Gesundheitsreform: Das hab ich mir doch gleich gedacht...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Schaumberger, 17. November 2004.

  1. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Als ich von den Reformplänen der Union gehört habe und ein wenig über meinen monatlichen Obulus an meine Private KV nachgedacht habe, erschien mir die Zahl von knapp 170 EUR Monatsbeitrag doch schon als verdächtig niedrig. Insbesondere für ein in sich zutiefst morbides und ineffektives System. (Also ich zahl bei meiner PKV entschiedenmehr, und möchte mal prognostizieren das meine Vers. besser haushalten kann als die AOK das jemals tun wird)

    Unterm Strich bleibt wieder mal stehen: Die Union erarbeitet sich ein Konzept, stellt fest das es, nicht wirklich kommunizierbar ist. Also schönt sie die Zahlen auf so schamlose Weise, das man fast schon von "Lügen" sprechen muss. Derart niedrige Beiträge sind für eine gesundheitliche Versorgung, die dem aktuellen StatusQuo entspricht, einfach nicht realistisch.
    Der Dumme ist wiedermal der Bürger der sich drauf verlässt.

    Dabei finde ich das Kopfpauschalenmodell richtig gut, und vorallem logisch. Nur sollten die Reformern den Bürgern wirklich reinen Wein einschenken und auch offen sagen das Gesundheit numal mehr kostet als wir aktuell bezahlen, und in Hinblick auf die Demographische Entwicklung in Zukunft auch noch sehr viel mehr kosten wird!!!

    Interessantes Interview:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,328089,00.html
     
  2. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Gesundheit könnte weniger kosten, wenn man den Absahnern und Betrügern aus Pharmaindustrie und Ärzteschaft endlich mal ans Leder ginge.
    Jedes Jahr verschwinden in deren Kanälen zweistellige Milliardenbeträge.
     
  3. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Ja - und den Ärztehoppern und Hypochondern und Facharztjunkies und...und...und jeder Kassenpatient sollte endlich mal wie ein Privatpatient mitkriegen, was seine Gesundheit so kostet.

    Das von Schaumberger verlinkte Interview ist durchaus lesenswert.
     
  4. Macci

    Macci ausgewandert.

    Kopfpauschale: jawoll, der Lagerarbeiter bei Quelle zahlt genausoviel, wie der Vorstandsvorsitzende von Bayer. Klasse. Gute Idee. Weiter so. :rolleyes:
     
  5. RaMa

    RaMa New Member

    achwas kopfpauschale, kopfgeld das bringts.
     
  6. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ja, ja, wir Alten sind’s mal wieder. Allen voran macixus!

    ;)
     
  7. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Jedenfalls wurde ich noch nicht vorsorglich schon mal in ein dumpfes Kellergewölbe ausgelagert, sondern erfreue mich meiner gefühlten Jugend weiterhin im ersten Stock mit Blick auf meines Fürsten Schloß. :bart:
     
  8. Risk

    Risk New Member

    Hallo,

    bei dem Scheißwetter kannst du das Schloß sehen?

    :cool:
     
  9. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Nein. Aber fühlen, wenn ich das Fenster auf und den Arm ganz laaaaaaaaaang mache. :klimper:
     
  10. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Richtig so, schliesslich kostet die Heilungs-Leistung auch für jeden dasselbe. Das System, in welchem ein Arzt für die gleiche Behandlung eines PK-Versicherten und z.B. eines BKK-Versicherten unterschiedliche Honorare erhält, stinkt jawohl vom Himmel. Die Konsequenz ist nämlich das jeder Arzt die lukrativeren Patienten zuvorkommend behandelt. (wer würde es anders machen?) Findest Du es toll als Kassenpatient 3 Stunden im muffigen Wartezimmer zu warten weil jeder "notfall"-Privatpatient dir vorgezogen wird? Das kann ich nicht als gerecht oder solidarisch empfinden.

    Ich findes es logischer und gerechter wenn jeder Bürger den gleichen Beitrag zahlt, schliesslich sollte sich jeder auf die gleiche Grundversorgung verlassen können. (Extra-Schweinereien wir Einbettimmer und Vollbusige Pflegerin kann man dann gerne Zusatzversichern). Der solidarische Ausgleich für Geringverdiener und die "Schwachen" Elemente der Gesellschaft (finde ich richtig und wichtig!!) ist bei einer durch Steuern-finanzierte Unterstützung m.E. aber weitaus besser aufgehoben.
     
  11. Macci

    Macci ausgewandert.

    Ich stimme dir zu, dass für gleiche Leistung gleiche Honorare gezahlt werden sollten. Aber dann gehts doch schon los: wer erstellt eine Liste der Behandlungsmethoden, die für alle zugänglich sind? Wer kann sich dann Zusatzversorgung leisten?
    Wer wird dann vom Arzt wieder bevorzugt, weil man ja zusätzliche Behandlungsmethoden/Unterbringung etc. abrechnen kann? Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    Steuerbasierend? Klar doch, immer rauf mit den Steuern, immer noch eine Funktion mehr ins Steuersystem integrieren...
     
  12. sandretto

    sandretto Gast

    Wie schlecht gibt es bei PC's und Peripherie keine Preisabsprachen, sonst würden die Dinger heuer noch locker 5000 Euro und mehr kosten. Dumm gelaufen für die Anbieter, müssen sie doch deswegen innovativ und hart arbeiten, um konkurrenzfähig zu bleiben.

    Wie gut gibt es im Gesundheitswesen Preisabsprachen und Korruption an jeder Ecke, und die unterwanderten Kontrollinstanzen sind gleich mit an Bord, da lässt sich richtig Kohle machen damit, auf dem Rücken der Versicherten.
     
  13. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Aber da wüsste ich nicht wo der Unterschied zum bestehenden System liegt? Freilich braucht es eine Leistungskatalog, was in der sog. Grundversorgung drin ist und was nicht, aber den gibt es doch jetzt auch schon...da würde sich also nichts ändern (ausser das die Kassen ausnahmsweise ihren Berechnungen fixe Beträge zugrunde legen könnten.)
    Und Zusatzversorgung, also bessere Leistungen leistet sich nur der dem es das wert ist, (wie jetzt auch schon, siehe PKV), Goldfüllungen in denZähnen passenauch heute schon nicht mehr ins Solidarsystem, da würde sich also auch nix ändern...


    Der Vorteil, diesen "Solidarbeitrag" in die Steuern mitaufzunehmen, liegt auch u.a. darin das auch alle Spitzenverdiener dann ihren Beitrag dazu leisten würden, nicht wie jetzt wo sich die Besserverdienenden oder die Selbständigen (wie meinereiner) elegant aus der Affaire ziehen können. Und auf die Berechnung dieses Modells bin ich gespannt. Da ja der Arbeitgeberanteil an den Kassenbeiträgen drastisch sinken würde, könnte man die höhere Steuerbelastung ein wenig durch höhere Bruttogehälter kompensieren. Das auszurechnen wäre aber Aufgabe der Politik (in diesem Falle der Union), aber schon alleine die Schätzung des Pauschalbetrages zeigt, das man von dieser Seite leider nicht auf ernsthafte und fundierte Berechnungen hoffen darf.
     
  14. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Die ursprüngliche Idee der CDU, endlich mal die Gesundheits- von den Arbeitskosten zu entkoppeln, war schon der richtige Ansatz. Jetzt ist sie mit Hilfe der S-Lobbyisten der CSU weitgehend verwässert. Leider.

    Das macht die EsPeDe schlauer - keiner von denen hat bis heute mal die Rechnungen publiziert, die eine "Bürgerversicherung" tatsächlich kosten würde.
     
  15. sepp

    sepp New Member

    hier wieder nur an der eingabenseite herum gedoktert wird, bin ich zunächst mal dafür die ausgabenseite besser zu durchleuchten.

    es ist doch blanker hohn, dass die ärtzlichen leistungen für gkv nicht mit dem patienten abgerechnet werden müssen.

    wer zahlt denn heute noch eine handwerkerrechnung auf der die leistungen nicht akribisch aufgelistet sind.

    frechheit

    sepp
     
  16. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

  17. sepp

    sepp New Member

    wurde wohl zensiert!

    sepp
     
  18. akiem

    akiem New Member

    mit gewalt geht alles!
     
  19. akiem

    akiem New Member

    sie werden sich hüten die zahlen vor ende 2006 zu veröffentlichen.
     
  20. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Ich weiss nicht, ich bin immer hin- und hergerissen was denn besser ist:
    KEINE Zahlen veröffentlichen, oder bewusst FALSCHE Zahlen auf den Tisch legen?

    Ersteres ist zumindest ehrlicher.... (wenn auch nicht wirklich prduktiv)
     

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