Hoffnung für Pendler

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von juenger_gutenberg, 5. März 2007.

  1. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

  2. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Ich will ja kein Spalter sein, aber ich habe bis heute nicht verstanden warum der Staat die aberwitzige Pendelei von millionen von Bundesbürgern unterstützen sollte?

    Gibt es darauf irgendeine sinnvolle Antwort außer derjenigen das man ganz persönlich den warmen Geldregen beim Lohnsteuerjahresausgleich nicht missen möchte?
     
  3. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    Ich glaube kaum, dass die "Pendelei", wie Du sie nennst, aberwitzig ist. Wenn Du das Glück hast, in Deiner näheren Umgebung eine adäquate Arbeit zu finden, herzlichen Glückwunsch! Und dabei kommt es mir nicht darauf an, mit dem Auto zu fahren. Auch ÖPNV kostet was, und nicht gerade wenig.
     
  4. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Das sehe ich anders. Viele Regionen können einfach ihre Bewohner nicht ernähren. Die haben dort ihre Wurzeln, leben vielleicht im von den Eltern geerbten Haus. Wenn die dann 60 km entfernt einen Job finden, kann ich schon verstehen, daß sie pendeln.
     
  5. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    So oder ähnlich meinte ich das :nicken:
     
  6. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Hurra! Ein geerbtes Haus. Und was macht der ohne ererbtes Haus? Der hat Glück! Denn der kann umziehen.
     
  7. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Das mag schon sein. Aber warum sollen andere die Wurzeln bezahlen?
     
  8. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte


    Das meinte ich, das einzige auf was es hinausläuft ist das Kostenargument. Warum aber sollten eventuelle finanzielle Nachteile individueller Vorlieben bei der Wohnungssuche auf die Allgemeinheit abgewälzt werden? Wer im Grünen wohnt weiss vorher das er vermutlich länger fahren muss um (s)eine Arbeit ausüben zu können. Erstens steht es ihm frei umzuziehen und zweitens profitiert er schon von der grünen Umgebung und drittens muss er in vielen Fällen weniger für das Dach über dem Kopf bezahlen als andere.

    In Zeiten der chronisch überfüllten Verkehrswege, der drohenden Energiekrise und des Klimawandels und dem desaströsen Staatshaushalt kann ich keinerlei Notwendigkeit für eine Förderung der Pendelei erkennen.
    Ganz im Gegenteil – wenn überhaupt dann sollten ausschließlich Umzüge die die Fahrt zur Arbeitsstelle verkürzen gefördert werden.
     
  9. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    lol

    Genau! ich finde es auch fair das Leute die es sich nicht leisten konnten ihr 210qm Einfamilienhaus in der Nähe eines Ballungsraums zu bauen vom Staat gefördert werden. Schließlich tut bei den monatlichen Ratenzahlungen das Benzingeld für die täglichen 160-Autobahnkilometer ganz besonders weh!!!
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Dörfer werden noch schneller aussterben, wenn das so kommt, daß nichts mehr gezahlt wird. Ich habe früher in einer Kleinstadt gewohnt mit 70 umliegenden Dörfern, davon haben viele bis heute keine vernünftige Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Samstags und sonntags dort wegzukommen ist nicht ganz einfach, da BRAUCHT man ein Auto eher als verwöhnte Großstädter.
     
  11. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Allerdings. Und wenn alle nur noch da wohnen würden, wo sie auch arbeiten, sähe es bei uns aus wie in Indien oder Brasilien: Giganto-Megastädte aufwärts von 10 Millionen Einwohnern, umgeben von Urwaldgebieten. Und ich könnte mir vorstellen, daß man für 5 Kilometer Pendeln in Bombay (sorry, Mumbai heisst das jetzt) mehr Zeit und Ressourcen vergeudet als für 50 Kilometer pendeln bei uns.

    Ohne Pendler gäbe es bei uns in ländlichen Regionen nur noch ein paar Landwirte und Rentner, von denen die Infrastukturanbieter dort - die es ohnehin schon schwer genug haben - sicher nicht leben könnten. Anstatt Pendlerpauschale müssten wir dann halt denen Sozialhilfe zahlen.

    Und wenn in einer Familie mehr als eine Person arbeitet, geht es ohne Pendeln (mindestens für einen davon) parktisch gar nicht.

    Grüße, Maximilian

    PS: Aber eine Art "Recht auf einen Telearbeitsplatz" könnte der Staat vielleicht schon allmählich ins Auge fassen, in vielen Berufen wäre es mit ein wenig gutem Willen möglich, einen großen Teil der Arbeit von zu Hause aus zu erledigen.
     
  12. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    Dann mach doch die ländlichen Gegenden gleich alle dicht. Lasst uns unsere Häuser verlassen und alle in die Städte ziehen, wo wir Arbeit finden können. In vielen Ländern ist das doch jetzt schon so. Die Städte platzen aus allen Nähten und das Land wird entvolkert oder nur noch von den Rentnern bewohnt.
     
  13. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    und noch was ganz anderes:
    Ich bin auch schon mal drei Jahre lang gependelt (65 km einfach) – das ist die Hölle, einfach nur totaler Irrsinn. Es kostet (Frei-)Zeit, Nerven, Geld, versaut die Umwelt, ist gefährlich und über alle Maßen unsinnig. Der Staat würde seiner Fürsorgepflicht (?) eher nachkommmen wenn er dafür sorgt die Pendelei so unattraktiv wie möglich zu machen.
     
  14. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    Danke, Maximilian!
     
  15. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Ey Du undankbarer Juenger! Ich schreib mir die Seele aus dem Leib...

    :biggrin:
     
  16. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Nun, du behauptest also das die Leute wegen der 25ct Steuerermäßigung auf jeden zweiten Kilometer auf dem Land bleiben? Und ausnahmslos alle sofort in die Stadt ziehen würden wenn es diese nicht mehr gäbe?
    Wir können das zwar letztendlich nicht feststellen, aber ich denke das sich ohne PP(Pendlerpauschale) die Bevölkerungsverteilung zwischen Stadt/Land wenn überhaupt nur marginal ändern wird.
    Sicher werden auch viele weiter pendeln müssen, das wird sich nie verhindern lassen – nur warum sollte dieses die Allgemeinheit finanzieren? (Klammern wir obiges Argument mal aus, da wir beide nicht wissen können wie sich eine Abschaffung der PP in dieser Hinsicht auswirken wird)
     
  17. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Ich behaupte gar nichts, ich versuche nur zu erklären, warum manche Menschen große Strecken zur Arbeit fahren. Wenn man ihnen dabei finanziell entgegenkommt, bleibt ihnen ein wenig Geld übrig, das sie für "Konsum" (den der Staat ja auch um jeden Preis fördern will, von wegen Wachstum und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und so) verwenden können.

    Nimmt man es ihnen, werden sie trotzdem pendeln (so wie ich, weil bei uns beide berufstätig sind und das nicht ohne pendeln geht, wenn man nicht gerade Berufe hat, für die an jeder Ecke Arbeitsplätze angeboten werden), aber eben nicht mehr ab und zu im Restaurant essen gehen, oder wo immer man die 1000 Euro einspart, die einem am Jahresende fehlen.

    Grüße, Maximilian
     
  18. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    hmm, also die Pendlerpauschale ist nötig damit der Staat das Geld, was er an die Pendler ausschüttet an anderer Stelle wieder einnimmt? Warum schüttet er es dann überhaupt aus?
    Mit derselben Argumentation kannst du auch Whirlpooleckbadewannen steuerlich fördern, die kosten schließlich auch Geld.

    Und nochwas: Wen ich als Nicht-Pendler weniger Steuern zahlen müsste, weil mir nicht so viele Autobahnraser auf der Tasche liegen, würde ich liebend gerne deren Anteil am Umsatz der Pizzeria nebenan übernehmen. :nicken:
     
  19. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Was spricht denn dagegen? Mir liegt eigentlich kein gestorbenes Dorf so schwer auf der Seele, wie die Landschaftsversiegelung durch den Bau von verstreuten Einfamilienhäusern im Grünen. Wer braucht denn diese Dörfer?
     
  20. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Also ich kann nicht erkennen, dass die Städte aus allen Nähten platzen. Und ich finde auch die Satdt als Lebensraum einer modernen Gesellschaft angemessener als das Dorf. Die wenigsten auf den Dörfern sind Landwirte oder müsste sich sonst unbedingt agrarisch betätigen. Dieses Häuschen-im-Grünen-Getue ist doch alles bloß übriggebliebene Biedermeier-Romantik.
     

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