Journalist Patrick Bourrat ist tot.

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Harlequin, 27. Dezember 2002.

  1. macixus

    macixus Hofrat & Traktorist

    Nein.

    Nicht falsch verstehen, ist nichts gegen dich. Ist nur gegen ein allzu ausgelutschtes Thema.
     
  2. Harlequin

    Harlequin Gast

    Der international bekannte franzoesische Journalist Patrick Bourrat ist tot. Er wurde vergangenes Wochenende im Kriegsmanoevergebiet Irak / Kuwait von einem US Panzer getoetet. Angeblich, nach Aussage der US Truppen, soll es sich um einen Unfall gehandelt haben.

    Bourrat starb in Ausuebung seiner journalistischen Taetigkeit. Er galt als einer der renomiertesten internationalen Berichterstatter aus Kriegs- und Krisengebieten.
    Mit dem Krieg stirbt die Wahrheit zuerst. Und deren Aufklaerer.

    http://www.humanite.presse.fr/journal/2002/2002-12/2002-12-24/2002-12-24-028.html

    http://france-jeunes.net/article.php?artid=4333


    Nachtrag:

    Hier ein Fernsehbericht Bourrats vom Krieg gegen den Irak aus 1991:

    http://www.tf1.fr/news/0,,974142-e3BsYXllciBxdWFsaXR5IFVOVl9JRH0gezIwMSAyMDEgMX0=,00.html

    Zur Person Patrick Bourrat:

    http://www.tf1.fr/news/france/0,,974123-e3BsYXllciBxdWFsaXR5IFVOVl9JRH0gezIwMSAyMDEgMX0=,00.html

    Zeugenaussage (Audio) des Cameramannes Bernard Guerni:

    http://www.tf1.fr/news/france/0,,973788-e3BsYXllciBxdWFsaXR5IFVOVl9JRH0gezIwMSAyMDEgMX0=,00.html

    Patrick Bourrat ueber zivile Opfer von US Bombardements Afghanischer Doerfer:

    http://www.tf1.com/news/0,,973771-e...0eSByZXNpemV9IHs0IDIwMSAyMDIgdHJ1ZX0=,00.html

    Harlequin

    .
     
  3. quick

    quick New Member

  4. Macowski

    Macowski New Member

  5. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    Wer unbedingt Krieg spielen will, der muss eben damit rechnen, dass er dabei Schaden nimmt. Ich habe kein Mitleid.
     
  6. oli2000

    oli2000 Rest-Optimist

    > Seit dem Vietnam-Krieg hielten die USA die Journalisten auf Abstand, nun sollen sie offenbar direkt vom Schlachtfeld berichten dürfen, um den Ruhm von Präsident Bush als Kriegsherrn zu mehren.

    Der Bush-Witz des Tages.
     
  7. Harlequin

    Harlequin Gast

    Bourrat hat nicht Krieg gespielt, sondern freie Presse. Das war sein Beruf. Er ist fuer (unser aller) Demokratie gestorben.

    .
     
  8. derfiesefuchs

    derfiesefuchs New Member

    tot schreibt man mit "t", das andere is der kerl mit der sense ;)
     
  9. quick

    quick New Member

    Früher,
    als das Gras noch mit der Sense gemäht wurde...
     
  10. derfiesefuchs

    derfiesefuchs New Member

    wo man durch den geruch von frischem kaffee geweckt wurde....
     
  11. Harlequin

    Harlequin Gast

    @ fuchs

    Stimmt.

    .
     
  12. derfiesefuchs

    derfiesefuchs New Member

    @ Harlequin

    ich weiß ;)

    .
     
  13. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    >Wer unbedingt Krieg spielen will, der muss eben damit rechnen, dass er dabei Schaden nimmt.

    Ich bin recht froh darüber, dass es noch den Einen oder Anderen gibt, der über diese Kriegsspiele berichtet.
     
  14. grufti

    grufti New Member

    Nun, der Fairnes halber sollte man doch innerhalb eines Manövergebiets schon zuerst mal von einem für uns alle sehr bedauerlichen Unfall ausgehen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bourrat damit einverstanden wäre, ihn jetzt ohne eindeutige Beweise zu einem Märtyrer der Demokratie hochzupolemisieren. Er hat einen gefährlichen und ehrlichen Job gemacht. Wie manche andere Kriegsberichterstatter bisher allerdings auch.
    Ich kann mir dazu nicht vorstellen, dass die Amis so blöd wären anzunehmen, dass nicht sofort genügend Potential vorhanden sei, sofort seine würdige Nachfolge anzutreten. Wäre also sinnlos gewesen, diesen Mann zu diesem Zeitpunkt auf solche Weise zu beseitigen.

    Bin bestürzt und traurig. Dieser Reporter hat sich jedoch freiwillig seinen gefährlichen Job wählen können und zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Ich denke nur gerade an den sinnlosen Tod dieser 7 Soldaten in Afghanistan. Dies empört mich tatsächlich.

    Gruß
     
  15. Convenant

    Convenant Haarfestiger

    Ja, hast aufmerksam meine Eselsbrücken studiert...
    ;)
     
  16. Harlequin

    Harlequin Gast

    Zuerst sollte man wissen, dass US Truppen bereits in Afghanistan vor laufender Camera Journalisten mit Erschiessung gedroht hatten, wenn diese das Frontgebiet nicht verlassen.
    Ferner wissen wir, dass das US Regime Todeslisten fuehrt.

    Egal ob Bourrat nun durch die US Truppen ermordet wurde oder es tatsaechlich ein Unfall gewesen sein sollte (was ich nicht weiss), sein Einsatz fuer die freie Presse und somit die Demokratie bleiben dennoch unbestritten.
    Da ich selbst u.a. Journalist bin, steht es mir durchaus zu mich der Thematik anzunehmen und verpflichtet mich geradezu den Kontext dieser Vorgaenge zu beleuchten.

    Bei der internationalen Journalistenschaft, Unfall hin oder her, ist diese Botschaft des Todes durchaus angekommen.
    Und es ist auch keineswegs so, dass Frontberichterstatter in uebermaessigem Potenzial zur Verfuegung stuenden. Nach diesem Vorfall sicher noch weniger.

    Und schliesslich, wuerde das US Regime nicht einen Angriffskrieg vorbereiten und die ganze Welt zu ihrer Verfuegungsmasse erklaeren, beduerfte es auch nicht solch mutiger Menschen, welche im Interesse von Freiheit und Demokratie ihr Leben aufs´ Spiel setzen muessen.

    Die gefallenen deutschen Soldaten in Afghanistan sind ein anderes Thema.

    Harlequin

    .
     
  17. grufti

    grufti New Member

    Harlequin,
    jetzt blasen wir das nicht weiter auf. Sei sicher, dass ich insgesamt (bis auf einige Sprachwendungen von dir) völlig deiner Meinung bin. Ich wollte nur klar machen, dass Bourrat wenigstens noch gewusst hat, wofür er sein Leben riskiert. War einfach Pech.
    Völlig sinnloses Sterben macht mich da eher mürbe. Ist für mich kein anderes Thema.

    Und dass es nicht hunderter Kriegsberichterstatter bedarf, ist mir schon auch klar. Ebenso klar ist mir, dass sich unter den Tausenden grundehrlicher Journalisten in Europa doch sofort mehr als eine Handvoll findet, die sofort seinen Platz einnehmen würden.

    grufti
     
  18. maiden

    maiden Lever duat us slav

    Gehen wir, weil wir nicht grundsätzlich böse Absichten unterstellen können oder wollen, mal davon aus, daß es ein Unfall war, so ist es trotzdem ein unbeschreiblicher Verlust für die Demokratie, für die freie Meinungsbildung. Braucht Herr Bush doch jeden der Berichterstatter, ohne die es nun einmal unmöglich wäre, die Völker kriegsunwilliger Staaten tagtäglich und möglichst oft wiederholt mit Meldungen von Aufmarsch, Mobilisierung und Massenvernichtungswaffen-Arsenalen derart einzulullen, daß der Beginn des angekündigten Krieges dann nur noch als kleine und nebensächliche Pflicht wahrgenommen wird, der alle freudig und um die unumstößliche Notwendigkeit wissend, zustimmen werden.
     
  19. Harlequin

    Harlequin Gast

    "Aufblasen" will ich die Sache nicht, aber ich habe da naturgemaess einen sensiblen Nerv immer wenn ich hoeren muss, dass ein Journalist auf ungewoehnliche Weise gestorben ist. Und das ist auch gut so.

    .
     
  20. Harlequin

    Harlequin Gast

    So ganz verstehe ich diesen Gedankengang nicht. Waere es besser, wenn das US Regime seine kriegerischen Aufmaersche in aller Stille und ohne das Auge der Weltoeffentlichkeit durchfuehren koennte ?

    Harlequin

    .
     

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