Früher war doch alles besser, oder ?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von terkil, 25. April 2002.

  1. Besser hätte ich es nicht sagen können :)
     
  2. Besser hätte ich es nicht sagen können :)
     
  3. terkil

    terkil Gast

    s richtig los: Woodstock, Hendrix, der Aufstand der Jugend gegen das Establishment. Sympatisant...... Ein merkwürdiges Wort. Auch in Sachen Kunst gab's viel neues: Warhol, Lichtenstein, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, die Pop Art halt. Kennt jeder, mag jeder. Der Afri-Cola Werbe-Spot (mit den Nonnen), das wirkt bis heute.

    Dann die langweiligen 80er. Mit Grausen denk ich an aufgekrämpelte Jacket-Ärmel, Musikmäßig fällt mir nicht viel ein. NDW, einiges war ganz gut, aber sonst war alles ziemlich langweilig.

    Die 90er. Aufkeimender Nationalismus in Germanien. Die Wiedervereinigung. Als die Mauer fiel, war hier in Berlin die Hölle los. Viel SchwarzRotGold, gemischte Gefühle.

    Der Cube hätte eigentlich der Hit werden müssen, das war eines der wenigen Konzepte, die ich als "genial" bezeichnen würde. Deswegen steht er ja auch im MoMA. Eine Maschine die Kunst ist und mit der man Kunst erzeugen kann.

    Und jetzt :Weder Musikmäßig tut sich viel und sonst fällt mir nur Gerhard Richter ein. Aber der ist wirklich gut.....
     
  4. thd

    thd New Member

    hmmm......ich hätte gern in den zwanzigern mit den konstruktivisten kästchen gemalt, oder wäre gerne in den sechzigern bei den pop-artisten dabeigewesen, oder in den achtzigern wo die ersten computer rauskamen........und was ist heute ? nur noch tote hose und postmoderne *würg* :-(

    thd
     
  5. noah666

    noah666 New Member

    früher ????
    Ich hab Probleme ich daran zu erinnern was gestern war.....

    Aber im Ernst, ich muss dir Zustimmen. Auch wenn ich weder die 60er noch die 70er erlebt habe, so schäme ich mich doch ein Kinder der 80er zu sein, Aufgewachsen in einem Zeitalter schlechter Musik. Und mitlerweile geht sowieso alles vor die Hunde.....
     
  6. terkil

    terkil Gast

    <Und mitlerweile geht sowieso alles vor die Hunde..... >

    Komisch, hab ich auch immer gedacht.. Is aber nie was vor die Hunde gegangen.
     
  7. noah666

    noah666 New Member

    Warts ab, das kommt noch :-D

    Jetzt mal ernsthaft..... Überbevölkerung, Kriege, RTL 2, Big Brother, Bildzeitung, DokuSoaps... Kirch ist auch schon pleite....
    Das wird mal ganz böse enden. Irgendwann werden wir alle vor WinXP 10.0 sitzen und und fragen wie es nur so weit kommen konnte....

    so long Noah
     
  8. eman

    eman New Member

    Ich hätte gerne im Mittelalter gelebt. 10% Spitzensteuersatz!!!! ;-)

    Aber mal im Ernst. Früher war wirklich alles besser. Warum? Weil es noch was zu entdecken und Regeln zu brechen gab. Heute können wir nur noch revivaln auf Teufel komm raus. Aber auch das ist irgendwie beruhigend. Erwachsen. Abgeklärt. Das eröffnet doch neue Wege zu einem "geistigen" Sein, da man nicht mehr so sehr im gesellschaftlichen Clinch mit allem liegt....
    Doch den 80ern wird Unrecht getan. Sie waren das letzte Jahrzehnt eines Aufbegehren. Der Wandel von "du, da können wir auch drüber quatschen, ey" zu "gib Gas, ich will Spaß". Weg von Guitarrensoli, hin zu abstrakter Musik (der Plan: "Renate, pass besser, auf dich auf"). Andy Warhols und Josef Beuys Parole, jeder kann ein Star/Künstler werden wurde in den späten 70er und in den frühen 80er wahr gemacht, indem jeder, der sich ausdrücken wollte auch eine Möglichkeit fand dies zu tun (und vor allem Publikum). Nicht der Manirismus, der Genialitätswahn und das große Geld waren tonangeben sondern der Underground, Indipendend Labels und der Wille etwas zu tun. Auch wenn dies hieß, mit der Flex Metallplatten zu zersägen (Neubauten).
    Später kamen dann die 90er mit ihren Rave-Kids, die sich offen zum hedonistischen Konsum bekannten. Es gab zwar auch hier viele philosophische Diskurse, aber die beliefen sich immer auf das Resultat, dass man ja eigentlich nichts zu sagen hätte, daher auch die Textlose Musik. Das stimmt.
    Und heute? Das subversivste in der Jugend/Musik Kultur ist noch immer Hiphop. Aber die Hiphopper beschränken sich leider auf die altbewährte Prahlerei: Wer hat den Längsten, die meisten Homies, wer keept die Scheiße am realsten? Ansonsten Business as usual. Mit der Betonung auf Business....
     
  9. ughugh

    ughugh New Member

    Und ... ähhh - wo besteht da der Unterschied zu den letzten 2000 Jahren?

    Die medien ändern sich, die Probleme bleiben dieselben - trotzdem steht die Welt noch ... überrascht mich auch manchesmal.
     
  10. ughugh

    ughugh New Member

    "Ich hätte gerne im Mittelalter gelebt. 10% Spitzensteuersatz!!!! ;-)"

    Ähhh ...
    10% an die Kirche
    10% an den Lehnsherren
    1/10 Tage Felddienst auf den Feldern des Lehnsherren (also nochmal 10%, schwankte aber)
    Militätdienst "so wie es anfällt" - was durchaus auch nochmal ein paar Monate je Jahr sein können. (Rechnen wir einfach nochmal 10%) - wahlweise in eigenem Leben oder als Abgabe zu zahlen.

    Und natürlich:
    Hühnersteuer, Schweinesteuer, Heiratssteuer, Hausbausteuer, Abort-Steuer, Dreck-auf-dem-Hof-Liegenhab-Steuer usw.

    Oder auch:
    Strassenmaut (und nicht wie heute sondern richtig hoch: Der Esel 10 Taler, die 2 Heuballen je 5 Taler, die 2 Kinder je 3 Taler, die Frau einen Taler, der Bauer selbwst nochmal 8 Taler ...), Maut zum betreten der Stadt, Maut zum verlassen der Stadtm Handelserlaubnissmaut (natürlich für jede Ernte aufs neue)

    Es ist wie heute - nur ehrlicher.

    Zum thema: Ich denke mal die 90er und die 00er werden eingehen in die Geschichte als die Jahrzehnte, die erstmal keine eigene (Jugend)Kultur herborgebracht haben. Klamotten, Musik, Einstellung - alles nur noch vorgekaut und übernommen, alles schonmal dagewesen. Schade eigentlich.
     
  11. Josef S.

    Josef S. New Member

    Vielleicht ein Jahrhundert der Revivals ...
     
  12. Borbarad

    Borbarad New Member

    s richtig los: Woodstock, Hendrix, der Aufstand der Jugend gegen das Establishment. Sympatisant...... Ein merkwürdiges Wort. Auch in Sachen Kunst gab's viel neues: Warhol, Lichtenstein, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, die Pop Art halt. Kennt jeder, mag jeder. Der Afri-Cola Werbe-Spot (mit den Nonnen), das wirkt bis heute.

    Oh wie schön muss das gewesen sein. Noch richtige Musik. Unser einer wird als Genesis(The Lamp ist genial) Fan schräg angeguckt und für verrückt erklärt so eine Musik zu hören(besonders die qualitative Seite wird nie verstanden- sprich die kompliziertheit der Musical-ähnlichen nachdenklichen Songs). Heute ist das nur noch Geclone, Boygroup und sonstige scheiße. *würgkotz*
    Aufstand der Jugend. So etwas braucht Deutschland wieder dringenst damit dieses Land mal aufwacht. Die Deutschen müssen sich um 180° drehen und endlich das Brett vom kopf entfernen. Ich hab jedenfalls kein bock mehr auf D.

    B, einer den Deutschland auf/gegen den Strich geht
     
  13. BassTee

    BassTee New Member

    <<keine eigene (Jugend)Kultur hervorgebracht haben>>

    Aber ist es denn nicht so, dass auch das adaptieren verschiedener Einflüsse und Kulturen und das den eigenen Geschmack und die eigenen Ansichten am besten wiederspiegelnede für sich zu kombinieren, eine Art Kultur ist.

    Nie zu vor war der kulturelle Einfluss aus diversen Kulturen so groß wie jetzt und nie war die Freiheit des Einzelnen so groß. Keine Bewegungen denen man angehört und deren Unifomierung, egal ob sie nun aus Flickenröcken oder hochgekrempelten Jacken besteht, man sich anschließen muss.

    Ich denke die gelebte Freiheit und die Vielfalt, sind mindesten genauso viel oder wenig Kultur, wie alles andere. Auch kann man sich über die Qualität der heutigen Musik sicher streiten (auch ich bin bestimmt kein Charts Hörer), doch ist es so, das sich ein Stil, gerade durch das Zusammenspiel von dagewesenem aus Verschiedenen Zeiten, gebildet hat, der so noch nicht da war.

    Aber wenn man natürlich lieber in der Vergangenheit lebt ;-))

    BassT
     
  14. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >B, einer den Deutschland auf/gegen den Strich geht

    Frag doch mal 2112, vielleicht hat er noch ein Kämmerchen frei...
    :)
     
  15. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >Musikmäßig fällt mir nicht viel ein

    Dead Kennedys, Dinosaur Jr., Bauhaus, Einstürzende Neubauten, Sonic Youth, Plainfield, Lard, Cabaret Voltair, Tuxedomoon, John Zorn, Joy Division, Fugazi,...
     
  16. >>Aber ist es denn nicht so, dass auch das adaptieren verschiedener Einflüsse und Kulturen und das den eigenen Geschmack und die eigenen Ansichten am besten wiederspiegelnede für sich zu kombinieren, eine Art Kultur ist.<<

    Im Grunde ist es nur der Ausdruck fehlender Kreativität.

    >>Nie zu vor war der kulturelle Einfluss aus diversen Kulturen so groß wie jetzt <<

    Auch das stimmt nicht.

    >>Keine Bewegungen denen man angehört und deren Unifomierung, egal ob sie nun aus Flickenröcken oder hochgekrempelten Jacken besteht, man sich anschließen muss.<<

    Dafür gibt es für jeden etwas - und anschließen musste man sich noch nie irgendeiner Gruppeirung - ich lebte in den 70ern und war kein Hippie oder Mod, ich wuch in den 80ern auf und war weder Punk noch Poper oder Waver und in den 90ern war ich auch relativ unbeeindruckt von den Technos, den Gothics oder anderen Gruppierungen. Du liegst da dem irrglauben vieler Leute auf, daß diese Gruppen allgegenwärtig waren - sie waren es allerdings noch nie, sie waren immer nur auffällige Minderheiten - Auffälligkeit bleibt immer im Gedächtniss haften, die Masse lebte trotzdem anders.

    >>doch ist es so, das sich ein Stil, gerade durch das Zusammenspiel von dagewesenem aus Verschiedenen Zeiten, gebildet hat, der so noch nicht da war.<<

    Die extreme Stilverklitterung um - aus kommerziellen Gründen - möglichst viele Zielgruppen anzusprechen als "Stil" zu bezeichnen ist schon gewagt ;) - zumal es ja keine eigenständige Neuschöpfung (Vermischung) ist, sondern eine aneinanderreihung von verschiedenen Stilen. Das pure einspielen mit modernen mitteln der immergleichen Melodien ist noch nichts eigenständiges.

    Und man mag die Nachäffung als eigene Kultur bezeichnen - sie ist dennoch nichts eigenständiges. Die 90er-Jugendkultur reduziert sich tatsächlich auf unkreatives Nachäffen im Konsumrausch. Wem das als "Kultur" genügt - der mag es so bezeichnen - aber richtiger wird es dadurch nicht. Es ist ja auch nicht so, daß es ein Zusammenspiel gibt, es gibt Wellen von Stilen (sowohl in Musik als auch Mode - ja, selbst in Ansichten) die nur mit neuen technischen Möglichkeiten wiederaufgelegt werden - das ist keine Stilvermischung und war deswegen auch schon da ;)

    Und ja, ich fühle mich im romantisierten Mittelalter am wohlsten - trotzdem würde ich es nicht wagen, es als "jugend"Kultur zu bezeichnen - hätte es auch nicht getan, als ich noch zur Jugend gehörte :)
     
  17. BassTee

    BassTee New Member

    <<Du liegst da dem irrglauben vieler Leute auf, daß diese Gruppen allgegenwärtig waren>>

    Ich denke nicht, dass ich irgendeinem Irrglauben über irgendwelche Allgegewärtigkeit unterliege.

    Natürlich ist es so, dass nicht jeder irgendeiner Grupierung angehörte, aber wenn man nun diese als Angelpunkt, für die Kultur der Zeit nimmt. vgl. Studentenbewegung, Woodstock und so weiter. Ich halte auh nichts von der aktuellen Musik und finde die Art und Weise in der Produziert wird und welcher Erfolg damit erzielt wird beängstigen und traurig, doch kann man nicht ohne weiteres behaupten, es gäbe keine neuen Stile, wer das sagt verschleiert die Wahrheit, denn es gibt auch heute noch Musik, welche innovativ ist. Vielleicht nicht in den Charts aber es gibt sie. Und wenn Du behauptest, das es schon jemals vorher so viele Einflüsse gab wie heute, dann würde ich so weit gehen zu sagen, das das einfach objektiv falsch ist, denn vor den 90er Jahren gab es Medienmäßig gar nicht die Möglichkeiten, die heutzutage bestehen. Und aus dagewesenem was neues zu schaffen als fehlende Kreativität zu bezeichnen finde ich sehr schade. Natürlich ist es nicht besonders kreativ, wenn Scooter nen alten Supertramp Song versaut, aber auch in der heutigen Kunst und Musik sind noch kreative Werke zu sehen, auch wenn vorrausgehendes zitiert wird.

    Man mag von der heutigen Kultur halten was man will und ich stehe dem bestimmt nicht unkritisch gegenüber, doch zu sagen es gibt keine Kultur ist meiner Meinung nach dann doch etwas verfehlt.

    BassT
     
  18. BassTee

    BassTee New Member

    by the way

    wenn es um wirklich neues in der Musik geht, da ist seit den 40er Jahren nichts mehr passiert.

    ;-)
     
  19. 2112

    2112 Raucher

    >> ein Kämmerchen <<
    Leider nicht. Aber man kann schon am Strand ppennen.
    Gruß 2112
     
  20. Stimmt - ich bin immer noch begeistert von der Metal-Version von "In the getho" und auch "Stand by me" als Punk ist nicht schlecht.

    Die gibt es nicht? Ach :)

    Und natürlich geht es nicht nur um die Musik, sondern um das ganze Spektrum - es ist ja tatsächlich nix eigenes mehr darunter.
     

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