Der Winter und die Bürokratie

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 20. Dezember 2009.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/wann-schneeraeumen-pflicht-562413.html

    "Die Räum- und Streupflicht gilt an sieben Tagen in der Woche. Werktags (auch am Samstag) müssen bis spätestens 7 Uhr und an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen bis spätestens 8 Uhr die Gehwege derart von Schnee und Eisglätte befreit werden, dass zwei Personen aneinander vorbeigehen können. Diese Sicherungsmaßnahmen müssten bis 20 Uhr so oft wiederholt werden, wie dies zur Verhütung von Gefahren erforderlich sei, erklärt Rechtsanwalt Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins München. Gibt es vor dem Grundstück keinen Gehweg, muss trotzdem ein ausreichend breiter Streifen für Fußgänger am Rand der Straße gesichert werden."

    Typisch deutsch ! :crazy:

    Alles muss ins Detail geregelt sein !

    Dann aber bitte konsequent:

    Verpflichtung für Fussgänger zum Tragen von angemessenem Schuhwerk ( also nix Pumps oder sonstigen Unsinn ) !!

    Tempolimlit für Fussgänger ( bitte mit Radar überwachen ) !!

    Verpflichtung zum Blick auf den Bürgersteig und nicht sonst wohin !!


    Generell sollte gelten: Der Mensch hat sich den Umständen anzupassen und nicht umgekehrt !


    KRUZIFIX :boese:
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ich versteh’ dein Problem nicht so ganz. Dass diese Regelung so detailliert getroffen wurde liegt an den Vorgaben der Versicherungen. Da geht es um viel Geld.
     
  3. McDil

    McDil Gast

    Als ob es je um was anderes ginge . . .
     
  4. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wolltest du dass nach Gefühlslage des Richters oder Versicherungssachverständigen entschieden wird, wenn sich deine Oma auf vereistem Gehweg ein Handgelenk gebrochen hat?
     
  5. McDil

    McDil Gast

    Wir haben auch einen 98-jährigen Opa, der noch für sich zu Hause wohnt und dem wir im Winter immer einschärfen, dass er zu Hause bleiben soll, denn es wird ihm alles gebracht oder er wird bei Bedarf abgeholt.

    Wenn er trotzdem meint, draußen herumtapern zu müssen, dann kann ich nur sehr eingeschränkt nach Schuldigen Ausschau halten – nach meinem Verständnis.

    Mir ist allerdings klar, dass heutzutage grundsätzlich immer jemand (außer einem selber) schuld ist, wenn einem ein Missgeschick zustößt.
     
  6. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Für mich gehört das zur Verantwortung eines Hausbesitzers, dass er die Wege vor seinem Anwesen eisfrei und begehbar hält. Aber ich komm’ auch vom Dorf, da ist so etwas einfach selbstverständlich.
     
  7. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Man kann natürlich auch sagen: »Du bist alt. Du bleibst im Winter zu Hause.«
     
  8. McDil

    McDil Gast

    Dagegen hab' ich ja nichts. Aber es ist unmöglich, bei währendem Schneefall den Gehweg permanent so rutschfest zu halten, dass alte Leute mit ihren steifen Knochen noch sicher laufen können.

    Ich weiß nicht wie du das machst, aber wenn ich merke, dass es irgendwo glatt ist, dann bin ich entsprechend vorsichtig, damit's mich nicht hin haut. Aber es ist eben wie beim winterlichen Auto fahren. Statt rechtzeitig zu starten hechelt man der verlorenen Zeit hinterher und lässt alle Vorsicht außer Acht. Wenn's dann kracht hält man nach Schuldigen Ausschau.
     
  9. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber für mich verpflichtet das Eigentum.
    Selbst ich bin auf vereistem Wege schon gemein gestürzt, und dabei hat mein ganzes vorsichtiges Verhalten nichts genutzt.
    Was genau nun allerdings an der eingangs geschilderten Regelung überbürokratisch sein soll, erschließt sich mir auch mit deiner Ausführung, dass so etwas doch unnütz wäre, weil gefälligst jeder selber auf sich aufpassen soll, nicht. Denn wenn du das für richtig hältst solltest du eine Bürgerinitiative »Selbst schuld« ins Leben rufen. Und dann aber auch gleich noch den Rest der STVO abschaffen.
     
  10. maximilian

    maximilian Active Member

    Ich komm auch vom Dorf (zumindest bin ich in einem aufgewachsen) und das schöne dort war, dass es da gar keine Gehwege gab, die man hätte schnee- und eisfrei halten können :) Und die Strassen hat damals in Italien auch niemand schnee- und eisfrei gehalten, womit auch?
     
  11. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Gut, dann erweitere ich auf: »Ich komme aus einem badischen Dorf mit Gehwegen, die durch Bordsteine von der Straße getrennt waren und im Winter stets in ausreichender Breite von Schnee und Eis befreit wurden. Für mich war das immer selbstverständlich, aber ganz ohne Frage kann ich keine Aussagen über andere Ortschaften treffen. Vor allem nicht über solche ganz ohne Gehwege — und womöglich ganz ohne befestigte Wege.«
     
  12. maximilian

    maximilian Active Member

    Das sind die besten von allen. An so einem wohne ich jetzt auch (wobei "jetzt" auch schon weider zehn Jahre sind, ich mag es kaum glauben). Und Schneeschaufel besitze ich keine. Wer unseren Weg ohne unsere Zustimmung betritt, begeht ohnehin Hausfriedensbruch. Wobei ich befürchte, dass ich im Zweifelsfall nach Deutschem Recht trotzdem für seine blutige Nase aufkommen muss.
     
  13. nanoloop

    nanoloop Active Member

    Ich liebe euch Deitsche, drei Schneeflöckchen und schon wird die Schneeschaufel ausgepackt.

    P.S.: Würd' ja gern so'n ich-lach-mich-fast-tot-bin-fast-vorm-kotzen-smiley platzieren, aber Solaign meint, das ist was für alte Leute *schlag-mich-auf-den-schenkel-bin-fast-vorm-kotzen-smiley*
     
  14. nanoloop

    nanoloop Active Member

    "Wenn Schneeräumen Pflicht ist" - Rechtsanwalt Rudolf Stürzer

     
  15. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Jaja, wir »Deitschen« sind schon so ein Häufchen.
     
  16. McDil

    McDil Gast

    Bei jeder Gelegenheit versucht man in Deitschland, das Universum risikofrei zu machen und das "Restrisiko" zu versichern.

    Das erscheint mir im Wesentlichen als "Geschäftsidee".
     
  17. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Mein Sohn kam kurz vor Weihnachten, als es so sehr geschneit hat, per Mitfahrgelegenheit aus Hamburg zu Besuch. Er berichtete von einem regelrechten Verkehrschaos, als er durch Hessen fuhr, weil dort, im Roland-Koch-Land, die Straßen nicht geräumt waren. Ganz schrecklich wurde es, als er an eine Steigung kam und sehen musste, wie LKWs teilweise rückwärts die Steigung herunterrutschten und sich quer stellten.

    Als er wenige Stunden später nach Baden-Württemberg kam, waren die Straßen geräumt und gut befahrbar. Das sei ein richtig angenehmes Gefühl gewesen, meinte er.
     
  18. McDil

    McDil Gast

    Die Kehrwoche ist in BW ein Sakrament.
     
  19. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Gott sei's gedankt!:)
     
  20. McDil

    McDil Gast

    Na gut, aber mitunter hat es doch was von Götzenanbetung!
     

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