IBM: "Hätten alle Chipwünsche Apples erfüllen können"

Dieses Thema im Forum "Hardware" wurde erstellt von MacRonalds, 1. Juli 2005.

  1. MacRonalds

    MacRonalds New Member

    wir haben nur nicht so richtig gewollt, äh gekonnt, äh .....


    Nach dem Motto, und jetzt gehe ich vor die Presse und wahre unser Gesicht, nach der Pleite. :shake:
     
  2. Pahe

    Pahe New Member

    ich bin und bleibe dabei, dass Jobs wegen ein paar umsatzgeiler Manager die Notbremse gezogen hat.
    Jetzt versucht ein technisch Beschlagener bei IBM den Scherbenhaufen zu kitten. Der Weggang Apples kostet IBM nämlich mehr als die paar Kröten mit den wegfallenden Umsätzen an Apple. Es ist ein gewaltiger Image-Schaden.
    Steve Jobs hat den Schritt zu Intel gerade zum richtigen Zeitpunkt angekündigt nachdem bei Intel ein Ingenieur das Ruder übernommen hat, der auch versteht wovon er redet und Apple ist darauf angewiesen, dass die Führung bei Intel oder wo auch immer hinter den Entwicklern und den Entwicklungen steht.
    IBM machte den selben Fehler wie seinerzeit mit der Wahl des Betriebssystems für den IBM-PC. Damals haben sie statt des besseren Betriebssystems von Digital Research, -einer selbstbewußten Firma, das schlechtere MS-DOS genommen und Bill Gates gehätschelt in der Hoffnung hier diktieren zu können während die Eltern von Bill Gates, - gefinkelte Wirtschaftsanwälte, den ganzen Vorstand von IBM auf geradezu groteske Weise über den Tisch gezogen haben.
    Das Ergebnis war - selbst das von IBM-Entwicklern verbesserte OS2 hatte keine Chance mehr und so trat das schlechteste aller denkbaren Betriebssysteme von der Marktmacht IBM gefördert und später durch raffinierte Verträge seitens Gates-Eltern unfreiwillig weitergefördert seinen Siegeszug an. Damals war es die Umgeschicklichkeit des IBM-Managements bei der Wahl des Lieferanten. Jetzt ist es dassebe bei der Wahl der Kunden. Langfristig dürfte auch die Veräußerung der PC-Sparte an Lenovo ein Bumerang werden. -Es wäre das erste Mal, dass eine Amputation beider Arme eine Besserung bringt wenn der Gesamtorganismus nie in Gefahr war sondern nur Managementfehler zu den Miesen führten.
    Bleibt nur zu hoffen, dass bei IBM auch wieder, einer Technologiefirma entsprechende, Sachkundige und langfristige denkende mit Visionen das Sagen bekommen. Im Moment wird noch vom Management Entwicklung als reiner Kostenfaktor angesehen und nicht begriffen, dass diese für das Unternehmen die einzige Perspektive ist.
    Bei Apple hat man, dank Steve Jobs, mag man ihm nachsagen was man will, längst begriffen, dass der Verkauf zwar wichtig ist aber nur Entwicklungen und ein paar Visionen eine Zukunft gewähren können.
    Der Schritt zu Intel war deshalb folgerichtig, weil nur mit gemeinsamen Verständnis dieses Sachverhalts eine Verständigung unter den Entwicklern und damit eine gedeihliche Zukunft möglich ist.
    Jetzt liegt es an IBM, hier Vernunft einkehren und die Türe zu Apple nicht ganz zufallen zu lassen. Die Workgroupserver- und die Workstationssparte sind nicht zu vernachlässigende Imagebringer und kein schlechtes Geschäft. Die Weiterentwicklung der PPC-Schiene würde sich dafür allemal lohnen.
    Noch ist die Gelegenheit dafür da.
     
  3. sahomuzi

    sahomuzi New Member

    zustimm :cool:
     
  4. MacBelwinds

    MacBelwinds New Member

    Selbst CEOs scheinen nicht mehr als "große Kinder" zu sein. Man redet einfach nicht miteinander und ist bockig. Wenn das mal für alle Seiten gut geht...
     
  5. hm

    hm New Member

    So wie der 3 GHZ Chip erfüllt wurde :shake: ....alles nur blabla

    Dennoch finde ich es nach wie vor Schade das die PPC Linie stirbt :cry:
     
  6. 6699

    6699 New Member

    Super Beitrag! Da dürfte wohl eine Menge dran sein. Ich glaube allerdings nicht, dass der PowerPC wirklich noch eine große Zukunft hat -Apple als Zugpferd hat bisher für die Entwicklung und das Prestige eine große Rolle gespielt. Und für IBM dürfte das durchaus ein kräftiger Schlag ins Genick sein.
     
  7. Apfelbaum

    Apfelbaum New Member

    Die Frage ist, wer bekommt den Schlag ins Genick. Vielleicht auch für die Verbraucher weil die Monopolstellung von Intel ausgeweitet wird. Und wenn dem guten Steve noch ein Aufsichtsratposten bei Intel eingerichtet wird.........
    in der heutigen Macwelt steht geschrieben das Apple bei IBM 65 Dollar / Prozessor bezahlt hat und IBM nicht viel daran verdient hat. Apple hat sehrwohl daran verdient wenn man bedenkt das einAustauschprozzie bei 400€ bis 600€ liegt. IBM wollte nun bestimmt unverschämte 75 haben da hat sich Steve für die 29€ Variante entschieden.
     
  8. Pahe

    Pahe New Member

    ich glaube nicht an Genickschläge. Diese Ankündigung war nicht mehr als ein verbaler Affront gegen IBM. Wie immer sind die Medien und die Psychologie in der Folge das Unangenehmste weil eben heute vielfach das Image mehr zählt als Fakten und das echte Wissen darum.
    Mittlerweile hat sich der Pulverrauch gelegt und vermutlich sitzen schon wieder einige technische Apple-Verhandler mit technischen IBM-Verhandlern an einem Tisch um die Möglichkeiten einer gedeihlichen Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der PPC-Platform für allgemeine Anwendungen unter Weiternutzung und Weiterentwicklung der Altivec-Unit zu einer Einheit mit Open GL Einbindung auszuloten. Dann werden noch die wichtigsten Graphikprozessorentwickler und DSP-Entwickler eingeladen, um die Workstations der Zukunft für die bedarfsgesteuerten Verarbeitungs- und Visualisierungstechniken zu entwickeln, um die meist noch hochspezialisierten und in Massen vorhandenen Geräte, sei es in der Medizintechnik, der Chipentwicklung, in den TV-Anstalten bei der Workflowsteuerung und der TV-Produktion bei den Großen um nur einige zu nennen, in den nächsten Jahre abzulösen. - HD-Technik ist nämlich die gefundene Gelegenheit, alte Gerätschaften über Bord zu werfen und das Geschäft will sich keiner entgehen lassen, der hier Fähigkeiten besitzt um Ersatz zu schaffen.
    Kann leicht sein, dass sich sogar eine Workstation-Allianz herausbildet um diesen Kuchen unter sich aufzuteilen und nicht Gefahr zu laufen, von Fernost unter Umständen ein paar Mitesser zu bekommen.
    Es ist nicht nur an einem Prozessor festzumachen welche Strategie für die nächsten Jahre bei der Computertechnologie neben der Servertechnologie für eine sichere Spielwiese mit Gewinnaussicht angebracht ist, wenn auch ohne den geeigneten Prozessoren als Basis der organische Aufbau nicht sinnvoll möglich ist.
    Die Spielekonsolen dürften da auch noch einige brauchbare Erkenntnisse liefern, sodass aus den Multicore-Prozessoren der Serverschiene, den Prozessoren der Spielekonsolen und den in heutigen Workstations verbauten PPC-Prozessoren eine zukunftsfähige Synthese gefunden wird. Daraus läßt sich ein durchaus tragbares Marktsegment herausbilden das um vieles größer wäre als ein paar Powermacs es jetzt darstellen.
    Es darf dabei auch nicht vergessen werden, dass der Kostenfaktor Software für solche Systeme nicht unbeträchtlich ist und eine mittel- und langfristig planbare Basis an Hardware braucht um noch Optimierungen möglich zu machen. Der mögliche Beschleunigungsfaktor der Software ist immerhin um eine ganze Größenordnung höher als einer durch Taktratensteigerung und stetige Hardwareoptimierung mit Architekturänderungen. Größere Architekturänderungen behindern die Softwareoptimierungen deutlich und daher ist auf diesem Gebiet eine längerfristig gültige Basis noch wichtiger als in allen anderen Bereichen.

    Die verbalen Gefechte zwischen Apple und IBM und wenn man so will auch Nackenschläge sind das Vorgeplänkel für eine Neuordnung und die Gelegenheit der Lanfriststrategen in allen Lagern Gewicht und auf sich aufmerksam zu machen.
     
  9. sahomuzi

    sahomuzi New Member

    Tja, und gerade eine Zusammenarbeit bei Serverprozessoren wird es nicht geben weil Apple mit seinen X-serves ausgerechnet in IBMs Revier wildert und die das natürlich gar nicht gerne sehen. Also wird sich IBM denken, wofür einen Konkurrenten haben wenn die eh keine echten Kunden mehr sind?
     
  10. sahomuzi

    sahomuzi New Member

    Noch was:

    Was der liebe IBM Mann uns aber verschweigt, ist, dass IBM Apple aufgefordert hat mehr in die Entwicklung zu investieren, ansonsten gibt es keine adaptierten PowerPC Chips für PowerBook und Co. Na ja, unsichere Sache irgendwie, Intel macht die Entwicklung ohne das Apple was reinbuttern muss weil ganz einfach der Markt für sie da ist.
     
  11. kaffee-micha

    kaffee-micha Kaffeetante © robdus

    Ich bin immer noch davon überzeugt, dass IBM gar kein Interesse daran hatte Mobil-Chips an Apple zu verkaufen.

    micha
     
  12. Pahe

    Pahe New Member

    Bei Serverprozessoren ist sicher eine wohl abgegrenzte Situation zwischen den beiden.
    Ich meinte in meinem Beitrag nur die Verwertung der gewonnenen Erkenntnisse von den MC-Serverprozessoren bei der Entwicklung eines Generalprozessors für Workstations wovon IBM dann durch die verbreiterte Plattform auch einen größeren Markt generieren kann.
    Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn IBM im Falle einer Gründung einer Workstation-Allianz für ihre Klientel dann auch eine eigene Workstation bringt wie sie es schon mal getan haben.
    Im WS-Markt geht es vergleichsweise zivilisiert zu. Da sind die großen Schlachten geschlagen und die Bewerber überschaubar:
    HP, SGI, SUN und Apple.
    Alle haben außerdem eine recht stabile Klientel für Ihre Kompetenzbereiche und wenn die Gelegenheit der Substitution hochspezialisierter und sowohl hinsichtlich Hard- und Software sehr teurer Stationen durch etwas universellere und standardisierte Geräte genutzt werden kann, ergibt sich ein deutlich größerer Markt für Workstations.
     
  13. Pahe

    Pahe New Member

    Glaube ich auch.
    Die Herausforderungen und der Entwicklungsaufwand sind einfach zu hoch um noch gegen den Platzhirsch anzutreten. Für eigene Nutzung ist auch kein Feld durch die Veräußerung der eigenen PC-Sparte mehr vorhanden. Das Volumen, das Apple abnimmt ist dann doch zu klein und bietet immer das Risiko, dass Apple irgendwann doch mit den Intel-Argument in Verhandlungen daherkäme.
    Bei Workstations ist der PPC aber nahezu die ideale Basis weil hier die Leistung hoch sein muss aber die thermische Zwangsjacke nicht gegeben ist und außerdem die Leistungsbandbreite klein sein kann und damit der Preis des Prozessors auch nicht die entscheidende Rolle spielt.
     
  14. MacRonalds

    MacRonalds New Member



    Wenn Apple´s Missmanagement aus den 80ern nicht den Marktanteil, und
    damit die verkauften Stückzahlen exorbitant nach unten hätte rasseln
    lassen, wären die PowerPC auch in ganz anderen Stückzahlregionen.
    Wenn Apple pro Jahr 10 Mio G5 Proz. abnehmen hätte können wäre IBM
    auch zu ganz anderem Bereit gewesen. Und APple selbst wahrscheinlich auch (-> Kosten für ENtwicklung)
    Nur, meine Einschätzung, der G5 bringt es nicht! (ihn dazu zu bringen:
    Mobil und schneller wäre exorbitant teuer gewesen.)
    In der Leistungssteigerung, er ist über 2,3 Ghz von Apple nur durch Wasserkühlung, also übertaktet zu betreiben. Dann das Gehäuse!, schaut euch mal das riesige G5 Gehäuse an: kaum
    Innenleben: 1 opt. Laufwerk, max 2 HD´s und dann so eine Keule. Das
    ist einzig und allein so groß gabut worden um den G5 bei höheren Ghzen leise betreiben
    zu können.
     
  15. Apfelbaum

    Apfelbaum New Member



    dem stimme ich vollkommen zu.
    :nicken:
     
  16. MacRonalds

    MacRonalds New Member


    Soll ich mal ehrlich meine Meinung zum G5 darlegen:

    ich war erschrocken, als ich die ersten Benchmarks der PowerMac G5 auf Barefeats.com durchlas.
    Da wurde der Dual 1,8 G5 mit 800 Mhz Bus von einem Dual 1,42 G4 zum Teil noch in die Schranken verwiesen, gut er hatte eine bessere Altivec, war aber auch bei nicht Altivec-Anwendungen nur marginal langsamer. Manchmal sogar schneller. Es war für mich ernüchternd.
    Dann kam für mich die Frage auf: gut es liegt an den nicht optimierten Anwendungen. (Nicht nur G5 Patches) sondern richtig auf G5 optimiert. Nur da kam auch nichts von Seiten der SOftwarehersteller und auch von Apple.
    Da dachte ich, es müsse ertsmal die ganze Rechnerflotte vom G5 duchdrungen sein, dann würde sich der Aufwand für die Softwareentwickler auch lohnen.
    Und es kam der imac G5, und ich dachte jetzt noch ein Headless G5 midi oder so und dann noch die Powerbooks und es geht los. Aber die Geschichte hat meine Vorstellungen schon überholt.
    Bin mal gespannt wie die ersten Intel-Macs ohne Altivec darstehen werden, rein Geschwindigkeitsmäßig.......
     
  17. Pahe

    Pahe New Member

    ich gaube nicht, dass die Benchmarks und normierten Praxistests schon die tatsächlichen Möglichkeiten der PPC-Architektur des G5 darstellen.
    Wäre da im vorangeganenen Verlauf nicht über die diversen Hürden nur gestolpert statt gesprungen worden müßte man mehr erwarten können. So ist in der Architektur eine geordnete Sammlung der Erkenntnisse und Einarbeitung in das weitere Entwicklungskonzept notwendig um überhaupt das tatsächliche Potential herauszukitzeln.
    Bezüglich der Softwareoptimierung ist das Potential allerdings riesig im Vergleich zu Intel-Prozessoren. Da wurde durch den laufenden Verzug ebenfalls vieles nicht nutzbar weil jeder auf einen Markierungspunkt gewartet hat an dem er anfangen wollte.
     
  18. T-Rex

    T-Rex Crunchosaurus Rex

    Ich glaube nicht, dass Apple mit seiner vollmundigen Ankündigung, bis 2007 komplett auf Intel umgestiegen zu sein, nur Druck auf IBM macht. Meiner Ansicht nach ist IBM für Apple erledigt. Steve mag es nicht, wenn ihm von anderer Seite SEINE pläne durchkreuzt werden - IBM hat das getan, natürlich unabsichtlich. Die versprochenen 3Ghz haben Steve vermutlich furchtbar gewurmt... er konnte vermutlich zwei Jahre nicht mehr schlafen, gleich nachdem er das Versprechen gemacht hat und dann sukzessive erkennen musste, dass IBM das Versprechen nicht einlösen kann.
    Nun kann man natürlich sagen: ATI hat Steve auch mal kräftig verärgert (Grafikkarten-verwendung in Macs vor der offiziellen Vorstellung durch Steve ausgeplaudert) und war dann nur eine Rechnergeneration "ausgesperrt". Dann kamen wieder Macs (wenn auch nur LowEnd), die ATI-Karten hatten, mittlerweile ist ATI ja wieder Standard bei Apple. Aber: Hier geht es nicht um Grafikkarten. Hier geht es um die Entscheidung für oder gegen einen Chip / eine Chipgeneration. Intel und IBM parallel wird es nicht länger als ein Jahr geben. Der Softwareentwicklungsaufwand bei Apple für zwei Chips, die so unterschiedlich sind, wäre zu enorm.
    Ab 2007 wird es vorerst in der Tat nur noch Intel-Macs geben, davon bin ich überzeugt. IBM und auch Freescale sind mit ihren PPC ab 2007 erstmal erledigt - und damit vermutlich für immer aus dem Rennen. Schade, aber so ist es wohl.
     
  19. ks23

    ks23 Ohne Lobby

    Nene, Apple und IBM Server sind zwei völlig verschiedene Schuhe.

    Kalle
     
  20. ks23

    ks23 Ohne Lobby

    Doch, glaub ich schon. Notebooks sind die Zukunft. Das Problem war nur das Geld bzw. der geringe Marktanteil von Apple.

    Gruß
    Kalle
     

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