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Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von pewe2000, 10. September 2012.

  1. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Die Einflüsterer
    Wie Geld Politik macht
     
  2. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Erstaunlich fand ich, dass zwischen dieser Schranzenatmosphäre es immer noch einige Aufrechte gibt.
     
  3. Morgenstern

    Morgenstern Active Member

    Es ist schon verwunderlich. Ich hatte mich gestern gerade mit einem SPD-Genossen über Korruption unterhalten und fanden beide, dass es ein Skandal ist, das in der BRD dies nicht auch bei Abgeordneten strafbewehrt ist.

    Ulkiger Zeitpunkt. Und dann gestern Abernd der Bericht.
     
  4. maclin

    maclin New Member

  5. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Die FDP hat richtig gestellt: Alles korrekt!

    http://www.tagesschau.de/inland/fdp698.html

    Dem Döring werdet Ihr doch hoffentlich glauben. Und Westerwelle war damals richtig empört, als man der FDP unterstellte, den Hoteliers aufgrund von hohen Parteispenden geholfen zu haben.

    Für wie blöd halten die uns eigentlich?
     
  6. maclin

    maclin New Member

  7. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Stellt Euch vor, Abgeordnetenbestechung würde strafrechtlich verfolgt und Abgeordnete würden wie Beamte behandelt ...

    Die FDP würde wohl als erste Partei zusammen brechen, hat sie doch längst nichts mehr mit der Gründer-FDP zu tun, trägt nur rein zufällig den gleichen Namen.
     
  8. maximilian

    maximilian Active Member

    Wenns dabei nichts zu verdienen gäbe, würde keiner mehr den Job machen wollen. Oder nur noch Eiferer, Weltverbesserer und Fundamentalisten, die ihre Version des Paradieses auf Erden installieren wollen. Da halte ich die aktuelle Variante für das kleinere Übel.
     
  9. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Manno, Maximilian, Du findest das ernsthaft okay? Erklär mir mal, was das mit Demokratie zu tun hat und vor allem, warum gerade CDU/CSU und FDP das UN-Abkommen gegen Korruption nicht in Kraft setzen. Als ob es keine vernünftigen Menschen gäbe, nur diese Gauner und auf der anderen Seite die Eiferer etc. Das ist so erschreckend peinlich, setzt uns auf eine Stufe mit Bananrepubliken und wirft ein Schlaglicht auf Abgeordnete dieser Parteien. Die wissen genau warum sie das nicht tun, dass es dann nämlich gefährlich werden könnte für diese Art von Gaunerei. Und solche Typen, denen das Geld als Abgeordneter nicht reicht, können mir sowieso gestohlen bleiben. Und jetzt fang nicht damit an, was für ein Wissen dadurch verloren gehen würde. Dass ich nicht lache! Wenn dort tatsächlich so viel Wissen wäre, würden nicht so viele Fehler gemacht.

    Wie haben sich Abgeordnete gewehrt als sie mal ein wenig zeigen sollten, wer sie bezahlt ...
     
  10. pewe2000

    pewe2000 New Member

  11. maximilian

    maximilian Active Member

    Natürlich finde ich das nicht okay. Aber ich bin Pragmatiker und Realist genug um zu wissen, dass das nunmal einer der Nachteile ist, die man in Kauf nehmen muss, um im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert auf der Nordhalbkugel unseres Planeten leben zu können. So ist es eben gekommen und ich kann es nicht ändern. Im Vergleich zu eine Talibanbande an der Macht fast nicht vom Paradies zu unterscheiden.

    Sicher gibt es auch vernünftige Menschen, aber die können schon seit einem halben Jahrhundert in der Politik nichts mehr werden. Z.B. halte ich mich durchaus für einen vernünftigen Menschen. Entschlösse ich mich aber, in die Politik zu gehen (wofür es dreissig Jahre zu spät ist, weil ich bereits als Schüler und Student damit angefangen haben müsste, mich bei einer Partei hochzudienen um auf einen Listenplatz zu kommen), dann wäre das das unwiederbringliche Ende meiner bisherigen beruflichen Laufbahn und auch derjenigen meiner Frau, falls sie denn überhaupt nach Berlin mitgehen würde. Ich müsste also dann bis ins Rentenalter als Abgeordneter mein Auskommen haben, aber das ist nicht garantiert, weil meine Seite bei der nächsten Wahl möglicherweise gerade genug Sitze verliert, dass auch meiner dabei ist. Also muss ich nehmen was ich bekommen kann, solange es mir angeboten wird. Mach ich keinem einen Vorwurf draus, würde ich genauso machen.

    Im Paradies gibt es dann eine Regierung aus parteilosen Koryphäen, die jeweils nur für eine Wahlperiode im Amt sind und denen danach die nahtlose Fortsetzung ihrer seitherigen beruflichen Laufbahn garantiert ist. Die nicht für vier Jahre ins grausliche Berlin ziehen müssen (alleine dafür wäre mir als kleines Schmerzensgeld keine Bestechungssumme zu hoch :teufel: ), sondern von daheim aus per Videokonferenz regieren können. Aber soweit sind wir noch nicht.
     
  12. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Komisch, dass so viele Touristen und auch aus anderen Ländern hierhin Gezogene eine völlig andere Meinung über Berlin haben. Ich bin nicht selten mit einem Portugiesen und einem Engländer unterwegs, die nicht mehr in ihre Heimat zurück möchten, sich in Berlin verliebt haben. Der Engländer sagt, dass Berlin ihn an das London der siebziger Jahre erinnert.
    Und preislich kann kaum eine andere europäische Hauptstadt mithalten, sowohl was Mieten aber auch Essen gehen angeht.

    Zum anderen Thema, ich würde nicht mitmachen wollen beim munteren Korruptionsspiel. Und warum gibt es bei uns noch etwas in Kraft zu setzen, was fast alle Länder gemacht haben, nur die Schurkenstaaten nicht? Zumindest strafbewehrt wäre dann die Korruption von beiden Seiten her. Sooo wenig bekommen unsere Abgeordneten gar nicht, auch wenn sie auf das stinkende Geld verzichten würden, weil man nicht 2 Herren dienen kann. Aber bei der hohen Anzahl von Anwälten im Bundestag lohnt es sich eh nicht, über Moral zu sprechen ...
     
  13. Schaumberger

    Schaumberger Wurschthaut, alte

    Maximilian hat völlig recht: gewisse Umstände sind einfach systembedingt!
    ich will keine generelle Politikerschelte betreiben, aber was für Menschen sind es denn die am Ende, nach Jahrzehnten des politischen Handelns, über Gemeinderäte, Landesparlamente, Hinterzimmerkungeleien, interner und externer Querelen, dem Ringen um Inhalte, Eitelkeiten, Verkrustungen, Geld und Macht übrig bleiben um auf der Bundesebene verantwortungsvolle Posten zu ergattern?
    Ich wage zu behaupten das "normale" Menschen diese Knochenmühle nicht überstehen, bzw. von ihr so korrumpiert werden das am Ende eben der Typus Berliner Abgeordnete übrig bleibt, in dem wir viel zu oft unsere Vorurteile bestätigt finden. Der nimmt was er kann, stimmt nach Parteiräson, intrigiert und polemisiert in der Presse und gibt um keinen Preis der Welt seinen Posten freiwillig wieder her – das würde niemand der so lange kämpfen musste.

    Solange wir Wähler uns nicht unbekannten Gesichtern öffnen und unser Parteien dazu zwingen frischem (Quer-Einsteiger-) Blut eine Chance zu geben wird das nichts. (Oder aber der abwegigste Gedanke: Je mehr normale Menschen sich politisch engagieren, desto "normaler wird das Spitzenpersonal, aber das ist ja nicht vermittelbar...)

    Und die einzige, zumindest etwas wirksame Maßnahme gegen Korruption ist ein richtig (!) hohes Gehalt für unsere Volksvertreter – keine Ahnung ob das stimmt, aber ich kann mir vorstellen dass die enorm gestiegenen Spitzengehälter der freien Wirtschaft in den letzten 40 Jahren da durchaus Begehrlichkeiten wachsen liessen die früher deutlich schwächer ausfielen.
     
  14. maximilian

    maximilian Active Member

    Ist mir immer schon ein völliges Rätsel gewesen. Zum Glück kann sich das jeder selber aussuchen (von den Bundestagsabgeordneten abgesehen). Wäre Bonn Hauptstadt geblieben, dann wäre ich in die Politik gegangen und jetzt wäre alles besser :p

    Auf meine Kosten (Solidarzuschlag und so...). Viel Vergnügen beim Essen gehen, ich kann mir solchen Luxus leider nicht leisten.

    Naja. Anderswo heisst das eben Wahlkampfsponsoring oder so. Ein einziger Wahlkampf von Obama kostet mehr, als alle Deutschen Abgeordneten jemals an Bestechungsgeld kassiert haben. Und er ist für dieses Geld selbstverständlich niemandem einen Gefallen schuldig, denn in den USA ist Korruption ja verboten.
     

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