iTunes in der FAZ von morgen...heute schon hier im Forum

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von Floreg, 16. August 2004.

  1. Floreg

    Floreg New Member

    Für alle die kein Abo haben, hier der Artikel (kostenpflichtiger Bereich):

    iTunes gegen Sonicstage
    Apple oder Sony: Internet-Musikläden im Vergleich


    Als Kevin Britten aus Kansas am 11. Juli um 22.21 Uhr Ortszeit auf seine Computermaus klickte, brachte ihm das ein nagelneues Notebook ein. Denn der junge Mann hatte damit das hundertmillionste Musikstück im Internet-Musikladen iTunes Music Store geordert, jenem Online-Dienst, den der Computerhersteller Apple seit Jahr und Tag als Marktführer betreibt. Seit Mitte Juni gibt es den virtuellen Plattenladen nun auch in Europa, wo die Apple-Kasse ebenfalls schon ganz munter klingelt. Die Akzeptanz liegt nahe: Das tönende Apple-Angebot umfaßt ein geschlossenes Konzept, das den Weg von der Musikdatenbank auf den Player für unterwegs denkbar kurz und simpel hält: Eine Software, iTunes genannt, vereint die Funktionen eines Musik-Browsers im Online-Laden, eines Verwaltungsprogramms für alle klingenden Daten auf der eigenen Computerfestplatte und einer Überspiel-Software, die alle gewünschten Titel mit ein paar Klicks auf den Mobilplayer kopiert oder auf eine CD brennt (www.apple.com/de/itunes).

    Nur wenige Wochen später machte auch Sony in Europa einen Internet-Plattenladen auf, der Connect heißt und das Apple-Konzept geradezu plagiiert: Die Software, sie heißt hier Sonicstage, umfaßt die gleichen Grundfunktionen, der Musikladen sieht ganz ähnlich aus (www.connect-europe.com). Im Detail aber gibt es dann aber doch eine Menge Unterschiede - Anlaß für einen Vergleich. Am auffälligsten sind die Preisdifferenzen: Während Apple durchweg 99 Cent je Song verlangt und komplette Alben zu Preisen zwischen 9,99 und 11,99 Euro anbietet, kosten einzelne Lieder bei Sony zwischen 1,19 und 1,69, Alben von 11,99 bis 13,99 Euro. Während Sonicstage nur in der Windows-Welt läuft, gibt es die iTunes-Software sowohl für Mac- als auch für Windows-Rechner.

    Pluspunkte verbucht Apple auch mit seinem Repertoire. Von zehn ausgewählten Musiktiteln aus den aktuellen MTV-Charts fanden wir im iTunes-Laden immerhin sieben, Sony hatte nur vier auf Lager. Klassik ist, von einer Handvoll Mozart-Einspielungen abgesehen, bei Sony vollständig Fehlanzeige, Apple dagegen kann selbst mit Barock-Pretiosen von Albinoni oder Pachelbel dienen, Bach, Beethoven oder Händel sind Ehrensache. Im Fach Jazz holt Sony etwas auf; Altvordere wie Dizzy Gillespie oder Count Basie sind hier, ebenso wie bei Apple, zu finden, bei Pat Metheny wird das Repertoire gleich wieder wesentlich dünner, Charly Haden ist wiederum nur bei Apple vertreten.

    Damit König Kunde seine Wunschmusik auf Anhieb findet, bieten beide Plattenläden flinke Suchmaschinen: Einfach den Interpreten, Komponisten oder Titel eintippen, und schon erscheint eine Auswahlliste, die sich nach vielen Kriterien sortieren läßt. Die Klangqualität der Online-Musik ist in beiden Internet-Shops gleichermaßen sehr gut - sowohl beim 30 Sekunden langen, unentgeltlichen Probehören als auch beim Genuß der heruntergeladenen Musikkonserve. Dafür sorgt Apple mit 128 Kilobit je Sekunde im Format AAC, Sony nutzt sein eigenes Tonformat Atrac3 mit 132 Kilobit je Sekunde. Daß Apple auf einen offenen Standard setzt, bringt den iTunes-Kunden keine praktischen Vorteile: Die AAC-Dateien sind ausschließlich für die Überspielung auf den Festplatten-Player iPod von Apple gedacht; andere Gerätschaften, die ebenfalls AAC dekodieren, können die Musik nicht ohne vorherige Konvertierungsprozeduren einspielen. Entsprechend verhält es sich im Sony-Lager: Die Atrac-Daten sind nur für Sonys Walkmänner und für den PC gedacht, ansonsten ist Umkodierung fällig.

    Für die Formatkonvertierung bietet Apple eine Fülle von Optionen: Die iTunes-Software akzeptiert CDs, MP3- und kopierschutzfreie Windows-Media-Audio-Dateien (WMA) als Vorlage, als Ausgabeformate stehen unkomprimierte WAV- oder AIF-Dateien, MP3- und AAC-Dateien mit jeweils 16 bis 320 Kilobit je Sekunde oder auch verlustfrei komprimierte Dateien in Apple Lossless zur Auswahl. Sonicstage kann ebenfalls umkodieren, allerdings nicht, wie iTunes, zur Archivierung auf der Festplatte, sondern nur im Rahmen der Brennprozeduren für selbsterstellte CDs. Dann nehmen Vorlagen in Form von Musik-CDs, WAV-, WMA- oder MP3-Dateien die vorgewählte Form an, und zwar: Für Atrac-CDs, die auf einigen CD-Portis von Sony laufen, stehen Atrac3 und Atrac3Plus zur Auswahl, vorhandene MP3-Dateien lassen sich ohne Konvertierung auf MP3-CDs verewigen, für Standard-Audio-CDs werden alle Vorlagen in unkomprimierte Musik umgewandelt. Apples Brennoptionen sind simpler: Ganz unabhängig vom Quellformat produziert das Programm entweder eine Daten-CD, die alle Musikdateien so läßt wie sie sind, oder es schreibt ein MP3-Archiv oder eine Audio-CD.

    Unterschiedlich sind in beiden Lagern auch die Regeln des Rechte-Managements: Die im iTunes Music Store heruntergeladene Musik darf auf fünf vernetzten Computern spielen, siebenmal auf eine CD gebrannt und siebenmal auf einen iPod geladen werden. Sonicstage macht diese Nutzungsfrequenzen von den mit jedem Musikstück individuell verbundenen Rechten abhängig. So darf "Like a Rolling Stone" von der gleichnamigen Rentner-Band nur auf eine Audio- und eine Atrac-CD und nur viermal auf einen Mini-Disc-Player. "Black Eyed Peas" von Elephunk dagegen darf man je siebenmal brennen und fünfzehnmal auf die Mini Disc kopieren. Beide Lager halten freilich Hintertürchen offen: Einfach alles auf eine Audio-CD brennen, und schon hat man eine frische Quelle für weitere Kopien. Alles in allem aber ist der Vorsprung des Apple-Lagers unverkennbar, zumal iTunes auch noch pfiffige Extras bietet: Ohne zusätzliche Programme kann diese Software Booklets für selbstgebrannte CDs ausdrucken - auf Wunsch mit Cover-Fotos. Und sogar Hunderte von Internet-Radioprogrammen stehen zum Anklicken bereit - da hat Sony noch gehörigen Aufholbedarf.
     
  2. nanoloop

    nanoloop Active Member

    Guter Artikel und das nicht weil Apple besser wegkommt, sondern weil angemessen verglichen wird, finde ich.

    Danke für's posten Floreg.
     
  3. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    >>So darf "Like a Rolling Stone" von der gleichnamigen Rentner-Band nur auf...<<

    Falsch.
    Der Song stammt von Bob Dylan. (soviel zum Thema Urheberrecht)
     
  4. hofmeyer

    hofmeyer New Member

    Na ja, von Dylan stammt ja fast alles, bis auf die Sachen von Springsteen ;)

    Friedhelm
     
  5. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    >>Na ja, von Dylan stammt ja fast alles,...<<

    Wenn man unter "alles" die Songs des vergangenen Jahrhunderts versteht, die auch noch in fünfzig Jahren gecovert werden, Ja.
     
  6. Macmix

    Macmix New Member

    Ja - Dylan hat auch das erste Video gedreht !
    Aber wer ist Springsteen ?

    Gruss
     
  7. ekaat

    ekaat ich bin auf dem sofa

    das war doch der trainer von kathrin krabbe. :party:

    p.s.: interessanter bericht - danke!
     
  8. nanoloop

    nanoloop Active Member

    Zitat FAZ-Artikel:

    "So darf "Like a Rolling Stone" von der gleichnamigen Rentner-Band nur auf eine Audio- und eine Atrac-CD und nur viermal auf einen Mini-Disc-Player."

    Ist doch im Zusammenhang vollkommen korrekt was dort geschrieben wurde.



    :confused:
     
  9. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    Nee .
    "Von" bedeutet das es von ihnen ist.(Komposition/Text)
    Korrekter wäre:
    ...interpretiert von gleichnamiger Rentner Band.....
     
  10. Wubbo Ockels

    Wubbo Ockels New Member

    Floreg, vieles Dankeschön!

    :)

    Noch ein anderer Fehler ist, dass man die Hits aus dem iTunes Music Store nur auf sieben iPodse kopieren darf. Man darf auf soviele, wie man möchte! Wenn man beipielsweise 15 iPods hat – kein Problem!

    Aber dieser Artikel liest scih prima. Das tut gut, auf der guten Seite zu sein!
     
  11. Kafi

    Kafi New Member

    ...aber man darf die Lieder auf unbegrenzt viele iPods spielen, nicht nur auf 7...
     
  12. Wubbo Ockels

    Wubbo Ockels New Member

  13. Kafi

    Kafi New Member

    *grml... ein paar sekunden hättest du dir doch noch zeit lassen können, oder???

    :D
     
  14. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member


    ... ist doch wohl erbsenzählerei - oder sagst du im normalen sprachgebrauch "interpretiert von" ... ???? wohl kaum. bei den songs die dylan alle geschrieben hat käme mann/frau aus dem interpretiert von überhaupt nicht mehr heraus.

    ...ausserdem ist die variante des songs sehr wohl von den stones und somit auch diesen zuzuordnen. also "von"
     
  15. Wubbo Ockels

    Wubbo Ockels New Member

    Ich musste jedenfalls lachen.

    ;)
     
  16. gratefulmac

    gratefulmac New Member

    >>... ist doch wohl erbsenzählerei - oder sagst du im normalen sprachgebrauch "interpretiert von" .<<

    Na ich umschreib das mit "... eine wunderbare Interpretation von.." ect.

    So ist die erste Scheibe der Stones ein Bunter Strauß gelungener Interpretationen alter (damals) vergessener Bluesbarden die Hoffnung macht auf eigene Schöpfungen dieser jungen heranwachsenden Musiker.

    ;-)
     
  17. nanoloop

    nanoloop Active Member

    Irgendwie habe ich das Gefühl gatefulmac ist der Musik von Dylan nicht ganz abgeneigt.

    :D
     
  18. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member

    ...ich wollte die verdienste von dylan, john lee hooker, chuck berry, johnny winter, und und und ... nicht in frage stellen.
     
  19. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Nicht vergessen sollten wir aber auch Ngg Mock Tacktack, Erfinder des rhythmischen Klopfens auf Baumstämme.
     
  20. aoxomoxoa

    aoxomoxoa New Member


    ... er nun wieder ;)
     

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