Haben die einen totalen Kopfschuss?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von HirnKastl, 29. August 2007.

  1. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Seht euch mal die Fotostrecke dieses Artikels an. Schwer verwundete Irak-Veteranen äußern sich zu ihren Kriegserlebnissen, nach dem Motto "je ne regrette rien!". Kriegen die Geld dafür, dass sie sowas sagen?

    Schwer verwundete Irak-Veteranen :augenring
     
  2. maiden

    maiden Lever duat us slav

    ich war schon immer der Meinung, daß sich die Führer der USA bei der Fanatisierung gewisser Kreise geschickter angestellt haben, als die Führer ehemaliger Ostblockstaaten. Im Ostblock wurde man gezwungen, "überzeugt" zu sein. In USA sind es große Teile wirklich. Wahre Überzeugung ist stärker und bleibt lange erhalten.
     
  3. Holloid

    Holloid New Member

    Die Jungen Männer glauben das Richtige getan zu haben,sie haben geglaubt nach den Terroranschlägen das richtige zu tun.Nämlich um Rache zu üben ,und um zukünftige Anschläge zu verhindern.
    Wieso sollten sie gerade jetzt,wo sie ihre Gesundheit verloren haben,den glauben verlieren.Das können sie jetzt noch nicht,dann würden sie bemerken das ihre Körper Sinnlos zerstümmelt worden ist.Was gibt es schlimmeres als Sinnlosigkeit?
    Erst wenn sie Älter werden,wird die Gewissheit kommen.Dann wenn die Gesellschaft nicht mehr von "Helden" Spricht,sondern nur noch den Behinderten/Entstellten Menschen sieht.
     
  4. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Ich neige eher zu maidens Einschätzung. Die Amis sind so sehr davon überzeugt, die wirklich Guten zu sein, dass selbst Verletzungen dieser Schwere daran nichts ändern können.

    Stellen wir uns doch bloß mal vor, alle deutschen Schulkinder versammeln sich morgens auf den Schulhöfen, während die Deutschlandfahne gehisst wird und singen dazu die Nationalhymne - und zwar alle Strophen, weil der ursprüngliche Sinn der Zeilen "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt..." völlig anders gemeint war, als er während des Dritten Reiches interpretiert wurde. Dabei legen sie die Hand aufs Herz und blicken zur Fahne empor. Die amerikanischen Schulkinder tun das ganz selbstverständlich. Sie werden schon von klein auf indoktriniert, stolz auf ihr Vaterland zu sein und die "freiheitlichste Verfassung der Welt" zu schützen, auch wenn die bösen Feinde ganz weit weg sind und gar nicht nach Amerika kommen.

    "Halt!" würden da viele rufen, "seit dem Dritten Reich stehen die Zeilen der ersten Strophe des Deutschlandlieds für Rassismus und Völkermord!" Richtig. Wir haben da ein Schuldbewusstsein entwickelt und bekennen uns offiziell zu den Schandtaten, die im Namen des deutschen Volkes begangen wurden.

    Bei den Amis liegt die Sache etwas anders. Die Bewohner von "Land of the Free and Home of the Brave" haben in Sachen Rassismus und Völkermord ebenfalls einiges auf dem Kerbholz, entwickeln deshalb jedoch so gut wie kein Schuldbewusstsein. Sie halten sich für die Retter der Welt, obwohl sie als bisher einziges Land der Welt Atombomben auf eine andere Nation abgeworfen haben, die Indianer und ihre Kultur fast ausgerottet haben und die Zeit der Sklaverei noch immer in den sozialen Problemen des Landes nachklingt. Außerdem haben sich amerikanische Politiker nie gescheut, mit verbrecherischen Tyrannen zu paktieren, wenn es ihren wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen nutzte.

    Seltsam, dass die meisten Amis das kaum oder gar nicht realisieren. Irgendwie haben sie da einen blinden Fleck.
     
  5. batrat

    batrat Wolpertinger

    Sehe ich genau so. :nicken:

    Es gehört wohl zu den schwersten Dingen die es gibt, sich selbst einzugestehen, dass man sich so fundamental geirrt hat und mit seiner Gesundheit dafür zahlen musste. :frown:
    Die Verbitterung und die seelischen Probleme werden aber noch kommen. :frown:
     
  6. Hop Singh

    Hop Singh New Member

    Und nur die ganz jungen Männer wurden schon immer an der Front verheizt. Die kann man noch mit Kameradschaft, Vaterlandsliebe und dem ganzen Mist beeindrucken. Deshalb versuche ich meinem Sohn beizubringen, das kein Staat das Recht hat, ihn als Menschenmaterial zu betrachten und abschlachten oder verstümmeln zu lassen. Früher wurde ja von Soldaten wenigstens noch ihr Land verteidigt, aber heute werden die Gründe ja immer absurder. Amerika im Irak verteidigen? Oder Deutschland in Afghanistan? Was für ein krimineller Irrsinn. Leider gibt es immer noch genug sich für unverwundbar haltende Jungs, die sich dafür freiwillig melden.
     
  7. Macziege

    Macziege New Member

    Also, Ihr seid der Meinung, man solle Terroristen und verbrecherische Systeme einfach gewähren lassen?

    Es ist doch immer dieselbe Leier, Mißstände in der Welt anprangern, aber nichts dafür tun. Wie soll das funktionieren? Die Soldaten, die ins Auslang geschickt werden, sind größtenteils Freiwillige, die von den hohen Bezahlungen für den Auslandseinsatz gelockt werden. Das hat mit Vaterlandsliebe wenig zu tun. Trotzdem muss man anerkennen, dass sie trotz hohem Risiko, enormes Leisten, für uns alle. Daß das für einige zu schweren, gesundheitlichen Schäden führt, müsste jedem klar sein. Aber die Denkweise geht davon aus: "mich wird es schon nicht treffen". Bedauerlicher Weise müssen einige aber doch erfahren, dass das ein verdammt gefährlicher Job ist, und dass der Dank des Vaterlands eben nicht so fürsorglich ist, wenn doch Schlimmes passiert.

    Man sollte die Risiken solcher Einsätze nie unterschätzen. Trotzdem gibt es immer genug, die sich für solche Jobs zur Verfügung stellen.

    Auch hier im Land, sind Personen in gefährlichen Berufen tätig. Nicht jeder Polizeieinsatz, geht gimpflich aus. Dabei kann es auch Verletzte und Tote geben..
     
  8. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Was die Missstände in der Welt angeht: Da machen die USA ziemlich starke Unterschiede. Befreundete Länder dürfen missständern, nur bei nichtbefreundeten Staaten wird das angeprangert, die werden dann notfalls auch ohne UN-Beschluss angegriffen. Jetzt unterstelle mir aber keine Verteidigungsposition zu Saddam Hussein. Aber schau Dir den heutigen Irak an. Ist das ein gutes Beispiel für ein von einer Diktatur oder Terrorismus befreites Land? Ist es nicht vielmehr so, dass solche Aktionen noch mehr Terrorismus hervorrufen? Vielleicht sollte man sich doch vorher mit Landeskennern unterhalten und deren Ratschläge annehmen und nicht mit Hauruck-Methoden meinen, das auf die Reihe zu kriegen.

    Das erinnert mich ein wenig an den vor vielen Jahren von Reagan mit viel Pomp erklärten Krieg gegen Rauschgift. Die erschreckende Niederlage bis heute wird von offizieller Seite natürlich nicht gemeldet. Was den Dank des Vaterlands für verwundete und verkrüppelte oder auch psychisch beeinträchtige Soldaten angeht, sind die USA auch kein Vorbild. Ich erinnere nur an den 2. Golfkrieg. Da wurden Symptome lange verleugnet und man ließ tausende und abertausende von kranken Soldaten schmählich im Stich.
     
  9. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Nein, ich bin schon der Meinung, dass dringend etwas gegen deses verbrecherische System unternommen werden muss. Aber – was kann man denn gegen die US-Regierung schon ausrichten ohne selbst zum Terrorist zu werden? Und wer will das schon werden?
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ich bin jetzt schon gespannt, wie sich der/die neue PräsidentIn der USA verhalten wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es ja kein Republikaner sein.
     
  11. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    "Ich habe mein Bein verloren, direkt unterhalb des Knies", sagt er. "Ich habe mein Augenlicht verloren. Ich habe in so ziemlich jedem Teil meines Körpers Schrapnelle. Mein Finger wurde mir abgesprengt. Ich habe ein Loch in meinem rechten Bein. Weißt du, nichts wirklich Schlimmes. Ich kriege manchmal Kopfschmerzen. Und mein linkes Ohr, das geht auch nicht. Ich bereue nichts. Es war das beste Erlebnis meines Lebens."


    Es war das beste Erlebnis seines Lebens?
    Was muss dieser Dummschwätzer denn für ein armseliges Leben geführt haben?
     
  12. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Ich habe eine Reportage gesehen über junge amerikanische Soldaten im Irak. Die hatten laute Heavy Metal Musik laufen in ihren Panzern auf dem Weg zum Einsatz und ließen Sprüche los, die mich an Ego Shooter Spiele erinnerten. Dabei lachten sie und freuten sich darauf, mal so richtig die Sau rauslassen zu können. Was für Ausbilder hatten die bloß?
     
  13. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Das ist aus diesem Michael Moore Film "Fahrenheit 9/11". Nicht, daß ich irgendeine Sympathie für Bush und seine Frauen&Mannen hätte, aber für Michael Moore habe ich noch weniger. Und wie wir inzwischen wissen, nicht zu unrecht. Daher halte ich die Authentizität (ob man das wirklich noch so schreibt , nach der dritten Rechtschreibreform?) dieser Szenen für äußerst fragwürdig.

    Ciao, Maximilian
     
  14. batrat

    batrat Wolpertinger

    Wer hat das wo geschrieben oder angedeutet :confused:


    Vor allem, wenn diese Misstände durch den Irak-Krieg erst verursacht worden sind. :teufel:
    Dieser Krieg hatte mit Terrorbekämpfung nichts zu tun, er ist viemehr die Ursache für neuen Terror. Ich bin sicher, Bin Laden hat einen Freudentanz aufgeführt, als die amerikanischen Panzer rollten. (Achtung: Keine Ironie)


    Sie haben sich freiwillig zum Militär gemeldet, das ist richtig. Viele jedoch im Vertrauen, dass sie nicht in einen Krieg geschickt werden, der durch massives Belügen der Weltöffentlichkeit ( Powells Auftritt bei der UNO ) gerechtfertigt wurde. Ausserdem gebe ich zu bedenken, dass sich viele Schwarze aus purer Perspektivlosigkeit zum Militär melden.


    Für mich nicht ! :shake: Dank des Krieges ist die allgemeine Terrorgefahr höher als davor.

    Da weis man dann aber, dass die Opfer für etwas Positives ( gefasster Schwerverbrecher, gerettetes Kind usw.) gestorben sind und nicht für ein Lügengebäude !

    Zum Schluss:

    Nur um klar zu sehen : Befürwortest du den Krieg/Militärpraesenz im Irak ?
    Und wenn ja : Warum ?
     
  15. pewe2000

    pewe2000 New Member

    @batrat: Du solltest vielleicht wissen, dass Macziege Soldat war. Der wird wohl kaum gegen Arbeitseinsätze sein, er ist und war kein Faulenzer!

    ;)
     
  16. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Ich glaube nicht, dass man es so leicht abtun kann, zumal solche Erscheinungen nicht neu sind. Deutsche Jünglinge sind während des Ersten und Zweiten Weltkrieges mit ähnlichem Enthusiasmus losgezogen, um es dem "Franzmann", den "Tommis", den "Ruskis", "Polacken" und anderen "Untermenschen" mal so richtig zu zeigen. Sie hatten zwar keine Heavy Metal Musik, dafür aber markige Marschmusik und -lieder und - hier gleichen sich die Szenarien - sie nahmen die Sache viel zu leicht und fühlten sich ungeheuer im Recht. Schon damals waren begabte Psychologen am Werk gewesen, um eine solche Haltung im Volke zu inszenieren. Während des Dritten Reiches kamen dann noch die damals verfügbaren, gleichgeschalteten Medien dazu: Zeitungen, Rundfunk, Wochenschauen und Kinofilme. Auch hier hatte man nach dem Krieg das Phänomen, dass nicht wenige der Überlebenden z.B. Hitler an sich für gut hielten, er habe sich nur mit seinen Kriegen "etwas übernommen".

    Mein Vater bekam Alzheimer, als er Mitte 70 war. Gegen Ende seines Lebens funktionierten neben seinem Gedächtnis auch manche tief sitzenden Verdrängungsmechanismen nicht mehr. Es kam dabei zu interessanten Gesprächen, in deren Verlauf er mich einmal fragte, ob es wirklich stimme, was man über das Dritte Reich sage, dass so viele Juden, Schwule, Zigeuner und so genanntes "lebensunwertes Leben" vernichtet worden sei. Als ich das bejahte, war er zutiefst erschüttert. Er konnte es gar nicht fassen, dass er so einem Regime als Soldat begeistert gedient hatte. Vor seiner Erkrankung hatte er selbst im hohen Alter noch gerne die alten Soldatenlieder gesungen und gepfiffen und gerne vom lustigen und abenteuerlichen Soldatenleben erzählt.
     
  17. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    *kicher*

    Im Moment doch schon, oder?! :klimper:
     
  18. Holloid

    Holloid New Member

    Nur zur Erinnerung.Der Krieg im Irak ist von den USA und den "Willigen" begonnen worden.Es sollten Sadam und seine Massenvernichtungswaffen gestoppt werden.Das geschah alles bevor die UNO ihrer Waffeninspektionen beenden konnten,und neue Entschlüsse treffen konnte.Ich glaube es wären nur noch wenige Wochen bis zur Beendigung gewesen.Aber da die Inspekteure nichts gefunden haben,wollten die Amerikaner selbst mal Reinschauen.
    Dieses Unrecht zog seine Spuren,bis in dieses Forum.Ich kann mich noch an die Heftigen Diskussionen erinnern,die dann letztendlich zum Zerwürfnis dieses Forums geführt haben
     
  19. benqt

    benqt New Member

    Gewalt erzeugt Gegengewalt, diese Erkenntnis hat einen Bart, der länger ist als die Zwillingstürme hoch waren.
    Sehr dumm ist es, wenn der vermeintlich intelligentere zweier Streithähne nicht in der Lage ist, die Spirale durch gewaltfreie Maßnahmen zu unterbrechen. Stattdessen wird unter Verneinung längst bekannter psychologischer Zusammenhänge das Feuer weiter angeheizt.

    Seltsam, dass totalitäre Systeme immer dann zusammengebrochen sind, als die freie Welt ihnen nach langem Ringen zumindest pro forma eine Existenzberechtigung zuerkannt hatte (DDR, UdSSR).

    Seltsam, dass totalitäre Systeme sich umso länger halten, je mehr internationaler Druck auf sie ausgeübt wird (Nordkorea).

    Überhaupt nicht seltsam sondern sonnenklar hingegen, dass es – egal wieviel Milliarden für Militäreinsätze man noch hineinpumpt – für Afghanistan und Irak nur eine passende Bezeichnung geben wird: Fiasko.


    Gruß
    Markus
     
  20. batrat

    batrat Wolpertinger

    Das macht mich jetzt betroffen, weil in mir jetzt wieder ein altes Vorurteil gegen ehemalige Soldaten hochkommt. :frown:

    Ich versuche, es wieder zu verdrängen. :augenring
     

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