Bundes-Trojaner und Mac?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von MacBelwinds, 2. August 2007.

  1. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Es wird ja in den Medien viel über die Online-Durchsuchungen und deren technische Schwierigkeiten gesprochen und geschrieben, aber was dabei kaum thematisiert wird, ist die Frage, welche Betriebssysteme überhaupt ausspioniert werden können...

    Ließe sich ein "Bundes-Trojaner" überhaupt auf einem Mac platzieren? :confused:
     
  2. DominoXML

    DominoXML New Member

    Wenn er z.B. mit Elster ausgeliefert wird wäre es kein Problem, da Du dein Adminpasswort übergibst um das zu installieren.

    Verstehe sowieso nicht warum z.B. Elster nicht als Open Source veröfffentlicht wird. Ausser, daß der Staat sich nicht kontrollieren lassen will und man freie oder alternative Betriebssysteme ausgrenzen will fällt mir keine vernünftige Erklärung ein.

    Trotzdem müssen die Daten erst mal raus. Bei mir in der Firma wirds zumindest schwierig für den Bundestrojaner "nach Hause zu telefonieren".
     
  3. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ich würde mich diskriminiert fühlen, wenn das nicht auch auf meinem Mac klappt.

    :crazy:
     
  4. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Für ELSTER muss ein Admin-Kennwort preisgegeben und übermittelt werden? Wahnsinn... :shake:
     
  5. DominoXML

    DominoXML New Member

    Da hab ich mich recht unglücklich ausgedrückt.

    Was ich meinte ist, daß der Bundes-Trojaner kein eigenes oder einzelnes Programm sein muß.

    Er könnte in einer Programmierschnittstelle wie z.B. dem Elster SDK (zum grossen Teil offen, aber auch nicht alle Teile) oder mit einem Nutzprogramm oder gar mit dem Betriebssystem "ausgeliefert" werden.

    Wenn er dann noch getunnelt über Port 80, welcher bei allen Rechnern offen ist kommuniziert wird's schwierig ihn überhaupt nachzuweisen.

    Da Du die Installation des Nutzprogramms mit dem Adminpasswort bestätigst hat er unter Umständen freien Zugriff auf das ganze System.

    Zugegeben etwas paranoid, aber Du wolltest ja wissen ob's unter OS X möglich ist.

    Die Vorgehensweise ist nicht unüblich. Nur wäre hier nicht kriminelle Energie sondern staatliches Sicherheitsbedürfnis der Grund.
     
  6. DominoXML

    DominoXML New Member

    Die Wahrscheinlichkeit, daß Herr Schäuble Terroristen dingfest macht ist eher gering, dafür würde sich der Bundes-Trojaner bei Raubkopierern, Steuerhinterziehern etc. sicher bewähren.

    Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25828/1.html

    Ich bin mir aber sicher, daß er nur ehrenwerte Absichten hat, stellt sich mir nur die Frage ob er genug technischen Einblick hat die Sachlage zu beurteilen.
     
  7. TomPo

    TomPo Active Member

    Die jenigen, die das nötige 'Kleingeld' haben, werden kaum selbst Hand anlegen , sondern ihre Steuererklärungen durch einen Fachmann erledigen lassen. Bei uns, den 'Kleinverdienern' (zumindest den meisten hier), ist eh nichts mehr großartig zu holen. Aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Nicht nur Schäuble.

    ist nahezu unmöglich, denn er wird nie selbst tätig werden, sondern die Drecksarbeit von anderen erledigen lassen.
     
  8. DominoXML

    DominoXML New Member

    Mag sein, daß das für die meisten User kein Problem ist, aber wenn folgende drei Gesetzesvorhaben in Kraft treten kann ich eigentlich meine Firma schliessen weil ich entweder automatisch kriminell werde wenn ich meiner Arbeit nachgehe oder ich zu Boden geklagt werde wenn ich z.B. eine Anwendung mit grafischer Oberfläche schreibe, die irgendein Trivialpatent verletzt.

    Genau genommen müsste ich eigentlich jede eigenständige Softwareentwicklung in ein anderes Land transferieren.

    Meiner Familie, meinen Mitarbeitern und auch mir gefällt es aber hier.
    Und eigentlich handelt diese Regierung im Auftrag des Volkes und wir zahlen dafür Steuern.

    Hackertools

    http://www.heise.de/security/news/meldung/92334

    Besonders umstritten in dem Gesetz ist der neue Paragraph 202c StGB. Danach soll die Vorbereitung einer Straftat durch Herstellung, Beschaffung, Verkauf, Überlassung, Verbreitung oder Zugänglichmachen von Passwörtern oder sonstigen Sicherheitscodes für den Datenzugang sowie von geeigneten Computerprogrammen künftig mit Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu einem Jahr geahndet werden. Die damit kriminalisierten "Hacker-Tools" dienen auch Systemadministratoren, Programmierern und Beratern dazu, Netzwerke und Endgeräte auf Sicherheitslücken zu prüfen. Beruhigt hat die Landespolitiker hier vor allem eine Zusatzerklärung des Rechtsausschusses des Bundestags. Demnach sollen nur Computerprogramme betroffen sein, die in erster Linie dafür ausgelegt oder hergestellt werden, um Computerstraftaten zu begehen. Aber auch die weiteren neuen oder überarbeiteten Passagen der Novelle etwa zur unbefugten Datenbeschaffung oder zur Computersabotage haben es in sich.

    Online Durchsuchungen

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/93807

    Auf Bundesebene brach die CDU-Innenpolitikerin Beatrix Philipp eine Lanze für heimliche Online-Durchsuchungen. "Ich verstehe nicht, dass die Bürger dem Staat weniger trauen als Aldi, Plus und Metro, denen sie bedenkenlos sämtliche Daten geben", sagte sie der Rheinischen Post. Der SPD-Rechtspolitiker Lothar Binding äußerte sich dagegen auf der Plattform Abgeordnetenwatch skeptisch: "Oft zeigen mir bestimmte Ideen hinsichtlich der Überwachung von (privaten) Rechnern, welcher Ideengeber von Rechnern, Netzen, Verschlüsselung, Datenschutz und Datensicherheit nicht genug versteht", kritisierte er Schäuble und seine Unterstützer. Auch die jüngsten Ideen über den Einsatz von Keystroke-Loggern "würden wenigstens einmal mehr als eine Online-Verbindung zu meinem PC erfordern. Herr Schäuble müsste schon vorbei kommen". Die rechtskonforme beziehungsweise verfassungsfeste Begründung zur Ausspionierung auch persönlicher Identifikations-Nummern und Passwörter möchte Binding zudem "gern mal sehen".

    Software Patente

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/93127

    Betroffen von dieser Form des Missbrauch des Patentwesens sieht Brimelow vor allem neue "Technologien, die sich schnell weiterentwickeln". Treiber seien Konzerne mit großen finanziellen Ressourcen. Die EPA-Präsidenten macht sich daher "ernste Sorgen über die Konsequenzen für kleine und mittelgroße Betriebe". Mittelständische Firmen sähen sich bereits aus dem einzigen Grund zu Patentanmeldungen gezwungen, um so trotz knapper Kassen "zum unumgänglichen Gesprächspartner für einige Konkurrenzunternehmen zu werden".
     

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