Die Abzocke der T-Com wird immer dreister

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von gratefulmac, 10. Oktober 2004.

  1. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    http://www.macwelt.de/news/internet/allgemeines/28824/

    Im Forum gibt es ja keinen T-Com Freund.
    Fast jeder hat so seinen kleinen Zoff mit den Jungs schon gehabt.
    Was sich jetzt dieser (noch) staatliche Konzern einfallen lassen hat ist in meinen Augen die Krönung der Dreistigkeit.
    Geld einsammeln -Keine Gewinne ausschütten und dann die Anteile zu einem Bruchteil des Ausgabepreises zurücknehmen.
    Wenn diese Dreistigkeit sich durchsetzt, wird es kaum noch internationale Anleger geben, die in ein Konzern investieren wollen, der vom Bund in die Selbstständigkeit geführt wird.
    Von den Kleinanlegern , die schon seit Jahren abgezockt werden, ganz zu schweigen.

    -
    Ich hoffe, das der Konzern verklagt wird und es ein deutsches Gericht gibt, die diesen sittenwidrigen Vorgang auch als solchen würdigt.
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ach ich weiß nicht. So ist das eben im Kapitalismus. Wir haben uns den Weg des Geldes gewählt. Und so geht das Geld seinen Weg. Und nimmt uns mit. Ob wir wollen oder nicht. Früher hieß es ja noch:
    Wer das Geld hat hat die Macht – wer die Macht hat hat das Recht.
    Doch inzwischen hat sich das alle ja soweit verselbständigt, dass diese kapitalistische Revolution ihre Kinder längst gefressen hat und völlig losgelöst ihren Kurs unbeeinflussbar gen monetäter Transzendenz fährt. Glaube ich.
     
  3. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Da ist was Wahres in deinen Worten.
    Nur
    braucht auch der Kapitalismus seine Regeln um funktionieren zu können.
    Und in diesem Beispiel werden diese Regeln ganz schön ausgehebelt.
    Wenn der(die) Eigentümer(Aktionäre) von ihrenAngestellten (Vorstand)ausgetrickst werden,
    dann funktioniert Kapitalismus(wer das Geld hat, hat die Macht) nicht mehr.
     
  4. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ist es im Moment nicht die Share holder value, die als Gradmaß allen Seins fungiert?
     
  5. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Anscheined nicht mehr.
     
  6. mymy 13

    mymy 13 New Member

    @ Convenant
    Ich glaube, du glaubst richtig. Komme gerade aus den USA, wo es nach viel beschäftigter Armut, einem gebeuteltem Mittelstand und ganz wenigen Reichen aussieht. Habe mich mit einem 63 jährigen Hotelboy unterhalten, der als Zweitjob im Restaurant arbeiten muß, um zu überleben. Ein Beispiel von vielen. Das wird uns ja hier als Vorbild der Vollbeschäftigung hingehalten. War früher übrigens Ingenieur.

    Ich glaube auch hier ist schon seit längerem die Zeit der Wölfe angebrochen, ohne den Wölfen unrecht tun zu wollen.
     
  7. maiden

    maiden Lever duat us slav

    weißt Du, ich sehe das so: niemand hat die Aktionäre zum Kauf, zur Investition gezwungen. Im allgemeinen Hipe jener Zeit hat jeder Hansel geglaubt, er könne jetzt groß ins Aktiengeschäft einsteigen und ohne Ahnung und ohne eigenes Zutun geschwind zum Millionär werden. Ich erinnere mich da an die Unterhaltung zweier Frauen um die 30, die sich im Arztwartezimmer ihre Aktienkäufe erzählten und "fachsimpelten". Von mindestens zwei Leuten weiß ich, daß sie sogar einen Kredit für Aktienkäufe aufgenommen, bzw. das gesammte Ersparte dafür geopfert haben(von etwa 40.000 Euro 38.000 investiert). Leute wie Du und ich, die keine Ahnung vom Aktiengeschäft haben aber unbedingt dabei sein wollten. Sozusagen Krümel die große Kuchen backen wollten. Scheiße war´s. Und ich hab nicht mal Mitleid.
     
  8. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    >>weißt Du, ich sehe das so: niemand hat die Aktionäre zum Kauf, zur Investition gezwungen.<<

    Das ist wohl wahr.

    Nur geht es im konkreten Fall um die Machenschaften eines quasi staatlichen Monopolkonzerns der je nach wirtschaftlicher Großwetterlage einen Zugewinn in das Säckel der jeweiligen Regierung erwirtschaftet.
    siehe zweite Marge der Ausgabe der T-Comaktie
    siehe UMTS- Auktion
    siehe Auslagerung der Providersparte des Konzerns (t-online)

    Analog kann man das gleiche Spiel bei der DB erwarten.

    Gewinne werden den sog. Kleinen (ob sie nun Kleinstaktionäre oder Kunden sind) entzogen (Rücknahme der t-online Aktie vom Börsenmarkt zu einem Zeitpunkt , da endlich Gewinne erwartet werden können)
    bzw. Verluste werden ihnen aufgelastet.
    Sei es in Form von Preiserhöhungen (siehe letzte DB Aktion)

    Da in beiden Fällen Vater Staat der Mehrheitsinhaber aller Aktien ist ( bei DB natürlich erst wenn diese an der Börse notiert sind)
    kommt ihm auch eine besondere Vertrauenspflicht zu die man vom Wald- und Wiesenkonzern a la Karstadt-Quelle nicht erwarten kann.

    -
    Vertrauen in den Standort Deutschland schaffen diese Finanzgebahren für internat. Investoren nicht.
     
  9. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Da mag was dran sein. Aber was das Vertrauen angeht, da waren welche schlauer als andere. Ich stelle halt immer wieder fest, daß der sogenannte kleine Mann seinen Verstand niederkämpft, wenn er die Chance zum Raffen sieht. Und diese Raffgier ist nun vielen zum Verhängnis geworden. Man kann nicht ohne nötigen Sachverstand und ohne einen genügend großen finanziellen Hintergrund an Geschäften teilhaben wollen, deren Mechanismen man allenfalls aus dem Studium von Focus oder SuperIllu kennt.

    Wer spekulieren will, sollte über ein ausreichendes finanzielles Polster verfügen, so daß er, wenn die Kohle verloren geht, drauf pfeifen kann. Wer das nicht kann und vom Aktiengeschäft keine Ahnung hat, soll die Finger davon lassen.
    Bei vielen der jetzt jammernden Anleger ist es doch wohl so, daß sich ihr Wissenshorizont im Aktiengeschäft auf die Formel "ich will reich werden" beschränkt.
     
  10. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Über die Kompetenz des Kleinanlegers maße ich mir kein Urteil an.

    Aber
    es ist mit diesen Eskapaden auch die kleine Omi betroffen die mit Aktien nun überhaupt nix am Hut hat, aber z.B eine kleine Werksrente ihres verstorbenen Mannes bekommt.
    Diese Renten werden häufig aus Pensionsfonds bestritten, welche einen Teil ihres verwalteten Vermögens in Aktien u.ä. angelegt haben.
    Diese Pensionsfonds gehören zu den Großanlegern und werden wohl in Zukunft solche Investitionen nicht mehr tätigen um die Pensionen ihrer Mitglieder sichern zu können.

    Diese Fonds werden wohl eher in China oder sonstwo ihre betreuten Gelder anlegen als hier.
     
  11. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich bin ja schon lange der Meinung, daß man die Börsen mal für zwei Jahre einfach zumachen sollte und dann schaut, was passiert.
     
  12. ks23

    ks23 Ohne Lobby

    Weiß gar nicht wo das Problem ist. Die werden auch bestimmt nicht verklagt. Abgesehen davon akzeptieren wir deutschen doch sowieso alles... DAS IST HALT SO... :D

    Wir haben uns den Kapitalismus ausgesucht, jetzt müssen wir ihn auch fressen.

    Geld... Das Heroin unserer Gesellschaft. Die Leute sind in ihren Denkmustern so festgefahren, dass sie sich eine Gesellschaft ohne Geld gar nicht mehr vorstellen können.

    Dabei wäre es so einfach den Kapitalismus über Nacht zu stürzen :cool:

    Aber irgendwann wird es den Goldenen Schuss schon geben :party:

    "Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht." - Meyer Amschel Rothschild (1743 - 1812)

    :klimper:

    Gruß
    Kalle
     
  13. ekaat

    ekaat ich bin auf dem sofa

    ...und was mach ich jetzt mit meinen aktien? frei nach colani :) hab ich sie gekofft und wollte nach fünf jahren wieder kucken, aber ich denke, die lassen mich nicht so lange :confused:
     
  14. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Also ich hab von ökonomischen Zusammenhängen so gut wie gar keine Ahnung, aber ich kann wirklich nicht verstehen wie man sich als Privatmann von Unternehmen wie der Telekom, der Post oder in Zukunft vielleicht auch der Bahn Aktien kaufen kann.

    Mann muss sich doch nur die Unternehmen ansehen:

    Beispiel Bahn: Wie kann man erwarten das ein derartiges Unternehmen jemals Gewinne abwerfen wird? Das ist von vorneherein zum scheitern verurteilt!
    Eine Bahnstrecke nach Fischbachau, in der pro Tag stolze 15 Reisende sitzen kann nie wirtschaftlich betrieben werden. Da die "grundversorgung" aber Aufgabe der Bahn bleibt wird diese auf dem freien Markt nie eine Chance haben.

    Bei der Post ists doch das
    gleiche: Der Service in jedem noch so kleinen Kaff einen Briefkasten aufzustellen kann sich nicht lohnen. Ich finde es wahnwitzig solche Unternehmen, die eine nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten lösbare Aufgabe zu bewerkstelligen haben derartig dem Markt auszusetzen.

    Wettbewerb ist ja sehr zu befürworten, man darf aber nicht vergessen das dabei die sicher von jedermann befürwortete flächendeckende Grundversorgung extrem gefährdet ist.
     
  15. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Und ausserdem:

    Mit einem Unternehmen, das alle Nase lang seinen Namen ändert möcht ich sowieso nix zu tun haben.

    (ich möcht gar nicht dran denken was alleine die Geschäftsausstattungen der verschiedenen Telekom-Töchter so kosten..)
     
  16. McXoX

    McXoX Gast

    Tja und geldgierig, wie Oma halt ist, meinte Oma, sie könnte auf ihre alten Tagen noch den grossen Reibach mit Aktien machen.

    Den Reibach hätte sie auch tatsächlich mit T-Onlineaktien machen können, wenn sie die Aktien zum damaligen Höchststand von ca. 80 Euro verkauft hätte.
     
  17. Gollum

    Gollum Gast


    :klimper:
     
  18. donald105

    donald105 New Member

    von so was lebt unsereiner!
    :party:
    aktien kauf ich aber woanders...
    :D
     
  19. maiden

    maiden Lever duat us slav

    es wird wohl weniger Oma gewesen sein, die ihr Erspartes mit Aktien verbrannt hat, weil alte Leute in der Regel ein etwas solideres Verhältnis zu Gelddingen haben und nicht leichtfertig investieren. Die Masse waren wohl eher Leute um die 30, 40, die sich gerade etwas zusammengespart hatten und/oder meinten, man könne Experten gleich, schnell zum Millionär werden. Schnell noch Focus gekauft, weil die vielen schönen bunten Diagrämmschen ja so viel an Informationen lieferten, und flugs zur Bank und investiert. Wer die Kohle nicht hatte, hat halt einen Kredit genommen.
     
  20. ks23

    ks23 Ohne Lobby

    Ob sich die Leute wohl auch aufregen würden, wenn ein Unternehmen überbewertet is'? :rolleyes: ;)

    Gruß
    Kalle
     

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