Der TEURO - jetzt amtlich...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von MacBelwinds, 17. August 2006.

  1. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Wer es noch immer nicht glauben will, dass der Euro zu z.T. erheblichen Preisanstiegen geführt hat, kann sich jetzt im Detail beim Statistischen Bundesamt die Übersicht der Preisentwicklungen seit Januar 2000 im sog. Preismonitor angucken.

    Dass die Gesamt-Teuerungsrate danach "nur" 10% betrug, liegt an der z.T. sagenhaften Verbilligung von Elektronikgeräten. Wenn gleichzeitig jedoch die Lebenshaltungskosten in fast allen anderen Bereichen bis zu 50% angestiegen sind, weiß man, warum sich so viele Leute finanziell so schwer tun.

    :cry:
     
  2. maceddy

    maceddy New Member

    Da habe ich Glück gehabt, kaufe nur Dinge die im Preis gesunken sind.

    maceddy
     
  3. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Und das liegt am Euro?
     
  4. D_Stahl

    D_Stahl Active Member

    Und wenn das über die letzten 50 Jahre gezeigt werden würde, könntest Du eine schöne lineare Steigerung erkennen. (Mal abgesehen von den Heizkosten und Benzin).
    Und dann leg mal die Lohnsteigerungskurve daneben und vergleiche.

    Soo teuerer ist das alles gar nicht geworden (bis auf die zwei Ausnahmen).

    Und irgendwie musst Du jetzt noch die Kurve zum (T)Euro kriegen...
     
  5. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Bei uns im öffentlichen Dienst gab es keine "Lohnsteigerung"... (die Kurve zeigt abwärts!).

    Komisch nur, dass seit Anfang 2003 so vieles preisstabil geblieben ist, während zwischen 2000 und 2002 - in der Phase der Euro-Einführung - die Preise galoppiert sind!
     
  6. maceddy

    maceddy New Member

    Sicher sind in den letzten Jahren die Preise gestiegen, komischerweise mußte ein Arbeiter in den 50er Jahren für ein Kilo Fleisch viele Stunden arbeiten und heute nur 30 Minuten. Das ist außer bei Treibstoff, Mietnebenkosten und Energie bei den meisten Produkten genauso. Wenn ich den Benzinpreis nehme - so müßte der Heute bei 2- 2,5 € liegen.
    Bei meinem ersten Gehaltsgespräch sagt mein Chef damals:

    Herr S... - soviel Geld wie sie ausgeben können können sie niemals verdienen, er hat recht gehabt.

    Es liegt für mich am Kaufverhalten der Leute, je billiger die Sachen sind um so mehr kann man kaufen.
    Heute wird doch alles gebraucht, wozu nur??


    maceddy
    der mit einem Auge noch schläft
     
  7. D_Stahl

    D_Stahl Active Member


    Oder
    Zwischen 2000 und 2002 brummte unsere Wirtschaft und es wurde sehr viel Geld verdient. Daher kommt dann auch die etwas höhere Inflation.
     
  8. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Also, dann kann ich Euch beiden ja nur gratulieren. ;)

    Wir saßen hier neulich mal mit Freunden und Bekannten bei einem Gartenfest, und queerbeet mussten alle feststellen, dass sie seit der EURO-Einführung finanziell deutlich Federn gelassen haben.

    Persönlich könnte ich das auch mit vielen Beispielen belegen:

    -Hausbau und Grundstückskauf: DM-Preise von 1999 heute in EUR (1:1)
    -Küchenmöbel: Einbauküche (gekauft 2000 für 5.400 DM, kostet heute 5.900 EUR bie Astroh in DEL!)
    -Stück Kuchen zum Mitnehmen (Hamburg): 2,40 EUR (haben die 1999 4,80 DM gekostet?)
    -Kinokarten (nachmittags) für Vater und Sohn mit Getränk und Popcorn: 25 EUR (hätte ich das für 50 DM gemacht? Nie!)
    -Bratwurst: 2,50-3 EUR (Wurst für 6 DM? Spinne ich?)

    Wer hilft mir die Liste fortzusetzen? :meckert:

    (Aber zugegeben: deutliche Verteurungen hat es auch früher schon mal gegeben. In den 50er Jahren war die Preis-Einkommensdiskrepanz z.T. auch sehr hoch, wie ich von meinen älteren Verwandten weiß!)
     
  9. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, ja, Brötchen haben mal 15 Pfennige gekostet. Und der Herr Euro streicht das ganze Geld ein.
     
  10. priv

    priv New Member

    hmm sowas ist immer schwer auf einen Punkt zu kriegen.

    Beachten sollte man:

    viele Dinge, die man im Preis über mehrere Jahre vergleicht, unterziehen sich einem technologischen Fortschritt. Sprich, eine Küche, eine Fernseher, eine Heizungsanlage, eine sanitäre Anlage im Badezimmer werden heute auf einem ganz anderen Niveau verbaut als noch vor fünf Jahren. Dinge, die man damals nicht immer als notwendig erarchtet hat, sind heute notwendig und im Preis mit drin. Andererseits führt genau dieser technische Fortschritt auch manchma dazu, dass ein Gerät in der Herstellung günstiger wird und deshalb heute zwar qualitativ auf dem gleichen Stand wie vor 5 Jahren ist, allerdings nur noch die Hälfte kostet.
    Kurzum wenn man technischen Fortschritt mit ins Auge fasst, hat man unterschiedliche Auswirkungen auf das Preisniveau eine scheinbar homogenen Guts. Das erschwert die tatsächliche Veränderung des Preises zu beobachten.

    Wenn man Preise im Wohnungsbereich, Grund und Boden betrachtet muss man immer die gleichen Maßstäbe heranziehen. Ein qm Münchner Vorort hat vor 5 Jahren natürlich um einiges weniger gekostet, einfach weil die Stadt weiter wächst, Vorort nicht mehr wirklich Vorort ist und die Nachfrage nach dem Grund um einiges angezogen ist. Solche Preisentwicklungen lassen sich in vielen Städten beobachten, wobei es natürlich auch andere Effekte ergibt (Bsp Fehlplanungen einer Stadt in der Erschließung eines Wohngebiets, Landflucht wie zur Zeit der Wende).
    Hier sollte man also heute immer darauf achten, dass ein qm 15km entfernt einer Stadt mit 500.000 Einwohnern vielleicht eher von Qualität (Erschlossenheit der öffentl. Verkehrsmittel, Autobahnanschließung, Baudichte, usw) einem qm im Ortskern der vor 5 Jahren noch 350.000 Einwohner zählenden Stadt hat. Ok, das mag ein wenig überzogen sein, aber ich denke dadurch wird klar, dass auch hier viele Faktoren zu beachten sind.

    Was Lebensmittel betrifft muss man auch etwas vorsichtig sein. Beispielsweise unterliegt (nach BSE, MKS und was wir sonst noch so hatten) Fleisch viel höheren Qualitätsanforderungen und ist einfach in der Produktion teurer geworden. Also nicht wundern, wenn die rote Wurst heute das doppelte kostet, die war vor 5 Jahren auch so mit Phosphaten vollgestopft, dass man eh nur ne halbe hätte essen sollen.
    Solche Qualitätsverschiebungen gibts in vielen Bereichen bei den Lebensmitteln. (wer hat vor 5 Jahren schon Bio-Obst gekauft? Heute ist das gängig)

    Also alles in allem fasse ich kurz zusammen. Preisindizes sind immer mit Vorsicht anzufassen. Es ist sehr schwierig anhand einzelner Güter festzustellen, wieviel Kaufkraft ein Euro oder korrekterweise eine Stunde Arbeit, damals und heute hat.


    Wer auch immer meint, wir hätten eine hohe Inflation und alles wäre teurer als früher sollte sich mal fragen ob er dann auch konsequenterweise weniger konsumiert als früher.
     
  11. maceddy

    maceddy New Member

    Ich verkaufe seit 40 Jahren, damals gab es den neuen Fernseher wenn der Meister sagte: nach der nächsten Reperatur sollten sie sich einen neuen kaufen, heute gibts den Neuen weil man was neues braucht, daß ist doch bei den meisten Dingen so - sie werden nicht ersetzt weil das alte Teil verbraucht ist sondern weil es was neues gibt.
    Darum nennt man den Kunden heute auch Verbraucher.

    maceddy
     
  12. Macspin

    Macspin New Member

    Hallo zusammen!

    Ich bin froh, dass wir keinen Euro haben, bei uns war's sowieso schon immer etwas teurer...

    Übrigens: Auch bei uns gabs im Bildungsbereich in den letzten zehn Jahren einen realen Abbau der Lohnsumme um ca. 25 % (inflationsbereinigt). Demgegenüber haben die Manager in der CH eine jährliche Lohnsteigerung von rund 6% eingestrichen (die verdienen ja auch schlecht). :angry:

    Gruss. Macspin
     

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