iTunes - Store kills music?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von leowe, 15. Mai 2003.

  1. leowe

    leowe New Member

    Ich finde den iTunes-Store ja ganz lustig, aber der Trend, Songs einzeln zu verkaufen und dabei den Zusammenhang der gesamten Produktion außer acht zu lassen, bereitet mir Sodbrennen. Wenn ich Platten oder CD's von Wilco, den Rolling Stones oder Oscar Peterson oder .... oder .... höre, dann kommt es manchmal gerade auf die Einordnung der einzelnen Titel ins Ganze an. Wenn Apple mit seinem iTunes-Store Trends setzt, dann ist das für mich kein guter. Irgendwann gibt es dann pro Künstler nur noch ein Liedchen und die Produktion von gut gemachten Alben wird eingestellt ... Außerdem war ich gestern mal wieder bei meinem CD-Händler meines Vertrauens, der sich nicht mit Mausklick bedienen lässt, sondern einem Kunden entsprechend seiner Wünsche Hinweise und Tipps geben kann, welche CD er kaufen könnte. In einem Online Store ist man da total verloren. Keine Beratung und nach 20 Hörproben ist man geschafft. Außerdem hört man eine CD ganz anders, die man im Laden gehört, bequatscht, nach Hause getragen (durch Wind und Wetter) und schließlich ins Küchenradio eingelegt hat als eine, die man nur fragmentarisch per Mausklick in irgendein Verzeichnis im Computer lädt. Klar geht der Trend zur Onlinemusik und ich höre auch gern mal Internetradio, aber eine CD bleibt eine CD. Was wären meine schönen Jazz-Anthologien als Download? Irgendwelche Daten, die ich mir irgendwann nebenbei mal anhöre. Einerseits freue ich mich, dass Apple sich mit einer Innovation mal wieder ins Gespräch bringt und, wie immer nicht unintelligent, den Leuten Kaufsüchte weckt. Andererseits hoffe ich, dass dieser iTunesstore ein Versuch bleibt, nach dessen Genuss viele wieder zur existierenden CD zurückgreifen und Musik nicht zum Click&Buy-Item verkommt - und Apple irgendwann mit seinem Store wieder pleite geht wie alle anderen Online-Music-Trader. Ich weiß, dafür werde ich bestimmt jetzt böse Kommentare ernten, aber Musik sollte was Besonderes bleiben und mit solchen Konzepten wird jede Art Musik gleichgeschaltet, ob Teenie-Suppenstars, Rock'n Roll-Superstars, Jazz- und Klassikproduktionen. Und ganz zuletzt, für einen audiophilen Hörgenuss sorgen diese komprimierten Dateien sowieso nicht, ich habe mal ein paar AAC-Dateien (?) gebrannt und mit richtig guten CD-Aufnahmen verglichen über richtig gute Lautsprecher. Der Computerkram klingt wie Waschmaschine. Deshalb nix für mich und ich hoffe, dass meine Kinder auch noch Musikliebhaber bleiben und nicht nur sammelwütige Downloader. :) :( :eek: :D ;) :rolleyes: :mad: :eek: :confused:
     
  2. dasPixel

    dasPixel New Member

    *im wahrlich umfangreichen iTunes archiv kramt*

    VIDEO k i l l e d the RADIOSTAR!
     
  3. leowe

    leowe New Member

    Bitte?

    "*im wahrlich umfangreichen iTunes archiv kramt*"

    "VIDEO k i l l e d the RADIOSTAR!"

    Muss man das verstehen oder gibt es in München neben dem bekannten Dialekt eine neue Art, Sätze zu bauen.

    Nichts für ungut, einen angenehmen Tag wünscht

    Leo.:confused:
     
  4. mac_heibu

    mac_heibu Active Member

    Leo,
    du hast vollkommen recht!
    Andrerseits hat die gegenwärtige Musikkultur im Download ihren adäquaten Ausdruck gefunden: Downloaden - fünfmal hören - in die Tonne damit! Mit Musik hat das Ganze nicht mehr viel zu tun - sehr viel dagegen mit "Ex und hopp". Wie sagten die Küblböcks in DSDS immer: Ich will ins Musikbusiness!" (Nicht etwa: "Ich will Musik machen.")
     
  5. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Wer hört denn noch neue Platten von den Stones?!
     
  6. macNick

    macNick Rückkehrer

    Das Argument mit dem zerstörten Alben-Konzept beim Erwerb einzelner Lieder leuchtet mir durchaus ein - da muss der Käufer einfach selbst entscheiden, worauf er wert legt: Das eine Lied oder das in sich stimmige Album.

    Meiner Meinung nach ist der iTunes-Store nur die konsequente Fortsetzung eines Trends, den sich die Musikindustrie in ihrer blauäugigen Goldgräberstimmung der letzten beiden Jahrzehnte selber eingebrockt hat.

    Warum sollte ich als Kunde horrende CD-Preise für die wenigen guten Produktionen bezahlen, wenn ich täglich mit ansehen muss, wofür das Geld unter dem Strich verschleudert wird? Der Retorten-"Künstler"-Overkill, dem man sich außer durch völlige Medienverweigerung kaum noch entziehen kann, verschlingt mit seiner aufgeblähten Marketing-Maschinerie Unsummen, die ich nicht vorfinanzieren möchte, zumal ich die daraus entstehenden Produkte fast schon als Körperverletzung empfinde.

    Ich habe einfach keine Lust mehr, den Industie-Terror der Küblböcks & Bohlens durch überhöhte CD-Preise (18 Euro für ein Album? Ich glaub', ich spinne!) zu unterstützen, und ebenso fehlt mir jegliches Verständnis für die Unsummen, mit denen uninspirierte Langweiler (wie Robbie Williams unlängst) geradezu aberwitzige Summen für weitere überflüssige Alben in den Rachen geschoben bekommen, während dem Aufbau eines qualitativ hochwertigen Nachwuchses kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt wird.
    Geradezu lächerlich wirkt in dem Zusammenhang das Dauerargument der Industrie, die Kazaa-Kids würden mit ihren illegalen Downloads die Nachwuchsförderung verhindern. Selten so gelacht!
    Als Belohnung läuft die Scheibe dann nicht mal auf dem heimischen Player - auf diese Politik "Kunde = Verbrecher" habe ich wirklich keine Lust mehr.

    Ich persönlich werde den iTunes-Store - sofern in Europa bald verfügbar - nutzen, um überwiegend komplette Alben zu erwerben und mich über die (hoffentlich) gesparte Differenz zum Ladenprodukt zu freuen und bin mir ziemlich sicher, dass der Download einzelner Songs weiterhin eine Domäne der Tauschbörsen bleibt oder von denen in Anspruch genommen wird, die sich auch schon früher nur Singles gekauft haben (das aber für wesentlich mehr Geld!).

    Am wichtigsten finde ich, dass Apple die Netzmusik aus der Schmuddelecke geholt hat und damit vielleicht die Einführung wesentlich restriktiverer Copyright-Schutzmaßnahmen vorerst verhindert hat...
     
  7. leowe

    leowe New Member

    @Convenant: kannst ja auch die alten Platten hören, wenn du willst. Aber stell dir etwa mal "Love You Live" mit dem Warhol-Cover zerstückelt als Download vor - grässlich.
     
  8. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    warum sollte ich mir eine platte/cd für 27€ kaufen wenn 75% der lieder scheisse sind?

    danilatöse
    (kein sammelwütiger Downloader)
     
  9. Rookie

    Rookie New Member

    Ich finde die Möglichkeit aus evtl. mittelmäßigen Alben, die 2-3 Highlights separat zu kaufen, klasse. Fehlt mir nur noch die passende Rechnungsanschrift in den USA :D

    Viele Grüße
     
  10. Patrick Peters

    Patrick Peters New Member

    Die Hälfte der verkauften Songs im Store gingen im Albumformat weg.

    Und soviel Konzeptalben gibts auch nicht, die Lieder sind oft genug zusammengewürfelt drauf.

    Und auch wenn der Musicstore wirklich gut ist und zeigt wie Musikverkauf über Netz auszusehen hat. Ich glaube eher, er stößt zu den gewohnten Vertriebswegen hinzu. Klar kaufe ich mal was bei Ebay, aber kaufe ich deswegen nicht auch mal in der Stadt?

    Ich denke, daß die Musiklandschaft durch den Musik eher gewinnt als verliert, zudem haben die Plattenfirmen in letzter Zeit genug getan um einen den Spaß an der Musik zu verderben.....

    Gruß Patrick
     
  11. joerch

    joerch New Member

    ob der apple musik store nun gut oder schlecht ist - mir egal...
    ich finde es nur die "richtige" konsequente weiterentwicklung einer sache...
    stillstand ist rückschritt - und irgendjemand - muss mal etwas ändern, so wie bisher kann es auf jeden fall nicht weitergehen -
    ich persönlich finde den store als alternative super...
    es wird immer nörgler geben - denen man nichts recht machen kann - klar... und erst heute habe ich mir ne doppel cd von dave weckl gekauft - klasse...
    will damit nur sagen - ich werde beides nutzen.
    Is wie mein vorredner schreibt - er kauft ja auch nicht ausschliesslich bei ebay

    mahlzeit
     
  12. leowe

    leowe New Member

    Wenn "75% der Lieder Scheiße sind", dann würde ich aber auch auf die restlichen 25 % verzichten. Mal abgesehen davon, dass sich mit dem iTunesstore ein neuer Vertriebsweg abzeichnet - mit Musik hat das für mich wenig zu tun - eher ein neuer Weg, den Applebegeisterten, die eigentlich für alles ungefragt zahlen, was aus Cupertino kommt, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und 10 Dollar sind ja so wenig nicht, wenn man bedenkt, dass man dafür nur ein paar verwaschen klingende Downloads von Songs bekommt. Und schließlich ist es die letzte Gerade auf dem Weg zum gläsernen Surfer. Denn egal, was und wieviel man aus dem Store herunter lädt, Apple hat mit den Kundendaten dann ein für Musikkonzerne wertvolles Datenmaterial. Und dann wird es nur noch darum gehen, was sich gut verkauft. Und das ist leider nicht immer das Beste. Auch wenn ich damit als Nörgler ins Macweltforum eingehe, ich halte diesen Onlinestore für einen miserablen Trend und auch wenn es nur der modernen Zeit Rechnung trägt und versucht, die Schäden vom illegalen Massentausch von Musik inmitten von Porno- und Schmuddelbörsen zu begrenzen, für die Musik und deren Macher, die Musiker, ist auch dieses Konzept nicht zuträglich. Ich kenne einige Musiker besonders aus dem klassischen Bereich, die auch schon eine Reihe von Produktionen gemacht haben. Von denen wäre keiner bereit, sich seine aufgenommenen CD's in einem Onlineklickerladen zerpflücken zu lassen. Auch nicht, wenn er von Apple kommt.

    nörgleo.:mad: :mad: :mad: :eek:
     
  13. joerch

    joerch New Member

    ich verstehe...
    aber was ist deiner meinung nach DIE LÖSUNG DES PROBLEMS ???
    Mir zb ist es einfach zu teuer für eine cd 17 euro zu bezahlen - die schmerzgrenze liegt bei 14,99,- Euro, wohlgemerkt
     
  14. ughugh

    ughugh New Member

    Du verwechselst da schlicht zwei verschiedene Zielgruppen bzw. Veräusserzungsmöglichkeiten.

    Klar - ein Konzept-Album, aufeinander abgestimmt, das eine Geschichte erzählt, ein Kunstwerk darstellt - neues eröffnet - sowas ist wichtig, dafür braucht man gegebenenfalls Beratung, das will ausgewählt werden wie guter Wein - diese Zielgruppe ist aber gar nicht angeipelt mit dem Music-Store - es ist unsinnig, ein komplettes Album dort zu kaufen.

    So ein Store ist eher für das eine Lied, das man kurz zuvor irgendwo im Radio gehört hat, das man ein dutzend mal hört und dann wahrscheinlich vergißt. Das eine Lied, daß einem von einem Album vielleicht gefällt (bei Robinn Williams erstem Album erging es mir so) - für Leute, die vielleicht gerne Musik hören, weil es ihnen Spaß macht, nicht, um sich mit einem Gesamtkunstwerk zu beschäftigen.

    Der Store ist schlicht nicht dafür gemacht, Alben zu verkaufen - selbst wenn es angeboten wird, und so wie man für Wein in eine gute Weinhandlung geht, so geht man für das Bier in die Kneipe. So wie man für Wein beratung und Ambiente beim Genuß erwartet, so kippt man sich das Bier letzendlich nur rein - hautsache er schmeckt. Und so wie man einen guten Wein in ein angenehmes Essen einbettet und mit einer passenden Zigarre beschließt, so steht das Bier alleine auf dem Thresen, einzig dazu da, Durst zu stillen, und besoffen zu machen.

    Beiden ist dabei nur gemein, daß sie Alkohol enthalten - deswegen gräbt aber einer dem anderen nicht das Wasser ab, und ähnlich verhält es sich auch mit Musik - in beiden Modellen ist Musik drin, aber beide haben vollkommen unterschiedlichen Konzepte und Erwartungen.

    Mit Zeitgeist hat das eher wneiger zu tun - es sind schlicht zwei verschiedene Vorgehendsweisen.
     
  15. leowe

    leowe New Member

    Ich kaufe sehr wenige CD's und die nur nach langem Überlegen und Anhören. So versuche ich, dem Massenkonsum (auf einem iPod 7500 Songs - das hat doch mit Musik nichts mehr zu tun), meinen kleinen Teil entgegen zu setzen. Ich kaufe nur das, was ich auch wirklich gern und viel hören werde und gebe dafür dann auch etwas aus. Ist es wie mit einem Salatbüffet. Ich kann mit einem kleinen Teller hingehen und mir das Feinste und für mich Schmackhafteste raussuchen. Ich kann aber auch mit einer Schubkarre vorfahren und alles weghauen, was ich nicht schaffe.

    Einen schönen Abend wünscht

    Leo.

    PS: Habe mich heute Abend mit Kartoffeln und Quark überfressen, das meine ich mit Maß halten. Jetzt ist mir schlecht und ich brauche einen Schnaps.
     
  16. leowe

    leowe New Member

    O.K. Das ist eine Einstellung, mit der ich ein bisschen besser leben kann. Der iTunesstore ist der Schnellimbiss für Musik und mein Plattenhändler

    http://www.sweetwaterjazz.de

    das Restaurant, in dem ich den Tisch bestelle. Trotzdem nicht mein Ding, denn manche Musik ist nicht nur Bier aus der Dose und wird dort trotzdem verramscht.
     
  17. gratefulmac

    gratefulmac New Member

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