Ja wie denn nun?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Morgenstern, 20. Januar 2011.

  1. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Die Unis sind zu akademisch, die Bachelor-Abschlüsse zu flach.

    Man möge sich doch mal mehr auf die Arbeitsrealität einlassen. Und wie ist die?

    Klick ...
     
  2. McDil

    McDil Gast

    Die Bologna-konforme Hochschule kann aus normal begabten Studierenden nichts anderes als solche Bildungskrüppel hervor bringen.

    Keine Zeit für Orientierung. Keine Zeit für Praxiskontakte (Plural!). Immer nur von einem Test zum nächsten rennen - einer blöder wie der Andere.

    Aber es ist ja so gewollt.
     
  3. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Einige süddeutsche Unis (dazu zähl ich auch mal die Bayern) wollen je wieder zurück zur alten Studienstruktur mit FH Diplom, Magister und Uni-Diplom.
     
  4. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Schwieriges Thema. Ich hatte schon öfter den verdacht das es keinen Sinn macht wenn man die Zahl der Abiturienten so extrem steigert wie das in den letzten Jahrzehnten hierzulande der Fall war.
    Diese Abiturienten gehen an die Unis, wo sie sehr fundiert aber theoretisch ausgebildet werden. Ist es aber nicht so dass die allermeißten Uniabsolventen diese Tiefe gar nicht nötig haben, bzw. diese in ihrem späteren Berufsalltag keine Anwendung findet? Gleichzeitig sparen sich natürlich die Unternehmen die Ausbildung im eigenen Hause, sollten dann aber konsequenterweise mit dem zufrieden sein was der "Markt", also die FHs und Unis, ihnen bieten.

    So sehr man sich ja freuen kann das die jungen Uni-Absolventen gut gebildet sind, unternehmerisch ist diese Anhäufung von Wissen natürlich Zeitverschwendung. Insbesondere wenn die jungen Damen und Herren trotz fertiger Abschlüsse erstmal das eins und eins des Berufsalltags erlernen müssen bevor sie in den Betrieben überhaupt nennenswert mitarbeiten können.

    Eine Ausbildung/Lehre im betrieb hat da schon Vorteile. Vielleicht ist es sinnvoll wirklich auf eine Art duales System zu setzen, die Zeit der Ausbildung zwischen Uni und Betrieb aufzuteilen...
     
  5. McDil

    McDil Gast

    Mal sehen, ob daraus was wird. Wichtig wäre auch die Beseitigung des Bildungsföderalismus-Wahnsinns. Einerseits erwartet man von berufstätigen Eltern, dass sie überall hin umziehen, wenn ein Sklaventreiber mit den Fingern schnippt, aber dann dürfen die Kinder erst mal ein Schuljahr wiederholen, weil die Sprachfolge am Gymnasium nicht passt. Für Vermögende ist das natürlich kein Problem! (Internat)
     
  6. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Nachtrag:

    ich persönlich fände eine Teilung der Ausbildung sehr gut: etwa 1, 2 Jahrw im Unternehmen, dann 2 Jahre Uni...(oder so ähnlich)

    Wenn man den Arbeitsalltag erst kennengelernt hat weiss man die Zeit an der Uni besser zu schätzen und meißt auch besser zu nutzen. Zudem hat man den praktischen Erfahrungshorizont den die Unternehmen ja so gerne vorraussetzen.

    Das wäre doch ein nettes Ausbildungsmodel für alle die ein "echtes" akademisches Studium nicht unbedingt nötig haben?
     
  7. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Deine Idee des dualen Studiums - da Uni - hie Praxis in Betrieben - birgt die Gefahr in sich, diese Studiengänge - je nach betriebswirtschaftlichem Erforderniss - zu merkantisilieren.

    Auf der anderen Seite sind Forschungsinhalte aus den Unis den Betrieben sehr willkommen, auch wenn sie nicht betriebsorientiert gewonnen wurden.
     
  8. McDil

    McDil Gast

    So war der "zweite Bildungsweg" ja auch gedacht. Überhaupt fände ich ein Studium als Vertiefung beruflicher Erfahrungen in einer ganzen Reihe von Berufen hervorragend. Nur darf man dann nicht erwarten, dass die Bewerber nach abgeschlossenem Studium nicht älter als 25 sind.

    Ich hatte während meines eigenen Studiums mit einer ganzen Reihe von solchen Leuten Bekanntschaften, und fand den Ernst und auch die soziale Kompetenz bei solchen etwas älteren und erfahreneren Studierenden nur positiv!
     
  9. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Ich hab da sicher nicht den Durchblick, aber muss wirklich die Masse der Angestellten eine allgemeine, neutrale, fundierte, akademisch orientierte Ausbildung genossen haben? Brauchen die das?
    Ich hätte kein Problem damit wenn eine Teil der Ausbildung von den Anforderungen der Unternehmen bestimmt wird.
    Das müsste allerdings getrennt von der reinen akademischen Lehre und Forschung verlaufen, es müsste also eine unabhängige Lehre gewahrt bleiben, für Leute die diese Lehre auch rechtfertigen und sie später im beruf in Forschung und Entwicklung anwenden können.
     
  10. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Betriebe haben einen Betriebszweck. Unter diesem Aspekt dürfte sich Wissenschaft und Forschung dann zu sehr einengen, wenn unter dem oder den Anspekt - en des Betriebszweckes geforscht würde.

    Dass das auch anders geht, zeigt das Frauenhofer - institut, die schon einige tolle Innovationen ohne die Anforderung der Wirtschaft entwickelt haben.

    Wenn ich mich recht erinnere, kommt die CD z. B. von denen.

    Wäre unter dem Aspekt des Betriebszweckes von Polydor an einer TU geforscht worden, wären wir weiterhin bei der Schallplatte. Was ja nun auch kein Weltuntergang wäre.
     
  11. McDil

    McDil Gast

    In der Grundlagenforschung braucht man die besten Köpfe. Das wissen auch die Amerikaner. Nur leider ist es inzwischen normal, dass auch in diesem Bereich ein enormer Publikations-Zeitdruck vorhanden ist, sodass leider jedes kleine Drecklein gleich publiziert wird, um erst mal einen Pflock einzuhauen.

    Dieser ganze Betrieb geht sehr zu Lasten des "freien Kopfes".
     
  12. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Das hab ichnicht richtig formuliert: Forschung sollte es immer in allen Richtungen geben: zweck und zielgebunden in Unternehmen und auch frei an z.B. Universitäten - da hat alles seine Vorteile und befruchtet sich sicher auch gegenseitig.
     

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