Der Führer in Wachs

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 5. Juli 2008.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    Der GRÖFAZ :moust: ist gerade in Berlin zu besichtigen. :nicken:

    [​IMG]
    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/posieren-mit-hitler-verboten/
    http://www.n-tv.de/988934.html

    Und die Kritik folgt auf den Fuss:
    "Ich halte es für überflüssig und geschmacklos, Hitler in einem Wachsfigurenkabinett zu zeigen", kritisierte etwa der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Johannes Tuchel. "Was Hitler für die deutsche Geschichte bedeutet, kann man hier nicht zeigen." Und die Publizistin Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas, warnte davor, die Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte zur bloßen Unterhaltung werden zu lassen. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bat um Sensibilität. Der Zentralrat der Juden in Deutschland verlangte ergänzende Kommentierungen zu den Verbrechen Hitlers. " :rolleyes: :rolleyes:

    Der Veranstalter reagiert :
    "So herrscht striktes Fotografierverbot. "Aus Respekt vor den Millionen Opfern Hitlers", sagt die Verantwortliche für das Marketing, Natalie Ruoß. Und vielleicht auch, damit sich nicht Rechtsradikale mit der Hitler-Figur ablichten lassen. Zudem wachen Mitarbeiter darüber, dass niemand der Figur zu nahe tritt. "

    Was für eine Hysterie ! :crazy:
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Sind das die Hitler-Tagebücher vor ihm?
     
  3. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, die Schwarzfahrer. Erst woll’n se nich’ stempeln – und dann rollen schon die Köpfe!
     
  4. joerch

    joerch New Member

    Einfach nur lächerlich...
    wir sollen alle in demut leben, die dritte generation zahlt noch für die verbrechen - aber ausstellen darf man ihn nicht, komische welt, komische welt.
     
  5. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wer erzählt dir denn das? Mir hat noch keiner gesagt, ich solle doch bitte in Demut leben. Obgleich es uns so manches mal nicht schlecht zu Gesicht stände. Und die Zahlungen, die noch zu leisten sind; nun, wer glaubt, sich Weltkriege und Endlösungen leisten zu können, für den müssen eben dann die Söhne und Enkel bezahlen.

    Und ich will gar nicht so ganz genau wissen, welche bis heute kräftig gewachsene Vermögen damals mit Zwangsarbeit begründet wurden.

    Warum man den Adolf in der kleinen Tierschau nicht zeigen darf, ist mir allerdings ein Rätsel.
     
  6. edwin

    edwin New Member

    Ich denke, um an die Geschichte (zeitlich) zu erinnern (nicht zu vergessen), sollte diese "Figur" (als Mahnung), begleitet mit dementsprechenden Text, gezeigt werden.

    Ich finde aber auch, dass es mittlerweile an der Zeit ist und nicht nur eine Aufgabe der Deutschen alleine, daran zu arbeiten, dass dies (und ähnliches) nicht noch mal passieren sollte. Das ist eine Aufgabe für alle Menschen, Nationen und Völker (welch ein Traum).

    Ewig von Schuld zu sprechen erinnert zwar (einseitig), aber hilft nicht nach vorne zu schauen (zu verhindern, dass dies nochmals passiert - egal wo auf der Welt). Da könnten die Deutschen mit einem guten Beispiel voran gehen.

    Ich finde, dass die Deutschen mit ihrer Vergangenheit zu verkrampft umgehen. Sie haben Angst, in ein "Fettnäpfchen" zu treten. Mit dieser Angst tritt man aber leider in ein "Fettnäpfchen". Und gibt damit den Neonazis zu viel "Futter". Eine "gesunde" Aufklärung hilft, dieses "Futter" zu verhindern.

    Die Opfer nicht zu vergessen ist eine Frage der Ehre. Ein "gelungener" Umgang mit der Vergangenheit gehört dazu.
     
  7. batrat

    batrat Wolpertinger

    Hätte das doch nur zu Lebzeiten einer getan. :teufel:
     
  8. joerch

    joerch New Member


    Kann dir nur zustimmen...
     
  9. wilzim

    wilzim MacWilly

    Hat man ja mal versucht(Staufenberg). Hat nur nicht geklappt.
    In der Ausstellung könnte man ja gerechterweise auch einige seiner KZ-Opfer in Wachs dazu stellen und dazu ein Bild vom zerstörten Berlin. Dann wäre sogar ein sinnvolles Geschichtsbild von Hitler dargestellt. Dann könnten ihn die heutigen Neonazis :teufel: anbeten, müssten sich aber gleichzeitig zu seinen Untaten bekennen.
    Die Tat in der Ausstellung zeigt leider mal wieder, das es immer noch Menschen in der heutigen "aufgeklärten" Gesellschaft gibt, die vor dem Handeln nicht den Verstand benutzen. Meistens erreicht man mit solchen unsinnigen Taten genau das Gegenteil davon was man eigentlich bezwecken wollte.
    `Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht´
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ich persönlich schätze Johann Georg Elser viel mehr als Stauffenberg. Weil er bereits im November 1939 versuchte Hitler umzubringen und damit wohl der Welt das Inferno erspart hätte. Er tat dies ohne Hilfe mit erstaunlicher Intelligenz und Beharrlichkeit. Würde seine Tat wie die Stauffenbergs gewürdigt, ich würde mich wohler fühlen in Deutschland. Er wartete nicht ab bis zig Millionen Menschen bereits umgekommen waren sondern sah vieles voraus und handelte. Bei Stauffenberg bin ich mir nicht sicher, was nach einem erfolgreichen Attentat gekommen wäre. Klar, er hätte mit seinen Mittätern versucht den bereits verlorenen Krieg zu beenden und damit weiteren Millionen Menschen das Leben gerettet. Aber dass er keine Demokratie nach unseren Vorstellungen anstrebte, ist historische Tatsache.

    http://www.georg-elser.de/dok/index.html
     
  11. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Diese Geschichte erinnert mich daran, dass ich als Kind mal einer Hitler-Büste, die sich irgendwo im Keller meiner Großeltern befand, die Nase abgehauen habe. Damals war ich "stolz" darauf.

    Heute denke ich, wir müssten es lernen, mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte etwas souveräner und zugleich "nachhaltiger" umzugehen. Wie das genau aussehen könnte, weiß ich auch nicht wirklich. Ich persönlich habe - auch am heutigen 20. Juli gesagt - nichts gegen eine Hitler-Wachsfigur in Berlin, solange sie nicht zu einer Art "Wallfahrtsort" für Neonazis werden kann. Im Gegenteil: gäbe es sie nicht, wäre das fast verdächtig, so als würden wir die Geschichte verfälschen wollen.
     
  12. maximilian

    maximilian Active Member

    Moin!

    Totschweigen. In der kindischen Annahme, daß sie dadurch vielleicht eines Tages verschwinden wird, unsere Geschichte. Absolut lächerlich dieses Getue.

    Grüße, Maximilian
     
  13. resedit

    resedit Alles ist gut!

    Jo, die gabs vom Stern ziemlich günstig dazu...
     

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