Casualties of war

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von noah666, 17. März 2003.

  1. noah666

    noah666 New Member

    In ein paar Stunden, um genau 2:00 CET wird George vor seine Nation und vor die Weltöffentlichkeit treten und verkünden was sowieso jeder schon seit dem 11.9. geahnt hat.... Es gibt Krieg.

    Das sich eine Supermacht wie die USA ein Land mit 23 Mio. Menschen als Gegner aussucht (von denen 60% zu jung sind um eine Waffe zu halten, von denen 2/3 durch die Saktionen der USA unterhalb der Armutsgrenze Leben... ein Land in dem durch die Sanktionen der USA in den letzten 12 Jahren schätzungsweise 3 Mio. an Unterernährung und mangelnden Medikamenten gestorben sind)... das mutete schon als Ironie an.

    Und was wird Bush als Gründe anführen ?
    Der Besitz von Massenvernichtungswaffen .... .... ... der nicht nachgeweisen werden konnten.... Waffen die die USA dem Irak selbst verkauft haben... Waffen, die die USA in weit größerer Zahl besitzen als alles "Schurkenstaaten" dieser Welt zusammengenommen.
    In den letzten Wochen wurden die USA und die Briten von Blix und El Baradei vor dem UN Rat dabei erwischt wie sie gefälschte Beweise gegen den Irak vorgelegt haben.... und doch besitzen diese Staaten immernoch die Arroganz diesen Krieg als "gerecht" und als "krieg gegen den Terror" zu bezeichnen.
    Aber die Wahrheit werden wir leider nicht in dieser Rede hören.
    Die Wahrheit, dass es Krieg geben muss, weil sich die USA als alleinige Weltmacht selbst bestätigen will... und das geht eben nur wenn man einen kleinen Völkermord an einem rückständigen Land verübt.... was solls, wir sind ja eh überbevölkert....
    Und es geht ums Öl... natürlich.... denn ein Kartell wie die OPEC, die alles Öl der Welt Kontrolliert aber keinen Staat angehört... so etwas darf nicht sein.

    Bezeichnend dabei ist allerdings, dass die USA genau das tun, was sie allen anderen vorwerfen. Sie unterwerfen sich keinen Internationalen Abkommen... rüsten auf, sie werden in nächster Zeit ihr Atomwaffenarsenal mit kleineren Bomben erweitern, die besser gegen kleine Städte eingesetzt werden können.

    Im Moment habe ich eigentlich nur einen Wunsch:
    Ich möchte jeden Amerikaner schlagen, der sich "Freedim Fries" bestellt....

    ... Aber das sind Gedanken die eines Europäers nicht würdig sind... immerhin haben wir eine Geschichte aus der wir lernen konnten und sind nicht vor 500 Jahren von einem Kontinent geflohen weil wir auf einem anderen einen Holocaust an Ureinwohnern verüben wollten... wir sind erwachsen geworden...

    Und doch schürt jedes Wort das Cheney, Powell oder Rumsfeld in ihrer arroganten Art mit ihrem dümmlichen Ausdruck in den Augen vom Rednerpult brüllen meine Abneigung gegen dieses Land.
    Klar, Amerika ist, wie der restliche Teil der westlichen Welt, eine Spaßgesellschaft....

    ... Aber wie kann es eben dieses Spaßgesellschaft zulassen, dass ihre besten Schauspieler nicht zur Oscarverleihung eingeladen wurde weil sie sich gegen den Kriegskurs des Bushregimes bekannt haben? Wie kann es eine Gesellschaft zulassen, dass Richter in den USA "Präventive Überprüfung an Rassisch Verdächtigen Einwanderern und Bewohnern" per Urteil beschließen? Wie kann es ein Land zulassen, dass der gleiche Fehler wiederholt wird, der die Welt in einen der schlimmsten Kriege geführt hat?

    Was hier in den USA geschieht weißt erschreckende Parallelen zu der Zeit auf, die "wir Deutschen" gerne verdrängen. Aber stattdessen haben viele von uns daraus gelernt.... warum nicht die Bürger der USA?
    An der Intelligenz kann das nicht liegen, immerhin sind die meisten Nobelpreisträger Amerikaner.

    Aber vielleicht liegt es an einer ganz einfachen Tatsache:
    Amerika hatte nie einen Krieg auf eigenem Boden... sie mussten nie durch Trümmerfelder laufen die einmal ihre Metropolen waren... sie mussten sich nie der Verantwortung stellen das eigene Land neu aufzubauen, unter dem Bewusstsein, dass die hälfte der Bevölkerung in einem schrecklichen Krieg gefallen ist.
    Dieses Ereigniss hat sich so tief in das Bewusstsein des "alten Europa" gebrannt, dass es einen neuen Krieg mit allen Mitteln verhindern will. Dies jedenfalls zeigen die Demonstrationen die überall in Europa jeden Tag stattfinden.

    Doch kommen wir auf die Rede zurück.
    In ein paar Stunden wird der Krieg in eine sehr nahe Zukunft rücken.
    und dann ?
    Was wird nach dem Krieg?
    George hat für diesen Fall ja schon ein paar nette Ideen:
    Der Irak wird unter die Militäradministration der USA gestellt und "sobald als möglich" einer demokratischen Regierung des Iraks übergeben....

    Aber wer wird diese Regierung unterstützen ? Hussein ist ein Verbrecher, ein Dikatator... aber er hält die Mullahs an der kurzen Leine, und nur das hält den Irak davon am in einen Bürgerkrieg zu versinken. Eine Regierung die von den USA eingesetzt wird ist keinesfalls stark genug um diese Einheit im Volk auf längere Zeit zu sichern.
    Und die USA haben mit 1,5 Billionen Dollar eine Größe der Staatsverschuldung erreicht, die es für sie unmöglich macht ihre Soldaten so lange im Irak zu stationieren bis sich die neue Regierung wirklich etabliert hat.

    Wenn wir uns Afghanistan ansehen, dann wissen wir wohin eine Regierung führt die durch einen Krieg von einem fremden Land eingesetzt worden ist... Afghanistan ist weit davon entfernt eine Demokratie zu sein, die Regierung ist schwach uns instabil.... und die Taliban sind alles andere als Tot....

    Eine geeinte UN hätte sich wenigstens die Kosten für den Wiederaufbau des Irak, für die Humanitären Lieferungen und für die Präsenz von Sicherheitstruppen teilen können. Aber eine USA im Alleingang wird scheitern... und eine Hilfe durch die Engländer würde nur sehr Kurz währen... für Blair wäre es politischer Selbstmord, und eine neue Regierung wäre an einem Krieg ganz sicher nicht interessiert.

    Ich bin gespannt was die Geschichtsbücher zukünftiger Generationen schreiben werden...
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

  3. noah666

    noah666 New Member

    Das habe ich heute mittag auch gelesen... hat mich wirklich beieindruckt was der gute Monsieur Todd zu sagen hatte....
     
  4. ...nicht die USA direkt...sondern Bush ist das Problem. Wir haben hier eine Form des religiösen Fanatismus, der wirklich gefährlich ist und durchaus mit den faschistischen Ideologien der 30er Jahre verglichen werden kann...
     
  5. smilincat

    smilincat New Member

    Seltsamerweise gehen sie geade jetzt den Weg der invasorischen Imperialmacht, um eine Sowjetunion zu kopieren.
    Ich sehe die Zukunft der Weltwirtschaftsmacht ohnehin viel näher in Asien, eben China.
    Die Anstrengungen, die China unternimmt sind immens .
    Mittlerweile verdient die Welt (speziell Europa und Japan) dort ihr Geld .
    Die Grösste Stadt der Welt liegt eben nicht mehr auf dem amerikanischen Kontinent, sondern am Jangtse.
    Mein Englisch würde ich vielleicht noch so halbwegs hinbekommen, dass ich dort arbeiten könnte...... aber trau mich nicht.... :-(

    cat
     
  6. AllyMac

    AllyMac New Member

    so ähnlich sehe ich das auch,...ich würde nicht so weit gehen , das ich jetzt jenden ami hasse uns "schlagen will" wie noah666!
    Ich liebe usa und alles drum herum eigentlich auch. Aber die momentane regierung ist eben ein "gebrantes kind".

    Verstehst du?

    Letzte woche hatten wir besuch aus boston, ein regieseur, und echt netter kerl, der hält von bush gar nichts!

    weltfrieden römisch zwei
     
  7. eman

    eman New Member

    Wie ist das eigentlich? Wenn die Amerikaner den Totalitarismus bekämpfen wollen und überall Demokratie und Gerechtigkeit bringen wollen, wo Unterdrückung und Machtausweitung vorherrschen, dann müssten sie doch in letzter Konsequenz sich selbst angreifen. Oder? ;-)

    Die jetztige Situation zeigt es ja sehr schön. Internationale Gesetze werden von den Amerikanern so lange befolgt, so lange sie eigennützlich sind. Wenn die Interessen differieren, werde die Gesetze und die Zuständigkeiten in Frage gestellt. Im Klartext: "Es gibt zwar internationale Regelungen, aber unser eigenes Interesse steht über allem. Die Interessen der USA sind Gesetzt und werden durchgesetzt, weil wir die Machtmittel dazu haben. Und das möchten wir der Welt schenken" ;-)
    Wie totalitär ist das denn? Oder anders gefragt: Wenn das die Vorstellung von Demokratie ist, die die USA der Welt geben wollen, können wir darauf nicht gerne verzichten?
     
  8. eman

    eman New Member

    >"...nicht die USA direkt...sondern Bush ist das Problem."

    Nicht Bush direkt, sondern Gott ist das Problem. Musste er denn unbedingt den George vom Alkohol abbringen?! Ach der immer und seine blöden Wunder!
    ;-))
     
  9. Harlequin

    Harlequin Gast


    Vor dem Krieg
    Bush erpresst die ganze Welt


    Washington hat jegliche diplomatische Bemuehungen um Irak fuer gescheitert erklaert. Noch selten ist die internationale Diplomatie so vor die Ueberlebensfrage gestellt worden. Dem voelkerrechtlich begruendeten System friedlicher Konfliktloesungen wird die Existenzberechtigung abgesprochen, sollte es an den Voraussetzungen seiner Existenz festhalten.

    Die USA verhalten sich im Weltmassstab wie ein autoritaeres Praesidialregime gegenueber dem Parlament, das man beiseite schiebt, wenn nicht aufloest, sollte es der Exekutivmacht zum Hindernis werden. Das der Unfaehigkeit geziehen und als Schwatzbude denunziert wird, wenn die Loesung »hoeherer«, ueber Parteien- bzw. nationale Interessen stehender Aufgaben ansteht. Das US-Regime hat sich zu einer im Weltmassstab agierenden Militaerjunta entwickelt. Washingtons schwarze Obristen haben die voelkerrechtliche, ihrem Wesen nach formal-demokratische Verfasstheit der internationalen Ordnung ausser Kraft gesetzt. Das war kein Putsch, der sich ueber Nacht vollzog, sondern ein schleichender Vorgang, in dessen Verlauf westlicher Interventionismus das Selbstbestimmungsrecht der Nationen zunehmend zur Disposition gestellt hat. Daraus entstand mit zwingender Logik das Imperium americanum. Dieser monopolistische Universalismus duldet keine Konkurrenz.

    Das Monopol ist in seinem Wesen ein Gewaltverhaeltnis. Daraus ergibt sich der Sinn des von der Bush-Administration verkuendeten Krieges ohne Ende. Dieses Gewaltregime richtet sich nicht nur gegen den Irak und andere "Schurkenstaaten", das Monopol erweist sich als Negation der Demokratie auf der ganzen Linie auch in den kapitalistischen Kernlaendern. In den Vasallenstaaten erfordert die Durchsetzung der Kriegspolitik die ruecksichtslose Missachtung der Mehrheitsmeinung. Blair und Aznar agieren am Rande des Ausnahmezustandes. Das monopolistische Diktat stoesst an seine Grenzen. Denn das Monopol bedeutet Faeulnis und traegt seinen Untergang in sich, wusste schon Lenin.


    © <TT>Junge Welt, Werner Pirker, 18.30.03</TT>


    .
     
  10. RadioMan

    RadioMan New Member

    Das ist ja das Problem. Nicht nur in Amerika. Die Elite aus Künstlern, Akademikern etc. bildet sich aus den Informationen, die sie sich selbst beschaffen, eine Meinung, die sie dann auch argumentativ untermauern können. Aber der Großteil der Menschen dies- und jenseits des Atlantiks lesen Bild, Sun oder Ähnliches und laufen aufgrund dieses meist konservativen einseitigen Geschwafels wie Schafe ihrer Regierung hinterher. So kommt dieser Hurra-Patridiotismus zustande. Schade, aber wahr. Im Video-Text gibt´s bei RTL und anderen privaten Sendern immer wieder "Umfragen". Ich kannn schon fast blind beim Lesen des Themas sagen, welche Option am meisten gewählt wird. So vorhersehbar ist die Meinungsbildung in Deutschland. in den USA ist es wahrscheinlich noch schlimmer. Der Regisseur, den Du zu Besuch hattest, hat natürlich recht: Die meisten Amerikaner halten nix von Bush. Der hat ja noch nicht mal die Wahl gewonnen. Wenn man dann noch zugrundelegt, dass Viele gar nicht wählen gehen, haben wahrscheinlich unter 20 % der Bevölkerung Bush gewählt.
     
  11. Harlequin

    Harlequin Gast

    &gt;&gt; "unter 20 % der Bevölkerung Bush gewählt"

    Stimmt, genau so isses.

    .
     
  12. Lakmaran

    Lakmaran New Member

    Nun ja ich wäre dafür, sollte die USA den Irak angreifen, Bush, Powell und Konsorten am internationalen Gerichtshof anzuklagen und international zur Fahndung ausschreiben. Auch wenn er von ihnen nicht akzeptiert wird. Dies eigentlich nur so als Statement von Europa gegenüber der amerikanischen Regierung.
     
  13. RadioMan

    RadioMan New Member

    Das Schöne am amerikanischen Wahlsystem sind ja die Wahlmänner. Soweit ich weiß, sind die nicht an die Wahl-Entscheidung ihres Staates gebunden. Ergo: Man muss nur ein paar Personen bestechen, das ist deutlich billiger. Ein Hoch auf die Demokratie!

    Es gab mal eine BT-Wahl in den 70ern bei uns, da gab´s 98% Wahlbeteiligung. Das war noch ´ne echte Volksentscheidung.
     
  14. Wenn Europa wenigstens mit einer Stimme sprechen würde - aber wir haben zwei Hardliner und einen Mitläufer direkt in der ersten reihe, ein despotenwauwau unter den Anwärtern und einen Söldner unter denen, die schon immer gerne mal mitmachen wollen, die man aber immer noch nicht so recht läßt.

    http://cagle.slate.msn.com/comics/updating/nick.gif
     
  15. maiden

    maiden Lever duat us slav

    das wäre gefährlich. Denn sollten Bush und Konsorten gefaßt und inhaftiert werden, müßte das Land, in dem sie inhaftiert sind, damit rechnen, von den USA angegriffen zu werden. Ein entsprechendes Gesetz hat Bush ja vorsorglich erlassen, wonach die USA sich jedes Recht vorbehalten US-Bürger oder Angehörige von US-Organisationen, die vor dem internationalen Gerichtshof angeklagt sind, wenns sein muß auch mit militärischer Gewalt zu befreien.

    Von Berlusconi lernen, heißt siegen lernen.
     
  16. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    *g* (für die Karikatur)

    Bislang sind "Sieger" und "Verlierer" zu unseren Ungunsten verteilt.

    "Sieger" ist zunächst (Stand 18.3.03) Saddam:

    - ein britischer Minister und Staatssekretät treten zurück und keine irakischen;
    - die NATO ist bedeutungslos in diesem Konflikt und vermutlich auch künftig eine Randerscheinung;
    - die EU gespalten, saft- und kraftlos;
    - der Atlantik zwischen Europa ist breiter und tiefer geworden;
    - die UNO ist mehr denn je auf Gedeih und Verderb den USA ausgeliefert;
    - Deutschland gefällt sich als Anhängsel der französisch-russischen Achse, wobei sowohl Chirac als auch Putin nicht die "weißen Riesen" sind, als die sie gern aufgebauscht werden.

    Hat da jemand "Hurra" geschrien?

    P.S.
    Falls es jemand vergessen hat:
    am 8.11.02 wurde die Resolution 1441 einstimmig beschlossen. Kernaussage:
    der Irak rüstet binnen 30 Tagen ab und legt die Beweise für die Vernichtung seiner Massenvernichtungswaffen vor. Andernfalls drohen "ernste Konsequenzen".
     
  17. eman

    eman New Member

    &gt;"Sieger" ist zunächst (Stand 18.3.03) Saddam:

    Am Ende gewinnt er mit dieser Taktik noch den Krieg!? Mit Nichtstun.... ;-)
     
  18. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    &gt;Andernfalls drohen "ernste Konsequenzen".

    Und das ist, ganz klar, Krieg. Zumindest für die USA, die aber ohnehin von Anfang an diesen Krieg wollten und bekamen.
     
  19. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Könnte durchaus sein. So ein Logenplatz ist nie zu verachten und immer lustig.
     
  20. Schenks Dir - ich bin an einer Diskussion nicht im geringsten interessiert, denn es wurde alles gesagt.

    Daß wir verschiedene Meinungen haben, ist nichts neues.

    BTW: Im Moment sehe ich hier - wie bei 9/11 auuch schon, als einzigen Sieger die Bushisten, denen es gelungen ist, ihnen mißliebige Konstruktionen weitreichen zu (zer)stören.
     

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