriac, das würde jetzt jedoch zu weit führen.
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    Das TV-Ereignis
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    Noch mal kurz in die reelle Welt des Fernsehens zurück: Man könnte fast meinen, der Boris sei inzwischen zum Leibeignen des ZDF geworden (oder umgekehrt), denn nie zuvor in der Geschichte der Öffentlich-Rechtlichen hat es eine solche geballte Präsenz für den Tennisspieler im TV gegeben (außer vielleicht in den Zeiten, als das deutsche Tennisspiel den Zuseher noch richtig interessiert hat, also zu Boris' und Steffis besten Zeiten. Letzte Woche Donnerstag: Auftritt bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads". Freitag: "Die 100 besten Deutschen". Samstag: "Wetten, dass ... "?, allerdings ohne die eingeplante Barbara, der der Medienzirkus wohl doch zu blöd und die Zeilen in Boris' Buch zu persönlich waren.
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    Dienstag bis Donnertag: Auftritte bei "Johannes B. Kerner", wo ihm dann Mutter, Schwester, alter Trainer und der alte Ion Tiriac beigesetzt werden. Auch hier gilt: Barbara hat keine Lust. Mal ganz abgesehen davon, dass der Vorabdruck der Memoiren in der "Bild" nachzulesen war - aber das gehört heute ja zum guten Ton eines (Auto-)Biografen. An einen Zufall dieser Medienpräsenz mag man nicht so recht glauben, auch wenn beteuert wird, dass alle Redaktionen seinen Auftritt in den einzelnen Sendungen unabhängig geplant haben.
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    Kein Wunder also, dass der Boris zu einem Interview hier vor Ort keine Zeit hatte ...
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    Was bleibt? Er war ein ganz toller Tennisspieler, und das werde ich meinen Kindern und Enkelkindern noch erzählen. Den Rest erspare ich ihnen.

    Adresse:
    http://www.n-tv.de/5193458.html
     
  2. Kevin

    Kevin New Member

    Ich dachte, es geht um Boris Jelzin :tongue:
     
  3. sissifan

    sissifan New Member

    Geiles Bild :wink:
     
  4. sevenm

    sevenm New Member

    Seine Tage im TV

    Von Gretchen Oelmann
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    Jetzt gibt's die Boris-Autobiografie mit dem poetischen Titel "Augenblick, verweile doch". Was will er uns mitteilen, unser Tennis-, Frauen- und Medienheld? Dass er Goethe-Fan - insbesondere von "Faust " - ist? Sollen wir das Ernst nehmen oder müssen wir uns denken, dass sein Verlag ihm dazu geraten hat? Können wir uns vorstellen, wie unser Bobbele zu Hause auf der Couch lümmelt und sich gepflegt den "Faust" zu Gemüte führt? Viele Fragen werden in seinem Buch wohl beantwortet, diese jedoch nicht.
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    Boris, Faust und Gretel ...
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    Versuchen wir es doch selbst einmal: Faust als Identifikationsfigur für Boris Becker. Er selbst ist natürlich Faust, der ganz offensichtlich von einem großen Wissensdurst geplagt wird : Im Zentrum der Tragödie steht er, und leidet unter der Beschränktheit seiner menschlichen Natur. Getrieben von Unruhe und einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung versucht er daher, auf verschiedenen Wegen seine Menschlichkeit zu überwinden und allumfassende Erkenntnis bzw. Verständnis zu erlangen. Auf diesem seinem langen Weg erkennt er, dass er sich weder mit Geistern noch mit Göttern messen kann, jedoch mit anderen Keulen- bzw.Tennisschläger-schwingenden Männern. Das bringt ihn weit, bis in sein "grünes Wohnzimmer" Wimbledon, bis an die Spitze der Weltbestenliste, bis in die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt, doch es reicht ihm nicht.
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    So ging's zur Sache
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    Mal abgesehen davon, dass Boris Becker für eine lange Zeit glücklich mit seiner Frau Barbara und den beiden Söhnen lebte (einer äußerst "unfaust'schen" Periode) kehrt er doch wieder in diese Welt der Unzufriedenheit zurück, und zwar, als er den Tenniszirkus verlässt. Diese Phase findet ihren Höhepunkt sicher in der "Besenkammer-Affaire", den er mit Angela Ermakova hat und dem ein Kind entspringt. "Fünf Minuten Smalltalk und schon ging' s in der nächstmöglichen Ecke zur Sache." So steht es bei Becker geschrieben.
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    Seelenreiz und andere Reize
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    Dazu fällt einem dann nur das "Gretchen"ein, obwohl Miss Ermakova wahrscheinlich nicht deren von Goethe beschriebenen "Seelenreiz" besitzt: "Gesättigt entflieht er und lässt sie, die der Geburt eines Kindes entgegensteht, in Verzweiflung zurück." Damit hat unser Neuzeit-Faust Boris zwei Gretchens am Hals, denn Barbara ist zeitgleich schwanger von ihm und hatte, während er sich in der Besenkammer zu schaffen machte, arge Bauchkrämpfe. Zum Glück ist Miss Ermakova doch schlauer als Gretchen und holt aus Boris raus, was zu holen ist (also finanziell) und bringt ihr Kind nicht um, wie Gretchen. Boris kehrt auch immer mal wieder zu ihr zurück nach London, um die kleine Anna, so heißt die Lendenfrucht, zu besuchen und um sie eines Tages lieben zu lernen, denn so eine Beziehung wie zu seinen Söhnen (vor allem zu Noah, dem älteren) wird er wohl nicht aufbauen können. Wenigstens sieht das arme Kind dem Boris so ähnlich, dass andere Väter niemals in Frage kämen. Und außerdem kann sie dann ja in Daddy's Buch nachlesen, wie alles so kommen konnte.
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    Sex auf dem Sofa
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    Für seine Kinder hat er das Buch hauptsächlich geschrieben, betont er: Dort erfahren sie dann, wenn sie lesen können, relativ detailliert, wie gerne Papa Sex mit seiner schönen Frau Barbara auf dem Sofa gehabt hätte (wenn die blöden Verwandten nicht immer darauf gehockt hätten), wie er diese schöne Frau dann verlassen hat, wie sie ihn angefleht hat, es nicht zu tun, wie berechnend und eiskalt ("tja ...") sie sich in Florida von ihm hat scheiden lassen und wie die anderen Mädels in sein Leben getreten sind. Für Söhne sicher eine traumhafte Gebrauchsanweisung ...
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    Bitte nicht nachahmen
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    Schade nur, dass sie auch nachlesen können, wie lebensmüde ihr Papa mal war und dass er seine Frau gebeten hatte, ihn umzubringen. Welch Bürde ein Kind namens Noah tragen muss, weil er die Rettung für seinen lebensmüden Vater war. Alles Dinge, die man z.B. als Jugendlicher nicht unbedingt wissen will und sollte. Fast wie bei Faust: Faust saß ja des Nachts grübelnd in seinem engen, mit gelehrtem Kram vollgestopften Studierzimmer. Sein unendlicher Wissensdurst hatte ihn der Geisterwelt näher gebracht und dort wünschte er nun den Tod herbei.
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    Der Teufel
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    Doch er besinnt sich eines Besseren, geht mal eben vor die Tür spazieren und kehrt mit einem schicken, schwarzen Pudel zurück, der sich zu ihm gesellte, der jedoch der Teufel ist. Das Tier verwandelt sich - es ist: Mephistopheles. Starbesetzung hierfür wäre übrigens Ion Tiriac, das würde jetzt jedoch zu weit führen.
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    Das TV-Ereignis
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    Noch mal kurz in die reelle Welt des Fernsehens zurück: Man könnte fast meinen, der Boris sei inzwischen zum Leibeignen des ZDF geworden (oder umgekehrt), denn nie zuvor in der Geschichte der Öffentlich-Rechtlichen hat es eine solche geballte Präsenz für den Tennisspieler im TV gegeben (außer vielleicht in den Zeiten, als das deutsche Tennisspiel den Zuseher noch richtig interessiert hat, also zu Boris' und Steffis besten Zeiten. Letzte Woche Donnerstag: Auftritt bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads". Freitag: "Die 100 besten Deutschen". Samstag: "Wetten, dass ... "?, allerdings ohne die eingeplante Barbara, der der Medienzirkus wohl doch zu blöd und die Zeilen in Boris' Buch zu persönlich waren.
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    Dienstag bis Donnertag: Auftritte bei "Johannes B. Kerner", wo ihm dann Mutter, Schwester, alter Trainer und der alte Ion Tiriac beigesetzt werden. Auch hier gilt: Barbara hat keine Lust. Mal ganz abgesehen davon, dass der Vorabdruck der Memoiren in der "Bild" nachzulesen war - aber das gehört heute ja zum guten Ton eines (Auto-)Biografen. An einen Zufall dieser Medienpräsenz mag man nicht so recht glauben, auch wenn beteuert wird, dass alle Redaktionen seinen Auftritt in den einzelnen Sendungen unabhängig geplant haben.
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    Kein Wunder also, dass der Boris zu einem Interview hier vor Ort keine Zeit hatte ...
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    Was bleibt? Er war ein ganz toller Tennisspieler, und das werde ich meinen Kindern und Enkelkindern noch erzählen. Den Rest erspare ich ihnen.

    Adresse:
    http://www.n-tv.de/5193458.html
     
  5. Kevin

    Kevin New Member

    Ich dachte, es geht um Boris Jelzin :tongue:
     
  6. sissifan

    sissifan New Member

    Geiles Bild :wink:
     
  7. sevenm

    sevenm New Member

    Seine Tage im TV

    Von Gretchen Oelmann
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    Jetzt gibt's die Boris-Autobiografie mit dem poetischen Titel "Augenblick, verweile doch". Was will er uns mitteilen, unser Tennis-, Frauen- und Medienheld? Dass er Goethe-Fan - insbesondere von "Faust " - ist? Sollen wir das Ernst nehmen oder müssen wir uns denken, dass sein Verlag ihm dazu geraten hat? Können wir uns vorstellen, wie unser Bobbele zu Hause auf der Couch lümmelt und sich gepflegt den "Faust" zu Gemüte führt? Viele Fragen werden in seinem Buch wohl beantwortet, diese jedoch nicht.
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    Boris, Faust und Gretel ...
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    Versuchen wir es doch selbst einmal: Faust als Identifikationsfigur für Boris Becker. Er selbst ist natürlich Faust, der ganz offensichtlich von einem großen Wissensdurst geplagt wird : Im Zentrum der Tragödie steht er, und leidet unter der Beschränktheit seiner menschlichen Natur. Getrieben von Unruhe und einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung versucht er daher, auf verschiedenen Wegen seine Menschlichkeit zu überwinden und allumfassende Erkenntnis bzw. Verständnis zu erlangen. Auf diesem seinem langen Weg erkennt er, dass er sich weder mit Geistern noch mit Göttern messen kann, jedoch mit anderen Keulen- bzw.Tennisschläger-schwingenden Männern. Das bringt ihn weit, bis in sein "grünes Wohnzimmer" Wimbledon, bis an die Spitze der Weltbestenliste, bis in die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt, doch es reicht ihm nicht.
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    So ging's zur Sache
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    Mal abgesehen davon, dass Boris Becker für eine lange Zeit glücklich mit seiner Frau Barbara und den beiden Söhnen lebte (einer äußerst "unfaust'schen" Periode) kehrt er doch wieder in diese Welt der Unzufriedenheit zurück, und zwar, als er den Tenniszirkus verlässt. Diese Phase findet ihren Höhepunkt sicher in der "Besenkammer-Affaire", den er mit Angela Ermakova hat und dem ein Kind entspringt. "Fünf Minuten Smalltalk und schon ging' s in der nächstmöglichen Ecke zur Sache." So steht es bei Becker geschrieben.
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    Seelenreiz und andere Reize
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    Dazu fällt einem dann nur das "Gretchen"ein, obwohl Miss Ermakova wahrscheinlich nicht deren von Goethe beschriebenen "Seelenreiz" besitzt: "Gesättigt entflieht er und lässt sie, die der Geburt eines Kindes entgegensteht, in Verzweiflung zurück." Damit hat unser Neuzeit-Faust Boris zwei Gretchens am Hals, denn Barbara ist zeitgleich schwanger von ihm und hatte, während er sich in der Besenkammer zu schaffen machte, arge Bauchkrämpfe. Zum Glück ist Miss Ermakova doch schlauer als Gretchen und holt aus Boris raus, was zu holen ist (also finanziell) und bringt ihr Kind nicht um, wie Gretchen. Boris kehrt auch immer mal wieder zu ihr zurück nach London, um die kleine Anna, so heißt die Lendenfrucht, zu besuchen und um sie eines Tages lieben zu lernen, denn so eine Beziehung wie zu seinen Söhnen (vor allem zu Noah, dem älteren) wird er wohl nicht aufbauen können. Wenigstens sieht das arme Kind dem Boris so ähnlich, dass andere Väter niemals in Frage kämen. Und außerdem kann sie dann ja in Daddy's Buch nachlesen, wie alles so kommen konnte.
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    Sex auf dem Sofa
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    Für seine Kinder hat er das Buch hauptsächlich geschrieben, betont er: Dort erfahren sie dann, wenn sie lesen können, relativ detailliert, wie gerne Papa Sex mit seiner schönen Frau Barbara auf dem Sofa gehabt hätte (wenn die blöden Verwandten nicht immer darauf gehockt hätten), wie er diese schöne Frau dann verlassen hat, wie sie ihn angefleht hat, es nicht zu tun, wie berechnend und eiskalt ("tja ...") sie sich in Florida von ihm hat scheiden lassen und wie die anderen Mädels in sein Leben getreten sind. Für Söhne sicher eine traumhafte Gebrauchsanweisung ...
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    Bitte nicht nachahmen
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    Schade nur, dass sie auch nachlesen können, wie lebensmüde ihr Papa mal war und dass er seine Frau gebeten hatte, ihn umzubringen. Welch Bürde ein Kind namens Noah tragen muss, weil er die Rettung für seinen lebensmüden Vater war. Alles Dinge, die man z.B. als Jugendlicher nicht unbedingt wissen will und sollte. Fast wie bei Faust: Faust saß ja des Nachts grübelnd in seinem engen, mit gelehrtem Kram vollgestopften Studierzimmer. Sein unendlicher Wissensdurst hatte ihn der Geisterwelt näher gebracht und dort wünschte er nun den Tod herbei.
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    Der Teufel
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    Doch er besinnt sich eines Besseren, geht mal eben vor die Tür spazieren und kehrt mit einem schicken, schwarzen Pudel zurück, der sich zu ihm gesellte, der jedoch der Teufel ist. Das Tier verwandelt sich - es ist: Mephistopheles. Starbesetzung hierfür wäre übrigens Ion Tiriac, das würde jetzt jedoch zu weit führen.
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    Das TV-Ereignis
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    Noch mal kurz in die reelle Welt des Fernsehens zurück: Man könnte fast meinen, der Boris sei inzwischen zum Leibeignen des ZDF geworden (oder umgekehrt), denn nie zuvor in der Geschichte der Öffentlich-Rechtlichen hat es eine solche geballte Präsenz für den Tennisspieler im TV gegeben (außer vielleicht in den Zeiten, als das deutsche Tennisspiel den Zuseher noch richtig interessiert hat, also zu Boris' und Steffis besten Zeiten. Letzte Woche Donnerstag: Auftritt bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads". Freitag: "Die 100 besten Deutschen". Samstag: "Wetten, dass ... "?, allerdings ohne die eingeplante Barbara, der der Medienzirkus wohl doch zu blöd und die Zeilen in Boris' Buch zu persönlich waren.
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    Dienstag bis Donnertag: Auftritte bei "Johannes B. Kerner", wo ihm dann Mutter, Schwester, alter Trainer und der alte Ion Tiriac beigesetzt werden. Auch hier gilt: Barbara hat keine Lust. Mal ganz abgesehen davon, dass der Vorabdruck der Memoiren in der "Bild" nachzulesen war - aber das gehört heute ja zum guten Ton eines (Auto-)Biografen. An einen Zufall dieser Medienpräsenz mag man nicht so recht glauben, auch wenn beteuert wird, dass alle Redaktionen seinen Auftritt in den einzelnen Sendungen unabhängig geplant haben.
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    Kein Wunder also, dass der Boris zu einem Interview hier vor Ort keine Zeit hatte ...
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    Was bleibt? Er war ein ganz toller Tennisspieler, und das werde ich meinen Kindern und Enkelkindern noch erzählen. Den Rest erspare ich ihnen.

    Adresse:
    http://www.n-tv.de/5193458.html
     
  8. Kevin

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    Ich dachte, es geht um Boris Jelzin :tongue:
     
  9. sevenm

    sevenm New Member

    Seine Tage im TV

    Von Gretchen Oelmann
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    Jetzt gibt's die Boris-Autobiografie mit dem poetischen Titel "Augenblick, verweile doch". Was will er uns mitteilen, unser Tennis-, Frauen- und Medienheld? Dass er Goethe-Fan - insbesondere von "Faust " - ist? Sollen wir das Ernst nehmen oder müssen wir uns denken, dass sein Verlag ihm dazu geraten hat? Können wir uns vorstellen, wie unser Bobbele zu Hause auf der Couch lümmelt und sich gepflegt den "Faust" zu Gemüte führt? Viele Fragen werden in seinem Buch wohl beantwortet, diese jedoch nicht.
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    Boris, Faust und Gretel ...
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    Versuchen wir es doch selbst einmal: Faust als Identifikationsfigur für Boris Becker. Er selbst ist natürlich Faust, der ganz offensichtlich von einem großen Wissensdurst geplagt wird : Im Zentrum der Tragödie steht er, und leidet unter der Beschränktheit seiner menschlichen Natur. Getrieben von Unruhe und einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung versucht er daher, auf verschiedenen Wegen seine Menschlichkeit zu überwinden und allumfassende Erkenntnis bzw. Verständnis zu erlangen. Auf diesem seinem langen Weg erkennt er, dass er sich weder mit Geistern noch mit Göttern messen kann, jedoch mit anderen Keulen- bzw.Tennisschläger-schwingenden Männern. Das bringt ihn weit, bis in sein "grünes Wohnzimmer" Wimbledon, bis an die Spitze der Weltbestenliste, bis in die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt, doch es reicht ihm nicht.
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    So ging's zur Sache
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    Mal abgesehen davon, dass Boris Becker für eine lange Zeit glücklich mit seiner Frau Barbara und den beiden Söhnen lebte (einer äußerst "unfaust'schen" Periode) kehrt er doch wieder in diese Welt der Unzufriedenheit zurück, und zwar, als er den Tenniszirkus verlässt. Diese Phase findet ihren Höhepunkt sicher in der "Besenkammer-Affaire", den er mit Angela Ermakova hat und dem ein Kind entspringt. "Fünf Minuten Smalltalk und schon ging' s in der nächstmöglichen Ecke zur Sache." So steht es bei Becker geschrieben.
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    Seelenreiz und andere Reize
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    Dazu fällt einem dann nur das "Gretchen"ein, obwohl Miss Ermakova wahrscheinlich nicht deren von Goethe beschriebenen "Seelenreiz" besitzt: "Gesättigt entflieht er und lässt sie, die der Geburt eines Kindes entgegensteht, in Verzweiflung zurück." Damit hat unser Neuzeit-Faust Boris zwei Gretchens am Hals, denn Barbara ist zeitgleich schwanger von ihm und hatte, während er sich in der Besenkammer zu schaffen machte, arge Bauchkrämpfe. Zum Glück ist Miss Ermakova doch schlauer als Gretchen und holt aus Boris raus, was zu holen ist (also finanziell) und bringt ihr Kind nicht um, wie Gretchen. Boris kehrt auch immer mal wieder zu ihr zurück nach London, um die kleine Anna, so heißt die Lendenfrucht, zu besuchen und um sie eines Tages lieben zu lernen, denn so eine Beziehung wie zu seinen Söhnen (vor allem zu Noah, dem älteren) wird er wohl nicht aufbauen können. Wenigstens sieht das arme Kind dem Boris so ähnlich, dass andere Väter niemals in Frage kämen. Und außerdem kann sie dann ja in Daddy's Buch nachlesen, wie alles so kommen konnte.
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    Sex auf dem Sofa
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    Für seine Kinder hat er das Buch hauptsächlich geschrieben, betont er: Dort erfahren sie dann, wenn sie lesen können, relativ detailliert, wie gerne Papa Sex mit seiner schönen Frau Barbara auf dem Sofa gehabt hätte (wenn die blöden Verwandten nicht immer darauf gehockt hätten), wie er diese schöne Frau dann verlassen hat, wie sie ihn angefleht hat, es nicht zu tun, wie berechnend und eiskalt ("tja ...") sie sich in Florida von ihm hat scheiden lassen und wie die anderen Mädels in sein Leben getreten sind. Für Söhne sicher eine traumhafte Gebrauchsanweisung ...
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    Bitte nicht nachahmen
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    Schade nur, dass sie auch nachlesen können, wie lebensmüde ihr Papa mal war und dass er seine Frau gebeten hatte, ihn umzubringen. Welch Bürde ein Kind namens Noah tragen muss, weil er die Rettung für seinen lebensmüden Vater war. Alles Dinge, die man z.B. als Jugendlicher nicht unbedingt wissen will und sollte. Fast wie bei Faust: Faust saß ja des Nachts grübelnd in seinem engen, mit gelehrtem Kram vollgestopften Studierzimmer. Sein unendlicher Wissensdurst hatte ihn der Geisterwelt näher gebracht und dort wünschte er nun den Tod herbei.
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    Der Teufel
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    Doch er besinnt sich eines Besseren, geht mal eben vor die Tür spazieren und kehrt mit einem schicken, schwarzen Pudel zurück, der sich zu ihm gesellte, der jedoch der Teufel ist. Das Tier verwandelt sich - es ist: Mephistopheles. Starbesetzung hierfür wäre übrigens Ion Tiriac, das würde jetzt jedoch zu weit führen.
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    Das TV-Ereignis
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    Noch mal kurz in die reelle Welt des Fernsehens zurück: Man könnte fast meinen, der Boris sei inzwischen zum Leibeignen des ZDF geworden (oder umgekehrt), denn nie zuvor in der Geschichte der Öffentlich-Rechtlichen hat es eine solche geballte Präsenz für den Tennisspieler im TV gegeben (außer vielleicht in den Zeiten, als das deutsche Tennisspiel den Zuseher noch richtig interessiert hat, also zu Boris' und Steffis besten Zeiten. Letzte Woche Donnerstag: Auftritt bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads". Freitag: "Die 100 besten Deutschen". Samstag: "Wetten, dass ... "?, allerdings ohne die eingeplante Barbara, der der Medienzirkus wohl doch zu blöd und die Zeilen in Boris' Buch zu persönlich waren.
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    Dienstag bis Donnertag: Auftritte bei "Johannes B. Kerner", wo ihm dann Mutter, Schwester, alter Trainer und der alte Ion Tiriac beigesetzt werden. Auch hier gilt: Barbara hat keine Lust. Mal ganz abgesehen davon, dass der Vorabdruck der Memoiren in der "Bild" nachzulesen war - aber das gehört heute ja zum guten Ton eines (Auto-)Biografen. An einen Zufall dieser Medienpräsenz mag man nicht so recht glauben, auch wenn beteuert wird, dass alle Redaktionen seinen Auftritt in den einzelnen Sendungen unabhängig geplant haben.
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    Kein Wunder also, dass der Boris zu einem Interview hier vor Ort keine Zeit hatte ...
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    Was bleibt? Er war ein ganz toller Tennisspieler, und das werde ich meinen Kindern und Enkelkindern noch erzählen. Den Rest erspare ich ihnen.

    Adresse:
    http://www.n-tv.de/5193458.html
     
  10. Kevin

    Kevin New Member

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  11. sissifan

    sissifan New Member

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