In 20 Jahren sind alle Probleme gelöst....

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von batrat, 30. Dezember 2009.

  1. batrat

    batrat Wolpertinger

    ......denn dann trifft er uns. :augenring


    Nutzt die Zeit !
     
  2. maximilian

    maximilian Active Member

    Wenn die Russen oder sonstwer versuchen, da irgendwie einzugreifen, dann trifft er uns sogar ganz bestimmt!
     
  3. MACaerer

    MACaerer Active Member

    Was ist denn das für ein Unfug? Das Ding hat vermutlich eine Masse von rund 100 Mio. Tonnen und fliegt mit 20 - 30 km/s. Wie groß müsste wohl ein Raumschiff sein, um beim Rammen einen messbaren Effekt zu erzielen. Davon abgesehen müsst der Brocken seitlich gerammt werden um ihn vom Kurs abzubringen. Das ist ungefähr so einfach als wollte man eine fliegende Gewehrkugel mit einer Pistolenkugel vom Kurs ablenken.

    MACaerer
     
  4. maximilian

    maximilian Active Member

    Soooo abwegig bzw. unmöglich ist es gar nicht, denn es sind ja noch zwanzig Jahre, bis sich der Asteroid der Erde nähert. Da wirkt sich eine Änderung der heutigen Flugbahn oder Bahngeschwindigkeit im Nachkommastellenbereich schon merklich aus.
    Es ist auch gar nicht nötig, den Asteroiden seitwärts von seiner Bahn abzubringen!

    Die Kollision mit der Erde ist nämlich ein vierdimensionales Problem: Die beiden Himmelskörper müssen am exakt gleichen Ort (drei übereinstimmende Ortskoordinaten) zur exakt gleichen Zeit sein, damit sie sich wirklich treffen. Und beim Zeitfaktor könnten wir tatsächlich eingreifen, indem wir den Asteroiden minimal in Bahnrichtung beschleunigen oder bremsen. Zum Beispiel, indem eine nukleare Explosion knapp unterhalb der Oberfläche (siehe Kometensonde Deep Impact, bei der freilich keine Atombombe verwendet wurde) einige Tonnen Material in Gegenrichtung herausschleudert und damit eine Schubkraft erzeugt.

    Mit ein wenig Schulphysik lässt sich leicht ausrechnen, dass man die Geschwindigkeit des Asteroiden um etwa 0,5m/s ändern müsste (egal, ob schneller oder langsamer!), damit dieser Geschwindigkeit nach zwanzig Jahren eine Wegstrecke in Größenordnung der Entfernung Erde-Mond (300.000km) entspricht, die als sicher angesehen werden kann.

    Um einem Körper von 50Mt (wobei ich hier mit einer grosszügig angenommenen Dichte von 4t/m^3) gerechnet habe, die ein locker gepackter Asteroid ohne metallischen Kern wahrscheinlich nicht erreicht, eine Geschwindigkeitsänderung von besagten 0,5m/s zu verpassen, müssten 25.000t Gestein mit einer Geschwindigkeit von 1000m/s aus ihm herausgeschleudert werden. Das halte ich für durchaus technisch machbar. An Atombomben herrscht schliesslich kein Mangel. Und es wäre eine elegante Art, sich ihrer zu entledigen.

    Das Hauptproblem besteht aber in der Vorhersage der Flugbahn des Asteroiden, die im Moment noch gar nicht mit der notwendigen Genauigkeit möglich ist. Und wenn wir (bzw. die Russen) da jetzt eingreifen, steht die Chance, durch diesen Eingriff die Sache zu verschlimmern, bei 50%. Warten wir aber ab, bis wir es genau wissen (also vielleicht zwei oder drei Jahre vor der Kollision), dann ist es zu spät, denn dann haben wir den Zeitfaktor in unseren Gleichungen nicht mehr...

    Grüße, Maximilian
     
  5. McDil

    McDil Gast

    Wenn dieser Himmelskörper in ca. 20 Jahren der Erde nahe kommt, dann besteht ja wohl bei der jetzigen Entfernung keine Chance, in den nächsten Jahren auf ihn einzuwirken, außer durch EM-Strahlung.
    Alles Wichtigtuerei!
     
  6. maximilian

    maximilian Active Member

    Nnachmittag!

    Wenn, dann eher eine Arbeitsplatzerhaltungs-/Schaffungsmassnahme für Raumfahrtingenieure. Die in sehr viel größerer Anzahl ausgebildet werden, als es für sie Bedarf gibt (wie ich aus eigener Anschauung weiß).

    Der Asteroid, um den es hier geht (genannt Apohis, näheres hier: http://neo.jpl.nasa.gov/apophis/), umkreist die Sonne auf einer schwach elliptischen Umlaufbahn, welche die Erdbahn kreuzt. Er ist mit konventioneller Technik jederzeit innerhalb einiger Monate erreichbar. Daran sollte es also nicht scheitern.

    Grüße, Maximilian
     

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