Datenkompression für DVD: Geht es nicht schneller?

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von gerwol, 22. März 2004.

  1. gerwol

    gerwol New Member

    Seit kurzem beschäftige ich mich auf meinem G4/400/OS9.2 mit dem Brennen von DVDs. Der Einspielvorgang des Quellmaterials über den Konverter DAC-100 von DATAVIDEO nach iMovie funktioniert problemlos und in guter Qualität. Dann jedoch wird es weniger erfreulich, denn das Komprimieren der Clips mittels CaptyDVD dauert oft länger als 12 Stunden (!!!), je nach Umfang der Daten.

    Durch Zufall bin ich nun bei Plextor auf ein externes Gerät gestoßen, das sowohl analoges Material digitalisiert und gleichzeitig wahlweise auf verschiedene MPEG-Formate kodiert (in Echtzeit!). Leider jedoch nur für Windows-Rechner.

    Somit meine Frage: Gibt es eine ähnliche Lösung als Hardware auch für Mac-Betreiber? Vielleicht bin ich zu wenig informiert, aber Software-Encoding scheint mir bei allen anderen Produkten (z.B. BitVice) um nichts weniger zeitaufwändig zu sein. Was kann man also tun, denn jedesmal den Mac über Nacht oder noch länger laufen zu lassen, bis eine DVD fertig ist, verdirbt einem irgendwie die Freude an der Sache.

    In diesem Zusammenhang drängt sich eine weitere Frage auf: Die sogenannten stand-alone DVD-Recorder schaffen diesen Prozeß ja auch in Echtzeit. Wie das?

    Würde mich über weiterführende Tipps sehr freuen.
     
  2. kawi

    kawi Revolution 666

    => Antwort 1:
    Ein schnellerer Rechner als ein G4/400 wirkt Wunder :)
    Ich habe den selben Rechner und gerade im MPEG2 codieren zahlen sich ein paar Mhz mehr wirklich aus. Was will man auch erwarten. das Gerät geht ins fünfte Jahr (!) ein gleichalter PC hat mich beim starten eines ähnlichen Vorgangs mit der Zeitangabe von über 60 Stunden zum abbrechen überredet.
    Da ich aber auch noch eine Weile mit diesem Gerät auskommen muss/werde, gibts noch mehr Varianten.

    => Antwort 2:
    Der Apple QuickTime MPEG2 codec der mit DVD SP 1.5 ausgeliefert wurde (und den es auch einzeln für 49 EUR oder so gibt) ist um EINIGES schneller.
    Der rechnet gut eine Stunde Film auf einem betagten Rechner auch mal in 4 oder 5 Stunden um (je nach bitrate) Zwar ist die Qualität für HiDV Fetischisten schlechter als z.B. bitvice aber dafür gehts fast doppelt so schnell.
    Ich finde für den home und sogar semi pro bereich ist das QT MPEG2 Export plugin eine gute Wahl. Den Großteil meiner Arbeiten mache ich damit (weil ich auch selten Hochqualitatives Ausgangsmaterial habe, gibts auch keinen wirklichen Qualitätsverlust)

    => Antwort 3:
    Zeit auf OS X umzusatteln. Da gibts z.B. mit ffmpegX die möglichkeit den unix spezifischen und vor allem kostenlos verfügbaren mpeg2enc codec zu benutzen. Der liefert weit bessere Ergebnisse als das Apple MPEG2 Export Plugin.
    Dauert dort zwar auch wiederum entschieden länger, aber der Vorteil vom OS X liegt hier klar auf der Hand: Während im Hintergrund mpeg2enc einen Film umrechnet, beibt dein Rechner für andere Apps benutzbar, du kannst Office Apps nutzen, brennen, surfen, mailen ect .... der Prozess des umwandelns läuft im Hintergrund und behindert dich darüber hinaus nicht bei deiner sonstigen Arbeit (wenn die nicht gerade mega prozessorintensiv ist)
     
  3. gerwol

    gerwol New Member

    Besten Dank für Deine Antwort. Ich bin beeindruckt von Deinem Fachwissen. Da fehlt's bei mir halt doch sehr ...

    Es war mir schon klar, daß mein 400er im Vergleich zu den aktuellen Rechnern eine lahme Ente ist. Wobei man diese Aussage auch relativ betrachten muß, denn erst vor einem Jahr (bitte mich nicht auszulachen) habe ich mich von meinem 7200er verabschiedet, mit dem Ergebnis, daß mich die "atemberaubende Geschwindigkeit" des G4 (als Secondhand-Gerät) regelrecht begeistert hat. Im Grunde genommen bin ich für meine Ansprüche immer noch sehr zufrieden damit, nur beim DVD-Brennen zeigt sich für mich das Manko, denn dafür war er ja eigentlich noch nicht konzipiert.

    Jenes käuflich zu erwerbende MPEG2-Plugin von Apple könnte durchaus interessant sein, denn meine Absicht besteht ohnehin nur darin, dieses oder jenes VHS-Material zu konvertieren. Es sollte freilich kein Qualitätsverlust dabei entstehen, denn ansonsten hätte man nichts erreicht. Werde mich morgen nochmals bei Apple umsehen, denn eine frühere Suche nach alternativen Encodern hat kein Ergebnis gebracht.

    Ich weiß, daß ich mit OS 9.x einer sozusagen aussterbenden Generation angehöre und somit wird mir nichts anderes übrig bleiben, als besser heute als morgen auf OS X umzusteigen. Versuchsweise habe ich es auch schon getan, aber es war ganz einfach irritierend, weil ich mich nicht mehr zurecht fand, wie ich es gewohnt war.

    Wie dem auch sei, eine Frage ist unbeantwortet: Warum geht der Encoding-Vorgang bei stationären DVD-Recordern (und offenbar bei Plextor auch unter Windows) in Echtzeit vor sich? Ich kann mir nur denken, daß dies auf Kosten der Qualität geschieht, denn andernfalls wäre eine Prozedur wie bei Apple vollkommen überflüssig.

    Danke nochmals für Deine Antwort.
     

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