hmmm .. also ich weiß nicht ...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von ughugh_at work, 14. April 2003.

  1. Giadello

    Giadello New Member

    Ohne Smiley hätte ich harsche Widerworte gegen Deinen letzten Satz gefunden ;-) ... Wir beide wissen, daß Schlappohr Tony net ohne Gewicht im Weißen Haus ist.
     
  2. Aschie

    Aschie New Member

    Ich vernehme die Worte, allein mir fehlt der Glaube ...

    Wirklich überrascht bin ich nicht. Irgendwie war es ja abzusehen, dass beim Irak noch lange nicht Schluss ist. Wenn "aufgeräumt" wird, aber dann gründlich.
    Unser Schorsch Dabblju schnappt jetzt endgültig über.
     
  3. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Beides - planvoller Wahnsinn. Eugen Drewermann hatte zu den Motiven Bushs bereits im Februar im Rahmen eines Interviews mit SPIEGEL ONLINE eine überaus entlarvende und im Rückblick wohl korrekte Analyse der Bushschen Psyche abgeliefert:

    <SPIEGEL ONLINE: Herr Drewermann, US-Präsident George W. Bush benutzt oft religiöse Vokabeln: Er spricht von der Achse des "Bösen", vom "Kreuzzug" gegen den Terror. Nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" zitierte er den Propheten Jesaja, häufig schließt er Reden mit der Formel: "Gott schütze Amerika". Ist Bush ein überzeugender Christ?
    Drewermann: Seine Rhetorik verrät sein Bemühen, die Öffentlichkeit mit religiösen Vorstellungen von seiner Art der Machtausübung zu überzeugen, insbesondere von den monumentalen Möglichkeiten eines Kreuzzuges gegen das Böse.
    SPIEGEL ONLINE: Welche Folgen hat die Einteilung der Menschheit in Gut und Böse?
    Drewermann: Eine solche bipolare Betrachtungsweise der Geschichte ist ideologisch außerordentlich gefährlich und psychologisch geradezu blind. Man bedient sich der Mythen des persischen Dualismus zur Begründung einer absoluten Skrupellosigkeit. Merkt man denn nicht, dass man alles, was man böse nennt, längst in die eigene Praxis übernommen hat?
    SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie etwa Saddam Hussein und George W. Bush gleichsetzen?
    Drewermann: Wer wie Bush gegen den Terrorismus kämpft, potenziert das Unheil. Die Amerikaner sollten der Welt ein Beispiel geben für effektive Abrüstung, und sie sollten die Unsummen von Geld, das sie in den Krieg investieren, einsetzen zum Kampf gegen die Gründe des Krieges. Die Amerikaner haben ihre Ausgaben zur Bekämpfung der Armut in der Welt gerade auf 1,7 Milliarden Dollar reduziert. Das ist nicht einmal so viel, wie sie in zwei Tagen fürs Militär ausgeben.
    REUTERSBush: "Aura der Gotterwähltheit"SPIEGEL ONLINE: Sie halten Bush offenbar eher für einen Verbrecher als für einen Anhänger Jesus von Nazarets.
    Drewermann: Wer aus dem Neuen Testament die Pflicht zum Präventivkrieg herausliest, wer aus der Bergpredigt die Legitimation nimmt, Hunderttausende Menschen mutwillig zu töten, hat entweder das Christentum nicht verstanden, oder er entfernt sich mit Siebenmeilenstiefeln davon. Man kann nicht über Leichen gehen, wenn man den Weg Christi gehen will.
    SPIEGEL ONLINE: Warum benutzt Bush dennoch religiöse Sprache?
    Drewermann: Es geht darum, die Stimmen aus dem amerikanischen Bibelgürtel zu gewinnen. Sie sind das religiöse Zünglein an der Waage. Inzwischen ist es üblich, sich als Präsident mit der Aura der Gotterwähltheit darzustellen. Damit verbunden ist die Stilisierung der USA als "God's own country". Man lebt dort in dem Wahn, als große Nation von Gott für die Lenkung der Weltgeschicke eine besondere missionarische Berufung zu besitzen.
    SPIEGEL ONLINE: Rührt daher die Intoleranz der amerikanischen Regierung gegenüber der deutschen Haltung im Irak-Konflikt?
    Drewermann: Bush verschiebt den religiösen Absolutheitsanspruch auf machtpolitische, geostrategische und wirtschaftliche Ziele. Daher seine Haltung: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. In diesen Zusammenhang muss man die unglaubliche Hybris einordnen, mit der Bush sich weigert, einem ihm nicht wie ein Hund nach dem Stöckchen springenden Bundeskanzler auch nur die Hand zu geben. Über einen derartig chauvinistischen, schein-religiös motivierten Allseligkeitsanspruch kann man nur erschrecken.
    SPIEGEL ONLINE: Ist diese Haltung der amerikanischen Regierung allein auf Bush zurückzuführen?
    Drewermann: In gewissem Sinne ist Bush Opfer einer Geisteshaltung, die bei den Evangelikalen, den Rechten und den Fundamentalisten christlicher Prägung außerordentlich tief geht. Darüber hinaus hat er sich mit einer Ministerriege aus der Zeit des Golfkrieges seines Vaters umgeben. Sein Vize Dick Cheney ist mit dem Öl-Ausrüster Halliburton zum Großlieferant fürs Pentagon aufgestiegen, Colin Powell erscheint zwar moderat, war aber in Wirklichkeit nie etwas anderes, als der jeweiligen Macht untertan. Condoleezza Rice ist eine absolut ehrgeizige Dame und predigt nichts als Krieg. Paul Wolfowitz beglückt die Welt mit der Vorstellung, dass ein Krieg im Irak weltweit Wohlstand, Demokratie und Menschenrechte bringen werde.
    SPIEGEL ONLINE: Wenn fundamentalistische Positionen bei Bush anschlagen, wie ist seine Psyche gestrickt?
    Drewermann: Psychoanalytisch dürfen wir annehmen, dass sich die religiöse Grundeinstellung nach den verinnerlichten Werten der Eltern richtet. Bush senior hatte schon im ersten Krieg gegen den Irak 1991 gesagt, der Ausgang des Krieges könne nur der Sieg des Guten sein. Dieser Sieg des Guten hat im Irak allein mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet und Hunderttausende zu Krüppeln gemacht. Die Embargopolitik hat mehr als eine Million Menschen in den Tod gedrückt. Wie kann man das Wort "gut" auf eine derart grausame Weise intonieren?
    SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie allen Ernstes behaupten, Bushs Irak-Politik sei eine Synthese aus Vaterkomplex und religiösem Fundamentalismus?
    Drewermann: Die religiöse Komponente kann sich mit der Beendigung seiner Alkoholismus-Probleme verbunden haben. Alkoholiker kompensieren schwere Minderwertigkeitskomplexe - Bush galt über Jahre als der Versager der Familie - durch die Droge und durch Loyalität und Jovialität. Trocken geworden, als Bekehrte sozusagen, strengen sie sich dann an, die verinnerlichten Maßstäbe ihres Über-Ichs perfekt zu erfüllen. Für George W. verschmelzen Gott und sein Vater zu dem Auftrag, einen noch größeren und noch besseren Krieg zu führen als der eigene Vater - mit dem Beistand des Vaters im Himmel. Das alles ist eine Verzahnung aus individueller Neurose und sozialpsychologischem Wahn: ein Überbietungssyndrom und eine Weltbeglückungskomponente.>


    Vor diesem Hintergrund nimmt es leider nicht Wunder, dass Bush vom 11. September den Bogen über den Irak nun weiter nach Syrien spannt. Findet man dort auch keine Massenvernichtungswaffen, hat Syrien sie sicher in Nordkorea versteckt ... Es kann einem angst und bange werden.
     
  4. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    >Es kann einem angst und bange werden.<

    Geht mir bei Drewermann immer so.
     
  5. RaMa

    RaMa New Member

    wer isn das??
    ist der irgendwie der beichtonkel vom gwb, weil er sich so gut auskennt?
     
  6. Spiderman

    Spiderman New Member

    Ein gewisser Wahnsinn spiegelt sich schon, allerdings ist das Kalkül und die berechnende Art und Weise und der Plan der hinter diesem allen steckt noch viel erschreckender, oder?
    Die Drohungen in Richtung Iran und Syrien laufen doch schon länger...
     
  7. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Ist Theologe - was an sich nix schlimmes sein muß.

    Vom Papst abgefallen - auch da muß man nichts dagegen haben.

    Selbstdarsteller und Experte für alles und nichts - dagegen hab' ich immer was.
     
  8. Aschie

    Aschie New Member

    >Die Drohungen in Richtung Iran und Syrien laufen doch schon länger...

    Kann schon sein. Aber nachdem diese Irak-Geschichte ja wohl zu Gunsten und im Sinne der USA zu Ende geht, haben Bush & Co natürlich Oberwasser. Wenn die so weitermachen, haben die bald mehr Feinde, als ihnen lieb ist.
     
  9. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    <Die Drohungen in Richtung Iran und Syrien laufen doch schon länger... >

    Eben, den Irak brachte der böse Wolf drum ja schon am 12. September 2001 aufs Tablett. Kriege und Feldzüge bedürfen halt einer gewissen Vorlaufzeit ...
     
  10. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Eugen Drewermann, 63, ist der meistgelesene und umstrittenste deutsche Theologe. Von 1979 bis 1991 lehrte er an der katholisch-theologischen Fakultät in Paderborn Dogmatik. Dann wurde ihm die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Ein Jahr später wurde er vom Priesteramt suspendiert. Drewermann, der auch Psychoanalyse studiert hat, hat mehr als 70 Bücher veröffentlicht und betreibt eine psychoanalytische Praxis.

    Mag er macixus auch als Selbstdarsteller gelten - da gäbe es noch mehrere zu nennen - viele von Drewermanns Thesen haben Hand und Fuß.
     
  11. Spiderman

    Spiderman New Member

    Das sie gewinnen würden war ja abzusehen, daß mit dem Oberwasser daraus resultierend glaube ich nicht so sehr.
    Die werden so weitermachen, denn was nutzt ihnen ein einziges für sie "freundlich" gewandeltes Regimé? gar nichts, daß einzige was hilft ist ein komplett umstrukturierter Osten, der nutzt den USA, Israel... Ihrer Allmacht die mittlerweile bröckelt, ihrem Ansehen der Kämpfer für die "Freiheit und Demokratie" zu sein...
    Die USA kämpfen im Moment um ihre absolut unbestrittene Vormachtstellung in der Welt, um nichts sonst- meine Meinung.
     
  12. Giadello

    Giadello New Member

    ugh:

    Das ist heiße Luft, nicht mehr.

    - Zum einen ist Syrien ein denkbar schlechtes Ziel, zum anderen sind die Amis im Irak erstmal mehr als gefordert.
    Syrien hat in Sachen Al-Quaida gut kooperiert, ist weitgehend säkular und hat einen jungen, westlich ausgebildeten Herrscher. Wie gesagt - ein denkbar schlechtes Feindbild.

    - Rumsfeld hat den Irak-Krieg nicht ohne Blessuren überstanden - die Falkenfraktion in den USA steht (nach dem anfänglichen Eindruck des Stockens und den momentanen Plünderungen) nicht so glorreich da, wie sie ihren Status nach außen hin verkaufen. Da macht sich ein wenig Säbelgerassel natürlich nicht schlecht. Wiewohl jeder weiß, daß Villepin mit seinem letzten Satz das Wort der Stunde ausgibt.

    - Gegen Syrien würde man im doppelten Sinne allein ziehen. Ohne Tony und mit dem gesammelten Unmut der Staatengemeinschaft. Die USA mag stark sein, soo stark ist sie nocj nicht.

    - Das nach Dringlichkeit schwierigste Problem ist eh' Nordkorea. Bin gespannt, was der Bush-Connection in den nächsten Monaten dazu einfällt.

    Fazit: SPIEGEL-Leser wissen auch nicht mehr als die anderen braven Bürger. Ich lasse mir den zwar lieber linken als das rote Putztuch oder die jungewelt. Aber zur Erweiterung meines Horizontes kann er genau so wenig beitragem.
     
  13. >>Die Drohungen in Richtung Iran und Syrien laufen doch schon länger... <<

    Ja - der Iran steht ja sogar auf der Achse des Bösen. Aber die Drohungen werden immer unverholener.

    Ich frage mich aber tatsächlich langsam, was diesen Mann und seine Junta treibt. (Ausser natürlich persönlicher Bereicherung)

    Glaubt er tatsächlich die Weltgemeinschaft wird sich nochmals so vorführen lassen? Oder ist das mehr ein "Ist der Ruf erst runiniert, lebts sich völlig ungeniert"?
     
  14. >>Syrien hat in Sachen Al-Quaida gut kooperiert, ist weitgehend säkular und hat einen jungen, westlich ausgebildeten Herrscher.<<

    Das paßt auch auf den Irak. Keine Terroristen, ist (war) säkular und hatte einen westlich ausgebildeten Herrschern.

    Vor allem gestehe ich - zunehmend weniger Weltpolitische *Logik* im Vorgehen Bushs zu erkennen, deswegen mag Nordkorea das *dringlichere* Problem sein - ob Bush das auch so sieht, sei dahingestellt.

    Und was deine Meinung bzgl. des iraks betrifft - nicht umsonst sind weitere 110.000 noch während der ersten Kriegsphase mobilisiert worden i Richtung Naher Osten.
     
  15. Giadello

    Giadello New Member

    Nanana ... Es war nie ein Zweifel, daß Saddam Hussein kein Unterstützer des islamischen Terrors war. Da hören die Gemeinsamkeiten dann aber doch auf.

    PS: Eine weitere Gemeinsamkeit ist natürlich die weitgehende Säkularität. Trotzdem unterscheiden sich sowohl die Politik wie auch die Politiker in beiden Ländern.

    ---

    Die 110.000 Soldaten sind nicht in Richtung Naher Osten unterwegs, sondern gen Irak. Das sind die Einheiten, die Rumsfeld - vermeintlich klüger als die Generäle - einsparen wollte und die in den ersten Kriegstagen ebenso fehlten wie jetzt ... um das Land zu kontrollieren und für eine erste Ordnung zu sorgen.
     
  16. Spiderman

    Spiderman New Member

    Jein, Kriege und Feldzüge nicht mal sooo sehr, glaube ich. Mehr Vorlauf braucht die heute "alles" sehende und hörende Weltöffentlichkeit.

    Viele arbeiten doch hier in der Werbung ... oder? Das Prinzip kennen wir doch alle, solange und so oft wiederholen, bis es alle glauben und oder zumindest Zweifel aufkommen...
     
  17. Macmacfriend

    Macmacfriend Active Member

    Wir widersprechen uns nicht: Die "Vorlaufzeit" schließt alle Vorbereitungshandlungen ein, außer den diplomatischen Konsultationen, wirtschaftlichem und politischem Agieren selbstverständlich auch die "Propaganda". Soldaten und Waffen sind ja praktischerweise schon vor Ort - ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
     
  18. Spiderman

    Spiderman New Member

    Ich denke, daß die USA wieder ihre alte Vormachtstellung in der Welt erreichen wollen. Früher gab es von westlicher Seite aus nie bedenken, Probleme, oder gar Einwände gegen das was die USA getan hat (zumindest nicht wirklich relevant). Heute sieht das anders aus, es entwickelt sich ein verdammt großes Europa- mit Osterweiterungen- das sicherlich, erstmal geeint, ein starker Gegenpol zu den USA und/ oder auch (Rußland) wäre. Ich denke, hätten die USA noch 5 Jahre mit dieser Art der Außenpolitik gewartet, dann wäre ihnen ein Europa ganz anders entgegengetreten. Ich denke, daß gehört auch zu den Überlegungen, denn man hat die Einigung Europas nochmal bremsen können.
    Denn was wären die USA gegen ein China, gegen ein Europa, gegen einfach alle???

    Von Dingen wie Bereicherung, Machtgier... mal abgesehen, klar.

    Ja wird sie, denn solange Uk, Spanien und andere Länder sich, aus welchen Gründen auch immer, aus der eropäischen Gemeinschaft ausklinken, werden sie so weitermachen, denn es gibt niemanden der sie stoppen kann- noch nicht...

    Alles wie gesagt meine persönliche Meinung, auch nur ein kleiner Zeil davon...
     
  19. Der Artikel ist aktualisiert worden. Von den Briten stand bei meiner Linkerei noch nichts drin, es ging vorrangig um Bushs Aussagen *erstmal durchles*

    Aber vor den Aussagen sollte er sich vielleicht doch mit seinen beratern abstimmen

    >>"Ich denke, wir vermuten beispielsweise Massenvernichtungswaffen in Syrien", sagte Bush.<<

    Klingt da noch ziemlich unsicher - so, als wenn man gar nichts in der Hand hat - vielleicht waren die gefälschten Beweise ja noch nicht fertig, und er war sich deswegen noch unsicher, was es genau wird ;)
     

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