Es tut mir sooooo leid...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Snorrt, 24. Juli 2008.

  1. Snorrt

    Snorrt New Member

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,567807,00.html

    Tja. Schade. Wirklich schade. Warum nur, kann ich mir ein verdammt dickes Grinsen nicht verkneifen? Warum wünsche ich der restlichen Autoindustrie, dass sie einfach absäuft? Ich weiß es nicht... vielleicht liegt es daran, dass man schon vor 20 Jahren ein 5l-Auto hätte bauen können und heute bereits mit 1l-Autos rumfahren könnte, vielleicht sogar mit welchen komplett ohne Benzin.

    Aber lustig, dass es mal in diese Richtung geht. Hätte schon fast nicht mehr daran geglaubt.
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Für mich auch ein Beleg, dass wir alle mit Schmackes an die Wand fahren werden. Wir sind allesamt viel zu unflexibel und eingefahren – und da nehm’ ich mich nicht aus. Auf der anderen Seite ist es vielleicht auch gut so, denn unser kapitalistisches System belohnt die Gier und bestraft Genügsamkeit. Inzwischen sollte es auch dem größten Ignoranten klar geworden sein, dass unser altes »Wachstum! Wachstum!« Mantra ausgedient hat.
     
  3. Snorrt

    Snorrt New Member

    Du hast du sicherlich recht. Aber es ist ein bisschen wie mit der Braunkohle. Manchmal ist es schon wesentlich früher Zeit, ein bisschen Innovation (und vor allem Ökologie) in seinen gesamten kapitalistischen Kreislauf mit einzubeziehen. Mich freut es sicherlich nicht, wenn hier Arbeitsplätze verlorengehen. Aber schuld ist eben die verblödete Autoindustrie, die auf den falschen Trend gesetzt hat und vor allem: Immer weiter gesetzt hat, obwohl schon vor 5 Jahren absehbar war, dass das nur noch im Hochpreissegment läuft.

    Und gegen soviel Sturheit und Verblödung scheint nur ein Kaufstopp (aus Zwang, die Autofahrer würden ja gerne weiterhin SUVs fahren) zu helfen. Daher meine Hoffnung, dass sich jetzt mal was in die ausnahmsweise richtige Richtung ändert. Auch wenn es aus den falschen Gründen (hohe Benzinpreise) passiert.
     
  4. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Nein. Aufgabe der Industrie ist es einzig und alleine, die Nachfrage so zu befriedigen, daß sie wirtschaftlich Operieren kann. Schuld sind deswegen die drecksverblödeten Käufer, welche die 3-Liter-Lupos damals im Autohaus stehen liessen und dafür die Toureg-(oder Touran? was weiss ich)-Geländewagen genommen haben. Da die Industrie in erster Linie ihren Investoren und in zweiter Linie ihren Angestellten verpflichtet ist, blieb ihr nichts übrig, als die gefragten Geländewagen zu liefern. Andernfalls hätte sie ihre Existenz aufs Spiel gesetzt.

    Grüße, Maximilian
     
  5. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    :nicken:
     
  6. Snorrt

    Snorrt New Member

    Hmm. Ich glaube denen ist das durchaus klar. Ist wie mit der Stromindustrie. Die wissen genau, dass sie Atomkraftwerke auf Dauer nicht halten werden können, selbst nicht, wenn die Regierung wechselt (in Richtung Schwarz). Aber es wird wohl kaum ein Unternehmer diese Cashcows einfach einstampfen.

    So ist es mit dem Rest auch. Solange es geht, wird es gemacht. Daher ist ja der Cash-Stop das einzige, was in diesem System wirkt. Wäre man radikaler Umweltschützer, man müsste es darauf anlegen, Ökologie-Säue einfach unrentabel zu machen. Bei Atomkraftwerken z.B. darauf klagen, dass die die gleichen Versicherungen (Vollkasko, haha) zahlen müssen, wie in Amerika. Die würden die Dinger morgen ... nein heute abstellen. Alle.

    Daher denke ich auch, dass es Heuchelein in der Gesellschaft ist. Die meisten tun einen Dreck, um das System wenigstens um eine Person ökologischer zu machen. Wäre das ein Trend, wir hätten schon keinen Stress mehr...
     
  7. edwin

    edwin New Member

    ... und ich dachte schon, die Industrie benutzt die Werbung, um eine Nachfrage zu schaffen, die es an sich nicht oder kaum gibt, aber für einen Absatz gebraucht wird.

    Ich denke, dass da beide Seiten ihren Teil dazu beigetragen haben. Die einen haben die "Lupos" im Regal stehen lassen, die anderen benutzten den "Lupo" als grünen Feigenblatt.
     
  8. maximilian

    maximilian Active Member

    Moin!

    Warum sind dann die in Amerika nicht abgestellt?

    Grüße, Maximilian
     
  9. Snorrt

    Snorrt New Member

    Das sehe ich anders. Du hast schon recht. In unserem kapitalistischen System ist es sicherlich so, dass eine Industrie nur die Nachfrage befriedigt. Aber man kann SCHON Trends setzen. Oder warum werden Prius' gekauft wie blöd? Warum hinkt die deutsche Autoindustrie der japanischen seit Jahren hinterher?

    Das schon. Wir hatten damals einen Lupo in der Firma. Ich fand, es war ein tolles Auto. Ich weiß aber auch, warum das Ding stehengeblieben ist. Weil die Autoindustrie nicht wirklich dahinter stand. Das Ding war einfach viel zu teuer. Und leider hat der "drecksverblödete" Autofahrer in .de den Anspruch, in einem Wohnzimmer herumzufahren.

    Siehe Prius. Stimmt so einfach nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Sie haben einen Trend verschlafen.
     
  10. Snorrt

    Snorrt New Member

    Weiß ich nicht, ich schätze mal, dass es in Amerika nicht so eine Diskussion darum gibt, wie bei uns und der Strompreis sich so im System eingependelt hat. Aber stell' dir mal vor, die müssten in .de den GAU versichern. Glaubst du, dass die den Strom noch verkaufen könnten? Ich nicht. Die Alternativen sind einfach drastisch billiger. Atomstrom zu diesem Preis geht nur, weil der Steuerzahler die Versicherungssumme im GAU-Fall zahlt.
     
  11. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Aber offensichtlich sind die einen weit in der Überzahl gegenüber den anderen, sonst wäre die Produktion dieser Lupos nicht so schnell wieder eingestellt worden. Der Lupo ist seinerzeit übrigens auch intensiv beworben worden, daran lag es sicher nicht.

    Grüße, Maximilian
     
  12. Snorrt

    Snorrt New Member

    :nicken:
    Absolut.

    Sehe ich auch so. Auch das VW-Pendant war nur eine Beruhigung für's schlechte ökologische Gewissen (falls überhaupt vorhanden, ansonsten war's ein "seht's her, die kaufen's ja eh nicht"). Hoffentlich werden die neuen Serienfahrzeuge jetzt mal wirklich was. Die Gesellschaft ist ja (zwangsweise) dazu bereit.
     
  13. edwin

    edwin New Member

    Siehe den ersten Teil meiner Aussage:

     
  14. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Ja. Versicherungsmathematik ist kein Hexenwerk. Und bei einer Wahrscheinlichkeit, die so nahe bei Null liegt wie Personenschäden durch Kernkraftwerke (*) kommen keine hohen Prämien zustande. Denn wirklich teuer sind nur Personenschäden.

    Grüße, Maximilian

    (*) Die gesamte Geschichte der zivilen Kernenergienutzung hat bisher weltweit 50 direkte Todesopfer gefordert. Vergleicht man damit die jährlich 6.000 Todesopfer alleine im Chinesischen Kohlebergbau, müßte Kohle unbezahlbar sein.
     
  15. Snorrt

    Snorrt New Member

    Wie gesagt, du hast zum Teil absolut recht, der deutsche Autokäufer möchte auf seinen Komfort nicht verzichten. Der Prius hat aber zumindest bewiesen, dass man verbessern kann (auch wenn ich das Ding nicht gerade für ein ökologisches Meisterwerk halte). Man hätte schon deutlich intensiver in diese Richtung gehen können, schon alleine aus der unternehmerischen Verantwortung heraus, dass eindeutig klar ist, dass alle fossilen Ressourcen endlich sind. Aber lieber warten und Cashcows melken. Wir hätten als der Inbegriff von Autotechnik schon marktführend sein können. Wir hätten dann nicht nur eine Kanzlerin die eine Utopie nach der anderen faselt, sondern wirklich was effektiv dazu beigetragen, die ökologische Grundhaltung auf diesem Planeten zumindest zu verbessern.

    Aber wir melken lieber. Das hasse ich so. Daher grinse ich, wenn diese Melker endlich mal die (saure) Milch ins Gesicht gespritzt bekommen.
     
  16. Snorrt

    Snorrt New Member

    Hmm. Erstaunlich. Ich möchte dann die "indirekte" Zahl bitte nicht wissen.

    Und der Unterschied zwischen einem KohleKW-Gau und einem KKW-Gau ist recht eindeutig. Ich glaube nicht, dass Versicherer das zu günstigen Einsteiger-Tarifen anbieten. Man müsste ja reinrechnen, dass man 230.000 Jahre lang nicht mehr so richtig viel mit dem Gebiet anfangen kann :teufel:
     
  17. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Ich dachte, das wir das sind :confused:

    Grüße, Maximilian
     
  18. edwin

    edwin New Member

    Mich würde interessieren, warum der Staat für die Versicherung eines AKWs eintreten muss und dies nicht auch schon "privatisiert" wurde. So billig kann das dann doch nicht sein. Zumal ein indirekter Schaden bei einem Unfall deutlich größer ist (der mit in eine Versicherung berechnet werden muss).

    Im AKW-Strom ist bis heute der reale Preis nicht hineingerechnet. Es fehlen sämtliche Umweltschadenskosten und Folgekosten. Aber in einem geschützten Markt spielt das auch keine Rolle. Da werden Märkte für die "Profitierenden" belassen, wie sie sind. :teufel:
     
  19. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Auch die liegt um Größenordnungen unterhalb derjenigen, die aus der Kohleverbrennung resultiert. Mehr als 90 Prpzent der Umgebungsradioaktivität (vor allem durch Thorium und Uran), welche uns ständig umgibt, wird aus Kohle freigesetzt. Viele Lungenkrankheiten haben ihre Ursache in den Abgasen und dem Staub aus der Kohleverbrennung. Ganze Landstriche in Skandinavien, Kanada und Russland sind auf Generationen unfruchtbar durch sauren Regen, welcher vom Schwefel verursacht wird, der in der Kohle enthalten ist. Wenn man die Kosten dafür zusammenrechnen würde, wäre Kohlestrom vollkommen unbezahlbar.

    Wenn ich nachher daheim bin, kann ich Dir ein wirklich gutes Buch zu diesem Thema nennen.

    Das wäre bei der Bauweise von Kernkraftwerken in Deutschland auf die Grundfläche des Kraftwerks selbst begrenzt. Selbst in Tschernobyl, dessen Reaktor keinen Sicherheitsbehälter hatte, ist das kontaminierte Gebiet überschaubar. Und auch dieses liesse sich bei Bedarf durch das Abtragen der oberen Erdschichten vergleichsweise einfach dekontaminieren. Vergleichsweise vor allem zur Braunkohleförderung (oder Ölsandförderung!) im Tagebau.

    Nicht, daß ich hier das Hohe Lied der Kernenergie singen will, aber im Vergleich zum Verbrennen von fossilen Energieträgern ist sie soooo furchtbar dann auch nicht.

    Grüße, Maximilian
     
  20. pewe2000

    pewe2000 New Member

    SUV-Fahrer sind die, die sich nicht trauen den „Eure Armut kotzt mich an“-Aufkleber offen zu tragen.

    Auch wenn es ökologisch besser wäre, Autofahren würde durch die hohen Spritpreise kurzfristig abgeschafft, ökonomisch wäre es eine Katastrophe, von der wir alle stark betroffen wären.
     

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