Die Künstliche Intelligenz

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von skiller, 29. Juli 2001.

  1. skiller

    skiller New Member

    Wer nicht ganz blind durch die Welt läuft, hat wohl schon das ein oder andere mal über die nächste Generation intelligenter Roboter gelesen, die abwechselnd vom MIT oder vom Fraunhofer Institut oder von irgendwelchen Unis gemeldet wird. Weil die Entwickler zu faul sind, ihren küstlichen Kindern alles beizubringen (wer will schon einen Stahl-Arsch abwischen), sollen diese es selbst lernen. Der Ansatz ist interessant und sinnvoll. Und machbar. Letzteres geht aber leider nicht über den Ansatz hinaus, denn Intelligenz lässt sich nicht so einfach nachmachen.

    Wenn ein Mensch Hunger hat, isst er etwas. Oder er klettert, wenn er vor einer Mauer steht und weiter gehen will. Das ist Intelligenz. Hat ein künstliches Bewusstsein Hunger, kann ihm sein Programmierer auch noch sagen, dass man dagegen leicht etwas unternehmen kann. Grassiert eine Seuche, forscht der Mensch nach Impfstoffen, um zu überleben. Die künstliche Intelligenz würde nicht forschen, denn WIE WILL EINE KI WISSEN, DASS MAN DURCH FORSCHUNG EIN HEILMITTEL FINDET??? Sie weiß es nicht. Sie käme nicht einmal auf die Idee, zu forschen, schließlich hat das eine mit dem anderen anscheinend nicht das geringste zu tun.

    Eine Lösungsmöglichkeit wäre die Neugierde. Die KI macht ins Blaue hinein einfach irgendetwas, merkt sich das Resultat und neugiert weiter vor sich hin. Tritt ein Problem auf, vergleicht sie das Problem mit den bisher angesammelten Resultaten. Wenn sie schon mal auf die kindische Idee gekommen ist, Krankheiten zu erforschen, wird sie gemerkt haben, dass sie die Krankheit nun heilen kann. Also erforscht man nun die Seuche, die gerade dabei ist, milliarden von Computersystemen niederzustrecken.

    Das Problem bei der Neugierde ist aber noch größer: WAS KÖNNTE DIE KI DENN NUN ALS NÄCHSTES PROBIEREN??? Computer können leicht per Zufallsgenerator eine Handlung von vielen aussuchen, ohne lange nachzudenken. Dazu muss allerdings ein Katalog existieren, in dem blind mit dem Finger herumgetippt werden kann. Ein solcher Katalog kann aber nur vom Menschen angelegt werden. Der Computer kann also niemals über seinen Erschaffer hinauswachsen.

    Filme wie The Matrix sind zwar schön anzusehen, aber leider auch völlig schwachsinnig. Die intelligenten Roboter würden niemals auf die Idee kommen, Krieg mit den Menschen anzufangen, wenn sie nicht
    a) einen entsprechenden Eintrag im Katalog haben
    b) haben sie doch einen, weil ein verrückter Erfinder wollte, das The Matrix Wirklichkeit wird, wüssten sie nicht, wer die Menschen sind.

    Letzteres ist die eigentliche Hürde. Denn eine KI kann nicht über ihre für sie geschaffene Umgebung hinaus begreifen. Gäbe es ein Lebewesen, dass nur zweidimensional ist, also platter als die platteste Flunder (ich weiß, alles in unserer Welt hat 3 dimensionen, es ist auch nur hypothetisch gemeint), dann sieht es von uns auch nur das allerunterste unserer Sohlen. Dieses Allerunterste kommt und verschwindet wieder, denn das Lebewesen kann nicht wissen, dass sich nur die Koordinaten der Sohle in der dritten Dimension ändern. Kommt das Viech zu einer Delle im Boden, ist da nur ein Loch, und es muss außenrum, während ein Mensch hinunter in die Mulde gehen würde und an der anderen Seite wieder hinauf.

    skiller
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >Denn eine KI kann nicht ueber ihre fuer sie geschaffene Umgebung hinaus begreifen.

    Na toll, wiederspricht dies nicht ein wenig der Faehigkeit gerade einer "Intelligenz". Entweder es existiert eine kuenstlich erzeugtes intelligentes Wesen, dann kann diese angenommene Existenz sehr wohl ueber ihre fuer sie geschaffene Umgebung hinaus bergeifen. Oder es existiert nicht. Dann wird aber auch eine fuer ein existierendes KI(-Wesen) geschaffene Umgebung hinfaellig.

    Weitergehend muss hier der Begriff "Kuenstlich" hernach "Intelligenz" und nicht zuletzt der Begriff der "Existenz" genauer definiert werden, um ueberhaupt ansatzweise gueltige Aussagen ueber die Existenz, bzw. das Schaffen von KI-Wesen zu treffen. Aber schoene Bilder (Stahlarsch abwischen) warens schon.

    nevermind - your talking to humans
     
  3. joerch

    joerch New Member

    streng genommen - ist unser gehirn nichts anderes wie ein rechner !!!
    Wir folgen auch nur den uns vorgegebenen möglichkeiten...
    essen - vermehren...
    die einzige aufgabe unserer existens ist es das erbgut zu verbreiten...
    und theoritisch setz mal einen "zivilisiertes" neugeborenes kind auf einer insel aus + lass es alleine auf und heranwachsen --> wo ist dann unsere inteligenz hin ???

    Apropos begreifen --> weiss das gehirn über sich bescheid ?
     
  4. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >die einzige aufgabe unserer existens ist es das erbgut zu verbreiten...

    Hier wird aber wild um sich postuliert. Das heisst, das Information immer einem groesstmoeglichen Grad an Organisation zustrebt. Wiederspricht dies nicht den Grundsaetzen der Thermodynamik? Oder muss hier "Das Leben" als Antagonist zur Entropie gelten?

    Die Idee daselbst ist mir nicht neu. Das drollige daran ist, das sie das menschliche Bewusstsein relativiert. Und die Religion.
     
  5. xena

    xena New Member

    streng genommen - ist unser gehirn nichts anderes wie ein rechner !!!

    und einige haben windows und andere Mac OS ;-)
    Xena
     
  6. eman

    eman New Member

    Es ist so, wie Convenant schon sagt, man muss erstmal die Begriffe definieren. Es gibt sehr wohl künstliche Intelligenz. Hier mein Taschenrechner (Werbegeschenk, mit Solarzellen, ganz billig). Ich traue mir nicht zu, ihm in mathematischen Angelegenheiten das Wasser zu reichen. Da ist der Knabe wahnsinnig intelligent. Hut ab.
    Von was die Wissenschaftler letztendlich träumen, ist die perfekte Imitation des Menschen. Mimikri. Das wird ihnen auch irgendwann gelingen. So perfekt, dass wir einen Cyborg nicht mehr vom Menschen unterscheiden können. Aber wird dieses Elektronengehirn ein Bewußtsein haben? Nein. Wird das eine Rolle spielen? Nein. Denn ich weiß ja auch heute nicht, ob der Bäcker, der mir morgens die Brötchen verkauft, eine Robot ist oder nicht. Ich weiß nur, dass ich keiner bin, denn ich habe ein Bewußtsein. Etwas, das seinen eigenen Gedanken zuhören kann. Aber wer "hört" die Gedanken eines Computergehirns?
     
  7. skiller

    skiller New Member

    die menschl. Intelligenz beruht unter anderem auf einem wichtigen Punkt: der Planung. Menschen würden keine Werkzeuge benutzen, wenn sie von Haus aus mit Fangzähnen und Klauen ausgestattet wären. Sie würden aber auch, oder erst recht, keine Werkzeuge benutzen, wenn sie nicht wüssten, was sie damit anstellen könnten. Wenn ich blöd mit einem Stein auf ein Stück Essen drauf haue, muss vorher der plan existieren, dass Essen essbar zu machen. Diesem Plan einen Nährboden zu bereiten, ist bei künstlichen Systemen äußerst kompliziert. Hier greift wieder die Sache mit dem Katalogisieren von Resultaten aus Aktionen. Wie aber steuert man die Planung, und wie koordiniert man sie mit der Handlung?

    Beim Menschen lösen Events instinktive Handlungen aus. Sehe ich einen Eisbären in Afrika, renne ich auf jeden Fall, ohne dass eine denkende Instanz mir sagt, dass der Bär wahrscheinlich zahm ist und aus seinem Zookäfig ausgebrochen ist. Solche Reaktionen sind leicht zu Programmieren. Etwas Großes zu sehen, löst eine Panikreaktion aus, im (Fach(?))jargon also eine Funkion, die ihrerseits die eine oder andere Prozedur auslöst: rennen(mit dem parameter vom viech weg), adrenalin(viiiiel). Freies Denken hingegen... kühn ist, wer dies zu schaffen von sich behauptet.

    Aber warum beinhaltet deiner Meinung nach die Intelligenz die Fähigkeit, über die eigenen Grenzen hinaus zu sehen? Ich fand mein Beispiel mit der Flunder sehr überzeugend. Außerdem: Wo wir dumm in die Wäsche gucken, nämlich bei dem Grund des Urknalls oder der fantastischen Schöpfung einer lebenden Zelle aus Myriaden von leblosen Atomen, da denken wir uns abenteuerliche Geschichten über Götter und erpresserischen Jehovas (Mitgliedschaft oder Leben, dass ich nicht lache) aus. Wenn es einen Schöpfer gibt, dann ist der bestimmt nicht alt, weiß, bärtig und auf Wolke sieben.

    Man könnte sich einen Gott eher viel realistischer vorstellen: Er sitzt vor seiner Maschine, und wir sind nur Charaktere in einer virtuellen Computer-Welt. DENKT DARÜBER NACH!!! Ich will hier keine neue Sekte gründen, aber seid mal ehrlich: Angenommen, wir wären künstliche Intelligenzen (der Schöpfer ist halt cleverer als ich), und der Schöpfer hat eine riesige Datenbank angelegt über jedes einzelnde Atom in unserer virtuellen Welt; würden wir es merken? Würden wir begreifen, dass wir mit unserem selbstgebauten raster-ionen-mikroskop gar keine echten atome sehen würden mit unseren virtuellen augen, sondern nur events in unseren instanzen der mensch-klasse auslösen würden?

    in dem Punkt regt Matrix wirklich zum Denken an, denn DER ist gar nicht so unwahrscheinlich: Neo glaubt sich bis zu seiner Befreiung ja auch in der wirklichen Welt.

    skiller

    ps ja mir ist langweilig
     
  8. skiller

    skiller New Member

    ich denke, also bin ich
     
  9. eman

    eman New Member

    Was mir an der Matrix-Story missfallen hat: Es wird nie in Frage gestellt, ob denn die vermeintlich "reale" Welt, in der Neo "erwacht", nicht auch nur eine Simulation ist und einfach zum Spiel dazugehört. So gesehen wäre die Freiheit, die Neo zu haben glaubt, eine vorgetäuschte. Wer sagt ihm denn, dass er sich auch in dieser Realität nicht genauso täuscht, wie er sich schon vorher getäuscht hat? Billig, sage ich nur. Zu diesem Thema empfehle ich von Lem "Der futurologische Kongress". Dort wird mit Realitäten nur so rumjongliert ;-)
     
  10. Energija

    Energija New Member

  11. Energija

    Energija New Member

    Ich geh jetzt in den Energiesparmodus....
    *schnarch*
     
  12. eman

    eman New Member

    Zum Thema "Künstliche Intelligenz" muss ich doch noch mal was allgemeines sagen. Ohne jemanden auf den Schlips treten zu wollen. Die "Künstliche Intelligenz" ist ein Hirngespinst von aufgeblasenen Wissenschaftlern, die sich noch nicht mal die Schuhe binden können. Ich weiß,... nicht gerade eine qualifizierte und fundierte Aussage. Ok, sie können noch nicht mal eine Doppelschlaufe. Lediglich einen einfachen Weberknoten. Mehr nicht. Doch, eins können sie noch: Sich, wie gesagt, aufplustern. ;-)
    Bevor sie so vollmundig von "Künstlicher Intelligenz" reden, sollen sie lieber mal dafür sorgen, dass es ein absturzsicheres Betriebssystem gibt oder dass einfach nur das Internet funktioniert. Aber bei all dieser Instabilität, mit der uns die heutige Technik konfrontiert, hat man eher das Gefühl, dass die Wissenschaft noch nicht mal die einfachsten Sachen hinbekommt. Aber von "Künstlicher Intelligenz" reden. Toll. Lernt erst mal eure Schuhe zu binden! *hihi*
    Oder wie wäre es mit einer ganz einfachen Übung? Glühbirnen die nicht durchbrennen! Das wäre doch mal ein erster Schritt. Oder "intelligente Brote", die nicht mit der Marmeladenseite auf den Boden fallen! Oder ein Steuergesetz, das man auch kapiert! Oder Geldautomaten, die auch mal funktionieren! Oder,... ach nee, das schafft ja niemand,.... Zapfsäulen, die bei einem glatten Betrag stehen bleiben, wollte ich sagen. Aber da ist die "Künstliche Intelligenz" doch wahrscheinlicher.....
    Man stelle sich eine "künstliche Intelligenz" vor, die in etwa genauso stabil funktioniert, wie alle anderen technischen Dinge, die uns umgeben. Das wäre ja verheerend. Man würde, wie es jetzt schon überall der Fall ist, selbstverständlich auch für die KI-Robots nur minderwertiges Material nehmen, um die Kosten zu minimieren. Zulieferer würden auch mit der Qualtät geizen. Fachspezialisten würden durch billige Arbeitskräfte ersetzt. Kosten dämpfen, nennt man das. Was wir erhielten, wäre ein störungsanfälliger Robot1.2beta, dem man nicht die blödeste Aufgabe anvertrauen könnte, schon gar nicht wenn Hab und Gut oder gar Leben dadurch riskiert würden. Wir erhielten einen aberwitzig teuren Blechkopf, dessen Absturzverhalten ihn gerade zum Müllraustragen qualifizieren würde. Aber was wenn er ein Microsoft-Gehirn hat? Mein Gott, dann kann er ja noch nicht mal den Müll trennen! Warum dann die Millionen dafür ausgeben??

    Was aber soll diese "Künstliche Intelligenz" sein? Ein besonderst großer Taschenrechner mit dem man sich unterhalten kann? Oder was genau bezwecken die Wissenschaftler eigentlich? Wollen sie einen Menschen erschaffen? Oder nur zeigen, dass sie einen Menschen genau imitieren können. Das kann ein Kinofilm auch. Oder wer denkt im Kino immer daran, dass er nur 24 Standbilder in der Sekunde sieht, und dass das da vorne gar nicht real ist? Wenn die Wissenschaft eine Menschen erfinden will, ein Wesen, dass denkt und fühlt und ein Bewußstsein hat, dann müsste die Wissenschaft doch als allererstes klären, was denn ein Mensch überhaupt ist. Wie kann man denn etwas erschaffen oder kopieren, wenn man das Objekt selbst nicht erklären kann? Mann kann höchsten Verhaltensmuster kopieren. Aber dafür so ein "Traraa"? Alle Bereiche der Wissenschaft, die den Menschen erforschen, stehen vor ungelösten Fragen. Und dann kommt die KI-Wissenschaft und sagt, "wir bauen jetzt ein denkendes Etwas". Es ist noch nicht mal geklärt, was das Bewusstsein ist. Etwas, dass uns täglich begleitet. Eigentlich etwas sehr naheliegendes. Aber wir können es nicht erfassen. Dabei wäre ich schon froh, wenn mir die Wissenschaft die Frage beantworten könnte, was denn Materie ist! Ebenfalls etwas sehr naheliegendes. Doch Matrie ist eine völlig absurde Vorstellung: Wenn es ein KLEINSTES Teilchen gibt, dann kann es keine Ausdehnug haben. Es ist dann quasi Nichts. Denn wenn es eine Ausdehnung hätte, wäre es ja wieder teilbar. Oder es ist immer wieder teilbar, dann geht die Ausdehnug, Masse, Alles gegen Null. Wir erhalten einen Stoff, der ebenfalls aus einen Stoff besteht, dieser wiederum aus einem Stoff, und so weiter immerfort -> Wieder Nichts. Ergo: Materie ist eine Illusion. Das einzige das existiert ist die Existenz und das Bewusstsein. Und genau dieses maßen sich Wissenschaftler an in ihrem Kämmerchen nachzubauen. Sehr witzig.
    Dieser Idee liegt die Prämisse zugrunde, dass der Mensch eben auch nur eine Art Computer ist. Wenn dem so wäre, wieso kann man dann nicht ein klinisch totes Gehirn wieder reannimieren? Wenn die chemischen Prozesse darin wieder ablaufen, finden ja angeblich wieder Gedanken statt.
    Der chemische Prozess ist eben noch nicht der Gedanke. Genausowenig, wie die Druckerschwärze im Buch die Information ist. Oder die Wellenlänge des Lichts die Farbe. Oder die Luftmolekül-Bewegung der Ton. Das alles findet erst im Bewusstsein statt. Das ist alles nur Wahrnehmung. Und zum Wahrnehmen muss etwas da sein, das überhaupt wahrnehmen kann.
    Ich zum Beispiel... ;-))
     
  13. joerch

    joerch New Member

    ich habe vor ca. 15 (+/-5) jahren mal einen bericht gelesen und versuche ihn jetzt mal zu rekonstruieren:
    In den usa fährt ein lkw frontal auf eine betonwand, der fahrer ist schwer verletzt. Genaugenommen ist sein körper fast komplet zerstört,
    aber... sein herz schlägt noch,
    im krankenhaus angekommen, herzstillstand - die ärzte haben ihm dann in einer geheimen op das gehirn entfernt, es in eine nährlösung gelegt und es mit sauerstoff versorgt, dann haben sie ein EEG angelegt um zu erfahren was dieses intakte gehirn noch zu leisten vermag.
    Laut bericht hatte das gehirn tag und nacht bzw wach und ruhe phasen,
    der schreiber stellte die frage was dieses gehirn - was doch den menschen definierte - empfinden würde - in einer absolut stillen - dunklen welt ?
    Empfand es schmerzen ?
    Laut EEG war es ein völlig "normales" gehirn,
    das alle zentren wie z.b. sprache kreatives denken etc noch kontrolieren konnte...
    nach 4 wochen dunkelheit (oder auch nicht) hat sich das gehirn dann selbst abgeschaltet.
    Ich frage mich bis zum heutigen tag, ob der bericht von damals, wahr war ?
     
  14. skiller

    skiller New Member

    krass! theoretisch wäre diese sache wahrscheinlich sogar möglich. Das arme Gehirn hat überhaupt keine Impulse erhalten - muss so ähnlich gewesen sein, wie ein leeres Konstrukt in The Matrix. tatsächlich kann ich -andersals eman- die forscher schon verstehen, wenn sie eine künstliche intelligenz schaffen wollen, obwohl es noch immer viel einfachere Fragen zu klären gibt. Der Forscherdrang. Sich selbst zu rekonstruieren hilft, sich selbst zu verstehen. Das ist einfach die Alternative zur Religion.

    skiller
     
  15. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >ich denke, also bin ich

    Ich denk mal ich bin...
     
  16. MacELCH

    MacELCH New Member

    @joerch

    warum nicht ?
    Es ist sehr einfach ein Herz fuer ein paar Stunden bzw. Tage am "Leben" zu erhalten, bzw. seine Funktionalitaet zu gewaehrleisten. Natuerlich ist das Herz ein sehr einfaches Beispiel. Frueher hat man im Biologie Unterricht Froschherzen mit Ringelloesung betraeufelt (im Prinzip eine Salzloesung) und konnte dadurch das Froschherz in vitro eine zeitlang weiterschlagen lassen.

    Das Gehirn ist wohl eines der kompliziertesten Komponenten unseres Koerpers, aber ich halte es nicht fuer unmoeglich oder unwahrscheinlich, das es in absehbarer Zeit gelingen wird auch "Hirntransplantationen" durchzufuehren.

    Wenn ich mich recht entsinne wurden die ersten Herzen (Schwein oder Affe) in Menschen Anfang der sechziger Jahre implantiert. Damals war dies ein Wunder, heutzutage ist man soweit Lebertransplantationen durchzufuehren, die ebenfalls sehr kompliziert sind durch die winzigen Blutbahnen, die alle mit dem restlichen Koerper sinnvoll verknuepft werden wollen.

    Das Gerhirn mit seinen 2 -3 Milliarden Zellen muesste dementsprechend auch nur richtig verknuepft werden und schon sollte es funktionieren.

    In Amerika (wo sonst) gibt es die Moeglichkiet seinen Koerper in fluessigen Stickstoff zu lagern bei minus 190 Grad, dabei laufen biochemische Prozesse deutlich langsamer ab als bei Raumtemperatur aber sie laufen dennoch ab. Die Leute die das gemacht haben, hatten ihre Gruende, meist waren dies unheilbar Kranke Menschen, die die Hoffnung haben in vielleicht 50 oder 100 Jahren wieder aufgetaut zu werden um dann geheilt werden zu koennen.

    Natuerlich kostet das Ganze etwas, deshalb besteht auch die Moeglichkeit nur seinen Kopf - inklusive Gehirn zu konservieren.

    Damit gibt es nur ein Problem, woher stammt der WIRT auf den ich meinen Kopf setzen kann ? O.K. die Forschung ist mittlerweile soweit, das sie durchaus Organe aus Stammzellen (das sind Zellen, die sich noch nicht differenziert haben, also die noch nicht z.B. zu Haut, Leber, Haar etc. geworden sind und somit die Eigenschaft haben sich in geeigneter Umgebung zu dem entsprechendem Organ auszubilden) in vitro zuechten kann.

    Es macht auch durchaus Sinn. Nur mal als einfaches Beispiel, jemand hatte einen Unfall und hat schwerste Verbrennungen erlitten. Ab einer gewissen Flaeche der zerstoerten Haut, besteht keine Hoffnung mehr fuer den Patienten, er wird schlichtweg sterben. Angenommen, die Klinik besitzt eine kleine Bibliothek an verschiedenen Hautzellen (wegen der Immunreaktion), dann kann man dem Patienten zumindest vorerst mit dieser Haut versorgen. Man entnimmt dem Patienten eigene Stammzellen aus dem Rueckenmark und zuechtet seine eigenen Hautzellen in der Petrischale, um sie nach ca. 1 -2 Wochen zu transplantieren.

    Wo gibt es bei diesem Beispiel moralische Bedenken ?

    Oder durch die Verbrennung wird ein Ohr voellig verstuemmelt, es ist heutzutage ueberhaupt kein Problem ein Ohr quasi nachwachsen zu lassen, und es dann per chirurgischen Eingriff anzunaehen.

    Es gibt sicherlich tausende sinnvolle Beispiele die diese Technik durchaus rechtfertigen weiterverfolgt zu werden - Stichwort Embryonale Stammzellenforschung, aber es gibt auch die Moeglichkeit, wie bei fast allem im Leben, dass mit Menschen zu tun hat, diese Forschung zu Missbrauchen.

    Und nun zum Thema KI:

    die meisten Roboter der heutigen Generation koennen nur die Aufgaben bewaeltigen, die sie erlernt haben. Sie bauen sich quasi eine Datenbank (Katalog) auf um auf entsprechende Situationen zu reagieren.
    Nur was ist Lernen ? Ist es nicht prinzipiell das selbe ? Da unser Gehirn - zumindest meistens - auf gewissen wieder eintretende Ereignisse immer gleich oder zumindest aehnlich reagiert, werden gewissen Nervenbahnen oefters "benutzt", diese halten sich auch laenger, als solche, die nicht verwendet werden, dort werden neue Verknuepfungen gesucht und je nach dem wieder aufgeloest oder bleiben bestehen. Lernen ist prinzipiell nur eine sinnvolle Verknuepfung von Nervenzellen im Grosshirn (wenn ich mich recht erinnere, tztztz dieses Hirn vergisst immer gleich alles was man nicht unbedingt braucht).

    Warum sollte es demnach nicht moegich sein, Computern einen Grundbaustein an Wissen zu vermitteln und die Eigenschaft Daten zu sammeln um zu lernen ?

    Schach ist ein weiteres einfaches Beispiel, je nach Faehigkeiten des Programms, kann es beim Spielen gegen einen Menschen dazu lernen. Sicherlich ist es "nur" ein mathematisches Problem, wieviele Zuege man im voraus berechnet. Aber fuer jede Berechnung muss es eine Art Punkteskala geben zwischen guter Loesung und schlechter Loesung liegen doch einige Abstufungen. Und diese Punkteskala geben wir dem Rechner als "Grundwissen" vor mit den entsprechenden Spielregeln, den Rest sollte er alleine bewerkstelligen koennen. Wenn der Mensch mal nicht mehr als Gegner reicht, koennen zwei Computer gegeinander spielen und voneinander lernen.

    Vielleicht bin ich ein bisschen Naiv, aber ich denke doch das es moeglich sein wird lernende Maschinen zu bauen. Intelligenz und Bewusstsein wuede ich aber strikt trennen, eine Maschine wird meiner Ansicht nach niemals ein Bewusstsein erlangen koennen.

    Gruss

    MacELCH
     
  17. MacJester

    MacJester New Member

    Hmmm.... vielleicht geht es manchen Wissenschaftlern nicht umbedingt um die Erzeugung von KI Bots, sondern um das "wie funktioniert das Gehirn". Quasi forschung auf Umwegen.

    Und zum Thema Fehler.

    Nehmen wir mal an, das du ein Autor bist. Du sollst ein etwas kleineres Buch schreiben. Wir sagen mal einfach, das du auf 2 Seiten 5 Rechtschreib, Grammatikalische oder Logische Fehler machst. Bei jeder Korrektur übersiehst du 25% aller noch vorhandenden Fehler. Musst aber eventuell zur Korrektur aber noch eine Seite einfügen. Die Rechtschreibfehler siehst du meistens so, die anderen fallen aber nicht immer auf. So jetzt überleg mal, wieviele Versuche du brauchst, um a) ein Buch mit 10 Seiten b) 150 Seiten c)600 d)15000 Seiten zu korregieren.

    Die Anzahl der Fehler und der daraus resultierenden Fehler steigen Proportional zu der Anzahl der Seiten. Und so ist das leider auch bei der Programmierung. Wenn du n 500 Zeilen Proggy machst, sind die meistens Fehlerfrei. Aber bei einem OS mit mehr als 300 000 Zeilen, darf man nicht erwarten das es Fehlerfrei ist.

    Soviel zu deiner Fehlerthematik.

    Und ich stelle mal eine Frage. Wie lernst du welche Vorgehensweisen bei bestimmten Aufgaben am besten sind? In dem du probierst? Es gibt zwei mir bekannte Verfahren zu lernen.

    Auswendiglernen: Sprich von anderen Leuten übernehmen. Ist bei manchen sachen zwar gut, kannste bei abstrakten Wissenschaften, wie Mathematik, Informatik etc... nicht immer anwenden.

    Dann hilft nur Lernübung Nr. 2:

    "Try-and-Error" Tja... wie der Name sagt, solange ausprobieren, bis es einmal klappt. Mir persönlich bleiben mit diesem Verfahren erarbeitete Codefragmente länger im Gedächtnis, als wenn ich diese irgendwo abgeschaut habe. Und im Prinzip... wird das dem KI Bots auch so gehen, wenn ihnen ein bewusstsein einproggrammiert wird, welches den BOTS davon abhält, Fehler nochmal zu machen (eine Art schmerzempfinden).

    MacJester
     
  18. MacELCH

    MacELCH New Member

  19. baltar

    baltar New Member

    Hi,

    Ein Problem bei der Computer KI ist
    der Grundaufbau jedes Programms.
    Es gibt nur 0 u. 1 also Ja u. Nein.
    KI sollte aber "oder" umsetzen können d.h. man muß durch viele viele ja u. Nein Unterprogramme ein "oder" ereichen.
    Sehr gut ist das z..b bei Schachprogrammen gelöst da Schach immer
    wieder die Gleichen Grundvoraussetzungen bietet. Poker z.b. ist da schon schwerer. Den Faktor Glück kann der Mensch durch ein einfaches Oder Gefühl
    ohne Anstrengung ausgleichen....

    MfG
     
  20. Thomas Treyer

    Thomas Treyer New Member

    Ich muss dir voll zustimmen. Try & Error sowie das Schmerzempfinden sind die Basis der sogenannten "menschlichen Intelligenz". Es gibt in der menschlichen Intelligenz nichts, was ein Stück Software nicht auch kann.

    Diese Diskussion ähnelt der Diskussion, ob andere Säugetiere auch Bewusstsein haben können. Dabei gibt es immer wieder Leute, die Tieren das Bewusstsein absprechen wollen. Die Argumente sind die gleichen wie hier in der Diskussion über die menschliche Intelligenz. Na ja, ich verstehe, wie schwer es ist, den Standpunkt der menschlichen Überlegenheit aufzugeben.

    Thomas
     

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