Gerichtswillkür im Verkehrsrecht

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Macziege, 31. Juli 2004.

  1. Macziege

    Macziege New Member

  2. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    …und wo ist jetzt das Problem?
     
  3. maiden

    maiden Lever duat us slav

    was mich auch immer wieder wundert:

    Der Verdächtige beruft sich ja darauf, daß er erst nach dem Unfall am Unfallort angekommen sein will. Komischerweise hat er aber gleich zu Anfang des Ermittlungsverfahrens behauptet, nichts vom Unfall bemerkt zu haben.

    Da knallt also ein Kleinwagen von der Autobahn gegen ein paar Bäume, Menschen kommen ums Leben und man kann davon ausgehen, daß nachfolgende Fahrzeuge angehalten haben, daß versucht wurde zu helfen, daß es einen Stau oder zumindest Stockungen gegeben hat, daß andere Autofahrer ausstiegen und was sonst noch so geschieht, wenn es auf der Autobahn gekracht hat und Menschen sterben, aber der Verdächtige, der ja mehrere Minuten später erst vorbeigekommen sein will, will von allem nichts bemerkt haben.

    Seltsam. Zumal er, wie Zeugen bestätigten, sich nach diesem Unfall verdächtig verhalten hat, sich mit Kollegen beriet und einen Anwalt konsultierte. Das alles, ohne daß ein konkreter Verdacht gegen ihn vorleg, ja, er noch nicht einmals als Verdächtiger ermittelt war.
     
  4. Macziege

    Macziege New Member

    Das Problem liegt in der Urteilsbegründung, mit solchen Argumenten kann jeder Unbeteiligte zum Straftäter gemacht werden.

    Das zum Einen. Was ist aber, wenn der Unfall dadurch geschehen ist, dass die Frau irgendwie abgelenkt wurde, von was auch immer, z.B. ihr ist eine glühende Zigarette heruntergefallen, hättet ihr dann Verständnis dafür, dass ein Gericht euch verurteilt, nur weil ihr zufällig hinter dem Fahrzeug gefahren seid?

    Damit keine Missverständnisse entstehen, ich bin absolut gegen rücksichtslose Raser, aber Recht muss Recht bleiben.
     
  5. maiden

    maiden Lever duat us slav

    er ist aber wohl nicht zufällig hinter dem Fahrzeug der Frau hergefahren (womöglich noch unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes) sondern mit extrem hoher Geschwindigkeit extrem dicht auf das Fahrzeug der Frau aufgefahren.
     
  6. macKnall

    macKnall Halbtagsphilosoph

    *andenkopfschlag*

    Jetzt wo Du's erklärst! Ist mir beim ersten Durchlesen gar nicht aufgefallen…:zzz: :zzz:
     
  7. maceddy

    maceddy New Member

    Was ist "Recht" ?

    maceddy




     
  8. manaslu

    manaslu New Member

    Hallo!

    Ich studiere selber JUS und muss ganz ehrlich sagen, dass so ein Urteil einem Exempel gleich kommt. Bei so einer dünnen Beweislage jemanden zu verurteilen ist auch aus nicht-juristischer, menschlicher Sicht sehr bedenklich.
    Man könnte zwar mit einem prima-facie-Beweis argumentieren, aber auch ein solcher ist gestützt auf nur eine wage Zeugenaussage eines "Autolaien" und aufgrund der restlichen Lage des Falls zu wage.
    Mit einem solchen Urteil wird die verfassungsmäßige Vorhersehbarkeit des Rechtssystems untergraben.
    Ich möchte mich jetzt nicht mit Rasern sympathiesieren. Aber nehmen wir nur einmal an er war unschuldig und nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort
     

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