das leid der betroffenen

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von maiden, 11. März 2003.

  1. maiden

    maiden Lever duat us slav

    irgendwie scheinen alle Informationen zum Thema an dir spurlos vorüberzuziehen oder Du ignorierst sie absichtlich.
    Die UNO kontrolliert die Güter und die Verteilung.

    Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:

    In den ersten drei Phasen des Programms "Öl für Nahrungsmittel" von Dez. 96 bis Juni 98 standen der Regierung in Bagdad für die Versorgung der Bevölkerung von damals 21 Millionen im gesamten Land jeweils pro Halbjahr nur 1,8 Milliarden Dollar zur Verfügung. Das sind pro Kopf 118 Dollar pro Jahr.
    Davon mußten Medikamente, Nahrungsmittel, Elektrizität, Wasserversorgung und Ausbildung finanziert werden. Für 32 Cent PRO TAG.
    Menschen die pro Tag weniger als einen Dollar zur Verfügung haben, leben nach offizieller Darstellung der UNO in absoluter Armut.
    Zwischenzeitlich stiegen die Einnahmen infolge höherer Ölpreise.
    Der IRak hat in den ersten sechs-Monats-Phasen Öl im Wert von jeweil 2,6 Milliarden US-Dollar verkauft.
    Nach den vom Sicherheitsrat festgelegten Bestimmungen erhielt Bagdad für die Versorgung der Menschen in der Zentralregion im Süden zunächst lediglich 54, später 59 Prozent der Erlöse aus den Öl-Einnahmen.

    Die Behauptungen der USA und GB, wonach an der katastrophalen Lage der irakischen Bevölkerung nicht das Sanktionregime der UNO sondern das Regime in Bagdad Schuld sei, ist Unsinn und durch nichts belegt.
    Die Verteilung der in den Irak gelieferten humanitären Güter, die von Irak im Voraus bezahlt werden müssen,, also etwa Lebensmittel und Medikamente, werden von den im Irak vertretenen UNO-Organisationen selbst durchgeführt und, soweit dabei lokale Behörden, Organisationen oder Einzelpersonen beteiligt sind, streng überwacht. An Nahrungsmitteln kommen so knapp 100 Prozent, an Medikamenten etwa 95 Prozent bei den Empfängern an. Das Verteilsystem wurde seither weiter verbessert.

    Von den im Irak benötigten und im Ausland bestellten Mengen an Medikamenten gelangen aber weniger als 75 Prozent in den Irak. Bei medizinischen Geräten, ohne die die Krankenhäuser oft lebensrettende Operationen und Behandlungen nicht durchführen können, liegt die Quote sogar nur bei knapp 50 Prozent. Dazu kommt noch, daß in vielen Fällen so manche ausländische Firma meint, sie könne dem Irak unter Ausnutzung der durch das Sanktionsregime verursachten erschwerten Rahmenbedingungen Waren schlechter Qualität andrehen und nach Erhalt 100 Prozent des Kaufpreises abtauchen. Allein im Jahre 1999 haben etwa 6 Prozent der in den Irak gelieferten medizinischen Güter die Qualitätskontrolle nicht passiert.

    Bei Geräten und Ersatzteilen für die Reparatur von Trinkwassersystemen und anderen lebenswichtigen Einrichtungen der zivilen Infrastruktur erreichen sogar nur rund 25 Prozent der tatsächlich bestellten Waren den Irak.

    Die Blockade der Lieferungen humanitärer Güter, von denen Gesundheit und Überleben der irakischen Bevölkerung abhängen, erfolgt im UNO-Sicherheitsrat in New York.
    Für die Blockade einer Lieferung in den Irak ist es ausreichend, daß nur ein Mitglied des Sanktionsausschusses Einspruch einlegt.

    IN 98 PROZENT ALLER BLOCKADEN, DIE SEIT DEZEMBER 1996 VOM SANKTIONSAUSSCHUSS VERFÜGT WURDEN, KAM DIESER EINSPRUCH VON DEN USA.

    Zumeist mit der Begründung, die von Bagdad bestellten Güter, darunter Nierensteinzertrümmerer für die Krankenhäuser, seien auch militärisch nutzbar.
    Die restlichen 2 Prozent der Einsprüche kamen von Großbrittanien.
    Im Juli 2002 waren humanitäre Güter im Gesamtwert von 5 Milliarden US-Dollar blockiert.

    Lebensnotwendige wichtige humanitäre Güter, die im Dezember 1996 von Bagdad bestellt worden waren, sind zum Teil heute noch nicht geliefert worden, weil die USA diese Lieferungen blockieren.
    In der Zeit von 1989 bis 2000 gab es im gesamten Irak nur eine einzige funktionierende Röntgenanlage. Die Lieferung neuer Anlagen wurde trotz aller Versicherungen der UNO an den Sanktionsausschuß, für die rechtmäßige Verwendung zu sorgen, nicht genehmigt.
    ........................................

    Die UNO hat also einen sehr genauen Überblick darüber, was lebensnotwendig ist und was nicht. Sie kontrolliert peinlich genau, wohin die Güter gehen. Und sie weiß sehr genau, was den Irak wirklich erreicht und was durch die Blockade der USA den Irak nicht erreicht.

    --------------------

    Aus Bagdad berichtet: Markus Deggerich

    Der Tod macht keine Geschäfte mit der Zeit. Er kommt langsam oder schnell, auf leisen Füßen oder mit einem lauten Knall. Aber für Samran ist klar, dass er kommt. Bald. Er gehört zu den vielen zivilen Opfern des Embargos gegen den Irak.
    Samran spürt, dass seine Zeit abläuft
    Bagdad - Wenn Samran nicht in einem möglichen Irak-Krieg umkommt, wird ihn der Krebs aufzehren. Der Sechsjährige hat Leukämie und den kleinen Vorteil, dass sich seine Eltern die Behandlung im Bagdader Saddam Center noch leisten können, die privat bezahlt wird. Dennoch ist auch dort die Versorgung mit Medikamenten, Geräten und Wissen durch das Embargo, dem der Irak unterliegt, so schlecht, dass die Überlebenschancen für Schwerkranke gegen Null tendieren.

    Die humanitäre Situation im Irak ist ohnehin angespannt. Zwar geht es vielen Irakern immer noch besser als Menschen in anderen Ländern. Doch sollte es zum Krieg kommen, droht eine Katastrophe, nachdem zwölf Jahre Embargo das Land bereits ausgezehrt haben. Über 60 Prozent der 22 Millionen Menschen hängen vollständig von den Nahrungsmittelrationen ab, die der Staat für seine Lieferungen im Rahmen des Uno-Programms "Öl für Nahrungsmittel" einkaufen kann.

    Seit 1996 darf der Irak unter Uno-Kontrolle eingeschränkt Öl exportieren. 59 Prozent der Einnahmen gehen an die Provinzen, um Lebensmittel zu importieren, 13 Prozent erhält der autarke kurdische Norden, mit 25 Prozent wird der Kompensationsfonds bestückt aus dem Reparationszahlungen des Kuweit-Krieges geleistet werden und vier Prozent behält die Uno für ihre Arbeit im Irak.

    Alle sind müde

    Bereits zwei (Berichtigung: drei) Uno-Leiter des Programms "Oil for food" haben aus Protest gegen das Embargo ihr Amt hingeschmissen: Sie hatten vor Ort erlebt, welche Folgen, die Isolierung des Landes für die Menschen hat. "Ich habe mir die Frage auch schon oft gestellt, ob ich es aufgeben soll", sagt Francis Dubois, der nun seit vier Jahren in Bagdad das Programm für die Uno verantwortet. "Alle sind müde. Die Menschen und die Offiziellen".

    Der quirlige Franzose wird wütend, wenn er darüber nachdenkt, welche Nebenwirkungen das Embargo hat - und was ein Krieg anrichten würde. Das Problem ist, dass das Embargo den Irak zu Recht abschneiden soll von allen Lieferungen, die irgendwie für die Produktion von Waffen benutzt werden können. Weil aber vieles, was im medizinischen oder technischen Bereich etwa für den Bau von Kläranlagen oder die Produktion von Medikamenten gebraucht wird, theoretisch auch militärisch verwendet werden kann, blutet das Land aus.

    Das Embargo hat absurde Ausmaße angenommen: Der amerikanische Lieferservice UPS weigert sich Pakete zuzustellen, europäische Universitäten dürfen ihren irakischen Kollegen ihre wissenschaftlichen Studien nicht zur Verfügung stellen, wer Fremdsprachen lernen will, muss das mit zusammengeklebten Kladden aus den sechziger Jahren machen, jeder Bleistift braucht wegen seines Bleigehalts (Berichtigung Graphit) eine Genehmigung.

    Im Irak wurde viel wieder aufgebaut nach seinem Angriff auf Kuweit und dem Gegenangriff der USA 1991. Doch weil es beispielsweise an Technik für Kläranlagen fehlt sterben Kinder in Massen an Durchfall durch das Dreckwasser. Eine halbe Million Kubikmeter Abwasser laufen täglich ungefiltert in den Wasserkreislauf, der diesen Namen nicht mehr verdient.

    weitere Informationen:
    http://www.un.org/Depts/oip/background/chron.html
    hier erfährst Du auch mit einigem guten Willen, wie und warum das Geld so verteilt wird wie es wird.

    und hier:
    http://www.unicef.de
     
  2. Harlequin

    Harlequin Gast

    Das Problem von Kriegstreibern und deren Propaganda ist, dass sie die Realitaet zensieren muessen, denn die Wahrheit steht ihren blutruenstigen Zielen im Wege.
    Es ist meist sinnlos die Mitlaeufer auf die zur Verfuegung stehenden Informationen hinzuweisen, sie wollen die Wahrheit gar nicht wissen, weil ihr chauvinistisches Weltbild dann nicht mehr bestehen kann.

    .
     
  3. pewe2000

    pewe2000 New Member

    >>überzeugen will ich keinen. meine meinung aufdrängen oder missionieren will ich auch nicht.<<

    Das ist aber jetzt ein bißchen kokett. Du veröffentlichst ja hier wohl kaum, weil Du kein Tagebuch hast ,sondern weil Du eben genau das Gegenteil von dem erreichen willst, was Du im letzten Satz schreibst.
     
  4. smilincat

    smilincat New Member

    @ akiem:
    Das aus Deiner Feder?
    Der Teil der Versorgung der Zivilbevölkerung ist (siehe oben) etwas fehlerhaft.
    Aber dass Du schon um die Kriesgreuel weisst und diese sogar postest fordert meinen Respekt.
    Allerdings hast Du die Urangeschosse nicht erwähnt, welche den Südirak so weit verseucht haben, dass es kaum noch zu gesunden Geburten kommt - Tschernobyl ist ein Witz dagegen....

    was Du letztendlich mit Deinem Posting sagen wolltest ist mir unklar im Kontext Deiner anderen Einwürfe - aber vielleicht wirfst ja nur mal einen Blick auf Deinen schlafenden Sohn - und denkst dann weiter.

    Ich respektiere Dich!
    smilincat
     
  5. Harlequin

    Harlequin Gast

    Waere wohl auch etwas hochgegriffen, oder ?

    .
     
  6. smilincat

    smilincat New Member

    Solange akiem nicht andere Teilnehmer beleidigt oder persönlich angreift lese ich seine Postings gerne.
    Immerhin ist was er schreibt diskutabel und beugt Meinungsinzucht vor.
    Seine Beschreibung der Clusterbomben z.B. fand ich sehr informativ und war mir so nicht bekannt. (aus diesem Grund auch die Verwunderung, dass akiem als eher zum Krieg tendierender dies veröffentlicht).

    Naja, lasst uns nochmal kurz überlegen wozu wir ein "Forum" haben....

    cat
     
  7. Harlequin

    Harlequin Gast

    Ich habe Dich nicht persoenlich angegriffen.

    .
     
  8. smilincat

    smilincat New Member

    hmmm.. das jetzt gerade war erfreulich harmlos :)
    und das mit dem tendieren ist über all die Postings so daneben nicht.
    Vielleicht solltest Du Deine Position noch mal überprüfen und darstellen.
    Könnte ja dabei rauskommen, das z.B. wir 2 uns nicht mehr nur für Dumpfbacke und Arschloch halten.
    Das zumindest wär ein Fortschritt.

    cat
     
  9. Harlequin

    Harlequin Gast

    sorry, aber wovon redest Du ?

    .
     
  10. Harlequin

    Harlequin Gast

    irgendwie wirr . . .

    .
     
  11. smilincat

    smilincat New Member

    naja, akiem - daß wir beide gegen eine Annektion des Irak durch die USA sind und eher das von der UN bestimmte Völkerrecht achten und schätzen eint uns doch irgendwie.
    Das Du nicht unbedingt jeden Beitrag von Harle und maiden als persönlichen Angriff nehmen mußt sollte Dir langsam klar sein.
    Das doofe an der Sache ist, das ob aller diskutablen Positionen danach (nach dem Gift) schwer eine Diskussion möglich ist
    owohl das Potential da wäre!

    wenn Du ein Freund der multikulturellen Bevölkerung bist ist das ja ok und auf jeden Fall kommunikativ zwischen den "Kulturen"
    Bist Du auch Freund der Bush Administration?
    Wirklich eindeutig habe ich noch kein Statement gelesen - bin aber auch immer ein paar Tage weg und kann nicht alles zurückblättern. :)

    cat
     
  12. smilincat

    smilincat New Member

    oki, nehme das zur Kenntnis und Dich von der imaginären "Arschlochliste"
    Wenn Du noch ein bissl an deinem Cholerikertum arbeitest bist ein ernstzunehmender Diskursförderer (nein, nicht angep****** sein - bist auch so)
    Aber die Empfehlung Dich nicht immer angegriffen zu fühlen bleibt!
    So, und jetzt muss ich langsam in die Heia (5:00raus)
    also, akiem: Freundschaft!

    smilincat
     
  13. smilincat

    smilincat New Member

    Tankstelle?
    habe ich was verpasst?
    oder schlägt dann doch wieder Dein Beleidigungsdrang durch?

    Einen kurzen Moment hatte ich Dir Stil zugetraut, aber nachdem Du Stil nur danach definierst einen TFT auf einem sterilen Tisch zu haben...... wozu brauchst Du das net ?
    Dein Hund ist doch dankbarer für Deine Dönertiraden.
    mal im ernst: lebt Deine Frau noch bei Dir?

    cat
     
  14. maiden

    maiden Lever duat us slav

    vielleicht liegt ja auch ein Mißverständnis vor, akiem. Du bildest Dir Deine Meinung, gut. Ich frage - aufgrund welcher Informationen, wenn Du genau die Informationen von Leuten, die die Situation vor Ort aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeit kennen, ausblendest?
    Die Links führen zu UNO und unicef. Wenn Du also die Frage stellst warum das Geld im Irak ungerecht oder ungleichmäßig verteilt wird, oder die Verteilung von Gütern ungenügend geregelt ist, dann ist die UNO die erste Adresse um sich zu informieren, da die Organisationen der UNO vor Ort für die Logistik zuständig sind.
    Außerdem konnte man diese Informationen hier und in der Tagespresse und in den Nachrichten im Laufe der gesamten Diskussion schon mehrfach erhalten. Deshalb meine Vermutung, daß bestimmte Informationen spurlos an dir vorüber zu ziehen scheinen oder Du sie konsequent ignorierst.
     
  15. maiden

    maiden Lever duat us slav

    irgendwie scheinen alle Informationen zum Thema an dir spurlos vorüberzuziehen oder Du ignorierst sie absichtlich.
    Die UNO kontrolliert die Güter und die Verteilung.

    Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:

    In den ersten drei Phasen des Programms "Öl für Nahrungsmittel" von Dez. 96 bis Juni 98 standen der Regierung in Bagdad für die Versorgung der Bevölkerung von damals 21 Millionen im gesamten Land jeweils pro Halbjahr nur 1,8 Milliarden Dollar zur Verfügung. Das sind pro Kopf 118 Dollar pro Jahr.
    Davon mußten Medikamente, Nahrungsmittel, Elektrizität, Wasserversorgung und Ausbildung finanziert werden. Für 32 Cent PRO TAG.
    Menschen die pro Tag weniger als einen Dollar zur Verfügung haben, leben nach offizieller Darstellung der UNO in absoluter Armut.
    Zwischenzeitlich stiegen die Einnahmen infolge höherer Ölpreise.
    Der IRak hat in den ersten sechs-Monats-Phasen Öl im Wert von jeweil 2,6 Milliarden US-Dollar verkauft.
    Nach den vom Sicherheitsrat festgelegten Bestimmungen erhielt Bagdad für die Versorgung der Menschen in der Zentralregion im Süden zunächst lediglich 54, später 59 Prozent der Erlöse aus den Öl-Einnahmen.

    Die Behauptungen der USA und GB, wonach an der katastrophalen Lage der irakischen Bevölkerung nicht das Sanktionregime der UNO sondern das Regime in Bagdad Schuld sei, ist Unsinn und durch nichts belegt.
    Die Verteilung der in den Irak gelieferten humanitären Güter, die von Irak im Voraus bezahlt werden müssen,, also etwa Lebensmittel und Medikamente, werden von den im Irak vertretenen UNO-Organisationen selbst durchgeführt und, soweit dabei lokale Behörden, Organisationen oder Einzelpersonen beteiligt sind, streng überwacht. An Nahrungsmitteln kommen so knapp 100 Prozent, an Medikamenten etwa 95 Prozent bei den Empfängern an. Das Verteilsystem wurde seither weiter verbessert.

    Von den im Irak benötigten und im Ausland bestellten Mengen an Medikamenten gelangen aber weniger als 75 Prozent in den Irak. Bei medizinischen Geräten, ohne die die Krankenhäuser oft lebensrettende Operationen und Behandlungen nicht durchführen können, liegt die Quote sogar nur bei knapp 50 Prozent. Dazu kommt noch, daß in vielen Fällen so manche ausländische Firma meint, sie könne dem Irak unter Ausnutzung der durch das Sanktionsregime verursachten erschwerten Rahmenbedingungen Waren schlechter Qualität andrehen und nach Erhalt 100 Prozent des Kaufpreises abtauchen. Allein im Jahre 1999 haben etwa 6 Prozent der in den Irak gelieferten medizinischen Güter die Qualitätskontrolle nicht passiert.

    Bei Geräten und Ersatzteilen für die Reparatur von Trinkwassersystemen und anderen lebenswichtigen Einrichtungen der zivilen Infrastruktur erreichen sogar nur rund 25 Prozent der tatsächlich bestellten Waren den Irak.

    Die Blockade der Lieferungen humanitärer Güter, von denen Gesundheit und Überleben der irakischen Bevölkerung abhängen, erfolgt im UNO-Sicherheitsrat in New York.
    Für die Blockade einer Lieferung in den Irak ist es ausreichend, daß nur ein Mitglied des Sanktionsausschusses Einspruch einlegt.

    IN 98 PROZENT ALLER BLOCKADEN, DIE SEIT DEZEMBER 1996 VOM SANKTIONSAUSSCHUSS VERFÜGT WURDEN, KAM DIESER EINSPRUCH VON DEN USA.

    Zumeist mit der Begründung, die von Bagdad bestellten Güter, darunter Nierensteinzertrümmerer für die Krankenhäuser, seien auch militärisch nutzbar.
    Die restlichen 2 Prozent der Einsprüche kamen von Großbrittanien.
    Im Juli 2002 waren humanitäre Güter im Gesamtwert von 5 Milliarden US-Dollar blockiert.

    Lebensnotwendige wichtige humanitäre Güter, die im Dezember 1996 von Bagdad bestellt worden waren, sind zum Teil heute noch nicht geliefert worden, weil die USA diese Lieferungen blockieren.
    In der Zeit von 1989 bis 2000 gab es im gesamten Irak nur eine einzige funktionierende Röntgenanlage. Die Lieferung neuer Anlagen wurde trotz aller Versicherungen der UNO an den Sanktionsausschuß, für die rechtmäßige Verwendung zu sorgen, nicht genehmigt.
    ........................................

    Die UNO hat also einen sehr genauen Überblick darüber, was lebensnotwendig ist und was nicht. Sie kontrolliert peinlich genau, wohin die Güter gehen. Und sie weiß sehr genau, was den Irak wirklich erreicht und was durch die Blockade der USA den Irak nicht erreicht.

    --------------------

    Aus Bagdad berichtet: Markus Deggerich

    Der Tod macht keine Geschäfte mit der Zeit. Er kommt langsam oder schnell, auf leisen Füßen oder mit einem lauten Knall. Aber für Samran ist klar, dass er kommt. Bald. Er gehört zu den vielen zivilen Opfern des Embargos gegen den Irak.
    Samran spürt, dass seine Zeit abläuft
    Bagdad - Wenn Samran nicht in einem möglichen Irak-Krieg umkommt, wird ihn der Krebs aufzehren. Der Sechsjährige hat Leukämie und den kleinen Vorteil, dass sich seine Eltern die Behandlung im Bagdader Saddam Center noch leisten können, die privat bezahlt wird. Dennoch ist auch dort die Versorgung mit Medikamenten, Geräten und Wissen durch das Embargo, dem der Irak unterliegt, so schlecht, dass die Überlebenschancen für Schwerkranke gegen Null tendieren.

    Die humanitäre Situation im Irak ist ohnehin angespannt. Zwar geht es vielen Irakern immer noch besser als Menschen in anderen Ländern. Doch sollte es zum Krieg kommen, droht eine Katastrophe, nachdem zwölf Jahre Embargo das Land bereits ausgezehrt haben. Über 60 Prozent der 22 Millionen Menschen hängen vollständig von den Nahrungsmittelrationen ab, die der Staat für seine Lieferungen im Rahmen des Uno-Programms "Öl für Nahrungsmittel" einkaufen kann.

    Seit 1996 darf der Irak unter Uno-Kontrolle eingeschränkt Öl exportieren. 59 Prozent der Einnahmen gehen an die Provinzen, um Lebensmittel zu importieren, 13 Prozent erhält der autarke kurdische Norden, mit 25 Prozent wird der Kompensationsfonds bestückt aus dem Reparationszahlungen des Kuweit-Krieges geleistet werden und vier Prozent behält die Uno für ihre Arbeit im Irak.

    Alle sind müde

    Bereits zwei (Berichtigung: drei) Uno-Leiter des Programms "Oil for food" haben aus Protest gegen das Embargo ihr Amt hingeschmissen: Sie hatten vor Ort erlebt, welche Folgen, die Isolierung des Landes für die Menschen hat. "Ich habe mir die Frage auch schon oft gestellt, ob ich es aufgeben soll", sagt Francis Dubois, der nun seit vier Jahren in Bagdad das Programm für die Uno verantwortet. "Alle sind müde. Die Menschen und die Offiziellen".

    Der quirlige Franzose wird wütend, wenn er darüber nachdenkt, welche Nebenwirkungen das Embargo hat - und was ein Krieg anrichten würde. Das Problem ist, dass das Embargo den Irak zu Recht abschneiden soll von allen Lieferungen, die irgendwie für die Produktion von Waffen benutzt werden können. Weil aber vieles, was im medizinischen oder technischen Bereich etwa für den Bau von Kläranlagen oder die Produktion von Medikamenten gebraucht wird, theoretisch auch militärisch verwendet werden kann, blutet das Land aus.

    Das Embargo hat absurde Ausmaße angenommen: Der amerikanische Lieferservice UPS weigert sich Pakete zuzustellen, europäische Universitäten dürfen ihren irakischen Kollegen ihre wissenschaftlichen Studien nicht zur Verfügung stellen, wer Fremdsprachen lernen will, muss das mit zusammengeklebten Kladden aus den sechziger Jahren machen, jeder Bleistift braucht wegen seines Bleigehalts (Berichtigung Graphit) eine Genehmigung.

    Im Irak wurde viel wieder aufgebaut nach seinem Angriff auf Kuweit und dem Gegenangriff der USA 1991. Doch weil es beispielsweise an Technik für Kläranlagen fehlt sterben Kinder in Massen an Durchfall durch das Dreckwasser. Eine halbe Million Kubikmeter Abwasser laufen täglich ungefiltert in den Wasserkreislauf, der diesen Namen nicht mehr verdient.

    weitere Informationen:
    http://www.un.org/Depts/oip/background/chron.html
    hier erfährst Du auch mit einigem guten Willen, wie und warum das Geld so verteilt wird wie es wird.

    und hier:
    http://www.unicef.de
     
  16. Harlequin

    Harlequin Gast

    Das Problem von Kriegstreibern und deren Propaganda ist, dass sie die Realitaet zensieren muessen, denn die Wahrheit steht ihren blutruenstigen Zielen im Wege.
    Es ist meist sinnlos die Mitlaeufer auf die zur Verfuegung stehenden Informationen hinzuweisen, sie wollen die Wahrheit gar nicht wissen, weil ihr chauvinistisches Weltbild dann nicht mehr bestehen kann.

    .
     
  17. pewe2000

    pewe2000 New Member

    >>überzeugen will ich keinen. meine meinung aufdrängen oder missionieren will ich auch nicht.<<

    Das ist aber jetzt ein bißchen kokett. Du veröffentlichst ja hier wohl kaum, weil Du kein Tagebuch hast ,sondern weil Du eben genau das Gegenteil von dem erreichen willst, was Du im letzten Satz schreibst.
     
  18. smilincat

    smilincat New Member

    @ akiem:
    Das aus Deiner Feder?
    Der Teil der Versorgung der Zivilbevölkerung ist (siehe oben) etwas fehlerhaft.
    Aber dass Du schon um die Kriesgreuel weisst und diese sogar postest fordert meinen Respekt.
    Allerdings hast Du die Urangeschosse nicht erwähnt, welche den Südirak so weit verseucht haben, dass es kaum noch zu gesunden Geburten kommt - Tschernobyl ist ein Witz dagegen....

    was Du letztendlich mit Deinem Posting sagen wolltest ist mir unklar im Kontext Deiner anderen Einwürfe - aber vielleicht wirfst ja nur mal einen Blick auf Deinen schlafenden Sohn - und denkst dann weiter.

    Ich respektiere Dich!
    smilincat
     
  19. Harlequin

    Harlequin Gast

    Waere wohl auch etwas hochgegriffen, oder ?

    .
     
  20. smilincat

    smilincat New Member

    Solange akiem nicht andere Teilnehmer beleidigt oder persönlich angreift lese ich seine Postings gerne.
    Immerhin ist was er schreibt diskutabel und beugt Meinungsinzucht vor.
    Seine Beschreibung der Clusterbomben z.B. fand ich sehr informativ und war mir so nicht bekannt. (aus diesem Grund auch die Verwunderung, dass akiem als eher zum Krieg tendierender dies veröffentlicht).

    Naja, lasst uns nochmal kurz überlegen wozu wir ein "Forum" haben....

    cat
     

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