FritzBox!-Hersteller AVM -Tochter/Support ohne Betriebsrat?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von UliW, 26. August 2006.

  1. UliW

    UliW New Member

    Hallo,

    wollte nur mal folgende Artikel vom 25. und 26.8. aus dem Berliner Tagesspiegel zur allgemeinen Beachtung einstellen:


    Berlin - Das Berliner Kommunikationsunternehmen AVM will offenbar die Gründung eines Betriebsrats bei einer Tochterfirma verhindern und setzt nach Angaben von Mitarbeitern die Belegschaft unter Druck. AVM stellt unter anderem DSL- und ISDN-Modems sowie Rooter für die Internetnutzung unter dem Markennamen Fritz!Box her. Angestellte berichteten am Donnerstag, die Geschäftsleitung habe auf einer Belegschaftsversammlung erklärt, dass sie die Gründung eines Betriebsrates bei der Rat, Service und Support GmbH (RSS) nicht akzeptieren werde. Dabei soll nach Gewerkschaftsangaben „durch die Blume“ auch mit Kündigungen gedroht worden sein. Bei der RSS sind etwa 160 Mitarbeiter beschäftigt, AVM hat insgesamt 480 Beschäftigte. Das Unternehmen erzielte 2005 einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Von der Geschäftsleitung war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

    An diesem Freitag sollen die RSS-Mitarbeiter der erst vor kurzem ausgelagerten AVM-Support- sparte über die Einberufung eines Wahlvorstandes zur Gründung eines Betriebsrates abstimmen.

    Die IG Metall bestätigte die Vorwürfe aus der Belegschaft. Gewerkschaftssekretärin Petra Jentzsch beschäftigt sich seit einigen Monaten mit Beschwerden von AVM-Mitarbeitern. Ende Juli hatten sich mehrere Mitarbeiter an die IG Metall gewandt, um die Gründung eines Betriebsrates zu veranlassen. „Die Geschäftsleitung hat auf unsere Anfragen nicht reagiert und unseren Termin zur Abstimmung nicht ausgehängt“, erklärte Jentzsch. Als sie selbst Zettel verteilt habe, sei sie des Firmengeländes verwiesen worden. Dem daraufhin verschobenen Abstimmungstermin seien am Donnerstag Drohungen durch die Geschäftsleitung vorangegangen. „Ich glaube, man muss das ernst nehmen“, sagte Jentzsch. jmi


    Berlin - Die Gründung eines Betriebsrats bei einer Tochterfirma des Berliner Kommunikationsunternehmens AVM ist gescheitert. Von den etwa 160 Beschäftigten der vor kurzem ausgegliederten Tochterfirma Rat, Service und Support (RSS) ließ sich am Freitag niemand zum Wahlvorstand aufstellen. Die Initiatoren der Betriebsratsgründung hatten zuvor das Gründungsprozedere abgeblasen. Sie begründeten dies mit der angeblichen Drohung der Geschäftsleitung, Beschäftigte zu entlassen.

    AVM stellt unter anderem DSL- und ISDN-Modems sowie Rooter für die Internetnutzung („Fritz!Box“) her und beschäftigt insgesamt 480 Mitarbeiter.

    In einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die dem Tagesspiegel vorliegt, schrieben die Betriebsrat-Initiatoren, man wolle zwar „eigene Arbeitsplätze für die Errichtung eines Betriebsrats in die Waagschale werfen, nicht aber die Arbeitsplätze von circa 150 Kollegen“. Angesichts der „offensichtlich vorhandenen Probleme“ bei AVM hielten sie eine Mitarbeitervertretung dennoch für notwendig. AVM-Sprecher Urban Bastert wies die Vorwürfe aus der Belegschaft zurück. „Ich kenne die Vorwürfe nicht. Aber den Mitarbeitern wurde in keiner Weise gedroht, wegen des Betriebsrats ihre Arbeitsplätze zu verlieren.“ Grundsätzlich würden solche Methoden bei AVM nicht angewendet. Die Behauptung, die Geschäftsführung werde einen Betriebsrat nicht akzeptieren, weise er „auf das Schärfste zurück“, sagte Bastert.

    IG-Metall-Gewerkschaftssekretärin Petra Jentzsch betonte, dass die Auseinandersetzung zum Thema Mitbestimmung bei der RSS noch lange nicht vorbei sei. „Es ist ein kleiner Erfolg für die Mitarbeiter, dass wir wenigstens darüber diskutieren“, sagte Jentzsch. Die Kündigungsdrohung der Geschäftsleitung sei sehr ernst zu nehmen. Statt eines Betriebsrates wird nun laut Mitarbeitern an einem internen Mitbestimmungsmodell für die RSS gearbeitet. Wie weit die Geschäftsleitung den Mitarbeitern bei einer freiwilligen Vertretung entgegenkomme, müsse sich zeigen, so Jentzsch. jmi



    Vielleicht sollte man das beobachten! Bin selbst nicht begeistert über diese Situation. Kann man in Zukunft noch die FritzBox-eine an sich sehr gutes Produkt- empfehlen?

    Was haltet Ihr davon?

    Gruß UliW
     
  2. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ein Trauerspiel! Leider ein bekanntes. Toll, daß sich die Leitung dann noch nicht mal outet und z.B. Betriebsräte als Gehilfen des Teufels bezeichnet. Schade, daß ich keine FritzBox brauche, sonst würde ich keine holen.

    :meckert:
     
  3. benqt

    benqt New Member

    Scheint wohl eine andere Situation zu sein als die vor einiger Zeit bei SAP, als eine Handvoll (oder war's sogar nur eine Person?) von der Gewerkschaft aufgestachelter linker Speerträger entgegen der allgemeinen (und von den Mitarbeitern getragenen) Firmenphilosphie mit aller gewalt einen Betriebsrat gründen wollte.

    Damals hat's mich richtiggehend geschüttelt, so roch das nach Handaufhalten und Opferrolle. Den vorigen Satz muss man nicht verstehen, wer's trotzdem tut, auch gut.


    Gruß
    Markus
     
  4. UliW

    UliW New Member

    Die Leute vom Support habe ich bisher als kompetent und freundlich erlebt! Mir ist es ist unbegreiflich, wie es möglich ist, einer Betriebstochter mit immerhin 160 Mitarbeitern einen Betriebsrat zu verweigern. Kenne mich da rechtlich nicht so aus. Und es liegt ja wohl auf der Hand, dass AVM das nicht zugibt , auch wenn es stimmt. Sonst hätten sich ja auch wohl Mitarbeiter gefunden, die sich zur Wahl aufstellen lassen! Die Angst vor einer Kündigung ist ja nachvollziehbar. :meckert:

    Hätte ich nicht schon eine Box würde ich z.Zt. auch keine kaufen! :nicken:

    Mal sehen, wie es weiter geht! Wünschen den Mitarbeitern alles Gute!

    Gruß

    UliW
     
  5. Macziege

    Macziege New Member

    Wie hieß noch mal der Betriebsratsvorsitzende von VW, der mit dem Nuttenverschleiß?

    Da kann man schon mal ins Grübeln kommen, was Gewerkschaftsfunktionäre angeht.
     
  6. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Wer hat die bezahlt und mitgebumst? Richtig, der Namensgeber für das größte Sozialprogramm einer Bundesregierung.

    :teufel:
     
  7. Macziege

    Macziege New Member

    Ich habe noch nie für Liebe bezahlen müssen, also keinen Grund neidisch zu sein.
     
  8. Macziege

    Macziege New Member

    Wer war nicht taff genug, mit Hilfe einer der größten Parteien Deutschland, ein eigenes Sozialprogramm für die Bundesregierung zu entwerfen? Richtig, der damalige Bundeskanzler und heutiger Angestellter und Energievermarkter im Auftrag eines großen kommunistischem Landes.

    Ob er mitgebumst hat, kann ich nicht beurteilen, darüber habe ich auch keine Berichte in den Medien gefunden.
     
  9. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Von Schröder IV ist mir nichts bekannt. Oder spielst Du auf seine Ehen an?

    :biggrin:
     
  10. Macziege

    Macziege New Member

    Wie kommst Du auf Schröder?
     
  11. benqt

    benqt New Member

    Hieß unser Gerd nicht Schröder? :rolleyes:
     
  12. Macziege

    Macziege New Member

    Da war doch noch was.....mh
     
  13. Reverend Lovejoy

    Reverend Lovejoy New Member

    Ich finde es irgendwie Schade, daß jetzt keiner mehr AVM Produkte kaufen will. Ich meine, man trifft damit nicht die Geschäftsleitung sondern eher die Mitarbeiter. Wenn keine Produkte mehr verkauft werden und der Umsatz einbricht, dann sind doch die kleinen Mitarbeiter die gelackmeierten und nicht die Bosse. Die haben ihre Schäfchen im Trockenen. Solche Sprüche wie: "Hätte ich nicht schon eine Box würde ich z.Zt. auch keine kaufen!" schaden da echt den Falschen. Bitte Leute! Denkt nach, bevor Ihr sowas schreibt.
    Ich wünsche den AVM Mitarbeitern viel Durchhaltevermögen und hoffe, daß sich alles zum Guten wendet. AVM baut nämlich wirklich gute Produkte.
    Liebe Grüße!
     
  14. UliW

    UliW New Member

    Du hast ja recht! Man sollte auf jeden Fall die Entwicklung der Situation beobachten. Bin mir auch nicht sicher, ob man der Firma und damit den Angestellten was Gutes tut, wenn man die Produkte nicht mehr kauft. Wollte das mit dem Thread auch auf keinen Fall propagieren! Wäre aber irgendwie, doch ganz gut, wenn die Firmenleitung mitkriegt, dass die Situation in der Öffentlichkeit nicht unbemerkt bleibt.

    Gruß Uli :)
     
  15. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Wie soll man überhaupt gegen solche Firmen vorgehen? Lidl, Schlecker und wie sie alle heißen, die übel mit ihren Mitarbeitern umgehen. Boykottiert man sie, tut man den Mitarbeitern letztlich auch keinen Gefallen. Vielleicht würde aber ein kurzzeitiger Boykott und eine negative Presse zu einem Umdenken des Managements führen.
     
  16. UliW

    UliW New Member

    :nicken: Auch eine Möglichkeit! Ist nur die Frage, ob ein Umdenken seitens des Managements dadurch bewirkt wird. Außerdem denke ich, man darf nicht zu sehr schwarz weiß malen. Aus beiden Sichtweisen gesehen. Nicht jedes Management, dass die Firma (und damit auch die Angestellten) weiterbringen will, muß skrupellos sein. Aber auch die Gewerkschaften und andere Arbeitnehmergruppen verhalten sich oft zu stur. Ein weites Feld...

    Gruß Uli
     
  17. UliW

    UliW New Member

    Die Lage bei AVM hat sich inzwischen entspannt! Habe mit einer Mitarbeiterin (support) gesprochen und es gibt wohl inzwischen Bestrebungen (für beide Seiten einvernehmlich!) eine neue Lösung zu finden! :)


    Gruß

    UliW
     

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