John Lee Hooker musste sterben

Dieses Thema im Forum "Software" wurde erstellt von maiden, 23. Juni 2001.

  1. maiden

    maiden Lever duat us slav

    und Dieter Bohlen lebt
     
  2. MACrama2

    MACrama2 New Member

    aha? wußte ich nicht...warum?

    ra.ma.
    ps. was soll der schrott?
     
  3. i_mac_messer

    i_mac_messer New Member

    Hi maiden, danke für Deinen JLH-Thread! Ich wollte auch einen eröffnen, mit der Behauptung, er sei Macuser gewesen.... (*schluchz*) Tja, er war halt schon alt. Habe heute sogar auf einer meiner LPs Jahrgang 1917 gelsesen. Hin und wieder mal ein Mac-fremder Thread, wird ja wohl erlaubt sein!!
     
  4. DonRene

    DonRene New Member

    ja das war das erste was ich gestern um 6 uhr im moma hörte und der ganze tag war scheiße.

    jlh war der größte auch wenn ich nicht unbedingt bluesfan bin.

    gerade am so kam auf bayern 3 eine reportage über ihn, war geil.

    ich hoffe steve wird als alter hippie wird in ny bei der expo bei der itunes demo jlh spielen.
     
  5. MacELCH

    MacELCH New Member

    Sach mal Don wo in Bayern lebst Du ?

    In B5 kams auch schon sehr frueh, aber wenigstens hat er ein paar weiter Leute stark gepraegt.

    Gruss

    MacELCH
     
  6. DonRene

    DonRene New Member

    hi elch,

    ich lebe nicht in bayern. es gibt doch kabel. ich habs auf bayern 3 gesehen so um 9 oder 10 uhr am sonntag.

    ben harper lebt noch den find ich fast henauso cool ;-)
     
  7. wuta1

    wuta1 New Member

    jau . den filmbericht habe ich auch gesehen . Einerseits schade , daß der GUTE tot ist , andererseits mit 83 Jahren friedlich im Schlaf abtreten, von seiner Familie und Freunden umgeben . So viel Erfolg und eine (bis gestern )lebende Legende zu sein . MEHR kann man eigentlich nicht erreichen.
    LONG LIVE THE "KING OF BOOGIE"
    BOOM BOOM BOOM BOOM
    klm
     
  8. DonRene

    DonRene New Member

    so seh ich das auch. er hatte ein erfühltes leben. er hat mal gesagt das es im freude bereitet die menschen glücklich zu machen, mehr wolle er gar nicht.

    ich finde er war eine der größten persönlichkeiten überhaupt
     
  9. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Re: John Lee Hooker - in memoriam

    Geschrieben von: Carsten <carstenharms@mac.com> (62.158.155.33)
    Datum: 24. 6. 2001 (00:06)

    Antwort auf: John Lee Hooker musste sterben (maiden)

    (http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel53428.php - Samstag, 23.6.2001 Feuilleton)

    Ein weites Baumwollfeld Im In The Mood  Zum Tod des grandiosen Gitarristen und Sängers John Lee Hooker

    Nicht einzig dem vergangenen, sondern aus dem vorvergangenen Jahrhundert schien er in unsere Welt zu kommen, und war doch ganz brennende, inspirierende Gegenwart. Nun hat er seinen Abschied genommen. John Lee Hooker, der als Gitarrist, Sänger und Komponist nicht nur die Blues- Landschaft geprägt, verwandelt und erneuert hat  er ist am Donnerstag im Alter von 83 Jahren in San Francisco gestorben. Friedlich und im Schlaf.

    Wie ein Abgesandter aus exotischer Ferne ist er mir zum ersten Mal begegnet, halb
    Schamane, halb Medizinmann. Es war am 18. Oktober 1962. Im Auditorium Maximum der Hamburger Universität fand ein Konzert statt, von dem man annehmen musste, dass es sich an ein paar Käuze, Spezialisten und Sonderlinge wendet. Die Veranstalter hatten sich in den Kopf gesetzt, ein American Folk Blues Festival aus halb vergessenen Musikanten zusammenzustellen, auf die Reise zu schicken und so einem kleinen Kreis von Kennern zu beweisen, dass dieser Klang nicht in wogenden Mississippi-Fluten und Baumwollfeldern untergegangen ist, sondern als Big-City-Sound durchaus noch lebt.

    Dass dies Minderheiten-Experiment zur Inspiration für ein ganzes Heer europäischer
    Bluesgitarristen werden sollte, konnte damals noch niemand ahnen. Bei dieser allerersten Tournee wollten die Veranstalter einfach sagen: Hört sie euch an! Überzeugt euch vom Reichtum, der Vielgestaltigkeit dieser Kunst! Immerhin: Helen Humes, T-Bone Walker, Memphis Slim, Sonny Terry & Brownie McGhee waren dabei.

    Eröffnet aber wurde das Konzert von John Lee Hooker. Nur er, seine Gitarre, seine Stimm und als Rhythmusgruppe das Stampfen seiner Füße. Etwas düster Brütendes, ja finster Abweisendes ging von ihm aus. Er wirkte wie ein stolzes Überbleibsel aus den Tagen, als der Blues noch nicht vom Land in die Stadt gewandert war. Das Archaische schien seine Welt.
    Drum pfiff er auf das zwölftaktige Formschema aus dem Lehrbuch, setzte beim Singen und Spielen auf raunende Tiefe, magische Kürzel und beschwor, wenn er zur zwölfsaitigen Gitarre griff, eine Landschaft von flirrender Weite.

    Ganz bei sich selbst schien diese Gestalt. Und doch spielte John Lee Hooker eine Rolle, konnte auf dieser zu Lehrzwecken aufgeschlagenen Bluesbühne nur einen Teil seiner Möglichkeiten entfalten. Das sollte mir noch am selbigen Tage klar werden.

    Nach dem Konzert: Studio-Fete am Stadtrand. What a night! Und einiges verschwimmt schon in der Erinnerung. Doch nie vergessen habe ich die Verwandlung, die mit John Lee Hooker während des Festes, nach Feierabend also, vorging. Offenbar war er es leid, die ihm aus Gründen der Pädagogik oder
    Konzert-Dramaturgie zugewiesene Rolle Einsamer Wolf der Louisiana-Sümpfe
    weiterzuspielen. Er gesellte sich zu den anderen und stürzte sich vergnügt in den deftigen Rhythm and Blues der Großstadt. Und tat es freiwillig und tat es gern.

    Blues am Fließband

    Ich habe den Blues auf den Baumwollfeldern gehört, und spielen gelernt habe ich ihn, um von den Baumwollfeldern wegzukommen, hat John Lee Hooker einmal gesagt, und das scheinheilig Simple einer solchen Aussage ist ja durchaus als Programm zu sehen, als Absage an die Ideologie verordneter Authentizität.

    In Clarksdale, im State Mississippi, kam er zur Welt, am 12. August 1917. Er selbst gab lange 1920 als Geburtsjahr anund fabelte sich die schönsten Begründungen zurecht. Auch schwarze Amerikaner sind Amerikaner, opfern nicht nur den Vodoo-Dämonen, sondern auch dem Jugendkult.
    Mit elf Geschwistern ist John Lee Hooker aufgewachsen; mit 14 Jahren machte er sich auf den Weg. Ein bisschen Gitarrespielen hatte er von einem seiner Stiefväter gelernt. Er berührte Memphis auf einer dieser Wanderschaften, die der Blues damals, inzwischen 1943, immer noch, immer wieder durchstehen musste. Er versuchte es in Detroit, der Stadt der Autos und der Schwarzen am Fließband, konnte noch nicht von der Musik leben, musste in Fabriken die Fußböden und Klos schrubben.

    Die Schallplattenkarriere begann wirr, ließ sich juristisch nur unter so abenteuerlichen Pseudonymen wie Delta John und Birmingham Sam über die Runden bringen; doch Ende der Vierzigerjahre war es geschafft. Boogie Chillun und Hobo Blues wurden Hits. Von Im In The Mood (1951) wurde eine Million verkauft und ist längst ein äußerst durabler, tausendfach nachgespielter Evergreen geworden, nur noch übertroffen von Boom, Boom. .. seit 1862 und immer noch kein Ende.

    Da senkte sich gerade mal wieder Dürre über das Blues-Land. Das Gros der Bevölkerung rockte und rollte durch andere Gebiete, und Hilfe kam aus einer ganz überraschenden Ecke, vom Campus der Colleges und Universitäten. Studenten brachten mit der Folkbewegung auch die alten Barden wieder ins Gespräch, stellten sie allerdings auch gleich ideologisch unter Kuratel. In vorbildlich sauberer Volksmusik wird die akustische Gitarre zur Gottheit, die E-Gitarre ein Instrument des kapitalistischen Teufels. Fast eine dialektische Volte  um vor dem Reinheitsgebot ihrer weißen Förderer bestehen zu können, hieß es: zurück auf die Baumwollfelder.

    Doch dann kam die nächste, die schönste Volte, und John Lee Hooker war wie immer
    mittendrin. Es waren die weißen Rock-Buben, die aus der Musik der Alten den Honig der eigenen Kreativität sogen. Jahr für Jahr saßen die blutjungen Schüler wie Mick Jagger und Eric Clapton zu Füßen der durchreisenden Lehrer. Doch das war immer auch Nehmen und Geben.
    Die Schwarzen profitierten vom Marktwert der weißen Pop-Idole. So hat die in den späten Sechzigerjahren sehr bekannte Gruppe Canned Heat John Lee Hooker mit auf Tournee genommen.

    A Star Was Born, spät, aber doch. Es kam der Grammy, und es kam der Film mit den Blues Brothers, und vor allem standen immer wieder Star- Musikanten wie Santana und Bonnie Raitt, Robert Cray und Los Lobos Schlange, um mit dem großen Alten, längst Kultfigur, gemeinsame musikalische Sache zu machen... (U2. Anm. maiden)

    Und immer ist es Geben und Nehmen gewesen. Aber am meisten gegeben hat doch er, der uns immer wieder den Traum von großer Magie erfüllt und den Nachthimmel über der Blues-Landschaft erhellt hat... John Lee Hooker.

    WERNER BURKHARDT

    © 2000 Süddeutsche Zeitung GmbH / SV online GmbH
     
  10. Tambo

    Tambo New Member

    Ein Grosser ist gegangen

    tAmbo
     
  11. macfaniac

    macfaniac New Member

    ein Großer wird kommen!
     
  12. Mfuchs

    Mfuchs New Member

    Mac hin, Mac her -
    Er war der letzte große der "Alten". Und ich hab Ihn nie Live gesehen -- schnüff! :-(
    Wie oft bin ich nächtelang an meinem Mac gesessen hab irgendwas gemacht, und Musik von Ihm gehört.
    A Star is gone.
     
  13. danilatore

    danilatore Moderatore Mitarbeiter

    .....mein beileid......

    daniel
     
  14. Wuschelkopf

    Wuschelkopf New Member

    Dieter Bohlen... Ich will hier nicht auf sein Sexualverhalten eingehen... Aber, der Dieter, ist ein Arsch.
     
  15. DonRene

    DonRene New Member

    eine große erkenntnis ;-))
     

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