Frage an die älteren Semester

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von CChristian, 12. August 2002.

  1. CChristian

    CChristian New Member

    Hab ja noch nicht so viele Jährchen auf dem Buckel, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass es in meinem Vierteljahrhundert, das ich inzwischen hinter mich gebracht habe, derart ausufernde Naturkatastrophen gegeben hätte, wie sie in den letzten Jahren über Europa eingebrochen sind:
    gewaltige Hochwasser dieses Jahr (im Sommer!), das Hochwasser von vor ein paar Jahren in Polen und im Oderbruch, die gewaltigen Schneefälle in Österreich (war 1999, wenn ich mich nicht täusche), Sommerorkane usw. Mir waren bisher Stürme im Herbst und Winter bekannt, aber im Sommer?

    Deshalb die Frage:
    war das schon immer so (im Rückblick über die vergangenen 50 Jahre) und das ist jetzt alles wieder so unvergleichlich schlimm, weils die Medien so spannend finden, oder bewegen wir uns wirklich in neuen Dimesionen von Wetterverrücktheit?

    Gruß
    CChristian
     
  2. SRALPH

    SRALPH New Member

    es gab schon immer und es wird immer wieder naturkatastrophen geben, nur das wir menschen nur einen sehr, sehr kleinen ausschnitt davon live erleben dürfen :)

    RALPH
     
  3. Es war schon immer so - nur die Informationsüberflutung war noch nicht so extrem.
     
  4. CChristian

    CChristian New Member

    Deshalb ja die Frage.
     
  5. SRALPH

    SRALPH New Member

    ach ja, ich fühle mich noch nicht zu den älteren semestern :))
     
  6. SRALPH

    SRALPH New Member

    wie, dass du nur einen kleinen ausschnitt aus den natürlichen katastrophen mit erleben darst :)
     
  7. charly68

    charly68 Gast

    es stellt sich nicht die frage ob das wetter verrückt ist , sondern ob der mensch verrückt ist. dazu gibs nur ein eindeutiges JA.
    unwetter gabs immer mal. 1978 glaube ich war im norden von deutschland im winter die hölle. fast nix ging mehr und die bayern haben bei 20 grad PLUS im biergarten gesessen :)
     
  8. Giadello

    Giadello New Member

    Hm ... hab gestern natürlich rein zufällig den ersten Teil Focus TV geschaut. In Österreich (und höchstwahrscheinlich nicht nur dort) schmelzen die Gletscher weg. Teilweise um 2 Meter pro Jahr. Normal is' dat nicht. Und witig auch nicht - die Gletscher sind nicht nur Wasserspeicher, sondern haben auch eine Menge Regen absorbiert, solange da noch Schnee drauf lag.
    Stichwort globale Erwärmung. So langsam, daß selbst Forumler, die doppelt so alt sind wie Du sie nicht unbedingt spüren/ nachvollziehen müssen. Aber vielleicht kannst Du Deinen Enkeln ja später von so drolligen Jahreszeiten wie "Winter" erzähLen ;-) ...

    Sicher, die Berichterstattung hat zugenommen. Was aber nicht heißt, daß die Probleme nicht auch größer werden.
     
  9. Dumm nur, daß sich die Wissenschaftler nach wie vor nicht entscheiden können zwischen globaler Erwärmung und neuer Eiszeit.
     
  10. Haegar

    Haegar New Member

    Hallo,
    zu dem Thema war auch der vorletzte Stern interessant. Da haben sie Sommer-Bilder/Postkarten von den Alpengletschern aus den 20er und 30er Jahren mit aktuellen Aufnahmen vom Juli verglichen, vom gleichen Standort aus fotografiert.

    Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend, z.B. wo früher ein Gletscher bis ins Tal ging, ist heute nur noch ein kümmerlicher Rest unterhalb der Bergspitze!

    Gruss Haegar
     
  11. Giadello

    Giadello New Member

    Wieso wählen? Die Erde ist ja net klein, da ist für jeden was dabei. Wenn zB der Golfstrom abdreht, dann haben wir in Norwegen südländische Hitze, während die Spanier sich warm anziehen müssen. Oder so.
    Ich bin da absolut kein Experte, aber wilde Untergangsszenarien waren eh' nie mein Ding. Wenn aber Forscher regional arbeiten und dort Prozesse über mehrere Jahre messen und protokollieren, sehe ich keinen Grund, das anzuzweifeln.
     
  12. Nein, ich zweifel das auch nicht an - aber nach wie vor sind sie sich nicht sicher, ob es die Auswirkungen einer neuen Eiszeit sind (Naturgemacht) oder aber der globalen Erwärmung (wahrscheinlich Menschengemacht) - ob wir das noch sicher erfahren werden? Ich denke nicht. Aber was nützt es, solange die größten Verschmutzer sich einen schei.. um internationale Abkommen kümmern.
     
  13. Folker

    Folker New Member

    Vorsicht Ugh, das ist mein Spezialgebiet :) (gelernter Umweltfuzzi). Es ist tatsächlich schwer, wenn nicht, zumindest heute, fast unmöglich verläßliche Voraussagen zu treffen. Es gibt diverse Szenarien wie es kommen könnte.
    Trotzdem lassen sich gewisse Trends ausmachen und!! ganz wichtig, eine globale Erwärmung bedeutet nicht, dass es überall wärmer wird. Das ist sehr viel subtiler. Durch die insgesamte Erwärmung werden z.B. in bestimmten Gebieten die Niederschläge zunehmen. Mehr Wolken bedeuten aber auch weniger Sonne, daraus folgt, in bodennahen Gebieten übers Jahr gesehen evtl. niedrigere Temperaturen.
    Weiteres Beispiel: Unser Klima in Europa wird stark vom Golfstrom beeinflußt. Sollte sich die Intensität des Golfstroms abschwächen, bzw. der Golfstrom verschieben hätte das für unsere Gegenden eine Abkühlung zur Folge.
    Das Hauptproblem sind in dem ganzen Szenario einer Klimaveränderung auch nicht sporadisch auftretende Unwetter, sehr viel folgenreicher sind die Auswirkungen auf z.B. die Landwirtschaft (Hungerkatastrophen?). Auch sind die Wirkungen auf die gesamte Umwelt z.B. Insekten, Bakterien (Krankheitserreger?) etc. in den speziellen gewohnten Umgebungen der menschl Spezies nicht abzuschätzen. Ich persönlich bin gespannt auf die weitere Entwicklung (die im Übrigen seit mind. 20 Jahren so vorausgesehen wird &) und lehne mich entspannt zurück - die Pkw-Staus auf den Autobahnen waren in diesem Sommer ja auch wieder "Sintflutartig" *g*
     
  14. grufti

    grufti New Member

    ich kann mich nur an meine Kindheit in Aalen erinnern, 50-62. Es gab nie einen Winter ohne "richtigen" Schnee oder einen verregneten Sommer. War Sommer immer auf einem Bauernhof im Allgäu. War vielleicht nur Zufall und regional bedingt.

    Inzwischen hat man aber schon den Eindruck, dass "irgendwas" nicht mehr stimmen könnte. Erstaunlich, dass die Wissenschaftler selbst noch so unterschiedlich argumentieren. Die allgemeine Luftverschmutzung wirkt sich halt doch jetzt schon viel deutlicher aus, als bisher zugegeben wird.
    Kann aber durchaus sein, dass sich die nächsten 5 Jahre wieder alles relativiert und deshalb auf jedem Klimagipfel weiterhin nur halbherzig rumpalavert wird.

    Gruß
     
  15. charly68

    charly68 Gast

    nicht zu vergessen ist der technische fortschritt in china ausser acht zu lassen. sollten mal 500 milo. chinaesen auto fahren usw. ... na dann gute nacht. "the global warming warning"
     
  16. Folker

    Folker New Member

    > Erstaunlich, dass die Wissenschaftler selbst noch so unterschiedlich argumentieren

    Ja Grufti, das Problem dabei ist ja, dass es die unabhängige Wissenschaft nicht wirklich gibt. Das ist wie mit Statistiken. Diese werden so interpretiert wie es der Geldgeber gerne hätte. Alles was nicht in dessen Raster passt wird gar nicht erst angefasst. So kommen dann sehr unterschiedlich Aussagen von Wissenschaftlern zustande. Relativ seriös erscheint mir noch ein Umwelt-Institut in Wuppertal, den Namen müsste ich erst zu Hause nachschauen, meist ist aber entscheidend welche gesellschaftliche Richtung (Politik+Wirtschaft) am meisten Einfluss auf die Forschenden ausüben kann.

    Gruß,
    Folker
     
  17. RaMa

    RaMa New Member

    warum die fahren doch alle motoren mit reiseinspritzung???

    ra.ma.
     
  18. charly68

    charly68 Gast

  19. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    ugh, die machen das wie neuerdings dieser Müntedingsbums und dieser Strucksoldat - die fühlen sich an ein "blödes" Abkommen einfach nicht (mehr) gebunden...
     
  20. CChristian

    CChristian New Member

    Mal zum Thema Gletscher:
    ich habe vor zwei Jahren an einer Reise ins Ötztal teilgenommen, bei der es unter anderem auch um die Gletscher und deren Entwicklung ging.
    Es gibt Hinweise dafür, dass die Gletscher schon immer an- und abgeschwollen sind, und zwar nicht nur im Zyklus der Warm- und Kaltzeiten, sondern in wesentlich kürzeren Zyklen. Wiederum auf der anderen Seite ist es recht ungewöhnlich, dass die Gletscher zunehmend seine für den Neuaufbau von Eis notwendigen Kernbereich einbüßt.
    Weitere Infos in den .pdfs:
    http://www.alpenverein.de/pdf/011p_rep.pdf
    http://www.geo.tu-freiberg.de/hydro/HyEX_2001.pdf

    Der Trend ist überdies nicht nur innerkontinental zu beobachten (in den Alpen geht es aber besonders rasant), sondern auch in anderen Gebirgsregionen wie dem Himalaya. Dort haben die Menschen Probleme, weil es übers Jahr gesehen mehr regnet und weniger schneit. Man kann sich denken, was für Folgen das für eine Kultur, die traditionell mit Lehm baut, haben kann.

    Gruß
    CChristian
     

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