honorarrichtlinien

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von kolben, 16. Oktober 2006.

  1. kolben

    kolben New Member

    Hallo zusammen,

    Ich soll für einen kunden für eine öffentliche veranstaltung/feier plakate u flyer entwerfen. das sujet ist immer gleich - es werden a2 und a3 plakate gedruckt u a5 flyer.
    jetzt soll ich ein angebot abgeben.
    a) über die gestaltung etc u b) über den druck

    b) ist kein problem, aber a) ...

    bin noch nicht so lange selbstständig in dem bereich. ich weiss, in österreich gibts honorarrichtlinien für grafik-design / werbeagenturen.

    gibts die auch hier? ich weiss von meiner agenturzeit früher in deutschland,
    da hatten wir öfters von so einem buchverlag immer nen prospekt/broschüre da liegen. die boten alles rund um werbung an. über design-bücher über typografie halt auch bis zu honorarrichtlinien (wenn ich mich recht entsinne)
    leider weiss ich nicht mehr wie der verlag heisst.

    möchte ungern ein angebot abgeben, was den kunden verschreckt,
    aber natürlich solls auch nicht geschenkt sein.


    gruß,
    kolben
     
  2. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    Hallo Kolben,

    zuerst mal musst Du immer davon ausgehen, dass Dein Kunde von Preisen verschreckt werden kann, schonmal weil Du damit rechnen musst, dass immer irgendwo ein Billigheimer mit einem PC rumsitzt, der glaubt fähig zu sein, vernünftige Layouts zu erstellen, nur weil er mal etwas von Photoshop gehört hat.

    Es gibt zwar für die Druckindustrie (und bestimmt auch für Agenturen, nur wo?) Kalkulationsrichtlinien. Meine Erfahrung als Kalkulator, der ich mal war, ist aber, dass diese Grundlagen wirklich nur ein Anhaltspunkt sein können. Wenn ich streng danach gerechnet habe, konnte ich davon ausgehen, dass der Auftrag flöten war.

    Ich würde Dir empfehlen, Deine Zeit azuschätzen, Deinen Stundensatz einzusetzen und ins Angebot zu schreiben, dass Autorenkorrekturen nach Aufwand berechnet werden. Damit hältst Du Dir einigermaßen den Rücken frei.

    Wenn Du gute Arbeit ablieferst, wird ein seriöser Kunde auch bereit sein, dafür zu zahlen. Ist er das nicht, wirst Du nur Geld wechseln oder drauflegen.

    Viel Glück
    J_G
     
  3. kolben

    kolben New Member

    hatte ich auch schon so überlegt, nur - finde ich kann man
    ja kreative arbeit schlecht in stunden rechnen, wie wenn ich
    ich reinen schriftsatz wie tabellen o.ä. mache, oder?

    ich hab mal mit ehem. kollegen aus agenturzeiten aufgenommen,
    was die dann da nehmen würden, würde mich mit sicherheit den kunden kosten, auch wenns geld da ist. sonst kommen von ihm halt "nur" visitenkarten oder briefbogen. da schauts mit den kosten ja ganz anders aus.

    oh man, ist das schwierig.
     
  4. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    Ich weiß, dass es das ist. So ist auch meine Erfahrung. Ich bin in der glücklichen Lage, nicht selbstständig zu sein.

    Hast Du denn schon Skizzen o. ä. von Deinem Kunden in der Hand, oder musst Du bei Null anfangen?. Vielleicht reicht es Deinem Kunden ja auch, wenn Du ihm Deinen Stundensatz mitteilst und sagst "ich brauch ungefähr so lange". Ich denke mal, der macht so etwas ja auch nicht zum ersten Mal.

    Wenn bei uns Ausschreibungen an Agenturen gehen, wird eigentlich immer nur der Stundensatz abgefragt, weil es einfach nicht möglich ist, für kreative Prozesse feste Zeiten anzunehmen. Seriöse Firmen wissen das.

    Nochmal Viel Glück
    J_G
     
  5. donald105

    donald105 New Member

    kalkuliere mal für dich eine zeit von - bis, die du wahrscheinlich brauchen wirst, und schreib das auch so ins angebot:
    voraussichtlich x bis x tage / stunden.
    Gib deinen tagessatz an.
    Kündige an, dass du genau nach zeit abrechnen wirst, und dass änderungen nach der ersten abnahme (konzept) nach festen tages- bzw. stundensätzen berechnet werden.
    Dann hast du keine summe genannt, aber einen kostenrahmen, in dem sich das projekt bewegen wird.

    Sollte die kalkulierte zeit nicht ausreichen, sagst du rechtzeitig bescheid, dass es mehr werden wird.
     
  6. kolben

    kolben New Member

    ihr meint, ich sollte angeben, dass ich z.b. so ca. 8–10 stunden brauchen würde. diese werden mit einem stundensatz von xyz euro berechnet.
    nehm ich da den gleichen stundensatz wie schon angesprochen zb. für tabellensatz, oder sollte er höher liegen?

    oder ist es angemessen, eine pauschale für die entwicklung des sujets zu nehmen und die späteren ausarbeitungen/korrekturen nach stundenbasis abzurechnen?

    ich fange bei null an, kriege nur texte u infos.


    oh man, war das schön als man noch angestellt war...
    :confused:
     
  7. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Hi,

    Bei kleineren Jobs biete ich normalerweis eine feste Summe an (Mit einer Angabe der benötigten Tagessätze, also einer Zeit/Geld Relation), habe aber immer eine Klausel dabei das "über den ersten, im Angebot enthaltenen Korrekturlauf" hinausgehende Korrekturen zu einem gewissen Stundensatz abgerechnet werden.
    Die Ausweisung von verschiedenen Leistungsphasen (Kreation, Reinzeichnung, Korrektur, o.Ä.) habe ich bisher nur selten vorgenommmen. Meißt um durch die Transparenz des Ablaufs etwas Sicherheit gegenüber dem Kunden zu bekommen (Auch um während des Projektes verschiedeene Leistungsphasen abrechnen zu können).
    Für den Job wie du ihn beschreibst würd ich mir das sparen (Solange du den Korrekturläufen irgendeinen Riegel vorschiebst)

    Ganz zu Anfang meiner Selbständigkeit habe ich mir ausgerechnet wieviel ich pro Stunde/Tag verdienen muss um auf meinen Wunschlohn zu kommen (Dabei natürlich alle Unkosten, Lebenshaltung und vor allem den Anteil der effektiv bezahlten Zeit an der Gesamtarbeitszeit berücksichtigen). So findet man recht schnell heraus unter welche Grenzen man eigentlich nicht gehen dürfte.
    Zum Glück war meine Rechnung recht zutreffend, trotzdem gibt es dann und wann immer wieder Projekte die eine Honorar-Korrektur nach oben (Selten) oder nach Unten (Leider Öfter) ermöglichen/Erfordern... Im Mittel fahre ich aber recht gut mit meinen ursprünglich ausgerechneten Honorarsätzen.
     
  8. aelgen

    aelgen New Member

    Moin,
    gaaanz wichtig ist es wirklich, daß die Korrekturen, die der Kunde verlangt, berechnet werden können. Das kann echt ein langer Rattenschwanz werden :) daran habe ich manchmal mehr verdient als an der ursprünglichen Ausarbeitung.
    Also 1 Korrektur inkl. machen und der Rest muß als kostenpflichtig im Angebot erwähnt werden!
     
  9. kolben

    kolben New Member

    @aelgen.
    :D
    das stimmt.
    hatte ich auch mal. sollte im Auftrag von ner andere agentur datenblätter für deren kunden machen.
    habe als basis nen günstigen seitenpreis inkl layout, inkl eines korrekturdurchganges angeboten. jede weitere korrektur auf stundenbasis.
    sah am anfang dumm für mich aus u sehr gut für die andere agentur. die hatten nämlich einen sehr hohen seitenpreis für ihren kunden inkl allem.

    und als alles fertig war, hat die chefetage alles komplett umgeschmissen...
    mittlerweile läufts ein jahr auf stundenbasis für mich ... :biggrin:
     
  10. friedrich

    friedrich New Member

    Wenn Du doch weißt, wieviel zuviel wäre für den Kunden, dann weißt Du doch in etwa auch, wieviel ok wäre.
     
  11. kolben

    kolben New Member

    am liebsten gar nix. :meckert:

    das ist ja das problem.
    ich möcht mich auch nicht unter wert verkaufen.
    das man so plakate u anzeigen nicht in einer stunde fertig hat und wieviel arbeit darin steckt, sieht der kunde leider meistens nicht.
     
  12. juenger_gutenberg

    juenger_gutenberg Active Member

    Ja, das ist leider bei vielen so. Da ist Verhandlungsgeschick gefragt. Und wenn das nix bringt, Finger weg von einem Draufleggeschäft! :nicken: Oder hast Du sonst nichts zu tun?
     
  13. kolben

    kolben New Member

    doch schon.
    nur man möcht in der heutigen zeit ja nicht seine kunden vergraulen.

    das ist ja das problem, dass jeder heutzutage sich photoshop u illustrator aus dem netz saugt, wirre grafiken erstellt u denkt er sei grafiker.
    nur wenn man die daten dann zum drucken erhält wundern sie sich, dass man ewig dran sitzt um den kram reinzuzeichnen weil sie einfach nicht wissen woraufs dazu noch ankommt.
     

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