kath. Kirchenaustritt - nur ein formeller Akt. Oder doch nicht?

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von vulkanos, 16. Februar 2010.

  1. vulkanos

    vulkanos New Member

    Vor Jahren entdeckte ich in BW ein Plakat vom Bistum Rottweil-Freiburg, das den Kirchenaustrittlern den Empfang der Sakramente verbietet. Dieser ist nach katholischer Lehre nur denen vorbehalten, die eine gültige kath. Taufe empfangen haben. Da die Kirchenaustrittler aber alle getauft sind, können sie die Sakramente empfangen. Oder liege ich da falsch?

    Etwas anderes ist es, wenn ein Kirchenmitglied exkommuniziert, also aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen wird. Das passiert in den Fällen, in denen die besagte Person sich öffentlich und in eklatanter Weise gegen die Lehre wendet, z.B. deren göttlichen Ursprung leugnet, herabsetzt, sich blasphemisch aufführt usw.

    Die allermeisten KirchenaustrittlerInnen, die ich kenne, haben nicht aus Glaubensgründen "Mutter" Kirche (extra ecclesiam nulla salus est - außerhalb der Kirche gibt es kein Heil) den Rücken zugekehrt, sondern wegen ihrer allzu weltlichen Verfassheit und undemokratischen bzw. autoritär-doktrinären Verhaltens, das eine(r)m den Atem nimmt.

    Die kath. Kirche macht es sich hier sehr leicht. Einen Kirchenaustritt wertet sie als eine totale Abwendung von allen ihren Glaubens- bzw. Lehrinhalten. Was aber keineswegs immer und und in jedem Fall zutrifft. Ich persönlich glaube zwar nicht an die römische Kirche als Heilsvermittlerin, dafür aber an den galiläischen Wander- und Wunderrabbi Joshua (=Jesus) als einen maßgeblichen Menschen mit einer bis heute unverstandenden Botschaft, Kriege, Armut und Einsamkeit endgültig aus der Welt zu schaffen - dies nur nebenbei.

    Diese spezielle Kirchenmitgliedschaft gibt es m.W. nur in Österreich und der Schweiz mit ihren jeweiligen nationalen Eigentümlichkeiten. Aber eine solche m.E. existiert weder in Frankreich, Italien oder Spanien. Da heißt es: getauft ist getauft. Basta.

    Man/frau kann durch einen Kirchenaustritt nicht "ent-tauft" werden, wenn der Glaube fest steht.

    vulkanos
     
  2. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Sei getröstet, mein Lieber. Es genügt, dass du guten Willens bist, um den Ablass Urbi et Orbi zu empfangen, du musst nicht Mitglied der allein selig machenden katholischen Kirche sein. Wenn dir die Seele schwer von Sünden ist, magst du auch im Internet beichten und dich deiner täglichen Sündenlast entledigen. Wenn dich jedoch nach der Oblate und einem Glas Wein gelüstet, so ist das in jedem Supermarkt zu haben - zusammen mit den beiden oben genannten Möglichkeiten sicher ein eine gute Kombination.

    Hier kannst du den päpstlichen Ablass anschauen. Es macht gar nichts, wenn du kein Italienisch verstehst. Der Segen ist Heilig und wirkt auf jeden Fall. Inzwischen hat auch der Vatikan geschnallt, dass es auf das Medium oder die Sprache gar nicht ankommt - Hauptsache, du glaubst.
     
  3. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Und was ist mit den Geschiedenen? Die dürfen doch auch nicht, worunter eine 2 x geschiedene Nachbarin von mir sehr leidet. Ich hatte ihr schon angeboten mein Nicht-geschieden-Kärtchen in einer anderen Kirche zu nutzen.

    :augenring
     
  4. HirnKastl

    HirnKastl Alt-68er

    Gibt es denn in der katholischen Kirche eine Scheidung? Ist das Versprechen "Bis das der Tod uns scheidet" nicht unauflöslich?
     
  5. pewe2000

    pewe2000 New Member

    Das gibt es schon aber eben mit der Konsequenz, nicht mehr am Abendmahl teilnehmen zu können. Ist der Papst nicht auch geschieden oder ist das sein Bruder, der seinen Namen trägt?

    :augenring

    Tschuldigung, ich war mal evangelisch, das ist aber schon 44 Jahre her. Damals wurden die Namen der Ausgetretenen noch in der Kirche verlesen, um ein wenig Druck aufzubauen. Als die Zahl der Austreter („Ich geh mal eben austreten!“) anschwoll und die Gottesdienste zu lange wurden, verzichtete man darauf. :teufel:
     
  6. vulkanos

    vulkanos New Member

    Scheidung auf katholisch heißt der Tod. Punktum.

    Es sei denn... Caroline von Monaco musste 12 Jahre warten, bis ein päpstliches Gericht, die Rota, ihre Ehe annulierte. Ihr schlagendes Argument, sie sei mit ihren damaligen 21 Jahren noch sehr unerfahren gewesen...ach so, in diesen Kreisen geht es ja besonders keusch zu.

    Auflösung nach kath. Kirchenrecht ist auch dann möglich, wenn nachweislich die
    Ehe nicht vollgezogen, vulgo nicht gebumst bzw. nicht defloriert wurde. Also was hat Caroline als Beweismittel angeführt? Hat sie ihr noch intaktes Hymen vorgezeigt? Wodurch wurde das Gericht letztendlich überzeugt?

    Böse Zungen behaupten, damals sei eine Menge Geld
    geflossen, um die Scheidung durch zu drücken.
     

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