Finder blockiert. Was nun?

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von AndreasG, 10. Juni 2002.

  1. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Ich arbeite nun seit ca. 1 Monat mit OSX (G4/933). Von Kernel-Panics blieb ich bisher verschont, obwohl ich teilweise recht exotische Hardware eingebaut habe.

    Was mir hingegen gelegentlich die Freude an OSX verdirbt, ist der Finder. Damit hatte ich einige recht unerfreuliche Erfahrungen gemacht.

    Es beginnt immer gleich: Urplötzlich während eines Kopiervorgangs, egal, ob von CD nach HD, von HD nach HD, oder von X nach Y schreitet der Balken im Copy-Fenster nicht mehr weiter voran. Ich warte jeweils sehr lange (15 Minuten oder mehr), aber es tut sich nichts mehr.

    Wenn ich nun den Finder abschiesse bzw. neu starte, beginnt das Chaos. Entweder hüpft nun der Finder im Dock unaufhörlich umher, d.h. er startet gar nicht richtig oder aber - passierte gestern - es werden im Sekundentakt neue Finderprozesse generiert, die aber allesamt nicht "lebensfähig" sind.

    Runterfahren kann ich den Mac auch nicht mehr, es bleibt dann der blaue Bildschirm mit dem sich drehenden Rad. Zynischerweise laufen alle anderen Prozesse normal weiter, aber ohne Finder bringt das auch nicht mehr viel.

    Wenn ich dann den Mac über den Reset-Schalter neu boote, kam es auch schon vor, dass nur noch ein grauer Bildschirm angezeigt wird und nichts mehr geht.

    In so einem Fall bleibt dann nur noch, den Stecker zu ziehen. Erstaunlicherweise (bzw. glücklicherweise) bootet er danach wieder, als wäre nichts gewesen (bisher wenigstens).

    Für einen langjährigen Mac-User ist so ein verhalten schon mehr als ungewohnt. Dass der Finder noch nicht ausgereift ist, weiss ich auch. Da ich aber noch nicht so viel OSX-Erfahrung habe, möchte ich von Euch wissen, ob ich im Fall eiens amok-laufenden Finders noch etwas besseres tun könnte, als Reset-Taste drücken oder Stecker rausziehen.

    - Gibt es Tricks über die Konsole?
    - Wie kann man den Finder so abschiessen, dass er wirklich weg ist (sollen ja mehrere Prozesse sein)
    - Kann man den Kopiervorgang auch anders abbrechen?
    - Kann man über die OpenFirmware etwas erreichen?
    - Als letzte Rettung wäre dann das Booten von einer CD: Wie aber kriege ich die Schublade auf, wenn der Finder nicht mehr reagiert oder der Mac nach dem Booten schon sehr früh mit einem grauen Bildschirm stehen bleibt? Das gedrückthalten der Maustaste funktionierte bei mir in einem solchen Fall nämlich nicht. Irgendwie haben es da die Döseler besser, da lässt sich die Schublade immer öffnen...

    Für Tips und Tricks bin ich Euch dankbar.

    Gruss
    Andreas
     
  2. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Sehr seltsam das alles...

    Statt der Brachialmethode Reset oder Stecker raus ist es Nerven- und Macschonender, mit der Tastenkombination Befehl-Wahl-esc das jeweilig "spinnende" Programm oder eben auch den Finder "abzuschiessen".

    Du solltest mal mit der X-CD starten und im Installer Disk Utility (Erste Hilfe) aufrufen. Nach der Reperatur und dem Beenden von DiskUtility und Beenden des Installers bootet der Mac dann wie gewohnt von der HD weiter.
     
  3. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Den Finder abschiessen geht eben nicht, weder mit Befehl-Wahl-Esc noch mit einem anderen Prozess-Tool. Der Finder verschwindet zwar kurz und wird wieder gestartet, aber er hängt sogleich. Der Kopier-Vorgang läuft offenbar nicht nur einfach im Finder, sondern ist viel tiefer im System verankert. Darum wollte ich wissen, ob und wie man einen einzelnen Kopiervorgang hart beenden kann und nicht den gesamten Finder. Aber das geht wohl nicht, da diese Finder-Version noch nicht multithreaded ist.

    Interessieren würde mich auch: Welche Prozesse gehören denn eigentlich zum Finder? Der Name "Finder" taucht irgendwie nirgend im Process Viewer auf.

    Erste Hilfe habe ich noch nicht probiert (fand ich schon unter OS9 ein recht beschränktes Tool), dafür aber Norton DiskDoctor 7. Er fand eine ganze Reihe schwerwiegender Probleme, die aber alle repariert werden konnten. Das kam wahrscheinlich von den harten Abstürzen.
    Dennoch hatte ich auch gestern wieder (NACH dem Check mit Norton) ein solches Problem. Dieses Mal beim Kopieren von 40MB auf mein MO-Laufwerk.

    Weitere Ideen?
     
  4. quick

    quick New Member

  5. Kate

    Kate New Member

    MO-Laufwerk? aha, da hast du doch eine SCSI Karte, richtig? In diesem Falle würde ich mal Karte, Treiber, Kabel, Terminierung etc. prüfen!
     
  6. mac_the_mighty

    mac_the_mighty New Member

    sehr seltsam, ich würde auch mal die verbaute hardware auf kompatibilität prüfen.
    eigentlich ist der finder ganz ok, aber mit jaguar soll er sich ja wieder verbessern.
     
  7. Brainysmurf

    Brainysmurf New Member

    Ich kann nur bestätigen, dass der Finder leicht die "Countenance" verliert... Der kann nur besser werden. DiskUtilty könnte aber evtl. etwas bringen!
     
  8. henningberg

    henningberg New Member

    wenn du in der Konsole
    top (Enter)
    eingibst, siehst Du, welches Programm wieviel CPU-Leistung in Anspruch nimmt. Hier führt regelmäßig das spinnende Programm das Feld an. Daneben steht eine Nummer (Prozeß-ID, kurz pid). Merke Dir die, und gib
    q
    ein. Das CPU-Leistung-in-Anspruch-Nahme-Tool der Konsole wird beendet, und Du kannst nun ein neues Kommando eingeben. Das lautet
    kill_123 (Enter)
    wobei der Unterstrich_ein Leerzeichen darstellt und 123 die pid des durchgeknallten Programms ist.
    Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, packst Du das Terminal.Icon einmal in die Fenster-Leiste (falls das Dock spinnt) und einmal in´s Dock (falls der Finder spinnt).
    Kill bewirkt angeblich dasselbe wie der Befehl "sofort beenden".
    Henning
     
  9. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Hi Kate,

    Ja, Du hast Recht. Ich habe eine brandneue Adaptec 29160 drin. Die Treiber sind auf dem neuesten Stand.
    Ich hatte die Probleme aber auch schon, ohne dass eine SCSI-Gerät beteiligt war.
    Ich hatte aber auch schon den Verdacht, dass SCSI eine Rolle spielen könnte, zumal Apple's SCSI-Implementierung in OSX gegenwärtig ziemlich fehlerhaft sein soll. Mit Jaguar wird aber alles besser ;-)

    Gruss
    Andreas
     
  10. Kate

    Kate New Member

    Apples Universaltreiber hat seine Probleme mit den 39160 und 29160 Karten von Adaptec, aber auch Adaptecs Treiber hat welche.
    Es ist ein Jammer, aber die SCSI Ünterstützung ist immer noch auf Beta-Niveau.
     
  11. zwoelf11_

    zwoelf11_ New Member

    {print $2}'`
    </TT>

    mehr über signals bei <TT>man signal</TT> und <TT>man kill</TT>
     
  12. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Eines meiner gössten Probleme ist, dass meine beiden U160-Platten (wegen denen habe ich die 29160 angeschafft) nur mit lächerlicher Geschwindigkeit (Asynch/narrow) laufen. Adaptec schiebt die Schuld Apple in die Schuhe und Apples Support ist zwar freundlich, sagt aber, die Karte sei ein Fremdprodukt und somit ausserhalb ihres Zuständigkeitsbereiches. Immerhin wollten sie aber dennoch meinen Systemprofiler-Ausdruck. Ich hoffe schon, dass sich da was tut. Habe mich auch schon als Betatester für SoftRAID angemeldet. Mal schauen, ob daraus was wird ;-)
     
  13. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Danke Euch für die vielen Antworten. Ich habe wieder einiges gelernt. Die Konsolen-Befehle werde ich näher studieren und beim nächsten Crash mal ausprobieren. Ich habe mir zwar schon ein Unix-Buch zugelegt, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen, es zu lesen.

    Interessant ist auch die .command-Datei. Kannte ich bisher nicht. Ist wohl sowas wie unter DOS eine .bat-Datei, oder?

    Reicht es eigentlich, den Prozess namens "Finder" zu beenden? Irgendwer hat mir mal gesagt, der Finder bestehe aus insgesamt 4 bis 5 Prozessen, u.a. sei der Kopier-Dialog ein eigener Prozess (einer für alle Kopiervorgänge, sollten mehrere gleichzeitig laufen). Stimmt das?

    Das Chaos mit dem Finder beginnt nämlich erst, wenn ich versuche, ihn abzuschiessen. So lange ich den hängenden Copy-Dialog in Ruhe lasse, funktioniert der Rest des Finders meist normal - es sei denn, ich starte einen weiteren Kopiervorgang. Dann hängt der Finder sich komplett auf.

    Gruss
    Andreas
     
  14. henningberg

    henningberg New Member

    Der Kopier-Befehl heißt wahrscheinlich
    cp
    (ich sitze hier anner DOSe) und läßt sich so killen wie oben beschrieben.
    Die Killer-Klamotte löst allerdings ja das eigentliche Problem nicht. Manchmal hilft´s, wenn man das letzte update nochmal drüberrattern läßt. Du findest es im Verzeichnis Library/Receips.
    Welches Unix-Buch haste denn? Ich habe mir das von O´Reilly angeschafft, fand es aber nicht so erhellend.
    Henning
     
  15. Kate

    Kate New Member

    .commmand Dateien sind in der Tat so ähnlich wie .BAT Dateien.

    Im Grunde sollte es reichen den Finder zu beenden, wenn allerdings ein Kopierprozess "hängt", was eigentlich nur passieren kann, wenn eine Kernelextension wie z.B. der SCSI Treiber "hängt", dann muss man diesen Thread explizit beenden, denn der läuft bis auf Signalaustausch mit dem Finder unabhängig von ihm. Wenn das Problem mit dem Versuch den Finder zu beenden sdtartet, dann gibt es zwei Szenarien wo es zum Problem kommt.
    1. Du sagst dem System, dass es den Finder beenden soll. Es versucht alle Prozesse, die dazu gehören ebenfalls zu beenden. Einer davon lässt sich nicht regulär beenden, und bleibt weiter bestehen. Das System startet aber den Finder automatisch neu, so dass der "neue" Finder beim Start "alte" Finder-Prozesse vorfindet die versuchen mit Ihm zu kommunizieren. Ergibt Wirrwarr.
    2. Der Finder mit allen seinen Prozessen wird auf Befehl terminiert, die Kernel-Task, die mit dem "hängenden" Treiber zusammenhängt bleibt aber erhalten.
    Wenn der Finder neu startet und auf den Treiber zum Mounten eines Volumes im Finder, oder zum Arbeiten mit dem Volume zugreift stösst er sozusagen auf den immer noch "hängenden" Systemprozess und kann daher auch wieder im Wirrwarr enden.

    Wichtig ist also alle relevanten Prozesse zwangsweise zu terminieren. Daher ist ein kill Kommando wie oben beschrieben in der Regel eleganter, kann aber auch beschädigte und unvollständige Dateien oder gar defekte Festplattenstrukturen zur Folge haben wenn der jeweilige Prozess Mitten im Zugriff zwangsterminiert wird. Also erstmal moderat mit kill versuchen (sollte in 90% der Fälle funktionieren) und dann mit kill -9 o.ä. arbeiten.

    Danach sollte man seine Dateistruktur mit fsck prüfen ggfs. reparieren lassen, DiskUtility macht genau das.
     
  16. klapauzius

    klapauzius New Member

    Ist das das OS, was auf'm XServe läuft ?

    Jetzt versteh ich auch, warum die da IDE-Platten reingehängt haben. Da kann man wenigstens Dateien kopieren.

    Na viel Spass beim Servern. Ick lach mir tot.
     
  17. AndreasG

    AndreasG Active Member

    &gt;&gt; Wichtig ist also alle relevanten Prozesse zwangsweise zu terminieren

    Genau! Aber wie lokalisiere ich diese Prozesse? Unter Windows sagt einem das OS jeweils, ob ein Prozess nicht mehr reagiert. Gibt's eine Möglichkeit unter Unix, nicht mehr korrekt reagierende Prozesse aufzulisten?
     
  18. Kate

    Kate New Member

    Du kannst im Terminal z.B. mit dem Befehl

    ps -ax

    alle Prozesse auflisten, dann such in der Liste den Eintrag:
    320 ?? S 0:34.04 /System/Library/CoreServices/Finder.app/Contents/MacO

    Die Nummer 320 in der Rubrik PID kann anders lauten, dies ist die Prozessidentifikationsnummer.

    Mit dem Befehl kill 320 (oder was immer da steht) wird der Finder und seine Prozesse zwangsterminiert.
     
  19. Kate

    Kate New Member

    Hä?

    care to elaborate??

    Meinst du andere **nix Versionen haben keine hängenden Prozesse?(LACH!)
    Oder findest du die HotSwapLaufwerke sind es schuld, oder wie?(LACH!)

    Was meinst du wie oft der Linux(von mir aus auch BSD) Kernel etwas verwürgt, wenn da was hängt?(LACH!)
    Wegen der schlechten Windows Kernel ist es auch recht flimsig einen abgehängten Dateimanager mit seinen Tasks sauber zu entfernen ohne alles instabil zu machen., also welches System würdest du denn so empfehlen, hast du eines laufen?
     
  20. XYMOS

    XYMOS New Member

    hi,

    nun ich selber hatte vor 10.1.3 auch öfter crash´s wo nichts mehr ging.
    habe mir da vollgendes überlegt. was auch gut funzt...
    ich habe immer das "terminal" mit laufen...(top)
    unten im dock oder in einer der ecken lasse ich mir nen bild zeigen, wie der prozz ausgelastet ist. wenn also nen crash naht, dann zeigt sich meistemns eine sehr starke CPU belastung, die das system leider crashen lassen kann wenn sich der task verrent. wenn das abschiesen mit "kill" im terminal nicht funzen sollte, dann gebe ich einfach "sudo reboot" ein. was fast immer dazu führt , das das system nen "sauberen" neustart hinlegt...

    -xymos.
     

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