Farben im Internet

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von friedrich, 15. November 2008.

  1. friedrich

    friedrich New Member

    Wenn ich in Photoshop (im Farbraum sRGB) ein Bild anlege und als JPG (mit Farbprofil), PNG und GIF sichere, bekomme ich beim Laden in Safari und Firefox unterschiedliche Ergebnisse (siehe Anlage).

    Wenn man jetzt auch noch andere Browser und Betriebssysteme hinzudenkt, macht das auch nicht zuversichtlicher, daß alle Surfer das Gleiche sehen werden.

    Kann mir jemand erklären, was da passiert und wie man dem Herr werden kann?

    Safari interpretiert offensichtlich das Farbprofil im JPG, Firefox nicht.
    Und warum erkennt Safari ein sRGB-Farbprofil im PNG, obwohl es gar nicht angehängt werden kann, Firefox hingegen nicht?
    Und warum stellen nicht alle Browser automatisch sRGB dar (sondern am Mac offensichtlich Apple RGB), obwohl sRGB ja wohl als Web-Standard gilt?

    Wie bekomme ich nun Bilder hin, die in allen Browsern wenigstensgleich verarbeitet werden (und dann nur noch die Monitore als Fehlerquelle bleiben?)

    Und: Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, den Browser auf ein Farbprofil/Arbeitsfarbraum einzustellen?
     

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  2. DominoXML

    DominoXML New Member

    Hi Friedrich,

    ich bin zwar Grafik-Legastheniker, nutze aber den GC beim erstellen von Bildressourcen für meine Programme. Auch hier ergibt sich bei plattformunabhängigen Grafiken selbiges Problem.

    Ich nutze die Funktion "Sichern fürs Web..." und setze dann die entsprechenden Haken zum einrechnen z.B. des Farbprofils.
    Der Screenshot ist gleichzeitig ein Beispiel.

    Gruß

    Volker
     

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  3. Giacomo Seingalt

    Giacomo Seingalt New Member

    Das Safari eingebundene ICC-Profile interpretiert ist ehrenwert und es wird auch Zeit, dass Farbmanagement endlich einmal im Web Einzug hält.
    Ohne Bildschirmkalibration ist allerdings Farbmanagement relativ wertlos. Der Prozentsatz an eingemessenen und profilierten Monitoren dürfte weltweit gering sein, trotzdem es mittlerweile bereits Messgeräte-Lösungen für 100 Euro gibt.

    Ohne Kalibration stellt ein Monitor sowieso mehr oder weniger dar, was er will.
    Stell mir 4 Monitore desselben Typs ohne Kalibrierung hin und du hast 4 unterschiedliche Farbdarstellungen. Wozu dann also Farbmanagement im Web, wenn sowieso überall etwas anderes dabei heraus kommt ?

    Solange Anwender, Kunden nicht begreifen, dass die Messung und Profilierung eines Monitors keine teure überkandidelte Erbsenzählerei, sondern eine preiswerte und sinnvolle Investition ist, solange wird sich daran auch nichts ändern.
     
  4. friedrich

    friedrich New Member

    Man kann nicht davon ausgehen, daß alle Anwender ihre Monitore kalibrieren, vor allem, weil es für die Mehrzahl völlig belanglos ist.
    Die paar Softwarehersteller aber könnten mit ein paar Programmzeilen zumindest eine gleichmäßige Basis schaffen, die dann einfach mal weltweit gilt & funktioniert, ohne daß jeder einzelne User handeln muß.

    So, wie es jetzt ist, kann die Farbe ja in zwei Schritten vom Original abweichen, d.h. die theoretische Entfernung vom Original ist verhältnismäßig hoch.

    Es würde im Grunde auch schon reichen, wenn alle Browser alle Bilder im sRGB-Modus darstellten und nicht in den systemeigenen Farbräumen, das gäbe zumindest eine solide Basis.
     
  5. Giacomo Seingalt

    Giacomo Seingalt New Member

    Ich würde eher sagen: sie meinen, das es belanglos ist.

    Die Arbeit am Monitor, der ständige Wechsel zu Tages- und Kunstlicht, die gleichzeitge Arbeit mit Ausichtsvorlagen - die alltäglichen Arbeitsbedingungen an einem Bildschirmarbeitsplatz - nötigen dem optisch-physiologisch-neurologischen System des Menschen Höchstleistungen ab.
    Ein kalibrierter Monitor stellt nicht nur Farben exakter dar, sondern minimiert auch Extrema und trägt somit zu einer besseren Arbeitsergonomie bei. Was das ausmachen kann, weiss jeder Arbeitgeber, dem einmal ein/e Mitarbeiter/in mit Krankheit ausgefallen ist, weil sie nicht mehr gucken konnte - zumal es wie gesagt mittlerweile Lösungen ab 100,- Euro gibt.

    Im Grunde ist der Standpunkt der "Belanglosigkeit" vergleichbar mit einer Arbeitsmaschine ohne Schutzeinrichtungen: Man könnte auch sagen, so etwas sein belanglos. Soll der Arbeitnehmer doch aufpassen.

    Ganz so einfach ist es in der Tat nicht. Oder um es anders zu formulieren: Technischer Fortschritt und Kompatibilität bis zum Sanktnimmerleinstag stehen sich einfach feindlich gegenüber.
    Der sRGB-Farbraum und das zugehörige Profil ist ziemlich alt, außerdem war er von Anfang an ein Minimal-Farbraum, der möglichst vielen Farbausgabegeräten Rechnung tragen sollte. Nach meiner persönlichen Meinung ist er ... schlecht.
    Leider gilt dieser Farbraum im Internet als Quasi-Standard, wobei es bessere RGB-Standardfarbräume gibt, die mehr leisten und die von heutigen Durchschnitts-Rechnern auch dargestellt werden können.
    Empfehlenswert sind z.B. die Profile der ECI, die letztlich von der FOGRA stammen: http://www.eci.org/doku.php?id=de:downloads

    Wenn man sich mit der wissenschaftlichen Farbtheorie beschäftigt, muss man leider einsehen, dass es leider so etwas wie eine "korrekte" Farbdarstellung nicht geben kann.
    Letztlich hat das keine technischen Gründe, sondern farbtheoretische, respektive hängt mit der Farbrezeption des menschlichen Sehsystems zusammen. Hierbei sind jetzt nicht individuelle Abweichungen gemeint, die noch hinzu kommen; gemeint sind allgemein gültige Effekte des menschlichen Sehens die auf jeden Standradbeobachter zutreffen.

    Die Wahrnehmung von Farben bei Aufsichtsvorlagen ist von der Lichtquelle, genauer von der Lichttemperatur der Lichtquelle abhängig (dem Spektrum also und nicht nur der Lichtleistung).
    Das kann man berechnen und auch am Bildschirm simulieren, z.B. für den Farbton Pantone 239 - siehe mein Anhang.
    Der Unterschied ist die Beleuchtung: Links der Standard D50 (ca. 5.000 K, Tageslicht, Mitteleuropa, Mittags, bedeckter Himmel, Innenraum), Rechts A (ca. 2.800 K, Glühbirne).

    Daraus lässt sich die naheliegende Farge ableiten: Was ist also die "korrekte" Darstellung für Pantone 239 ? Man muss einsehen, dass eine Farbangabe nur mit der gleichzeitigen Angabe einer Lichttemperatur. Üblicherweise ist D50 der Standard - was einem aber auch oft nicht weiterhilft, wenn z.B. der Kunde sich den Druck unter einer ollen Schreibtischlampe anschaut.

    Von den o.g. Voraussetzungen sind letztlich auch Monitorfarben betroffen, denn sie sollen ja auch oft genug den CI-Farben von Firmen (Pantone, HKS) möglichst nahe kommen. Folgerichtig stellt sich für den Programmierer die Frage, welche Lichtbedingungen bei der Betrachtung von Aufsichtsvorlagen vorausszusetzen sind, um Farben am Bildschirm darzustellen.
     

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  6. tuvix

    tuvix Member

    Kurz und knapp ein Praxistipp:
    Vor dem Speichern fürs Web sollte man in Photoshop einem Bild das Farbprofil des eigenen Monitors zuweisen. Bearbeiten --> In Profil konvertieren
    Dann berücksichtigt Photoshop beim Speichern das eigene Profil und es sieht im Browser, der sRGB verwendet, nachher aus, wie man es in Photoshop auf dem Bildschirm hatte.
    Das funktioniert bei jpg und gif.

    Bei png gibt es Abweichungen der Farbdarstellung in verschiedenen Browsern, da hab ich noch keine Lösung gefunden.
     
  7. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Ein kalibrierter Monitor ist für farbverbindliches Arbeiten mit Sicherheit unumgänglich. Aber ich glaube auch aus eigener Erfahrung nicht, dass es für die üblichen Office-Tätigkeiten erforderlich ist. Und ich weigere mich zu glauben, dass jemand krank wird, nur weil sein Monitor nicht kalibriert ist:shake::shake:

    MACaerer
     
  8. Giacomo Seingalt

    Giacomo Seingalt New Member

    Aus diesem Grund allein sicher nicht.
    Genau so wenig wie jemand krank wird, der beim Lesen die Augen zusammen kneift, weil er sich weigert, eine Brille zu tragen.
     

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