Irak: Die USA ohne Kriegsgrund

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von nanoloop, 1. Juni 2003.

  1. nanoloop

    nanoloop Active Member

    taz Nr. 7067 vom 31.5.2003, Seite 1, 70 Zeilen (Kommentar), BERND PICKERT,_ Leitartikel

    Die USA ohne Kriegsgrund: Ein schwaches Bild demonstriert Stärke

    Noch nie hat eine Weltmacht so ungeniert die eigene Glaubwürdigkeit ad absurdum geführt, wie es dieser Tage die USA tun. Nach den schon grotesken Vorwürfen von Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, der Irak habe aus lauter Gemeinheit noch vor Kriegsbeginn seine Massenvernichtungswaffen vernichtet, nur damit die US-Army sie nicht findet, hat jetzt sein Stellvertreter Paul Wolfowitz in schönster Offenheit berichtet, was Kriegsgegner schon immer behauptet haben: Um Massenvernichtungswaffen ging es nie, das war lediglich das Thema, das sich am besten verkaufen ließ. Michael Moore lässt grüßen.

    _All das müsste eigentlich Anlass genug sein, zukünftig die Umsetzung der Doktrin vorbeugender Militärschläge politisch unmöglich zu machen. Wer wird schon noch einmal glauben, was aus dem Pentagon über mögliche Bedrohungen verlautet? Doch weit gefehlt. Die Washingtoner Falken schaffen es, selbst beim Beichten vor allem ihre internen Widersacher im Regen stehen zu lassen. Jene nämlich, die auf dem lästigen und erfolglosen Gang zum Weltsicherheitsrat bestanden hatten: US-Außenminister Colin Powell und Großbritanniens Premier Tony Blair. Immerhin war es nicht Rumsfeld, sondern Powell, der im Weltsicherheitsrat eine Dreiviertelstunde lang mit überzeugter Miene erfundene Beweise, Fälschungen und Verdrehungen vortrug und sich jetzt nur noch aussuchen kann, ob er lieber als Lügner oder als Depp dastehen möchte. Und Tony Blair wusste sogar zu berichten, in nur 45 Minuten seien irakische Chemie- und Biowaffen einsatzbereit - ein Unsinn, den ihm jetzt selbst die eigenen Geheimdienste um die Ohren schlagen.

    _Wolfowitz, Rumsfeld und Bush hingegen ficht all das nicht an. In einem Interview mit einem französischen Fernsehsender gibt sich der US-Präsident versöhnlich: Nein, er sei nicht böse auf Paris wegen des Irak, nur enttäuscht sei er gewesen, aber jetzt müsse man nach vorn schauen. Und natürlich kommt niemand auf die Idee, Bush zu erklären, dass er sich eigentlich für das Belügen der Weltgemeinschaft entschuldigen müsste.

    _So ist, was zunächst ein schwaches Bild abgibt, in Wirklichkeit eine Demonstration der Stärke. Jawohl, wir haben gelogen, wir bereuen es nicht, und ihr könnt nichts dagegen tun. Die Einzigen, die an dieser Haltung etwas ändern könnten, wären die US-amerikanischen WählerInnen. Solange die aber weiterhin ihre Wohnzimmer mit Klebeband abdichten, wenn die Regierung mal wieder "Code Orange" ausruft, so lange können die Rumsfelds und Wolfowitzens weiterhin tun und lassen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. "BERND PICKERT
     
  2. ipossum

    ipossum New Member

    Wolfowitz hat schon vor Jahren gesagt das die usa am besten alle Länder die gefährlich werden können sofort angreifen sollen.....aber jedenfalls kommt es jetzt wieder an die Öffentlichkeit(hoffe ich zumindest)
     
  3. unterwurzacher

    unterwurzacher New Member

    ja, was fällt mir jetzt dazu ein:

    ihr schimpft alle über euren schröder (wohl aus anderen gründen, wahrscheinlich). aber der hat was gemacht, was sich unser schüssel inklusive aussenministerin ferrero-waldner nicht getraut haben: klipp und klar gegen die aggression (die unmotivierte aggression) gegen ein anderes land stellung zu nehmen - ohne wenn und aber.

    Reinhard
     
  4. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Der Irak hatte keine Massenvernichtungswaffen. Wer sich informieren wollte, konnte dies tun.
    Keiner kann behaupten, er hätte nichts gewußt.

    Aber die, die glaubten es besser zu wissen, wollen heute nix mehr davon wissen. Die, die vorher die Lügen mitvertreten haben, halten sich nun an der charmanten Illusion fest, es sei ein gefährlicher Diktator beseitigt worden. (Wo ist er nur?) Entkommen? Auf dem Rücken eines Esels, wie der andere Herr, der auch so gefährlich war und nun plötzlich so verdächtig uninteressant geworden ist?

    Die, die nun mit ihrer Dummheit oder der Frechheit der Lügen konfrontiert werden, flüchten sich in den Aufruf, man müsse jetzt nach vorne schauen.
    Bloß nicht zurück. Womöglich ließen sich aus den Vorkommnissen auch noch Lehren ziehen.
    Man macht auf Schönwetter, während man die Spaltung der Europäer weiter betreibt. Man braucht gute Laune und Wohlwollen.

    Bis zum nächsten Kandidaten (vielleicht Iran?). Aber auch da werden sich wieder genügend nützliche Idioten finden lassen.
    Alles vergessen, alles vorbei. Aus den Augen aus dem Sinn.
    So einfach kann das Leben sein.
     
  5. nanoloop

    nanoloop Active Member

    taz Nr. 7067 vom 31.5.2003, Seite 1, 70 Zeilen (Kommentar), BERND PICKERT,_ Leitartikel

    Die USA ohne Kriegsgrund: Ein schwaches Bild demonstriert Stärke

    Noch nie hat eine Weltmacht so ungeniert die eigene Glaubwürdigkeit ad absurdum geführt, wie es dieser Tage die USA tun. Nach den schon grotesken Vorwürfen von Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, der Irak habe aus lauter Gemeinheit noch vor Kriegsbeginn seine Massenvernichtungswaffen vernichtet, nur damit die US-Army sie nicht findet, hat jetzt sein Stellvertreter Paul Wolfowitz in schönster Offenheit berichtet, was Kriegsgegner schon immer behauptet haben: Um Massenvernichtungswaffen ging es nie, das war lediglich das Thema, das sich am besten verkaufen ließ. Michael Moore lässt grüßen.

    _All das müsste eigentlich Anlass genug sein, zukünftig die Umsetzung der Doktrin vorbeugender Militärschläge politisch unmöglich zu machen. Wer wird schon noch einmal glauben, was aus dem Pentagon über mögliche Bedrohungen verlautet? Doch weit gefehlt. Die Washingtoner Falken schaffen es, selbst beim Beichten vor allem ihre internen Widersacher im Regen stehen zu lassen. Jene nämlich, die auf dem lästigen und erfolglosen Gang zum Weltsicherheitsrat bestanden hatten: US-Außenminister Colin Powell und Großbritanniens Premier Tony Blair. Immerhin war es nicht Rumsfeld, sondern Powell, der im Weltsicherheitsrat eine Dreiviertelstunde lang mit überzeugter Miene erfundene Beweise, Fälschungen und Verdrehungen vortrug und sich jetzt nur noch aussuchen kann, ob er lieber als Lügner oder als Depp dastehen möchte. Und Tony Blair wusste sogar zu berichten, in nur 45 Minuten seien irakische Chemie- und Biowaffen einsatzbereit - ein Unsinn, den ihm jetzt selbst die eigenen Geheimdienste um die Ohren schlagen.

    _Wolfowitz, Rumsfeld und Bush hingegen ficht all das nicht an. In einem Interview mit einem französischen Fernsehsender gibt sich der US-Präsident versöhnlich: Nein, er sei nicht böse auf Paris wegen des Irak, nur enttäuscht sei er gewesen, aber jetzt müsse man nach vorn schauen. Und natürlich kommt niemand auf die Idee, Bush zu erklären, dass er sich eigentlich für das Belügen der Weltgemeinschaft entschuldigen müsste.

    _So ist, was zunächst ein schwaches Bild abgibt, in Wirklichkeit eine Demonstration der Stärke. Jawohl, wir haben gelogen, wir bereuen es nicht, und ihr könnt nichts dagegen tun. Die Einzigen, die an dieser Haltung etwas ändern könnten, wären die US-amerikanischen WählerInnen. Solange die aber weiterhin ihre Wohnzimmer mit Klebeband abdichten, wenn die Regierung mal wieder "Code Orange" ausruft, so lange können die Rumsfelds und Wolfowitzens weiterhin tun und lassen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. "BERND PICKERT
     
  6. ipossum

    ipossum New Member

    Wolfowitz hat schon vor Jahren gesagt das die usa am besten alle Länder die gefährlich werden können sofort angreifen sollen.....aber jedenfalls kommt es jetzt wieder an die Öffentlichkeit(hoffe ich zumindest)
     
  7. unterwurzacher

    unterwurzacher New Member

    ja, was fällt mir jetzt dazu ein:

    ihr schimpft alle über euren schröder (wohl aus anderen gründen, wahrscheinlich). aber der hat was gemacht, was sich unser schüssel inklusive aussenministerin ferrero-waldner nicht getraut haben: klipp und klar gegen die aggression (die unmotivierte aggression) gegen ein anderes land stellung zu nehmen - ohne wenn und aber.

    Reinhard
     
  8. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Der Irak hatte keine Massenvernichtungswaffen. Wer sich informieren wollte, konnte dies tun.
    Keiner kann behaupten, er hätte nichts gewußt.

    Aber die, die glaubten es besser zu wissen, wollen heute nix mehr davon wissen. Die, die vorher die Lügen mitvertreten haben, halten sich nun an der charmanten Illusion fest, es sei ein gefährlicher Diktator beseitigt worden. (Wo ist er nur?) Entkommen? Auf dem Rücken eines Esels, wie der andere Herr, der auch so gefährlich war und nun plötzlich so verdächtig uninteressant geworden ist?

    Die, die nun mit ihrer Dummheit oder der Frechheit der Lügen konfrontiert werden, flüchten sich in den Aufruf, man müsse jetzt nach vorne schauen.
    Bloß nicht zurück. Womöglich ließen sich aus den Vorkommnissen auch noch Lehren ziehen.
    Man macht auf Schönwetter, während man die Spaltung der Europäer weiter betreibt. Man braucht gute Laune und Wohlwollen.

    Bis zum nächsten Kandidaten (vielleicht Iran?). Aber auch da werden sich wieder genügend nützliche Idioten finden lassen.
    Alles vergessen, alles vorbei. Aus den Augen aus dem Sinn.
    So einfach kann das Leben sein.
     
  9. Gollum

    Gollum Gast

    --> Aber auch da werden sich wieder genügend nützliche Idioten finden lassen...


    genau. unsere amifreunde und kriegstreiber .-)
     
  10. quick

    quick New Member


    http://thomas.wolff.net/img/bombdr_1.jpg

    :eek:
     
  11. Duc916

    Duc916 New Member

    Sag mal wie findest du sowas eigendlich immer?
    Würde mich ernsthaft mal interessieren.
     
  12. quick

    quick New Member

    ernsthaft ?
     
  13. Duc916

    Duc916 New Member

    und selbst wenn der Ernst in Haft kommt würde mich das interessieren ;-))
     
  14. RaMa

    RaMa New Member

    und wie?? hat saddam dein mail beantwortet??
    oder hat dir der öffentlich pressedienst eines diktators dies geflüstert??
    *kicher*

    scheiße, ich finds auch nicht gut das man einen dikator abgesägt hat, egal ob er massenvernichtungs waffen hatte oder nicht, er hätte weiterregieren sollen, und sich über die versuche mancher länder, ihn niederzuquatschen, zu amüsieren...

    stimmt maiden, das leben könnte so einfach sein, wenn man einfach nur deine idole wie saddam, die ayatollahs oder unseren freund in korea, weiter regieren hätte lassen bzw. in ruhe weiter regieren lasse... sie könnte so schön sein,unsere in frieden geheuchelte welt...

    scheiß amis...haben uns unsere illusion der heilen welt geraubt...verflucht... wenn die ruhe gegeben hätten wir die zustände weiter ignorieren können, wie in somalia oder usw.....

    hach, einen schönen sonntag abend wünsch ich dir waldi...ja, jetzt wo du wieder beleidigent werden kannst wirsts dir viel besser gehen...

    hephephurra...*prost*
     
  15. quick

    quick New Member

  16. Duc916

    Duc916 New Member

    nee
    das ist zu einfach ;-)))
     
  17. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Mann, RaMa, bin ich froh, daß die Amis immer die Diktatoren so heftig bekämpft haben.

    Ich erinnere mich noch gut an die 70er Jahre, als sie den von ihnen hochgeschätzten demokratisch gewählten Präsidenten Allende gegen Pinochet verteidigt haben. Aber sie waren damals militärisch einfach noch zu unerfahren, so daß Pinochet leider doch an die Macht kam.

    Wie die auch immer den Saddam bekämpft haben. Einfach toll, die hätten sich nie auf solch einen Schwachsinn eingelassen, einem schon frühzeitig als gefährlich eingestuften Saddam gefährliche Massenvernichtungswaffen in die Hände zu geben. Auch hätte nie ein amerikanischer Minister gesagt: Zugegeben, er ist ein Schweinehund, aber unser Schweinehund!

    Gerade in Südamerika oder auf Kuba – vor ihrer Haustür – haben die Amis immer für demokratische Regierungen gesorgt. Wie die damals Battista zum Teufel gejagt haben, toll. Oder Nuriega, fantastisch.

    Und auf der Liste der den Irakkrieg unterstützenden Länder sind natürlich auch keine Länder, die wenig mit Demokratie am Hut haben.

    Madonna hat ja sinngemäß gesagt, daß die Amerikaner anderen Ländern die Demokratie bringen, diese aber im eigenen Land immer weniger wird. Finde ich unerhört von der Schnalle.

    Außerdem ist es nun mal so, daß wenn man einen Teil von etwas weggibt, der zurückbehaltene Rest zwangsläufig weniger werden muß.
     
  18. RaMa

    RaMa New Member

    @pewe

    jep....sie hätten saddam nie unterstützen dürfen...
    stimme ich voll zu...es gab auch keinen grund dies zu tun... außer sinnlose machtgeilheit und die sucht nach öl...hmm war da noch was??

    ;-)))))
     
  19. nanoloop

    nanoloop Active Member

    taz Nr. 7067 vom 31.5.2003, Seite 1, 70 Zeilen (Kommentar), BERND PICKERT,_ Leitartikel

    Die USA ohne Kriegsgrund: Ein schwaches Bild demonstriert Stärke

    Noch nie hat eine Weltmacht so ungeniert die eigene Glaubwürdigkeit ad absurdum geführt, wie es dieser Tage die USA tun. Nach den schon grotesken Vorwürfen von Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, der Irak habe aus lauter Gemeinheit noch vor Kriegsbeginn seine Massenvernichtungswaffen vernichtet, nur damit die US-Army sie nicht findet, hat jetzt sein Stellvertreter Paul Wolfowitz in schönster Offenheit berichtet, was Kriegsgegner schon immer behauptet haben: Um Massenvernichtungswaffen ging es nie, das war lediglich das Thema, das sich am besten verkaufen ließ. Michael Moore lässt grüßen.

    _All das müsste eigentlich Anlass genug sein, zukünftig die Umsetzung der Doktrin vorbeugender Militärschläge politisch unmöglich zu machen. Wer wird schon noch einmal glauben, was aus dem Pentagon über mögliche Bedrohungen verlautet? Doch weit gefehlt. Die Washingtoner Falken schaffen es, selbst beim Beichten vor allem ihre internen Widersacher im Regen stehen zu lassen. Jene nämlich, die auf dem lästigen und erfolglosen Gang zum Weltsicherheitsrat bestanden hatten: US-Außenminister Colin Powell und Großbritanniens Premier Tony Blair. Immerhin war es nicht Rumsfeld, sondern Powell, der im Weltsicherheitsrat eine Dreiviertelstunde lang mit überzeugter Miene erfundene Beweise, Fälschungen und Verdrehungen vortrug und sich jetzt nur noch aussuchen kann, ob er lieber als Lügner oder als Depp dastehen möchte. Und Tony Blair wusste sogar zu berichten, in nur 45 Minuten seien irakische Chemie- und Biowaffen einsatzbereit - ein Unsinn, den ihm jetzt selbst die eigenen Geheimdienste um die Ohren schlagen.

    _Wolfowitz, Rumsfeld und Bush hingegen ficht all das nicht an. In einem Interview mit einem französischen Fernsehsender gibt sich der US-Präsident versöhnlich: Nein, er sei nicht böse auf Paris wegen des Irak, nur enttäuscht sei er gewesen, aber jetzt müsse man nach vorn schauen. Und natürlich kommt niemand auf die Idee, Bush zu erklären, dass er sich eigentlich für das Belügen der Weltgemeinschaft entschuldigen müsste.

    _So ist, was zunächst ein schwaches Bild abgibt, in Wirklichkeit eine Demonstration der Stärke. Jawohl, wir haben gelogen, wir bereuen es nicht, und ihr könnt nichts dagegen tun. Die Einzigen, die an dieser Haltung etwas ändern könnten, wären die US-amerikanischen WählerInnen. Solange die aber weiterhin ihre Wohnzimmer mit Klebeband abdichten, wenn die Regierung mal wieder "Code Orange" ausruft, so lange können die Rumsfelds und Wolfowitzens weiterhin tun und lassen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. "BERND PICKERT
     
  20. ipossum

    ipossum New Member

    Wolfowitz hat schon vor Jahren gesagt das die usa am besten alle Länder die gefährlich werden können sofort angreifen sollen.....aber jedenfalls kommt es jetzt wieder an die Öffentlichkeit(hoffe ich zumindest)
     

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