Buchaltungssoftware für Selbständige?

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von Partition-Man, 4. April 2003.

  1. Partition-Man

    Partition-Man New Member

    Hallo Leute,

    habe seit gestern einen Gewerbeschein. Da man da ja in irgendeiner Form fürs Finanzamt Buchführen und GuV-Rechnungen erstellen muss, stellt sich die Frage, was mein Mac da für mich machen kann.

    Welche Erfahrungen habt Ihr und womit?

    Gute und schlechte?

    Beste Grüße vom Partition-Man
     
  2. grufti

    grufti New Member

    So wie du hab ich auch mal angefangen. Deshalb kann ich dir nur raten:
    Lass das vom ersten Tag an deinen Steuerberater machen. Den brauchst du so oder so bevor das Finanzamt plötzlich Gewinne feststellt, du aber inzwischen schon die Mehrwertsteuer "verfressen" hast.
    Kostet als Einzelkämpfer nicht viel, du bekommst aber astreine DATEV-Meldungen, Scheckausdrucke oder Überweisungen und musst dich um nichts kümmern.
    Außer dass Geld rein kommt. Schaffen ist wichtiger, als eines der halblebigen Progrämmle auszuprobieren und dich doch mit einem Entenklemmer vom Finanzamt rumärgern zu müssen.
    Ich selber würde mich durch leidvolle Erfahrung aus den Anfangstagen also niemals mehr mit so was rumplagen. Und wenn du dem Steuerberater alle Belege in einer Schuhschachtel daher bringst. Mehr als 80 Euro kostet das nicht.

    Gruß
     
  3. Macziege

    Macziege New Member

    Hi,

    am übersichtlichsten machst Du es mit einem Rechenblatt (Works, Exel oder RagTime)

    wenn Du's hast, kostet es auch nichts.

    Gruß Klaus
     
  4. Macziege

    Macziege New Member

    Hi,

    bei uns kosten die Steuerberater aber mehr, ich bin da das zehnfache losgeworden. Kommt wahrscheinlich auf den Umsatz an.

    Gruß Klaus
     
  5. Partition-Man

    Partition-Man New Member

    Also 80 EUR - das ist kaum zu glauben. Ich würde da auch eher noch ne NULL dranhängen.
     
  6. Partition-Man

    Partition-Man New Member

    Außerdem bin auch Deiner Meinung, dass man da um einen Steuerberater nicht herumkommt.

    Aber wenn man selbst schon ein bißchen Belege und Rechnungen vorsortiert und - so mein Gedanke- mit Hilfe des Macs und einem geeigneten Programm auch Struktur reinbringt wird's wohl schneller und damit günstiger ablaufen.
     
  7. Partition-Man

    Partition-Man New Member

    Na, mehr als die Tabellenkalkulationen sollte so ein Programm schon können. Mir fehlen zur ordnungsgemäßen Buchhaltung und einer finanzamttauglichen GuV einfach detaillierte Kenntnisse.
     
  8. grufti

    grufti New Member

    Klaus,
    Es kommt eigentlich nur auf die Anzahlung der Buchungen an. Auf den Umsatz erst, wenn ein Jahresabschluss oder eine Bilanz erstellt wird. Da sind es feste Gebührensätze und zusätzliche Kosten.
    Für die reine Buchhaltung bezahle ich auch insgesamt auch das, was du als Zehnfaches festgestellt hast. Sind aber 1,2 Mio Umsatz und jede Menge Belege. Die kompletten Lohnabrechnungen für uns 15 Hansel kosten derzeit 480 Euros. Mein Steuerberater ist ein Stuttgarter Büro mit über 2000 Mandanten, der muss mir also keinen Billigpreis machen. Nur so habe ich rückgerechnet und bin auf die 80 Euro maximal im Monat gekommen. Aber 800 Euro im Monat als Einzekämpfer? Hab ich echt noch nie gehört.

    Gruß grufti
     
  9. unterwurzacher

    unterwurzacher New Member

    ich würde dir mackonto von msu empfehlen, recht übersichtlich und man ist bald eingearbeitet. der service von msu ist allerdings saumiserabel, die haben nicht einmal auf meine registrierung reagiert bzw. auf support-anfragen gar nicht erst geantwortet...
     
  10. grufti

    grufti New Member

    Ich habe das vor vielen Jahren so gemacht, als es noch keine vorgefertigten Programme gab, die aber alle irgendwo genau das nicht können, was du für dein spezielles Umfeld brauchst:

    Ich habe mir mit dBase, jetzt würde ich das mit Filemaker machen, genau die Programme geschrieben, die ich für einen schnellen Überblick brauche.
    Wichtig ist ja vorläufig nur, wem du wann eine Rechnung geschrieben hast und ob der inzwischen bezahlt hat. Das musst du aktuell wissen, bevor nach 8 Wochen die Auswertung vom Steuerberater kommt, logo.

    Hier ist also eine Datenbank sehr nützlich. Anfangs erscheint das mühevoll, die Daten anzulegen. Aber dann kannst du damit auch Lieferscheine, Angebote und Rechnungen schreiben und hast sofort eine Liste über Rechnungsausgang oder Forderungen. Bei mir wird nur ein neuer Auftrag angelegt, auch die Auftragsnummer vergibt der Rechner. In diese Datei fließen dann auch die Tageszettel-Aufschreibungen, je Mitarbeiter und Kosten gegliedert ein. Natürlich wird auch automatisch die Rechnungsnummer und das Rechnungsdatum eingefügt. Einmal in der Woche nehme ich die Kontoauszüge, tippe die Rechnungsnummer ein und drücke Return bei der Frage "bezahlt ja/nein".
    Anschließend lasse ich mir eine Liste der unbezahlten Rechnungen raus und bin informiert. Genauso rufe ich mir einen Auftrag ab, der zur Abrechnung ansteht. Jede Viertelstunde je Kostenstelle mit Mitarbeiternamen ist gruppiert und nachvollziehbar. Zusätzlich habe ich eine Gruppenauswertung, z. B. Satz, Repro, Graphik, Autorkorrekturen mit den Selbstkostensummen und dem Betrag, den ich liebend gern berechnen möchte und den Angebotspreis. In 2 Sekunden habe ich eine Monatsauswertung mit dem Vergleich aller Positionen aus den letzten 4 Jahren.

    Das hat natürlich mit den Unterlagen die der Steuerberater bekommt, nichts zu tun. Wem ich Mehrwertsteuer bezahlt habe und von wem ich Mehrwertsteuer erstattet bekomme, interessiert mich nur am Rand. Mit so was soll sich ein Steuerberater rumplagen. Aber aktuell muss ich wissen, wann ich von wem noch Geld zu kriegen habe oder was mich ein Auftrag tatsächlich gekostet hat.

    Wenn du jetzt beginnst, würde ich mich so oder so mit Filemaker intensiv beschäftigen.
    Aus dieser Datenbank könntest du dir natürlich auch anfangs die notwendigen Meldungen für das Finanzamt generieren, wenn du das nicht besser einem Fachmann überlassen möchtest.
    Mit Exel oder anderen Tabellenkalulationsprogrammen kommst du da aber nicht arg weit, das sind immer Einbahnstraßen.
     
  11. petervogel

    petervogel Active Member

    hi,

    kann grufti nur zustimmen, denn ich mache es seit 10 jahren auch so.
    interner kram wie rechnungen, verbindlichkeiten, kundendaten, briefe, angebote, etc. laufen bei mir alle über eine filemaker datenbank, marke eigenbau. die hat sich jahr für jahr weiter entwickelt und ist jetzt auf einem stand, wo alles sehr automatisiert und vieles per script abgefragt und erledigt werden kann. das ist sehr schnell und man hat immer den überblick. ausserdem habe ich sie per script an macgiro angebunden, sodass ich meine verbindlichkeiten über knopfdruck als bezahlt markieren kann und sie automatisch an macgiro geleitet werden, wo ich sie nur noch abschicken muss.

    die buchhaltung macht der steuerberater. ich wollte das mal selber machen, aber das ist eine materie für sich und wenn es dann zu abschreibungen, steuererklärungen, etc. kommt, dann bist du mit einem steuerberater wesentlich besser dran. wenn ich meinen jahresabschluss und die dazugehörigen steuererklärungen heute anschaue, dann blicke ich immer noch nicht so recht durch, was da wo überall angesetzt wird.
    die reinen buchungskosten liegen in etwa bei 80 euro im monat und dann nochmal etwa 800-1000 euro für den jahresabschluss.
    da kommst du je nach umsatz auf circa 2000 euro für buchhaltungskosten im jahr, die du natürlich auch voll als betriebsausgabe absetzen kannst. deine zeit, die du selber dafür aufwänden würdest bekommst du nicht bezahlt und kannst sie nicht absetzen;-) und du wirst stundenlang daran rummachen, weil du nicht weisst auf welches konto du was buchen sollst. ganz zu schweigen vom jahresabschluss. mache in dieser zeit lieber aufträge, die dir geld bringen.
    peter
     
  12. Macziege

    Macziege New Member

    Hi,

    vielleicht hatte ich ja den falschen Steuerberater, aber die Summe die ich nannte ist relevant. Bei mir handelte es sich um einen Umsatz von ca. 200.000,-- Euro und die ich als Einzekämpfer jährlich erziehlen konnte. Abziebare Kosten gab es verhältnismäßig wenig.

    Aber ich stimme zu, dass man sich erst mit der Materie intensiev beschäftigen mu, bevor man RagTime, Exel oder Filemaker einrichten kann. Das ist ein Einmalaufwand, der nebenbei auch noch Kenntnisse über das Steuersystem mit sich bringt.

    Gruß Klaus
     
  13. grufti

    grufti New Member

    Tja wenn du dich schon dumm und dämlich verdient hast, ist der Steuerberater halt auch nicht grad zimperlig. :))

    Quatsch. Es gibt nahezu einheitliche Sätze für Buchungen, die Jahresabschlusskosten werden mit einem festen Faktor vom Umsatz errechnet. Ähnlich wie bei Anwälten. Ob du Gewinn oder Miese gemacht hast, spielt dabei keine Rolle. Dein Berater scheint mir also nicht allzu fair zu sein. Es sei denn, du hast die Jahreskosten gemeint.

    Sich alle Vorgänge und Adressen in Datenbankform aufzubauen, erscheint im kleinen Anfangsumfeld tatsächlich als viel zu aufwendig. Du hast aber recht, dass man dabei gezwungen ist, sich mit der Materie näher zu beschäftigen. Ist durchaus nützlich. Steht das Gerippe aber mal, sind Erweiterungen kein Problem. Vom Lieferschein bis zur automatischen Mahnung läuft alles auf Knopfdruck und ist in jeder Form statistisch auswertbar. Seit 2 Jahren habe ich nicht mal mehr eine Bürokraft. Mach mir den Kaffee halt selber.

    Grüßle
     

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