Heidnische Stadt im religiösen Wahn

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 25. April 2009.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/jobkarriere/715/466299/text/

    "Am Sonntag stimmt Berlin über die Initiative "Pro Reli" ab. Soll der Religionsunterricht ein ordentliches Schulfach neben dem Fach Ethik werden; verbunden mit dem Recht und der Pflicht, sich zwischen beidem zu entscheiden?"


    http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/392/465977/text/
    "Prominente wie Tita von Hardenberg gerieren sich auf Plakaten als Freiheitskämpfer ("Machen Sie die Freiheit stark"). Die Bewegung "Pro Reli" nennt den für alle Schüler verbindlichen Ethikunterricht nämlich ein "Zwangsfach". Es klingt, als sei die Hauptstadt ein Unrechtsstaat. Als entscheide sich am Sonntag, ob Berlin nun endlich befreit wird aus einer Diktatur rot-roter Atheisten."




    Da sehen die Kirchen offensichtlich ihre Felle davonschwimmen. :rolleyes:

    http://www.pro-reli.de/volksentscheid/
     
  2. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Heute Morgen wurde dieses Thema auch im Deutschlandfunk besprochen. Dabei kam ein Pfarrer zu Wort, der von seiner wilden Jugend erzählte, vom Rauchen, Trinken und Kiffen, von seinen Problemen in der Schule u.s.w. Eines Nachts sei er nach Hause gekommen, mit einigen Trips intus und habe sich schlafen gelegt. Dabei sei er plötzlich von einer unheimlichen Dunkelheit und Todesangst umfangen worden.

    In dieser Not habe er zu Gott gebetet und dann eine christliche Platte, die ihm seine Schwester geschenkt hatte, aufgelegt und beinahe augenblicklich waren Dunkelheit und Angst verschwunden. Da beschloss er, in die Kirche zu gehen und sich eine Predigt anzuhören, zusammen mit Eltern und Schwester. Es sei eine wunderbare Atmosphäre gewesen, die Leute seien sehr freundlich gewesen und er habe sich sehr wohl gefühlt. Doch während der ganzen Predigt habe er das Gefühl gehabt, sie sei auf ihn persönlich zugeschnitten gewesen und verdächtigte schon seine Eltern, dass sie den Pfarrer beeinflusst hätten.

    Aber nun geschah das Wunder: Der Pfarrer rief am Schluss des Gottesdienstes die Gemeindemitglieder auf, wer wolle, könne zu einer Segnung nach vorne kommen. Da betete unser vom Wege Abgekommener ein zweites Mal: „Jesus, wenn du mich meinst, so gib mir ein Zeichen. Wenn du willst, dass ich nach vorne zur Segnung gehe, so soll es ohne meine Eltern sein und meine Schwester soll mich bitten, mit ihr nach vorne zu gehen.“ Kurz darauf sagten seine Eltern, sie gingen jetzt nach Hause, er könne aber gerne noch bleiben und verließen das Gotteshaus. Dann fragte ihn seine Schwester, ob er nicht mit nach vorne kommen wolle, zur Segnung. Da ging ihm ein Licht auf und seine Laufbahn als Pfarrer war eingeläutet. :augenring
     
  3. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Ich sehe solche Menschen als „verlorene Schäfchen“ an, die eines Hirten bedürfen, der sie an der Hand nimmt und leitet. Die Kirche, welche sich gerne als Behörde Gottes auf Erden versteht, gibt ihnen Sicherheit und Halt. Wenn man da drin ist und richtig mitmacht, ist man schon so gut wie im Himmel, wo immer das sein mag.
     
  4. batrat

    batrat Wolpertinger

    Die Sache sieht schlecht für "Pro-Reli" aus: :D

    http://www.n-tv.de/1144015.html

    "Bis 12.00 Uhr gaben nach Angaben des Landesabstimmungsleiters erst 11,4 Prozent der rund 2,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab."
    "Für einen Erfolg der Religionsanhänger müssen insgesamt mindestens 611 422 Stimmen für den Gesetzesentwurf abgegeben werden, also 25 Prozent aller Wahlberechtigten. Gleichzeitig müssen es mehr "Ja" als "Nein"-Stimmen sein. "


    :p:p:p:p
     
  5. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Ich meine, man sollte den Religionsunterricht in den Schulen nicht überbewerten. Zu meiner Schulzeit war die Religionslehre einfach Bestandteil des Unterrichts und es gab keine Diskussion für oder wider. Und hat es mir nun geschadet? Eher nicht, ich bin seit 30 Jahren kein Mitglied der Kirche mehr. Dabei habe ich partout nichts gegen die Religion(en) und gegen Gott, wie er auch immer in den verschiedenen Religionen genannt wird. Was mich stört sind die Kirchen, die unter dem Deckmantel der "absoluten Wahrheit" versuchen die Menschen zu beeinflussen und geistig zu versklaven.

    MACaerer
     
  6. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Kirchen sind komplexe Gebilde. Zweifellos ist das soziale Engagement, das von christlichen Gemeinschaften aller Couleur geleistet wird, lobenswert. Obdachlose, Kranke und Arme bei uns und in der Dritten Welt profitieren davon. Natürlich kann man sagen, das dieses Engagement auch von staatlichen oder privaten Einrichtungen geleistet werden könnte und wird, aber die Kirchen tun es auch und das kann man anerkennen.

    Eine andere Sache ist das mit dem „in den Himmel kommen“. Hier wird meiner Ansicht nach Menschen mit schwach ausgebildetem Selbstbewusstsein suggeriert, sie müssten Mitglied einer Kirche werden, um ein jenseitiges Heil erlangen zu können. Das ist etwa so, als könne man eine Reise ins Ausland nur mit einer bestimmten Reisegesellschaft unternehmen, weil man sonst nie dort ankäme und sich hoffnungslos verirrte. Dementsprechend groß ist immer noch für viele Menschen die Angst, aus der Kirche auszutreten. Natürlich spielen da auch soziale Zwänge eine Rolle. Man wird ja in der Regel schon bei der Taufe Mitglied einer Kirche, ohne dass man eine Entscheidung treffen könnte. Bei der Firmung oder Konfirmation wird diese Zugehörigkeit dann vom Jugendlichen bestätigt, aber ich möchte den 15-Jährigen sehen, der dann vor dem Alter nein sagt. Und was würden die Eltern sagen oder die Verwandtschaft, wenn man aus der Art schlägt?

    So gesehen werden die Kirchen auch durch ein Netz von Zwängen und unterschwelligen Selbstverständlichkeiten zusammengehalten, die mit einem freien Bekenntnis wenig oder gar nichts zu tun haben. Glaube ist in vielen Fällen nichts anderes als Konditionierung. Unterstützt wird das bei uns dadurch, dass der Staat für die Großkirchen auch noch die Steuern der Mitglieder einzieht.

    Warum kann der Religionsunterricht nicht freiwillig sein, warum muss immer alles, sogar der Glaube, staatlich reguliert und geordnet werden? Erhoffen sich die Befürworter dadurch einen Zuwachs an Schäfchen oder eine Stabilisierung des Bestandes?
     
  7. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    ... aber sind sie auch christlich?
     
  8. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Recht hast du, die Kirche hat das zeitweise auch schon so gesehen.
     

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