Haarriss auf iBook Platine nach 15 Monaten! Wer muss zahlen?

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von williams, 30. November 2005.

  1. williams

    williams New Member

    Hi.
    Mein iBook (15 Monate alt) ist, wenn man es bewegt hat, regelmässig abgestürzt. Der Händler stellte einen Haarriss auf der Hauptplatine fest und verlangt 800 Euro für die Reparatur.
    - Kann ich auf Kulanz erreichen, dass der Händler (Gravis) oder Apple die Kosten übernimmt?
    - Kann ich irgendwie die Gewährleistung geltend machen (Der Fehler ist ohne irgendeine äussere Einwirkung aufgetreten. Das iBook stand die meiste Zeit am Schreibtisch, wurde nicht runtergeworfen oder sonstwie rumgeschubst...)
    Es kann doch nicht sein, dass ein 1300 Euro teures Teil drei Monate nach Ablauf der Garantie total kaputt ist?
    Danke für eure Hilfe, Williams.
     
  2. derbaer

    derbaer New Member

    Mein Beileid, so was ist extram ärgerlich.

    aber...

    Apple wird die Kosten wohl nicht übernehmen, weil Apple nur 12 Monate Garantie einräumt, es seit denn, Du hast Applecare.

    Gravis muss als Händler 24 Monate "Gewährleistung" (nicht Garantie!) bieten, das Problem ist nur, dass Du Gravis nachweisen musst, dass der Fehler (=Haarriss) bereits bei Übergabe des iBooks vor 15 Monaten vorgelegen hat und sich nur jetzt zeigt, Stichwort: verdeckter Fehler. Das wird, wenn Gravis sich nicht kulant zeigt, was nach meinen Erfahrungen nicht sehr wahrscheinlich, wenngleich nicht ausgeschlossen ist, leider schwierig werden.

    aber die 2te: Gab es nicht vor kurzem die Meldung mit fehlerhaften Platinen bei den iBook G4 ? - wenn dies auch bei Dir die Ursache ist, dürfte ein "Vorsprechen" bei Apple, sprich Geltendmachen eines Produktionsfehlers, nicht falsch sein.
     
  3. Zerwi

    Zerwi Wiederhergestellt

    Ich würde es auf jeden Fall versuchen, über Apple etwas zu erreichen. Also mal den Support anrufen und den Fall mal in Ruhe schildern.
     
  4. morty

    morty New Member

    schlechte karten
    apple ist noch bis zum 13 monat kullant, aber dann ... :meckert:

    das ist der fluch von mobilen geräten, da sind gerade solche sachen unglaublich teuer und unwirtschaftlich :angry: :cry:
     
  5. maiden

    maiden Lever duat us slav

    und eigentlich sollte jedem halbwegs vernunftbegabten Menschen klar sein, daß Haarrisse auf dem Logikboard wohl kaum durch äußere Einwirkung entstehen können, ohne daß das sichtbare Spuren am Gehäuse hinterläßt, also etwa durch Herunterfallen.

    Daher würde ich über Gravis UND Apple eine Lösung suchen. Notfalls zum Verbraucherschutz und einen Anwalt konsultieren.
     
  6. chieferson

    chieferson New Member

    Die Rechtslage sieht leider imho so aus, wie sie derbear geschildert hat. nach Ablauf von 6 Monaten bist du in der Beweispflicht, dass der Fehler bei Übergabe schon bestand. Ich würde sogar sagen es ist so gut wie unmöglich das nachzuweisen.

    Zudem sieht die Rechtslage in Drittländer (USA) noch viel schlechter aus, weil geltendes Recht meist nicht durchsetzbar ist. ODER NUR SEHR SCHWER.

    Wenn du Glück hast, dann kriegst du Kulanz. Wenn nicht, siehts glaube ich nicht so pralle aus.

    ABER: Ich bin kein Rechtsanwalt, sondern nur Student, der aktuell eine Vorlesung Grundlagen Recht hat, in dem genau solche Themen angesprochen werden.

    Rechtsgrundlagen:
    § 434 BGB - Sachmängel und Ansprüche
    §§ 474 ff BGB Haftung beim Verbrauchsgüterkauf

    Grüße
    CHIEFerson
     
  7. rufus

    rufus New Member

    sehe ich nun nicht so. gewährleistungspflichtig gegenüber williams ist doch nach ablauf der herstellergarantie der händler, oder? williams muss nun gegenüber diesem nachweisen, dass der fehler schon bei gefahrübergang vorlag. es geht hierbei um einen haar-riss (wenn das überhaupt stimmt, wie hat gravis das festgestellt?) auf der platine. dieser müsste doch, im fall er hätte nicht schon bei gefahrübergang vorgelegen, durch eine handlung des williams verursacht worden sein. welche handlungen des williams kämen hierfür in frage? sturz, quetschen.
    die frage ist meiner meinung nach: kann eine für den schaden am book ursächliche handlung des williams durchgeführt worden sein, ohne andere nachweisbare schäden am book verursacht zu haben (verzug am gehäuse, spuren des aufpralls, etc.)

    ich musste mir während des informatik-studiums nur eine ekelige "grundlagen des bgb" vorlesung reinziehen und bin kein jurist.

    aber ich glaube, wenn ich mir sicher wäre, dass der schaden nicht nach der übergabe entstanden sein kann, würde ich darum schon streiten.

    rufus
     
  8. maiden

    maiden Lever duat us slav

    sehe ich auch so. Und egal wo Apple sitzt, ob in USA oder Timbuktu, es gilt für hier verkaufte Ware hier geltendes Recht. Und ich meine auch, daß es kein Problem sein sollte, hier einen Produktmangel festzustellen, da ein Riss am Logicboard ohne äußere Beschädigung wohl kaum entstehen kann.
     
  9. rufus

    rufus New Member

    apple sitzt aber sogar hier, man kauft sein obst bei apple deutschland

    das spielt aber in diesem fall gar keine rolle, da gewährleistungsansprüche an den händler zu richten sind. (der kann dann seinerseits an apple forderungen stellen)

    rufus
     
  10. chieferson

    chieferson New Member

    Genau das ist ja das Problem. Wie soll man nachweisen, dass der Riss schon bei Übergabe bestand??? Allein die Aussage es sind keine äußeren Schäden am Book wird wohl nicht ausreichen. Wie kann so ein Riss entstehen? Wer könnte sowas nachweisen? Wie wäre sowas nachzuweisen?

    Diese Infos hab ich heute von meinem Rechtprof bekommen. Er gibt aber keine Garantie, weil alles steht und fällt mit dem Nachweis der Ursache und hier ist er und ich auch kein Fachmann, wie so ein Riss entstehen kann.

    zum Ausland: Sicher gilt deutsches Recht für in Deutschland verkaufte Ware. Das bedeudet williams kann hier nur seine Rechte Gravis gegenüber geltend machen. Wenn er Apple USA direkt heranziehen will sieht die Lage schon wieder anders aus. Aber wie eben von rufus erwähnt kauft man ja bei Apple Deutschland. Also kann man meinen Einwand vergessen.

    Gewährleistungspflichtig ist Gravis jedoch min. 24 Monate lang. Das ist Fakt und könnte vielleicht bei kulanter Haltung auch zum Erfolg von Williams sein. Wenn sie sich aber stur stellen, dann sieht es nicht ganz so rosig aus.

    Gruß CHIEFerson
     
  11. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich würde Gravis gegenüber und auch Apple jedenfalls bis zum Äußersten gehen. Ich denke bei einem Rechtsstreit hätte man gute Chancen mit dem Haarriß.

    Vor allem würde ich aber mal sämtliche Foren und das Internet nach dem Thema Haarriß Logicboard durchsuchen. Vielleicht finden sich noch mehr Hinweise. Was für die Argumentation gegenüber Gravis und Apple sicher von Nutzen wäre.

    Ich habe seinerzeit mit Gravis auch meinen Kampf ausgefochten und drei Jahre nach Kauf noch etwas erreichen können. Da ging es auch um Logicboard (4 Stück) und Prozessor. Und es galt noch nicht die neue Gewährleistung.
     
  12. chieferson

    chieferson New Member

    Sorry für meine doch negative Haltung.

    Ich will dich Williams auf keinen Fall entmutigen die Sache anzugehen. Eigentlich sollte ich dich ermutigen. Desshalb kuck doch mal hier da geht es um ähnliche Themen mit Haarrissen.
    http://www.macwelt.de/forum/showthread.php?t=660500

    Anscheinend gibt (gab?) es sogar ein Repair-Programm von Apple, welches solche Probleme bei iBooks behob.
    http://www.apple.com/de/support/ibook/faq/

    Also, viel Glück Williams. Einfach mal beim Gravis richtig auf den Tisch hauen und am besten gleich mit dem Geschäftsführer reden.

    Gruß
    CHIEFerson
     
  13. rootzone

    rootzone New Member

    Der Mangel kann aber durchaus nicht der Riss, sondern ein anderer Mangel gewesen sein, der zu dem Riss als Folgeschaden geführt hat.

    Ich würde mir das mal genau überlegen und im Zweifel ein Gutachten eines Sachverständigen anfertigen lassen.
     
  14. P.P.

    P.P. New Member

    Hi,

    ich hatte in der Vergangenheit einige Reklamationen wegen Gewährleistungsgeschichten am Laufen. Aus Erfahrung würde ich also sagen, William sollte die Sache ganz pragmatisch angehen. Hat er eine Rechtsschutzversicherung, so kostet ihn eine Beratung samt einmaligem Schreiben maximal den Selbstbehalt (vermutlich 100 EUR), ohne RS etwa 150 EUR.

    Sollte sich der Verkäufer stur stellen, kann es mit RS egal sein, ohne RS kommen halt - so man verliert - die Gerichtskosten, der eigene und der fremde Anwalt; das kann sich summieren, aber das weiß der Anwalt, mit dem man so was im Vorfeld abklärt.

    In der Diskussion wurde ja schon drauf hingewiesen, daß es kaum vorstellbar ist, wie die Platine ohne sichtbare Auswirkung einen Haarriß bekommen kann. Sehr leicht denkbar ist aber, daß eine Platine beim Einbau z.B. verkantet wurde und im Lauf der Zeit durch die Eigenspannung gebrochen ist. Die Diagnose "Haarriß" ist m.E. sogar recht positiv, weil er durch vom Nutzer verursachte Einwirkung nur entstehen kann, wenn auf das Gerät eine nachhaltige äußere Kraft einwirkt, durch die auch andere Bauteile geschädigt werden, was offensichtlich wohl nicht der Fall ist. Das gäbe dem Anwalt sicher Argumentationsmöglichkeiten (wir haben hier ja Juristen, die das besser beurteilen können, als ich).

    Zitat: "es geht hierbei um einen haar-riss (wenn das überhaupt stimmt, wie hat gravis das festgestellt?) auf der platine." Richtig. Vielleicht hat der Defekt auch andere Ursachen?

    Bei 800 EUR Reparaturkosten würde ich - wenn der Verkäufer nicht kulant sein will - das Geld für ein erstes Schreiben über den Anwalt investieren! Nach meiner Erfahrung bringt das den besten Erfolg.

    Zitat: "Einfach mal beim Gravis richtig auf den Tisch hauen...", wie empfohlen wurde, ist kein unbedingt gangbarer Weg, dann sind die Fronten verhärtet.

    Good luck!
    p.p.
     
  15. williams

    williams New Member

    Hi.
    Danke für all eure Antworten. Dann will ich mal erzählen was draus geworden ist:
    Am 21. November hab ich das defekte iBook zu Gravis getragen -> heute, am 13. Dezember hab ich es mal wieder bekommen - bis jetzt funktionierts, aber ich will ja nichts verschreien.

    - Was die Gewährleistung betrifft meinte die Verbraucherzentrale, ich müsste *beweisen*, dass ich den Haarriss nicht selber verursacht habe. Das wäre ziemlich unmöglich, man müsste einen Gutachter bestellen, der kostet Geld, usw. Also Kulanz:
    - Gravis kennt das Wort Kulanz nicht! Ein entsetzter Mitarbeiter: "Aber dann müssten *wir* das ja bezahlen!?!" - Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Gravis hat mir auch davon abgeraten, überhaupt bei Apple nachzufragen, denn die wären auch grundsätzlich nicht kulant, wenn die Garantie länger als ein, zwei Tage abgelaufen wäre ;)
    - Bei Apple war man zwar wirklich freundlich, wollte mir aber erstmal nicht entgegenkommen. Nach ca. 45 Minuten Telefonat mit verschiedenen Leuten dort, hab ich irgendwie zufällig erwähnt, dass ich Student sei - und für Studenten gibt es extra Kulanz und Apple wollte plötzlich doch eine neue (darauf komme ich gleich noch...) Hauptplatine bezahlen.
    - Trotz Kulanz bei Apple verlangte Gravis dann immer noch das Geld für den Einbau - immerhin 120 Euro. Aber besser als 800 allemal.
    - Als ich das iBook von Gravis zurückbekam war zwar mein alter Fehler behoben (Einfrieren bei Bewegung) - dafür traten aber zwei neue auf (Einfrieren im Ruhezustand und totes Mikrofon). Ich hab das iBook wieder hingebracht und die Hauptplatine wurde ein zweites mal ausgetauscht, diesmal kostenlos. Man hat mir erzählt, die Platinen würden grundsätzlich nicht durch *neue* ersetzt, sondern nur durch *reparierte gebrauchte*, daher könne das schonmal vorkommen...

    Es ist also noch mal glimpflich ausgegangen. Wobei ich von Apples Nobelcomputern nicht erwartet hätte, dass sie so schnell kaputt gehen und von einem Händler, dass er kulanter ist und nicht 22 Tage braucht um mein iBook (mit lediglich "refurbish-ten" Ersatzteilen) zu reparieren.
     
  16. Meine Erfahrung dazu: mit Apple kann man reden (mein iBook war 3 x in Reparatur - jedesmal umsonst. Es fiel ja unter das Austauschprogramm).

    Von Gravis habe ich nur üble Sachen gehört. Ich habe dort nie einen Rechner gekauft. Und die Aussage, daß Apple nur reparierte Hauptplatinen liefern würde, halte ich für Unsinn. Was Monitor und alles andere angeht, sind das vielleicht reparierte Ersatzteile. Aber Hauptplatinen? Glaube ich nicht.

    Gravis lieferte mir einmal ein defektes Festplattengehäuse, welches drei externe Platten zerstörte (zwei von mir, eine von denen). Man hatte versucht, daß Momobay-Gehäuse originalverpackt erscheinen zu lassen. Irgendjemand hatte daran herumgepfuscht und es wieder in die Packung getan. Merkt ja keiner.

    Im Übrigen sagte man mir auch, warum die Hauptplatinen für die Austauschprogramm-iBooks zwei oder dreimal kaputtgehen. Der Grund ist nicht die mangelnde Qualität der iBook-Hauptplatinen sondern die mangelhafte Verarbeitung. Die Platinen sind einfach nur aufgeklebt ohne mit einem Rahmen oder Rähmchen fixiert worden zu sein. Nach ca. einem Jahr löst sich die Hauptplatine und bekommt dann irgendwann einen Schuß. Der Plastikrahmen zur Stabilisation kostet vielleicht 50 Cent. Angeblich hat Apple erst jetzt dieses Problem gefixt.
    So zumindest sagte man mir das, obwohl man mir das gar nicht sagen durfte.
    Apple sagt gar nichts dazu.

    "Es ist also noch mal glimpflich ausgegangen. Wobei ich von Apples Nobelcomputern nicht erwartet hätte, dass sie so schnell kaputt gehen und von einem Händler, dass er kulanter ist und nicht 22 Tage braucht um mein iBook (mit lediglich "refurbish-ten" Ersatzteilen) zu reparieren."

    Nobel ist da nur der Preis. Schönes Design mit schlecht verarbeiteter Hardware.

    Ich verstehe deine Enttäuschung und wünsche dir viel Glück.
     

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