Heimarbeitsplatz

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 8. Juli 2008.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    http://www.n-tv.de/Home_sweet_home_Heimarbeit_ist_beliebt/080720083214/990783.html

    "Demnach würden 50 Prozent zumindest an einigen Tagen zu Hause ihrem Job nachgehen - und somit alternierende Telearbeit leisten. Grundsätzlich im Home Office arbeiten würden gerne 17 Prozent der Befragten. Allerdings möchten 26 Prozent auf die Heimarbeit ganz verzichten und lieber jeden Tag ins Büro gehen."

    Wer von euch arbeitet daheim ?

    Seht ihr da nur Vorteile oder auch Nachteile ?

    Ich schildere mal meine Beobachtungen in meiner Firma :

    Mein Arbeitgeber bietet seit ca. 5 Jahren Heimarbeitsplätze an. Wen es die Art der Arbeit zulässt, kann jeder zu Hause arbeiten.
    Zu bestimmten Tagen muss man natürlich in der Firma anwesend sein ( Besprechungen, Konferenzen, Reports usw.)
    Das Angebot wird gut angenommen. ca 50% arbeiten daheim. Für Leute mit Kindern oder auch versorgungsbedürftigen Verwandten, ist das sehr vorteilhaft.

    Jetzt zu den Schattenseiten:

    Seit Einführung der Heimarbeit verschlechtert sich das Betriebsklima, weil man sich nur noch selten sieht. Insbesondere die Aussendienstmitarbeiter, die ja von Haus aus seltener da sind. :O
    Man kennt sich immer weniger. Mal eben nach der Arbeit auf ein Bier zu gehen ist jetzt seltener möglich, weil weniger Leute in der Firma selbst sind.
    Neue Mitarbeiter tun sich wesentlich härter mit der Eingewöhnung. Früher konnten die einfach nach nebenan gehen und nachfragen. Dann hat man ihnen geholfen. Heute ist da oft keiner mehr nebenan, der helfen könnte. :shake:

    Der Gemeinschaftsgeist hat gelitten. :frown:


    Wie seht ihr das bzw. wie sind eure Erfahrungen ? :confused: :)
     
  2. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Bin selbständiger zu Hause Arbeiter.
     
  3. batrat

    batrat Wolpertinger

    Und wie ist das Betriebsklima :biggrin:
     
  4. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Hab‘ mir neulich ’ne Abmahnung wegen unerlaubtem Surfen geschickt.
     
  5. edwin

    edwin New Member

    :biggrin:
     
  6. edwin

    edwin New Member

    Mein Arbeitsplatz lässt keine Heimarbeit zu (außer bei der Weiterbildung).

    Ich kann mir vorstellen, dass dies für Familien eine atraktive Wahl ist. Die von Dir aufgezählten Nachteile kann ich nachvollziehen.

    Wenn ich durch das Drehtor gehe, bin ich immer etwas froh (es kostet halt auch etwas Zeit), einen Heimweg zu haben. So hat mein Arbeitsplatz nicht nur räumlich einen Abstand zu mir. :)

    Ich hatte mal in einem Ort gewohnt, wo mein (damaliger) Arbeitgeber gerade mal um die Ecke war. Ich fühlte mich in dieser Firma nicht wohl. Sonntags raus auf die Straße, einen Blick in die falsche Richtung und das Wochenende war im Eimer. :kotz:
     
  7. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Als Selbständiger bist du eh immer auf Arbeit. Zumindest bei mir ist das so. Es gibt Tage, da muss ich viel arbeiten und Tage da muss ich weniger arbeiten. Manchmal sogar gar nichts. Diese korrelieren aber selten bis nie mit Sonn- und Feiertagen.
     
  8. Apple IIGS User

    Apple IIGS User Und Mac-Anwender ;-)

    Wir haben heute Feiertag, da kannst du unseren Auftrag ja bis morgen erledigen. :nicken:
     
  9. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Bin ebenfalls seit Jahren Heimarbeiter (Selbst.).

    Ich finds super weil:
    – ich kleine Kinder habe von denen ich sonst kaum etwas mitbekommen würde
    – Ich hier machen kann was ich will
    – ich keine Minute (und keinen Cent) für den Arbeitsweg verschwenden muss
    – ich arbeiten kann wann und wie ich will (Wenn ich tagsüber faulenzen will sitze ich halt nachts vor der Kiste...)
    - Ich gerade keine Hosen anhabe und es völlig egal ist

    Ich finds nicht so schön weil:
    – man soo unendlich einsam ist (schnief)
    – Weil das abschalten schwerer fällt..
    – weil es alleine schwerer fällt Disziplin walten zu lassen (z.B. im MWf zu schreiben statt meine Arbeit zu erledigen...)
    – weil ich jeden Mist hier selbst bezahlen muss...

    Fazit: Solange meine Kurzen noch so kurz sind bleibe ich daheim... aber ewig halte ich das auch nicht aus...
     
  10. Hop Singh

    Hop Singh New Member

    Ich habe 3 100 l Kessel und 2 Konvektomaten zu Hause. Um 11 wird das fertige Essen abgeholt.:biggrin: Manchmal motzen die Nachbarn, weil das Licht durch den hohen Strombedarf bei ihnen dunkler wird.Aber ich lasse sie immer probieren.
    Im Ernst, das stelle ich mir toll vor,wenn man etwas beherrscht, was man zu Hause erarbeiten kann.
     
  11. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    *kicher*
    Ich musst schon grinsen, als ich in diesem Thread deinen Namen erspähte.
     
  12. maximilian

    maximilian Active Member

    Guten Morgen!

    Meiner jetzigen Hauptbeschäftigung kann ich leider nicht in Heimarbeit nachgehen (auch wenn sich die Leute in 500m Umkreis sicher freuen würden, daß ihnen jemand das Laub vom Rasen bläst und im Winter zu frühlingshaften Temperaturen verhilft), aber ich habe schon einiges an Heimarbeit im Bereich Software-Entwicklung hinter mir.

    Für mich persönlich überwiegen dabei die positiven Aspekte: Freie Zeiteinteilung, keine Fahrtkosten, kein Zeitverlust durch die Fahrerei, usw.

    Allerdings habe ich persönlich (man beachte meine wiederholte Formulierung "ich persönlich"... :rolleyes: für andere Menschen mag da anderes gelten) auch Probleme dabei gehabt, vor allem mit der Disziplin, wenn es um die Erledigung von lästigen und unkreativen Fleißarbeiten geht; in meinem Bereich ist das vor allem die Erstellung der Programmdokumentation. Da ist dann plötzlich alles andere wichtiger - nie war das Bad so sauber geputzt, die Wäsche so glatt gebügelt, der Kühlschrank so schön gefüllt ... - und die eigentliche Arbeit muß man dann in letzter Minute nachts und am Wochendende machen, wofür man sich jedesmal aufs Neue verflucht.

    Was die Kinderbetreung nebenher angeht kann ich in meinem Bereich nur sagen: Vollkommen unmöglich. Vielleicht kann eine Steuerberaterassistentin das Eintippen von fremden Zahlenkolonnen alle halbe Stunde unterbrechen, um nach dem quäkenden Baby zu schauen, und dann ohne Zeitverlust die Arbeit an der alten Stelle wiederaufzunehmen - aber bei meiner Arbeit geht das nicht. Da muß man mehrere Stunden konzentriert dranbleiben, sonst kann man es gleich sein lassen. Heimarbeit ist da nur in einem abgetrennten Zimmer möglich, das man hinter sich zumachen kann.

    Und zum Thema "Entfremdung von den Kollegen": Erstens sucht man sich seine Kollegen (ebenso wie die Verwandten) nicht selber aus und hat nach meinen persönlichen Erfahrungen (mal wieder) ohnehin oft wenige Gemeinsamkeiten mit denen. Auf Gespräche über die Arbeit und auf Getuschel, Gerüchte und Tratsch über Kollegen und Vorgesetzte kann ich in meiner Freizeit und in der Mittagspause sehr gut verzichten, insofern bin ich ohnehin keiner, der jemals mit Kollegen nach der Arbeit auf ein Bier gegangen ist. Hat mir also auch nie gefehlt.

    Zweitens ist das mit dem angeblichen Teamgeist auch so eine krampfhaft erzwungene Sache, die in der Praxis so gut wie nie funktioniert. Bei einem Trupp Installateue vielleicht, die acht Stunden lang gemeinsam Warmwasserleitungen verlegen, aber in meinem persönlichen Bereich (mal wieder), bei dem es um internationale Großprojekte mit hunderten von Unterauftragnehmern geht, die sich ihrerseits bei Bedarf mit Freelancern (wie mir) verstärken, kommt so etwas wie Teamgeist wirklich nicht auf. Ja, ich war ein winziges Rädchen im Getriebe, das bei der Entwicklung des A380 geholfen hat, aber von den 20 oder 30.000 anderen Rädchen kenne ich bestenfalls drei. Und auch die nur oberflächlich.

    So, genug getippt, jetzt muß ich gehen und mich "Auditieren" lassen, was immer das bedeuten mag...

    Grüße, Maximilian
     

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