Frage an Scannerspezialisten

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von AndreasG, 23. Januar 2001.

  1. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Hallo zusammen

    Da viele von Euch, die hier im Forum mitmachen, aus der graphischen Branche kommen, kann mir sicher jemand eine Frage im Zusammenhang mit Scannern beantworten:
    In den Produktebeschreibungen der Hersteller werden neben der optischen Auflösung immer noch viel höhere, interpolierte Auflösungen angegeben.
    Als technisch ausgerichteter Mensch (ich arbeite in der Softwareentwicklung) weiss ich sehr wohl, was eine Interpolation ist.
    Mein Problem: Was macht es für einen Sinn, wenn der Scanner die Auflösung über Interpolation erhöht? Nun müssen meiner Meinung nach lediglich mehr Daten über die Schnittstelle zum Mac übertragen werden. Mehr Bildinformation als diejenige, die durch die optische Auflösung vorgegeben ist, erhält man dadurch ja nicht.
    Wenn schon interpolieren, würde man das doch viel sinnvoller erst auf dem Mac tun. Jedes noch so einfache Bildbearbeitungsprogramm kann die Auflösung hochschrauben. Oder gibt es da etwas, was ich nicht berücksichtige? Kann ein Scanner besser interpolieren als z.B. Photoshop?

    Und gleich noch eine Frage am Rande: Bekommt man heute noch günstige (<500 DM) Scanner mit SCSI-Schnittstelle? Ich habe nun mal keine USB-Schnittstelle und auch keinen Platz mehr in meinem G3 für eine USB-PCI-Karte.

    Gruss
    Andreas
     
  2. LuisMG

    LuisMG New Member

    Zumindest zu Deiner Frage am Rande weiss ich Antwort: Der Umax Astra 2200 kostet in der SCSI-Version DM 330,- ! (www.teramax.de) :)
     
  3. Andreas

    Andreas New Member

    Hi,

    die Interpolation, die ein Scanner selbst macht, ist nicht sehr aufwendig. Also alles was nicht optisch ist, wird irgendwie dazugeraten. Die Interpolation durch Photoshop ist durch unterschiedliche Algorithmen durchaus sinnvoller.

    Andreas
     
  4. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Also ist es so, wie ich vermutet habe: Die Scanner-Interpolation ist vollkommen überflüssig und bestenfalls ein Marketing-Gag, der sich an diejenigen Käufer richtet, die keine Ahnung von optischer- und interpolierter Auflösung haben. 9600x9600 klingt halt schon toll...

    Gruss
    Andreas
     
  5. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Danke für Deinen Tip! Den UMAX Astra 2200 bekomme ich auch in der Schweiz für umgerechnet DM 330. Was mich sehr überzeugt: Er hat SCSI und USB. Ich weiss ja nicht, wie lange ich noch eine SCSI-Schnittstelle habe. Somit ist das sogar eine zukunftssichere Lösung.
    Kannst Du etwas über die Qualitäten dieses Scanners sagen? Auf der UMAX-Homepage tönt es logischerweise nur positiv. UMAX war früher mal, soweit ich mich erinnern kann, DIE Top-Marke für Scanner. Heute sieht man vermehrt Agfa, Microtec, Epson und andere.

    Danke und Gruss
    Andreas
     
  6. LuisMG

    LuisMG New Member

    Bitte sehr. :eek:)
    Also ich mus zugeben, ich selbst benutze schon in der dritten Generation Microtek. *g* Allerdings benutzen wir in der Agentur (Multimedia Agentur in München) ausschliesslich UMAX-Scanner und sind sehr zufrieden damit. Ich selbst kann das auch bestätigen, sowohl von der Software-Anbindung, als auch von der Scanqualität und Geschwindigkeit gibt es nichts zu meckern.
    Und... bei dem Umax 2200 ist ja immerhin noch eine Durchlichteinheit mit dabei. :) Ist bei Grossformatdias auch recht gut. :) Für Kleinbilddias und Negative solltest Du Dir dann allerdings lieber einen Diascanner zulegen (z.B.: Acer ScanWit 2720S SCSI (ca. 850,-DM), habe ich selbst, bin sehr zufrieden damit).

    Mal von UMAX weggehend... auch von anderen Herstellern gibt es noch Scanner mit SCSI im unteren Preisbereich:
    - Mustek ScanExpress A3 SP (369,-DM; www.alternate.de)
    - Epson Perfection 1200S (hm... 509,-DM; www.alternate.de)
    - Acer ScanPrisa 640S (179,-DM; www.alternate.de)

    :eek:)
    Luis
     
  7. Macsimum

    Macsimum New Member

    Meistens ist es sinnvoller, in Photoshop zu interpolieren, aber wenn Dein Scanner z.B. eine Auflösung von 600x1200 ppi hat, hat es Vorteile, im Scanner zu interpolieren, da er dann nur in eine Richtung interpolieren muß; 600x1200 kann man natürlich nicht einscanen.
    Ich selbst habe den Microtek X6, den es glaube ich auch noch mit SCSI gibt. Ich kann nur empfehlen, die paar Mark mehr draufzulegen und die Version mit Silverfast zu kaufen, denn die Software steigert die Qualität noch um einiges, sogar wenn man die vorgegebenen Einstellungen nimmt. Wenn man sich die Mühe macht, und sich mit allen Reglern auseinandersetzt, kann man noch viel mehr rausholen. Allgemein ist es imer klüger, im Scanprogramm schon alle Einstellungen vorzunehmen, in Photoshop muß man immer mit dem arbeiten, was der Scanner hergibt, da könen die besten Filter oft nichts mehr retten!
     
  8. friedrich

    friedrich New Member

    Im Scanner von 600x1200 auf 1200x1200 zu interpolieren und nicht im Photoshop von 600x600 auf 1200x1200 ist sicher der sinnvollere Weg. Alles darüber hinaus ist Quatsch, der Scanner macht dann auch nur weichgezeichnete Treppen, die man durch schrittweises Interpolieren in Photoshop viel besser im Griff hat.
    Meine Erfahrungen mit Scannern: Wenn man hart an der Grenze der optischen Auflösung des Scanners arbeitet, ist der Scanner meist über den Rand seiner Leistungsfähigkeit hinaus - soll heißen aus einem 1200er bekommt man nur 800 echte Pixel Auflösung raus, der Rest ist schwammig.
    Wenn ich meine Scans mit einem normalen Desktopscanner (Microtek Skanmaker 4/600x1200) mit einem großen Linotype (ca. 2400dpi) vergleiche, sind die Scans von Linotype trotzdem um Welten schärfer und besser (gleiche Größe bei 600dpi).
    Außerdem: Es gibt fast keine Aufsichtsvorlage, die für 1200x1200 und höher noch genug Zeichnung hat. Photos, Bleistiftzeichnungen etc. sind meist alle gröber als der Scanner scannen kann.

    Mich wundert nur, warum die Marketingheinis der Scannerhersteller nicht darauf drängen, die Interpolation noch höher zu setzten, auf 20.000x20.000 oder so - macht doch ordentlich was her...

    Grüße,
    Ole
     

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