BUSH`s kühnster gegner: michael moore!

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von immi666, 7. Februar 2003.

  1. immi666

    immi666 New Member

    s dann. Aber als wir am nächsten Morgen erneut ankamen - ich weiß ja nicht, was Sie dachten, aber haben Sie erwartet, dass er mich rein lässt? So blöd wird ja nun keiner sein. Aber das Tor öffnete sich! Es war ebenso schockierend wie wunderbar.

    SPIEGEL ONLINE: Wen haben Sie nicht vor die Kamera bekommen?

    Moore: Sie fragen, wer nicht mit mir reden wollte? Niemand. Alle haben mit mir gesprochen. Oft versuchen's die Leute nicht, und wie ich sagte, hatte ich auch Charlton Heston schon abgeschrieben. Menschen wie er haben den Rest der Welt das Fürchten gelehrt, sich mit ihnen einzulassen. Die NRA ist nach Angaben von "Fortune Magazine" die mächtigste Organisation in Washington, also hat jeder Angst vor ihnen. Aber dann schaut man sich dieses Interview mit Charlton Heston an, und plötzlich ist der große Zauberer, der behauptet, seine Waffe könne man höchsten seinen kalten, toten Händen entwinden, bloß ein verängstigter alter Mann, der kaum gehen kann. Wovor haben wir Angst? Ich hoffe, dass mein Film den Effekt eines großen "Komm schon!" hat - lasst uns wie mündige Bürger handeln!

    SPIEGEL ONLINE: Ist es nicht sehr ermüdend, gegen das ganze politische Establishment anzutreten? Kürzlich nannte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses Sie sogar "gefährlich"...

    Moore: Ach, das war nur ein Pressesprecher, der mal eine dicke Lippe riskieren wollte. Die sagen viele Sachen wie "Vorsicht, was Sie da sagen" oder "Passen Sie bloß auf, was Sie tun" - die schlagen immer einen dramatischen Tonfall an. Aber mich ermutigt dass wir mit unserer Arbeit tatsächlich einige kleinere Veränderungen initiiert haben.

    SPIEGEL ONLINE: Zum Beispiel?

    Moore: Als ich "Roger and Me" drehte, sah sich Gerenal Motors im Rampenlicht und außerstande, in den nächsten drei Jahren eine weitere Fabrik zu schließen. Als ich "The Big One" drehte, lud mich Nike-Chef Phil Knight zum Interview ein und sagte vor der Kamera all diese lächerlichen Sachen über Kinderarbeit, dass 12-Jährige in Indonesien eben anders seien als 12-Jährige in den USA und problemlos in Fabriken arbeiten könnten. Und als der Film herauskam, war ihm das, was er zu sehen bekam, so peinlich, dass er innerhalb von vier Wochen eine große Ankündigung abgab, Kinderarbeit in Indonesien zu beenden - seither muss man 18 sein, um in seinen Nike-Fabriken arbeiten zu dürfen. Und wie Sie hier sahen, hat der Besuch von zwei Columbine-Opfern und mir bei K-Mart, dem zweitgrößten Einzelhandelsunternehmen der USA mit 2300 Geschäften, dafür gesorgt, dass sie innerhalb von 90 Tagen sämtliche Schusswaffen-Munition aus ihren Regalen räumte.

    SPIEGEL ONLINE: Sie bedienen sich in Ihren Filmen satirischer Mittel. Warum?

    Moore: Die politische Satire ist in Amerika so gut wie ausgestorben. Vielleicht nehmen wir uns einfach zu ernst. Ich bediene mich des Humors, zum Teil auch, weil ich nicht möchte, dass Sie das Kino zu Tode deprimiert verlassen wegen dem, was ich Ihnen da zeige. Denn Depression erzeugt Reglosigkeit - man kann nicht handeln. Ich will, dass die Leute wütend aus dem Kino gehen, und der Humor soll ihnen dabei helfen. Humor verwandelt Depressionen in Wut.

    

    Michael Moore

    Seit Michael Moore, 48, 1989 mit seinem ersten Film "Roger & Me" den Automobilkonzern General Motors attackierte, gilt der Filmemacher, Autor, Satiriker und Moralist als Nervensäge des amerikanischen Establishments. Die Waffen des ehemaligen Mitglieds der National Rifle Association sind Worte und Bilder, die - oft überspitzend und polarisierend - gegen Konservative und Konzerne schießen. Sein neuestes Buch, "Stupid White Men and Other Sorry Excuses for the State of the Nation" ist - laut Untertitel der deutschen Ausgabe - "eine Abrechnung mit dem Amerika unter George Bush" und auch in den USA ein Bestseller. Sein jüngster Film, die Collage "Bowling For Columbine", nimmt die Waffennarren Amerikas aufs Korn und analysiert mit bissiger Satire den inneren Zustand der US-Gesellschaft. Dafür wurde der wohl bunteste Vogel, den die amerikanischen Linke gegenwärtig vorzuweisen hat, mit reichlich Kritikerlob und dem Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes belohnt. Am 21. November läuft der Film in deutschen Kinos an.
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    n' Paste[/I]-Prüfung abgeschlossen hat wie unser aller Kilometerposting-Vorbild Quick!
     
  3. immi666

    immi666 New Member

    ich wollte erst das buch abtippen & der allgemeinheit zugänglich machen,
    aber mir fehlt die zeit.......
    ;-)
     
  4. quick

    quick New Member

  5. joerch

    joerch New Member

    klasse bericht - ein europäer hätte so etwas ohne konsequenzen erst gar nicht sagen dürfen...
     
  6. Harlequin

    Harlequin Gast

    Es tut sich was im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten . . .

    .
     
  7. Na - Mr. Moore tu sich aber schon ziemlich lange im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
     
  8. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Moiré...
    ;)
     
  9. Harlequin

    Harlequin Gast

  10. Noch viel Länger - Bowling For Columbine ist nicht sein erster Film und Stupid White Men (das ich in seiner Einseitigkeit und seiner Argumentationshöhe nicht als sonderlich gelungen empfand) nicht sein erstes Buch. :)
     
  11. Harlequin

    Harlequin Gast

    Wir wissen Ugh, wir wissen . . .

    .
     

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