Jeder von uns zahlt knapp 50 Euro für...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Singer, 27. April 2009.

  1. Singer

    Singer Active Member

    …die Sanierung des Atommülllagers Asse, wo vor allem EnBW sein Gift abliefert.

    Jeder. Auch wenn wir gar keine Kunden von EnBW sind.

    Wären wir hingegen Aktionäre von EnBW, dann bekämen wir eine satte Dividende:



    Quelle: Greepeace
     
  2. maximilian

    maximilian Active Member

    Moin!

    Jeder ist Kunde von denen, der Strom verbraucht. Es gibt nur ein Stromnetz. In das speisen alle Stromerzeuger ein und alle Konsumenten entnehmen daraus. Meinen Strom/Deinen Strom gibt es nicht. Hätte die EnBW diesen Strom nicht geliefert, hätte ihn jemand anders liefern müssen. Und dabei seinerseits ihrgendeine Art von schädlichem Abfall erzeugt.

    Nur wer sein eigenes Solarkraftwerk auf dem Dach (nebst Speicherbatterie im Keller), sein eigenes Windrad im Garten (nebst Speicherbatterie im Keller) oder sein Wasserrad im eigenen Bach hat, darf sich vom "wir" ausnehmen.

    Ich finde, daß wir mit 50 Euro günstig wegkommen. Ehrlich gesagt glaube ich gar nicht, dass das reicht.

    Grüße, Maximilian

    PS: Habe gerade einen Anteil an einem Solarkraftwerk in Spanien erworben (anstatt in Urlaub zu fahren) und versuche auf solche Weise, mich nach und nach aus der "wir"-Gruppe der gedankenlosen Konsumenten herauszulösen.
     
  3. Singer

    Singer Active Member

    Das ist ja 'ne Spitzenmotivation für alle, die sich überlegen, auf "Grünen Strom" umzustellen. Der ist sowieso schon teurer als der übliche Mix. Trotzdem müssen sich per Gesetz auch solche Haushalte an den Kosten der Instandhaltung von Asse beteiligen.

    Die knapp 50 € sollen ja nur die Instandhaltung von Asse decken, und nicht etwa die Gesamtkosten des Umgangs mit dem Müll der AKW.

    Ich sach jetz ma "Verursacherprinzip"; aber das setzt natürlich Verantwortungsbewußtsein voraus. Da das bekannterweise in den Konzernen Seltenheitswert hat, müßte dergleichen vom "Gesetzgeber" geregelt werden. Wurde ja auch (s. o.) - allerdings eben so, daß der Verursacher fein raus ist und seine Dividende um 33% steigern kann, während nun jeder von uns dafür in die Tasche greifen muß, nur damit den Konzernen - i. e. den Verursachern - keine Kosten entstehen.

    Nochmal aus dem oben verlinkten Greenpeace-Artikel:

    Das Geld ist also vorhanden (nämlich da, wo der Profit gemacht wurde). Und zwar deshalb, weil hier auf Kosten der Allgemeinheit gewirtschaftet wird.


    Bravo! Haste mal 'nen link? Das interessiert mich!
     
  4. maximilian

    maximilian Active Member

    Hallo!

    Grüner Strom ist die reine Augenwischerei. Soviel grüner Strom wie angeboten wird, wird gar nicht erzeugt (genauso wie es viel mehr "Bienenhonig" im Supermarkt gibt, als ihn die Bienen weltweit erzeugen können). Die einzige Möglichkeit, sicher an ökologisch verträglich erzeugten Strom zu kommen besteht darin, sich unmittelbar an einem genossenschatlich betriebenen Blockheizkraftwerk oder Windenergiekonverter zu beteiligen. Oder selbst eine Photovoltaikanlage auf Dach zu setzen und weniger Strom aus dem Netz zu entnehmen, als man selbst einspeist.

    Die Verursacher sind hier (für mich jedenfalls) ausschliesslich die Verbraucher. Die schreien nach immer mehr und immer billigeren Strom und der lässt sich "sauber" nicht erzeugen. Nur dann, wenn wir alle weniger davon verbrauchen und dafür trotzdem mehr bezahlen, steht es uns zu, zu verlangen, dass er sauber produziert wird.

    Mein Link? Das ist mein freundlicher Berater bei der Kreissparkasse (irgendwie die enzige Bank, wo man momentan noch halbwegs gerne hingeht) :) Dem habe ich vor ungefähr einem halben Jahr gesagt, daß er mich doch bitte über Sonnen- und Windkraftwerke informieren soll, an denen man sich beteiligen kann. Das war jetzt in all den Monaten erst das zweite Angebot. Das erste wäre in Sachsen gewesen und war schneller verkauft, als ich reagieren konnte. Auch die Anteile an diesem Spanischen war schneller weg als ich unterschreiben konnte, aber über eine Warteliste bekam ich dann doch noch einen nicht abgenommenen Anteil. Das Ding wurde als geschlossener Fonds von der Firma KGAL vermarktet (www.kgal.de).

    Grüße, Maximilian
     
  5. Holloid

    Holloid New Member

    Das stimmt so nicht..Sicher bekomme ich nicht den Strom der zb mit Wasserkraft erzeugt wird, aber auch sicher ist ,das mein Geld an Firmen geht die "Umweltfreundlichen" Strom erzeugen. Somit bin ich keine Kunde die bedenkenlos auf jeder Art und weise Strom erzeugen.
    Aber das hatten wir hier schon mal...

    http://www.greenpeace-energy.de/strom_mix.php
     
  6. gunja

    gunja New Member

    "Asse-Anwohner bleiben gelassen", titelte neulich die Zeitung.

    "Man ist es schon leid, die immer neuen Meldungen zu lesen. Das ist einfach zu viel, was da auf uns zuströmt." wird dann ein Anwohner zitiert.

    Einer erkrankte 1999 an Leukämie. "Wir haben weder Dosimeter noch besondere Schutzkleidung getragen."
     
  7. batrat

    batrat Wolpertinger

    Tja, da könnte man jetzt Schlussfolgerungen ziehen. :rolleyes:
     
  8. pewe2000

    pewe2000 New Member

    >Die Verursacher sind hier (für mich jedenfalls) ausschliesslich die Verbraucher. Die schreien nach immer mehr und immer billigeren Strom und der lässt sich "sauber" nicht erzeugen.<

    Auch wenn die schreien, bekommen haben sie ihn noch nie. Da sorgen schon die Energiekonzerne für, dass sie immer prächtige Geschäfte machen, Preissenkungen nicht oder verspätet und viel zu niedrig weiter geben. Nee, Maximilian, das kann ich nicht nachvollziehen, was Du da schreibst. Du arbeitest doch nicht für diese Gierköppe.
    Die haben den Markt wunderbar unter sich aufgeteilt und werden alles tun, um einen fairen Wettbewerb zu verhindern. So wie sie das immer getan haben. Da müsste mal staatlicherseits gewaltig zugeschlagen werden, genauso wie bei den Mineralölkonzernen, die das gleiche traurige Spiel treiben. Aber durch gute Lobbyarbeit wird ein tatsächlich freier Markt verhindert.

    Mein Stromverbrauch ist kontinuierlich zurück gegangen und geht weiter zurück. Damit verhindere ich aber nur, dass ich größere Summen nachzahlen muss. Das Ersparte ziehen mir die Konzerne durch Preiserhöhungen aus der Tasche.
     

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