DSL digitaler als analog?

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von Taipan, 3. Mai 2004.

  1. Taipan

    Taipan New Member

    Hi!

    Mal 'ne blöde Frage: Man spricht ja bei 56k(oder weiniger)-Modems gerne von Analog-Modems, aber sind die überhaupt analoger als DSL-Modems? Meines Wissens wird doch bei beiden vom Rechner zum Modem digital übertragen, dann analog über die Telefonleitung, oder? Sonst wär's doch auch kein MODEM?
     
  2. kawi

    kawi Revolution 666

    DSL => Digital Subscriber Line

    http://www.net-lexikon.de/DSL.html

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    DSL ist eine Technologie zur digitalen Hochgeschwindigkeitsübertragung von Daten über Telefonleitungen aus Zweidraht-Kupferkabel.

    Ein normales Modem wandelt die digitalen Signale des Rechners durch ein Codec in analoge Signale um, die auf Empfängerseite wieder digitalisiert werden.
    Mit DSL-Technikdagegen werden die Daten digital über die Kupferleitungen des Telefonnetzes übermittelt.


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  3. WoSoft

    WoSoft Debugger

    Die Begriffe Analog-Modem vs Digital meinen erst einmal den Telefonanschluss, also das alte Analogtelefon vs ISDN.
    Analogtelefon heißt, dass die Sprache "as is" übertragen wird, wenn auch in der Bandbreite beschnitten. Bei ISDN wird das anlaoge Sprachsignal digitalisiert, so übertragen und beim Empfänger wieder digital-anlog gewandelt.
    Daten werden bei ISDN natürlich ohne diese Wandler direkt übertragen. Deshalb ist der Begriff ISDN-Modem auch falsch, es gibt nur ISDN-Adapter (zum/vom Rechner).
    Was ist nun DSL? Auch digitale Übertragung nur bei höheren Frequenzen und das mit dem Telefon auf der selben Leitung und das geht so: "Unten" im Band liegt der Telefonbereich. Für Aanlog-Telefone würden die ersten 3,4 KHz reichen, aber ISDN geht bis 120 KHz. Deshalb startet DSL bei 132 KHz. Diese beiden Frequenzbänder werden über den Splitte getrennt, praktisch eine simple Frequenzweiche.
     
  4. Taipan

    Taipan New Member

    Also ist eine DSL-Modem eigenltich auch kein Modem? Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich als Physik-Krüppel oute: Frequenzbänder gibt es doch nur bei analoger Übertragung, oder?
     
  5. WoSoft

    WoSoft Debugger

    Auf einer Telefonleitung bis zu 2 km Länge lassen sich theoretisch 0 bis 1,1 MHz übertragen. Diese Bandbreite teilt man bei ADSL (Asymetrisch) in 256 Frequenzen à 4,3 KHz für den Downstram und 32 für den Upstream mit Abständen der selben Größe, genau: 4312,5 Hz.
    Diese Trägerfrequenzen werden nebeneinander angeordnet, wobei die oberen nicht genutzt werden und je schlechter, die Leitung, desto weniger.
    So wie man mit einem Analogmodem einen Träger von 4,3 KHz Bandberiete mit bis zu 56 KBit/s mdulieren konnte, hat man nun sehr viele davon nebeneinander im so genannten Frequenz-Multiplex-Verfahren. In diesem Sinne ist DSL-Modem schon korrekt, nur dass es hier sehr schnell von einer Frequenz zur nächsten "gemultiplext" wird.
     
  6. Taipan

    Taipan New Member

    Ich sehe, da kennt sich jemand aus. Danke für die Erläuterungen!
     

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