GarageBand: Frage eines Laien an die Profis

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von AndreasG, 19. Januar 2004.

  1. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Gleich vorweg: Ich verstehe nichts (noch nichts) von dieser Materie. Ich habe als Kind mal Klavier gespielt. Das wars ;)

    Da ich mit meinem iLife-Paket nun GarageBand mitgeliefert bekomme, frage ich mich, ob ich das programm als Ersatz (na ja) für ein Klavier brauchen kann, denn meine Kinder werden eh bald klimpern wollen und ich möchte auch wieder mal etwas üben bzw. sehen, was ich noch kann.

    Wenn ich mir nun so ein Keyboard von Apple kaufe: Was bekomme ich da:

    a) Hat die Tastatur eine Anschlag-Dynamik? Oder ist das in dieser Preiskategorie zu viel verlangt. Wenn ja, was kosten bessere Keyboards so ungefähr?

    b) Ist USB eine gebräuchliche Schnittstelle für solche Geräte? (Zukunftsicherheit) Gibt es da eine Normierung und kann man jedes Musik-Eingabegerät mit USB an den Mac anschliessen? Wenn Klavier, dann müsste man ja auch noch Pedale haben...

    c) Klingt sowas dann überhaupt wie ein echtes Klavier, z.B. über Kopfhörer?

    Wie gesagt, mir geht es nicht darum, Musik zu produzieren, sondern nur, um in Echtzeit spielen zu können.

    Gruss
    Andreas
     
  2. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Hi Andreas, wenns dir primär darum geht, Klavier zu spielen und für deine Kinder evtl. ein Übungsinstrument zur Verfügung zu stellen, dann kommst du um ein Digitalpiano nicht drumrum. Für (halbwegs) echtes Klavierfeeling brauchts einfach mind. 88 gewichtete Tasten mit Hammermechanik und Anschlagsdynamik.
    Diese Digitalklaviere lassen sich problemlos an eine Stereoanlage anschließen und klingen dann für die ersten zwei ernsthafteren Übungsjahre ganz ok.
    Geh einfach mal in ein "Fachgeschäft" und probiers aus (am Besten auch im direkten Vergleich zu einem echten Klavier)!

    "Standard" in der Verbindung Computer – Instrument ist das so genannte Musical Instruments Digital Interface = MIDI. Das haben m.W. alle aktuellen Digipianos an Bord...

    GarageBand ist nicht das, was du zum Einstieg brauchst, weil das sozusagen ein digitales Einsteigertonstudio zum Aufnehmen und Mischen ist.
    Wird vielleicht dann interessant, wenn man ein bisschen besser spielt. Minimalaufnahmefunktion und Taktell bringen auch viele Digipianos von Haus aus schon mit.
     
  3. fons

    fons New Member

    a) kenn zwar das "Apple-Keyboard" nicht, kann mir jedoch nicht vorstellen, daß es keine anschlagdynamische Tastatur hat - absolut Standard ...

    b) sehr gebräuchlich - im dem Fall hast Du die MIDI-Schnittstelle und das MIDI-Eingabegerät in einem. Für MIDI gibt's nur seriell oder USB

    c) hängt von den verwendeten Samples ab - weiß nicht, was GB da so bietet ...

    Gruß
    Fons
     
  4. p.i.t.

    p.i.t. Ural-Silber

    In der Keynote hat Jobs doch mit dem gleichen Klavier gespielt, bezw der Gitarrist dort. Und dieser hat die Anschlag-Dynamik, wenn ich mich recht erinnere, sehr gerühmt - als es darum ging, das Saiten-Bending einer akustischen Gitarre nachzuempfinden.
     
  5. macmercy

    macmercy New Member

    Hallo Andreas,

    genau so gehts mir auch... Hab die gleiche Frage schon woanders gestellt. Ein paar Antworten zu Midi/Keyboard:

    http://pl10515.macbay.de/sahara/
     
  6. p.i.t.

    p.i.t. Ural-Silber

    Nachtrag: Hier stehts auch.
     
  7. petervogel

    petervogel Active Member

    hi andreas,

    dein posting könnte ich gesachrieben haben mit dem zusatz, dass ich schon interesse habe eigenes zeug zu mischen.
    ich hatte hier ja einen midi keyboard thread gestartet und auch von apfelbaum und anderen guten input bekommen.
    ich habe mir das von apfelbaum empfohlene evolution keyboard für 155 euro bestellt und es ist heute morgen gekommen. schönes teil und pures plug and play. keine treiber zu installieren.
    konnte damit sofort loslegen und der klang ist wirklich gut. ich habe als teeny jahrelang klavier gespielt und muss sagen, dass das grandpiano über kopfhörer einen guten klang hat. anschlagdynamik ist auch genauso, wie man es vom richtigen klavier her kennt.
    einziges manko: meine finger scheinen eingerostet zu sein und ich muss erst mal wieder ein paar tonleitern üben. die tasten kamen mir zuerst etwas schwer vor, aber ich muss dazu sagen, dass ich vor jahren das letzte mal an einem klavier gesessen habe und somit keinen direkten vergleich habe. ich nehme aber an, dass es wohl eher daran liegt, dass ich es einfach nicht mehr gewohnt bin.

    Nachtrag: es ist das evolution MK249C
     
  8. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Dabei bist du durch die X-Plane-Fliegerei schon im Vorteil!
    :D
     
  9. petervogel

    petervogel Active Member

    da nutze ich doch den luststab alias joystick:wink:

    ob ich das mit dem x-plane noch so intensiv weiterverfolgen kann? vom musik spielen und machen hat man doch irgendwie mehr.
     
  10. AndreasG

    AndreasG Active Member

    So viel Feedback...das muss ich erst mal verdauen ;)

    Das Apple-Keyboard hat also Anschlagdynamik, hat aber nur 49 Tasten, ein richtiges Klavier aber 88. Hmmm....Luxus oder absolute Notwendigkeit?

    @mikrokokkus: Was sind denn "gewichtete Tasten"? So ein Piano kostet aber ein ganze Stange Geld, oder? Ich hoffte, da ich ja schon zwei Macs habe, eine Stereoanlage auch, da würde ich nur noch ein einfaches Keyboard brauchen...

    @petervogel: Welche Software läuft denn auf Deinem Mac? Ist da Mac-Software mit Deinem Keyboard mit dabei? Hat übrigens auch nur 49 Tasten, Dein Teil...

    Gruss
    Andreas
     
  11. petervogel

    petervogel Active Member

    ja, hat nur 49 tasten. sollte für den anfang und die zwecke erst mal reichen. ist trotzdem relativ gross das teil.
    mac software sind demo versionen von den drei grossen profi groggies dabei und dann noch so ein teil für den hausgebrauch, welches furchtbar windows mässig aussieht. habe es nach dem start gleich wieder beendet. ist wohl so ne art mini garage band.
    du brauchst doch eh keine software, wenn du garageband hast. funzt alles einwandfrei. (ich traue es mich ja schon gar nicht mehr zu sagen :embar: )
     
  12. mikrokokkus

    mikrokokkus New Member

    Gewichtete Tasten geben dir einen bestimmten Widerstand beim Herunterdrücken. Man versucht dabei in der Regel, das Gefühl zu vermitteln, das ein echtes Klavier oder noch besser ein Flügel vermittelt.
    Edle Gewichtungen sind in den Bässen anders als im Diskant, weil Basssaiten schwerer in Schwingungen zu versetzen sind als dünnere Saiten höherer Töne.

    (Heim-)Orgeln haben in der Regel keine gewichtete Tastatur. Das ist dann wie Knöpfe drücken.

    Wenn du nur klimpern willst (oder eben ein Orgelfeeling willst), brauchst du das nicht unbedingt. Wenn du deinen Kindern ein Instrument zur Verfügung stellen willst, mit dem sie ernsthaft(er) lernen sollen und evtl. dann auch Klavierunterricht nehmen sollen, dann ist eine Gewichtung unabdingbar. Darauf zu verzichten, wäre ungefähr so, als ob man jemandem Tischtennis beibringen wollte und ihm zum Üben einen Badmintonschläger gäbe...
     
  13. Apfelbaum

    Apfelbaum New Member

    Es gibt auch gewichtete Midiboards mit Hammermechanik zb. von http://www.doepfer.de/home_d.htm. Mit 88 Tasten usw. Man kann diese ebenso am Mac anschliessen und jegliche instrumente in dem zukünftigen Garageband spielen. Der Nachteil ist nur das die geräte in einer anderen Liga spielen. Da werden schnell schonmal 800 Euronen aufgerufen. Klar das eine mit Hammermechanik ausgestattete Tastatur besser zu spielen ist. Die Anschlagdynamik mit dem Softwareinstrument ist allerdings genauso gut wie beim E-piano da diese ach nur mit interner Sofwareumsetzung arbeiten. Leider kann man damit aber nur Klaviertöne hervorzaubern, bei Garageband kannst du natürlich auch Gitarre usw. einspielen. Ich schätze mal für den Einsteiger oder Wiedereinsteiger tut es erst mal ein Keyboard.
     
  14. gub

    gub Member

    Als Kinder haben wir ja fast alle einmal musiziert. Garageband mit so einem Keyboard hat natürlich seinen Reiz. Es wäre sinnvoll wenn man das Ganze auch noch mit einem Selbststudien-Lehrgang erhalten würde.

    gub:wink:
     
  15. petervogel

    petervogel Active Member

    da kramst du deine alten etüden notenheftchen wieder raus und dann geht das schon:D
     
  16. gub

    gub Member

    Hänschen klein ging allein...:D
     
  17. petervogel

    petervogel Active Member

    ne, ne mein lieber; ich hatte begabung und habe es schon zu schubert gebracht:D
     
  18. gub

    gub Member

    Alle Achtung:eek:
     
  19. macknife

    macknife Member

    Hallo Andreas,

    habe heute nachmittag schon zweimal versucht zu antworten, bin aber jedes mal irgendwie vom MW Server geflogen, nun klappts hoffentlich, auch wenn inzwischen einiges schon gesagt wurde...


    zur Anschlagsdynamik:

    inzwischen verfügen eigentlich fast alle Keyboards über eine anschlagsdynamische Tastatur, vor allem diejenigen, welche speziell für die MIDI-Eingabe am Computer konzipiert sind. Um ein wenig herumzuspielen, oder eben für Studioprogramme, bei denen der Großteil der Arbeit in der Bearbeitung und nicht im Einspielen liegt, sind solche Geräte ideal. Wenn Du aber hauptsächlich in Echtzeit "Klavier" spielen willst, und vor allem möchtest, dass Deine Kinder sich auch ernsthaft mit der Klavierlernen beschäftigen, dann kauf Dir um Himmels Willen ein Digitalpiano oder eine gescheite Masterkeyboard/Expanderlösung. Denn ein Keyboard wie das Evolution, und da muss ich petervogel etwas widersprechen, kann sich nicht anfühlen wie ein richtiges Klavier, nur ist dieser Unterschied gerade am Anfang schwer nachzuvollziehen. Auf mittelfristige Sicht versaust Du Dir (oder v.a. Deinen Kindern, die ja vielleicht mal richtig Klavier spielen lernen wollen) da den Anschlag.
    Bei "gewichteten" Tastaturen befindet sich in jeder Taste ein Bleigewicht, der die Schwere einer echten Klaviertaste simuliert, bei einer gewichteten Hammermechanik ist dieses Bleistück nicht starr mit der Taste verbunden, sondern freischwingend an einem Hebel gelagert, das kommt dem Spielgefühl eines echten Klavieres schon recht nahe.
    Auch die Anzahl der Tasten sind nicht nebensächlich. Keyboards wie das Oxygen8 haben deshalb nur 2 Oktaven, damit man sie bequem mit dem Powerbook in einen Rucksack packen kann, um unterwegs was einzuspielen. 49 Tasten bieten da ewas mehr Komfort. Wenn man aber ernsthaft "Ersatz" für ein echtes Klavier sucht, müssen es 88 sein. Es gibt auch kaum kürzere Keyboards, die über eine Hammermechanik verfügen. Preislich sollte man schon ca. 750-1000€ einplanen. Insofern wäre GarageBand für dich eher ein Anstoß, generell über die Anschaffung eines Instrumentes nachzudenken. Also um ein bisschen herumzuprobieren ist so ein Teil aus dem Apple Store gut geeignet. Bei dem, was Du vorhast, würde ich dagegen nichts überstürzen.

    zu MIDI/USB:

    der Link von MacMercy ist eigentlich sehr hilfreich. Generell gilt: Mit USB liegst Du dann richtig, wenn es darum geht, EIN Keyboard mit dem Computer zu verbinden, wie es zum Einspielen von Linien in Garageband o.a. professionelle Programme geht. Wenn das Studio wächst, also irgendwann mehr Geräte dazu kommen, ist die Klassische MIDI Buchse aber immer noch Standard.
    Anders herum gilt: Wenn Du Dich für die Anschaffung eines Digitalpianos entscheidest, spielt der Computer ja gar keine Rolle mehr, da Du auf dem Keyboard ja "Standalone" in Echtzeit spielst. Wenn Du dann irgendwann doch mal mit dem Mac experimentieren willst, wirst Du ein zusätzliches MIDI-Interface benötigen, da die meisten "großen" Keyboards nicht über USB verfügen (genaugenommen sind USB Keyboards Geräte, die über ein eingebautes MIDI-Interface verfügen, welches aber nicht extern, z.B. von einem weiteren MIDI Klangerzeuger,benutzt werden kann)
    Über Gas- und Bremspedal brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen, diese sind keine MIDI Geräte, sondern elektronisch betrachtet einfach ein robuster Tastschalter, welcher an fast jedem Keyboard angeschlossen werden kann. Dieses Wandelt dann die Pedalinformationen in MIDIDaten und sendetg sie zusammen mit seinen eigenen.

    MtK
     
  20. AndreasG

    AndreasG Active Member

    Vielen Dank für Eure Ausführungen. Tja, eigentlich dachte ich schon eher daran, für meine Kinder ein Instrument zu beschaffen, mit dem man auch richtig üben kann. Für mich alleine wäre das Apple-Keyboard zusammen mit GarageBand geeignet, um wieder meine Kenntnisse aufzufrischen, aber längerfristig scheint das wohl doch keine so gute Idee zu sein.

    Mit Euren Infos gerüstet werde ich mich demnächst mal in einen Musikladen begeben und das mal ausprobieren, auch im Vergleich mit einem echten Klavier natürlich.

    Aber irgendwie reizt mich das Apple-Keyboard doch ;) Meine Kinder sind nämlich noch etwas klein zum Klavierspielen - und bis es soweit ist, könnte ich mit dem Apple-Board wieder mal üben. Ausprobieren werde ich das Apple-Teil auch :D

    Werden wohl digitale Pianos von Klavierlehrer/innen als "Instrumente" akzeptiert oder lehnen die sowas generell ab?

    Gruss
    Andreas
     

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