Die neue Abart der Heuschrecken

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macziege, 25. Juni 2005.

  1. Macziege

    Macziege New Member

    In diesem Fall würde ich Müntefering bedingungslos unterstützen. Dies ist pure Abzocke von Abhängigen. Die betroffenen Mitarbeiter sind genötigt, ihr persönliches Umfeld zu verlassen und in einem Land, dessen Sprache sie anfangs noch nicht mal kennen, ihrem Job nachzugehen. Solch ein Vorgehen kann ich nur noch als Slavenhaltung bezeichnen. :pirat:
     
  2. maiden

    maiden Lever duat us slav

    keine Sorge. Die kommen alle wieder. Spätestens dann, wenn in Ländern wie Rumänien oder China die Menschen merken, daß sich Lebensstandard noch steigern läßt, und die Billiglohnländer irgendwann Deutschland oder Frankreich heißen. Tendenzen gibt es hier bereits zuhauf.
     
  3. Opa01

    Opa01 New Member

    Dabei tun die Firmenchefs den Mitarbeitern doch etwas Gutes. Sie lernen neue Kulturen kennen, lernen wie man mit wenig auskommt und sind dankbar, daß sie noch einen Job haben. Zumindest sollten sie es sein.

    Genau dieses Verhalten war es ja, das Münte angeprangert hat. Das hier sind zwar Extremfälle, aber der Trend ist da, die Arbeitskräfte auszupowern
    und nach Entzug der Gelder den Laden hier dicht zu machen. Die Frage bleibt natürlich, wer die Waren kaufen soll, wenn hier nicht mehr verdient wird. Strukturschwache Gebiete sind zwar gut für billige Produktion, aber keine Absatzmärkte.

    Opi
     
  4. Macziege

    Macziege New Member

    Entschuldige mal, aber das war eben nicht genau dass, was Münte angeprangert hat. Er hat in erster Linie die ausländischen Kapitalgesellschaften angesprochen und Firmen, die ihre Produktion ins Ausland verlagern.

    Die hier geschilderten Fälle sind eine ganz neue Variante, bei der unter Umständen Familien auseinander gerissen werden, bzw. gezwungen werden, dem Ernährer ins Ausland zu folgen, mit allen Konsequenzen. Man kann im Ausland vielleicht mit den gezahlten Gehältern leben, aber kann man auch sein noch nicht ganz bezahltes Eigenheim weiter bezahlen? Was ist mit er Ausbildung der Kinder?

    Nun könnte es ja von Vorteil sein, dort sein "Einkommen" zu haben, als hier arbeitslos zu sein. Darauf spekulieren die Firmen offensichtlich, denn letztendlich sind sie ja auf das know how der Mitarbeiter angewiesen.

    So oder so ist das schlecht für den Standort der "teueren" Wirtschaftsnationen. Also müsste man doch über Alternativen nachdenken, um aus diesem Dilemma heraus zu kommen.
     
  5. ts-e24

    ts-e24 New Member

    Das denke ich auch!
    Die jetzigen Billiglohnländer werden auch früher oder später dorthin gelangen, wo wir sind. Der Lebensstandard wird sich erhöhen. Damit erhöhen sich die Lohnkosten auch. Sehen wir doch mal die Osterweiterung der EU. Noch ist es da billig. Aber trotzdem wird dort der Lebensstandard auch höher und besser werden. Mir kommt das so vor, wie die Missionierung der Kirche im Mittelalter.
    Jedes Volk was angetroffen wurde, wurde dem Glauben unterworfen.
     
  6. Macziege

    Macziege New Member

    Fragt sich nur, wie lange das dauert.
     
  7. Opa01

    Opa01 New Member

    Es stimmt wohl, daß er diese Firmen nicht direkt angesprochen hat, aber genau das hat er gemeint.
    Firmen auslutschen, egal mit welchen Mitteln, kurzfristig und kurzsichtig die Rendite extrem erhöhen und anschließend Insolvenz anmelden.
     
  8. Macziege

    Macziege New Member

    So, genau das hat er gemeint? Woher willst du das wissen. Mit so einer Einstellung kannst du alles interpretieren, in jede Richtung. Halte dich an das, was er gesagt, und wie er es gesagt hat. Was hat sich übrigens seit dem getan?
     
  9. Pahe

    Pahe New Member

    Ich hatte in einen anderen fred, ohne Kenntnis dieses Artikels geschrieben, dass das Kündigungschutzgesetz gerade wegen dieser "Heuschrecken" formuliert und eingeführt wurde. Selbst dafür erblöden sich noch "Unternehmer", einen fiesen Umweg zu suchen und zu gehen.
    Wenn jetzt der Kündigungsschutz bei uns abgeschafft wird, dann wird massenhaft das auch angeführte Beispiel angewandt. - In einer Nacht- und Nebelaktion wird der Produktionsstandort verlegt und die Ex-Mitarbeiter stehen am Tag darauf vor leeren Hallen.
    Dann aber gibt es rechtlich überhaupt keine Handhabe mehr, solches Tun auch nur geringfügig einzuschränken. Bevor sich die Regierungsmitglieder zusammensetzen um wenigstens eine Verordnung dagegen zu formulieren sind 5 Mio Arbeitsplätze weg.
    Das Kündigungsgesetz erschwert solche Praktiken, verhindert aber überhaupt nicht wohl begründete Kündigungen im Krisenfall und das obwohl in etlichen Fällen die Krise von den Unternehmern schuldhaft verursacht wurde.

    In Frankreich würde ein Zusatz zum Gesetz helfen, dass der Firmensitz in Frankreich zu bleiben hat damit solches legal ist und dass sämtliche leitenden Angestellten und Unternehmensführungen auch dieselben Gehaltsanpassungen hinnehmen und ebenfalls mitziehen müssen, um die Legalität zu erfüllen.
     
  10. Andrea Fortman

    Andrea Fortman New Member

    oder auch eine kombination mit überregulierung??

    Zitat:
    " ... Im April 1995 hatte das oberste Gericht zwei dafür entscheidende Urteile gefällt. Die Arbeitgeber würden ihren Mitarbeitern die Weiterbeschäftigung in Billiglohnländern nicht aus Zynismus vorschlagen, meint auch der Arbeitsrechtler Gilles Bélier: "Sie werden von der Gesetzgebung dazu gezwungen.""
     
  11. Pahe

    Pahe New Member

    Es lohnt sich nicht einmal, die Meinung eines Vereinnahmten der sich Arbeitsrechtler nennt, ernst zu nehmen, geschweige denn durch laufendes Zitieren zu verbreiten.
    Ein Gesetz, das Straftaten verbietet übt immer einen Zwang aus, für den Straftäter, die dann üblicherweise schutzbehaupten - einen Zwang dazu auf sie auszuüben.
    Allerdings für viele andere, denen die psychopatische Veranlagung fehlt, ist es eine Erhöhung der Hemmschwelle.
     
  12. Hallo

    Präsident des renommierten Hamburger Wirtschaftsforschungsinstituts HWWA schrieb am 17. Juni in der WELT, falls jemand wählen kann: 'Acht Gründe zu bleiben' und macht damit aus Schröders Chinapolitik Makkulatur. Diese Widersprüche können einen schon zerreissen, Ziege.

    G
     
  13. Opa01

    Opa01 New Member

    Kein Kommentar, außer das ich die gezwungenen Firmeninhaber bedaure.
     
  14. Andrea Fortman

    Andrea Fortman New Member

    wow, was du alles weisst! :eek:

    wer hat ihn denn vereinnahmt? wieso ist er denn vereinnahmt? woher hast du dein wissen? woher kennst du das französische arbeitsrecht überhaupt?

    fallst du dir die mühe machst alles zu lesen wirst du erfahren, dass es zwei urteile gegeben hat, die zu diesem verhalten geführt haben.

    wenn da einer "psychpatisch" war dann wohl eher der gesetzgeber, bzw. die auslegung in den entsprechenden urteilen durhc die legislative. aber schön das du da drauf hingewiesen hast.

    mein statement bezieht sich übrigens nur auf die gesetzgebung. das lycoos nach armenien (!) geht, um zu programmieren ist schon ein ding. ich hab da so meine zweifel, ob der schnelle weg auch immer der richtige ist und die sich nicht selbst in das fleisch schneiden. ich glaube das lycoos (im beseitz von herrn mohn junior (bertelsmann)) in diesem jahr beweisen muss, dass es eine schwarze null schreiben kann. und da ist offensichtlich nix zu blöd
     
  15. Andrea Fortman

    Andrea Fortman New Member

    da sind wir einer meinung :nicken: ;)
     
  16. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Glaubst Du etwa ein Arbeitnehmer, der durch Verlagerung seines Betriebs bzw. der Produktion ins Ausland, könnte sein noch zu bezahlendes Eigenheim mit dem Arbeitslosengeld bezahlen?
     
  17. maiden

    maiden Lever duat us slav

    bevor du hier (wieder mal) jemandem vorwirfst, etwas nicht verstanden zu haben, solltest du vielleicht selbst mal richtig lesen.

    In keinem der zitierten oder erwähnten Urteile und auch nicht im französischen Arbeitsrecht steht geschrieben, daß Mitarbeitern, denen ein Arbeitsplatz im Unternehmen, auch im Ausland, angeboten werden muß, auch die dort geltenden niedrigen Hungerlöhne bezahlt werden müssen.

    Das ist nun wieder mal nur eine Erfindung jener Unternehmer, die ihre Mitarbeiter auf diese Weise los werden, im Ausland billig produzieren, und im Heimatland Konsumenten finden wollen.

    Und es ist nunmal wieder eine bekannte und alte Masche mancher Unternehmer, daß sie für ihr eigenes unmoralisches Verhalten, ihre Fehler oder ihre miesen Methoden andere verantwortlich machen. Und da ist die Politik das beliebteste Opfer. Denn die ist ja bekanntlich an allem und stets alleine schuld.
     
  18. maiden

    maiden Lever duat us slav

    scheinbar ist Herr Ziege wieder mal der einzige, der genau Bescheid weiß und alles gelesen hat. Was genau hat er denn nun gesagt, der Herr Münte? Ich habs hier übrigens schwarz auf weiß neben mir liegen. Also Obacht!
     

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